Verbrennerende, günstige E-Autos und V2G: Wie VW seine Elektroauto-Strategie beschleunigt

Verbrennerende, günstige E-Autos und V2G: Wie VW seine Elektroauto-Strategie beschleunigt

Copyright Abbildung(en): Volkswagen

Die E-Mobilität ist die Zukunft bei Volkswagen. Vor wenigen Tagen konkretisierte der Hersteller dieses Vorhaben mit einem konkreten Datum: Spätestens ab dem Jahr 2035 will die Kernmarke VW in Europa keine Verbrenner mehr verkaufen.In Europa werden wir zwischen 2033 und 2035 den letzten Verbrenner vom Band laufen lassen“, sagte VW-Markenchef Ralf Brandstätter in einem gemeinsamen Interview mit dem Magazin Electrified und der Autogazette. Als Zwischenziel sollen bis zum Jahr 2030 bereits 70 Prozent aller neuen Volkswagen rein elektrisch fahren.

Damit dies gelingt, zieht VW auch in günstigeren Segmenten seinen E-Auto-Fahrplan strammer. Die Wolfsburger haben sich „dafür entschieden, unsere Small-BEV-Familie von 2027 auf 2025 vorziehen“. Damit werde VW „schon bald Elektrofahrzeuge ab 20.000 Euro anbieten und ein wichtiges Kundensegment bedienen“, kündigte Brandstätter an.

Für andere Märkte wie etwa die USA und China jedoch sind die Ziele demnach nicht ganz so ehrgeizig. Bis 2030 sollen dort nur 50 Prozent der Neuwagen reine E-Autos sein, ein Verbrennerende hat VW hierfür noch nicht definiert. In anderen Weltregionen erwarte VW „aufgrund der unterschiedlichen Transformationsgeschwindigkeiten sowie der teils noch unklaren Rahmenbedingungen ein leicht verzögertes Ausstiegsdatum“, so Brandstätter hierzu.

In Südamerika und Afrika etwa werde es „aufgrund der noch fehlenden Rahmenbedingungen, wie einer Ladeinfrastruktur, noch ein gutes Stück länger dauern“. Es liege auf der Hand, dass sich Volkswagen „als sehr international aufgestelltes Unternehmen an die unterschiedlichen Transformationsgeschwindigkeiten in den einzelnen Regionen“ anpassen müsse.

„Die E-Mobilität hat Momentum gewonnen“

Die E-Mobilität hat Momentum gewonnen“, sagt Brandstätter über den aktuellen Aufschwung bei den Verkaufszahlen. VW steuere darauf zu, in diesem Jahr etwa 300.000 reine Elektroautos zu verkaufen. „Wir sind hier voll auf Kurs, auch beim Kapazitätsausbau in unseren Werken“, so der VW-Markenchef. „Entscheidend“ für die E-Mobilität sei aber nicht nur das Engagement der Hersteller, E-Modelle auf den Markt zu bringen, sondern auch „der schnelle Umstieg auf erneuerbare Energien und der Aufbau eines flächendeckenden Ladenetzwerkes“.

Sollte nach den Neuwahlen im Herbst eine Regierung zustande kommen, welche für Deutschland bereits das Jahr 2030 als Ausstiegsdatum von der Verbrennertechnologie festlegt, wäre VW in der Lage, das zu stemmen, so Brandstätter weiter: „Wir sind auf unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Wechsel hin zur Elektromobilität vorbereitet“, sagte er in dem Interview, und VW sei „bereit, diesen Wandel mitzugestalten“.

Er betont dabei allerdings auch, dass es nicht reicht, nur ein Datum für den Verbrennerausstieg festzulegen: „Wir müssen ebenso die Ladeinfrastruktur schnell entwickeln und die Energiewende voranbringen“, fordert er in diesem Zusammenhang, da es nicht sinnvoll sei, „auf einen hohen Elektroanteil zu drängen, solange wir noch einen hohen Kohlestromanteil haben“. Nur wenn E-Autos mit erneuerbaren Energien versorgt werden, könne die Elektromobilität ihre „volle Wirkung für den Klimaschutz entfalten“.

Volkswagen investiert deshalb auch in Projekte in diesem Bereich, etwa gemeinsam mit RWE in einen Solarpark in Mecklenburg-Vorpommern. So wolle der Hersteller zum einen „ein klares Zeichen“ für die Energiewende setzen und zum anderen „die Nutzungsphase unserer Fahrzeugflotte bilanziell CO2-neutral stellen“. Deutschland brauche mehr Wind- und Sonnenenergie, fordert Brandstätter, und verweist darauf, dass aktuell gut „6 Millionen Terrawatt-Stunden an Windenergie nicht genutzt“ werden können, da oft mehr Windstrom erzeugt wird, als eigentlich gebraucht wird. Mit dieser Energie „könnte man jährlich 2,7 Millionen Elektrofahrzeuge betreiben“ rechnet der VW-Markenchef vor.

VW will „bald“ mit V2G beginnen

Als Lösung für diese Schieflage bringt er V2G ins Spiel: „E-Autos, die nachts an der Ladedose hängen, könnten hier als Speicher dienen“, und ihre Energie bei Lastspitzen wieder ans Netz abgeben. Brandstätter kündigt in dem Interview an, dass VWs E-Autos „zukünftig auch das bidirektionale Laden ermöglichen“. Der Hersteller wolle „hier bald ein Angebot machen“.

Um im Großen Ganzen mehr für den Klimaschutz zu tun, habe VW „vier große Stellhebel in Bewegung“ gesetzt, wie Brandstätter erklärt: „die weiter beschleunigte Elektrifizierung des Produktportfolios, die Dekarbonisierung von Lieferkette und Produktion, der konsequente Einsatz von Grünstrom in der Nutzungsphase und das Recycling der Batterien“. Das finale Ziel: „Bis spätestens 2050 machen wir unsere Flotte und das gesamte Unternehmen CO2 neutral.“

Quelle: Electrified – Machen mehr als nur die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen

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Bei der Ganzen Diskussion um V2G frage ich mich letztendlich immer wer letztendlich entscheidet ob und in welchem Umfang das bei meinem Fahrzeug genutzt wird.
Als Besitzer will ich das Recht haben es im Zweifelsfall komplett abzuschalten.

In Europa den letzten Verbrenner 2035 vom Band laufen zu lassen und die Flotte sowie das gesamte Unternehmen bis 2050 CO2 neutral machen zu wollen, merken die eigentlich noch Einschläge?
In Kanada herrschen im Moment Sommertemperaturen von 49,5°C, der Klimawandel wir immer deutlicher spürbar, das ist diesen Konzernen egal.

weil wir uns gerade über VW V2G V2H etc unterhalten, hab ich gerade beim zwitschern gefunden twitter.com/VWGroup/status/1410513320004657153
Das klingt für mich schon sehr nach VW wird Stromanbieter

Der nächste Schritt ist dann der zentrale Stopphebel in Brüssel. Wird der gedrückt, fahren alle BEV automatisch an die Ladesäulen. Dann bitte alle umsteigen auf E-bikes und E-Roller.

Im Artikel Steht „6 Millionen Terrawatt-Stunden an Windenergie nicht genutzt“. Das stimmt nicht. Es sind 6 TWh (also 6000 GWh oder 6000000 MWh oder 6000000000 kWh). Deutschland verbraucht in Summe ca. 500 TWh.

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