Volkswagen startet Over-the-Air Updates für ID-Elektroautos

VW-Elektroauto-Over-the-Air-Update

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Volkswagen geht den nächsten großen Schritt auf dem Weg zum softwareorientierten Mobilitätsanbieter: Ab diesem Sommer wird die Marke einer aktuellen Mitteilung zufolge regelmäßig Software-Updates „Over-the-Air“ in die Modelle seiner ID. Familie ausspielen. Den Auftakt bildet der ID.3: Der neueste Softwarestand „ID.Software2.3“ wird per mobilem Datentransfer im Juli 2021 an Kunden des sogenannten „First Movers Club“ ausgeliefert.

Das Update enthält Anpassungen und Verbesserungen rund um Bedienung, Performance und Komfort. Updates für alle ID.3 und ID.4 und ID.4 GTX Kunden werden sukzessive folgen. Künftig wird Volkswagen die Software seiner ID. Fahrzeuge alle zwölf Wochen auf den neuesten Stand bringen.

Das erste Update für die rein elektrischen ID. Modelle biete zahlreiche Funktionsverbesserungen: So beinhaltet es unter anderem erweiterte Funktionalitäten des ID. Light, eine optimierte Umgebungserkennung und dynamische Fernlichtregulierung, eine verbesserte Bedienbarkeit und Designanpassungen des Infotainment-Systems sowie Performance- und Stabilitätsverbesserungen.

Die Software-Updates gelangen via mobilem Datentransfer direkt auf die zentralen Hochleistungsrechner (In Car Application Server, kurz ICAS) der ID. Modelle. Diese übernehmen bei Fahrzeugen auf Basis der MEB-Plattform Funktionen, die bei früheren Fahrzeuggenerationen auf eine Vielzahl von Steuergeräten verteilt waren. Die neue Elektronik-Architektur ist nicht nur leistungsfähiger und intelligenter, sondern vereinfacht auch den Austausch von Daten und Funktionen zwischen den Systemen im Fahrzeug. Dadurch können über die Over-the-Air Updates bis zu 35 Steuergeräte erreicht und aktualisiert werden.

Kunden mit ID. Digital stets im Mittelpunkt

Fahrzeuge, die stets die aktuellste Software an Bord haben und für ein exzellentes digitales Kundenerlebnis sorgen, sind von enormer Bedeutung für den künftigen Erfolg der Marke Volkswagen“, sagt Thomas Ulbrich, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen. „Wir haben darum für die kontinuierliche Aktualisierung der Software im Fahrzeug eigens die agile Projekteinheit ID. Digital gegründet. Damit sind wir in der Lage, schnell Kunden-Feedback zu sammeln und flexibel auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Die ID. Modelle bleiben so nach Auslieferung stets auf dem neuesten Stand und der Werterhalt der Kundenfahrzeuge verbessert sich.“

Triebfeder für die Digitalisierung der Marke ist die eng verzahnte Zusammenarbeit zwischen ID. Digital und CARIAD, der Car-Software-Organisation des Volkswagen Konzerns. Dieses Zusammenspiel sorgt für großes Software-Know-how. So profitiert die Marke von der Schlagkraft des Konzerns und nutzt gleichzeitig die Schnelligkeit des agilen Software-Unternehmens CARIAD. „Over-the-Air Updates sind eine zentrale Funktionalität des digitalen, vernetzten Autos“, sagt CARIAD CEO Dirk Hilgenberg. „Sie werden für die Kunden zur Normalität werden – so wie das Herunterladen des neuesten Betriebssystems oder von Apps beim Smartphone.“

Geschäftsmodell 2.0: die Zukunft der Mobilität

Mit Over-the-Air Updates der Software schafft die Marke Volkswagen zudem die Voraussetzungen für neue Geschäftsmodelle – so wie in der ACCELERATE Strategie angelegt. In Zukunft müssen sich Kundinnen und Kunden beim Kauf eines Fahrzeugs nicht mehr entscheiden, welche Funktionalitäten ihr Auto aufweisen soll – und welche Konfiguration einem möglichst hohen Wiederverkaufswert zuträglich ist. Denn: Die Hardware wird weitgehend vereinheitlicht. Zusätzliche Funktionen und innovative Technologien lassen sich künftig via Software-Update nachträglich zubuchen, auch kurzzeitig: Fahrerassistenzsysteme können z.B. nur für die Dauer von längeren Urlaubsfahrten gebucht werden.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 05.07.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Zitat Thomas Ulbrich, VW-Entwicklungsvorstand im Artikel:

„»Fahrzeuge, die stets die aktuellste Software an Bord haben und für ein exzellentes digitales Kundenerlebnis sorgen, sind von enormer Bedeutung für den künftigen Erfolg der Marke Volkswagen«

Ja, ENORM, ist schon der richtge Ausdruck für das digitale Kundenerlebnis , wenn das OTA-Update lt. AMS

https://www.auto-motor-und-sport.de/elektroauto/id-software-2-punkt-3-id3-id4-update-over-the-air/

zweigeteilt und insgesamt rund 6,5 Gigabyte groß sei, das Aufspielen dauere erstmal 40 Minuten und dann nochmal bis zu 3 StundenWIE BITTE?

Last edited 3 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Ich verstehe das so – dass der ds z.B. über Nacht automatisch/nach anstoß macht?
Ist das nicht der Fall?

Die Installation läuft über Nacht (nach vorheriger Ansage und Zustimmung)
Das Herunterladen erfolgt zuvor (während der Fahrzeugnutzung) über die e-sim des Wagens

Jetzt freuen wir uns doch mal erst, dass VW überhaupt erst mal OTA-Updates anbietet. Da ein Durchschnittsfahrzeug etwa 23 Stunden herumsteht, und der Updatevorgang sicher, wie Manuel vermutet, in einer Ruhephase durchgeführt wird, werden die meisten Nutzer das kaum bemerken.
(Wenn morgens um drei die Frau Wehen bekommt und der ID dann aber nicht zur Verfügung steht, wird es natürlich höchst ärgerlich…) „Einige Einstellungen werden durch die System-Aktualisierung möglicherweise zurückgesetzt“ ist weniger dramatisch, trifft aber alle.

Gehen wir mal davon aus, dass VW-Kunden eine etwas hartgesottenere und leidensfähigere Spezies sind. Wenn VW mit den nächsten Updates schnelle und zuverlässige Software liefert und irgendwann dann auch inkrementelle Updates für sich entdeckt, kann es dann tatsächlich so etwas wie ein Happy End geben…

Keine Aufregung bitte…
Hauptsächlich keine frisierte Sache mehr, die Zeit ist bekannterweise ziemlich relativ… 😉

Jetzt bin ich einmal gespannt, wie lange es tatsächlich dauert, bis mein Bruder für seinen geleasten iD3 sein OTA bekommt – hoffentlich geht das schneller als die Rückerstattung für die „tolle“ Wärmepumpe – da übt er sich bisher auch schon länger in Geduld. 😉

ach … seit langer Zeit mosert die VW-hater- und Tesla-Lover-Szene über alles bei Vw .. vor allem, dass sie NOCH kein OTA-Update hinkriegen (wer hat es denn sonst außer Tesla??). Jetzt fangen sie an und machen ein Voll-Update mit klarer Ansage – erst mal bei einigen, dann bei allen – wie sich das gehört .. und jetzt passt das alles wieder nicht.

  • Also .. wo ist das Problem damit, dass sich der Wagen irgendwann unterwegs über e-sim das komplette Update bröckchenweise zieht?
  • wo ist das Problem damit, dass sich der Wagen dieses update – nach Ansage – irgendwann installiert, wenn der Wagen rumsteht?

aber was sollst .. wenn man mit einem VW übers Wasser schweben kann wird hier genörgelt .. ’soso ..schwimmen kann er auch nicht‘

Ja, so schwarz oder weiß ist sie eben – die Welt von Egon Meier
Aber klar – lieber bei Tesla gut kopieren, als schlecht selber machen, wie bisher 😉
Ich bin gespannt wann VW seinen Kunden auch einen Frunk bietet – aber bis dahin gibts bei der Konkurrenz sicherlich schon den nächsten „heißen Scheiß“
Einfach nicht den Anschluss verlieren, dann wird auch bei VW vielleicht doch noch alles gut – oder zumindest langsam besser 😉

Sag ich doch .. hier sind die hater und Lover unterwegs ..

Genau, nur leider verstehen Sie den Unterschied zwischen der Wahrheit und Ihrem „Messias“ Hate nicht 😉

Zum Glück besteht das Autouniversum nicht nur aus VW / Tesla. Wer sich aber permanent als VW Troll outet, hat definitiv Einiges an Aktualität verpasst.

Wir haben in der vorigen Woche das aktuelle Updat fürs Navi des eGolf gemacht. Dazu muss man echt noch ca. 26 GB! herunterlade. Nun gut wir haben ja schnelles Internet – denkste – hat trotzdem knapp 8 Stunden gedauert und das bereits mit einem Downloadmanager, der nicht bei jeder Unterbrechung neu von vorn anfängt. Aber die Idee hatten wohl auch Andere. Das Einspielen der Daten ging dann, mit ca. 40 Min ehr schnell. Insofern glaube ich den vielen schönen Ankündigungen noch nicht so richtig.

Heute herrscht grosses PR Schweigen bei VW. Wir schreiben den 08. Juli und VW wurde einmal mehr für zynische Geschäftspolitik bestraft. Adblue heisst das Stichwort. Die Vergangenheit lässt sich nicht durch PR abschütteln.

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