Vulcan Energy und Renault passen Lithium-Lieferung an

Vulcan Energy und Renault passen Lithium-Lieferung an

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Die Renault Group und das deutsch-australische Unternehmen Vulcan Energy haben nun den endgültigen Vertrag zur Lieferung von Lithium für die Produktion von Elektroauto-Batterien unterzeichnet. Demnach wird Vulcan Energy die Renault Group ab 2026 über einen Zeitraum von sechs Jahren mit insgesamt 26.000 bis 32.000 Tonnen Lithium beliefern, welches aus dem Oberrheingraben in Deutschland kommt, so Vulcan Energy in einer aktuellen Mitteilung.

In einer im Sommer von Renault veröffentlichten Mitteilung war noch von jährlich 6000 bis 17.000 Tonnen Lithium die Rede. Nun sind es nur noch zwischen gut 4300 und 5300 Tonnen. Zu den Gründen für die reduzierten Liefermengen macht Vulcan Energy keine Angaben, spricht aber davon, dass Renault nur gut 12 Prozent der erwarteten Fördermenge abnimmt. Zu weiteren Abnehmern äußerte sich das Unternehmen bislang noch nicht.

Die Gewinnung des wertvollen Batterierohstoffs erfolgt in einem innovativen Verfahren: Vulcan Energy will im Oberrheingraben aus Geothermie-Sole das darin enthaltene Lithiumhydroxid herausfiltern und aufarbeiten. Laut dem Unternehmen handelt es sich um die größte Lithium-Lagerstätte Europas. Durch das umweltverträgliche Förderverfahren könne der Automobilkonzern die CO2-Emissionen bei der Herstellung einer 50-kWh-Batterie um 300 bis 700 Kilogramm verringern können.

Mit dem Lieferabkommen im Rahmen des Zero Carbon Lithium Projekts unternimmt die Renault Group einen wichtigen Schritt hin zu ihrem Ziel, wettbewerbsfähige und nachhaltige Elektroautos „made in Europe“ anzubieten. Zuvor hat die Unternehmensgruppe bereits beschlossen, unter dem Namen Renault ElectriCity drei Produktionsstandorte in Nordfrankreich zum effizientesten Fertigungsverbund für Elektrofahrzeuge in Europa zusammenzufassen.

Ausschlaggebend für die Partnerschaft mit Vulcan Energy ist das CO2-emissionsfreie, geothermische Lithium-Gewinnungsverfahren von Vulcan Energy. Hierzu Gianluca De Ficchy, Alliance Executive Vice President Purchasing und Managing Director of Alliance Purchasing Organization at Renault Group: „Wir sind stolz darauf, mit einem europäischen Lithiumproduzenten wie Vulcan Energy zusammenzuarbeiten, der netto keine Treibhausgasemissionen verursacht. Unsere ökologische und soziale Verantwortung steht im Mittelpunkt des Strategieplans Renaulution, und dies muss auch für die Partner gelten, mit denen wir zusammenarbeiten, wenn wir einen echten Mehrwert schaffen und die nachhaltigsten Fahrzeuge auf dem Markt anbieten wollen.“

Die Renault Group hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 weltweit kohlenstoffneutral zu agieren und bis 2025 den grünsten Mix auf dem europäischen Automobilmarkt zu erreichen mit einem Anteil von über 65 Prozent Elektrofahrzeugen und elektrifizierten Fahrzeugen am Gesamtabsatz. Bereits 2030 sollen 90 Prozent der verkauften Fahrzeuge rein batterieelektrisch unterwegs sein. Die Renault Group treibt deshalb ihre Elektrifizierungsstrategie konsequent voran.

Quelle: Vulcan Energy – Pressemitteilung vom 22.11.2021 / Renault – Pressemitteilung vom 02.08.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Renault, als Hersteller eher günstiger Fahrzeuge, spielt hier auf Vorsicht. Sollte CATL mit seiner Na-Ionen-Batterie tatsächlich einschlagen, wird Lithium im Oberklasse- und Sportwagenbereich sicher noch dominieren, bei den preissensitiven Segmenten aber nicht mehr nachgefragt werden.
Sollte der technologische Fortschritt die lithiumbasierten Batterien aber weiter stark verbilligen und die Na-Ionen-Technologie doch nicht so funktionieren, wie erhofft, darf Renault schlimmstenfalls zum Tageskurs nachkaufen.
2026 sind wir alle klüger, bis auf die, die hinterher vorher schon immer alles besser gewusst haben 😉

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