VDA fordert bessere politische Voraussetzungen für die Transformation der Automobilindustrie

VDA fordert bessere politische Voraussetzungen für die Transformation der Automobilindustrie

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Der Bundestag hat vor wenigen Tagen das neue Klimaschutzgesetz verabschiedet und damit höhere CO2-Reduktionsziele für 2030 und eine auf 2045 vorgezogene Treibhausgasneutralität für Deutschland beschlossen. Dazu erklärt die Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, dass Deutschland nun zeigen müsse, wie diese „außerordentlich ehrgeizigen Ziele auch umgesetzt werden können“.

Die Industrie stehe unter großem Veränderungsdruck, da die Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze in die neue Zeit transformiert werden müssen. Deutschland gehe laut Müller „einen Schritt weiter als andere und wird damit zum Modellfall, wie die Transformation gelingt“. Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Rest der Welt könnten aber nur dann von mehr Klimaschutz überzeugt werden, wenn die beschlossenen Ziele auch wirtschaftlich erfolgreich und sozial abgefedert umgesetzt werden. „Nur wenn Klimaschutz ein Job-, Wachstums- und Wohlstandsmotor ist, wird er global umgesetzt“, findet die VDA-Präsidentin.

Dieses Klimaschutzgesetz wird sich spürbar auf alle Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft auswirken – auch auf die Beschäftigten und die Verbraucher“, sagt Müller. Sie findet, dass die sozialen Konsequenzen „bisher bedauerlicherweise weder ausreichend analysiert noch entsprechende Maßnahmen zum Ausgleich integriert“ seien. „Wir müssen die Transformation so gestalten, dass wir nicht den Rückhalt bei den Menschen verlieren“. Mit steigender Arbeitslosigkeit in Deutschland oder Europa könne aber nicht mit Unterstützung für den Wandel gerechnet werden. „Wir brauchen daher industriepolitische Programme, die den Transformationsprozess in den Unternehmen ermöglicht“, fordert die oberste Lobbyistin der Automobilindustrie.

„Damit die neuen Ziele erreicht werden können, müssen die Bundesregierung und die EU-Kommission viele Voraussetzungen erfüllen. Wir brauchen einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und einen flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland und ganz Europa, ebenso wie eine schnellere Bereitstellung von Wasserstoff und E-Fuels. Und schließlich eine schnellere Digitalisierung und den Ausbau der 5G Netze.“ – Hildegard Müller, Präsidentin VDA

Die Autoindustrie versteht Müller als einen „Treiber des Wandels“. Die Branche investiere allein bis zum Jahr 2025 eine Rekordsumme von 150 Milliarden Euro in neue Antriebe, Batterietechnik und Digitalisierung. „Diese Investitionen müssen wieder verdient werden können“, gibt die VDA-Präsidentin zu bedenken, wofür allerdings „eine deutliche Verbesserung der Standort-Bedingungen“ zwingend notwendig sei. Die Mängelliste sei lang: In Deutschland herrsche „eine gefährliche Kombination von höchsten Arbeitskosten weltweit in der Automobilindustrie, höchste Energiekosten, höchste Steuerlast für Unternehmen und Arbeitnehmer, langsame bürokratische Prozesse, schlechtes Internet“. Um die neuen Versprechen beim Klimaschutz einhalten zu können, müssen „konkrete Maßnahmen in all diesen Bereichen“ getroffen werden.

Müller verweist in diesem Zusammenhang auch auf die „große Verantwortung“ der Politik, welche mit dem Beschluss für besseren Klimaschutz einhergehe. „Es hilft dem Weltklima nichts, wenn die Industrieproduktion in Regionen, in denen für das gleiche Ergebnis wesentlich mehr Kohlendioxid ausgestoßen wird, abwandern muss.“ Die Klimaschutzziele können demnach nur „mit einer starken Industrie, einem technologieoffenen System und mutigen Standort-Reformen“ erreicht werden.

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 24.06.2021

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Deutschland muss gar nichts. Die Klimawissenschaftler haben festgestellt, dass sich die Menschheit vor allem die mit ihrem westlichen Lebensstil das eigene Grab schaufelt. Die Automobilindustrie ist einer der größten Einflussfaktoren davon. Es ist 5 vor 12. Wenn Klimaschutz scheitert, egal ob er Job und Wohlstandsmotor ist, wird es Krieg, Hunger und Tod geben. Die Erde bekommt einmal „Fieber“ rottet den Störenfried Mensch weitgehend aus und dann geht das Spiel halt wieder von vorne los. Das Szenario gefällt mir nicht so.

Farnsworth

Ich denke es wird erst Hunger und Tod geben dann erst Krieg…

Die VDA Präsidentin ist nur mehr lächerlich sie will das die Kinder wegen dem C o2 Ausstoss sterben . Sie ist nicht mehr zu retten . Die Autoindustrie hat schon erkannt das es nur über Elektroautos gelingt die CO2 ziele zu erreichen .

Die Automobil-Konzerne machen Milliarden-Gewinne und wollen dann noch Subventionen vom Staat für die
Transformation ihrer Produktion, dreister geht es nicht. Das könnte dann jedes Unternehmen verlangen. Laufend von Technologieoffenheit zu sprechen und damit ineffiziente Technologien fördern zu wollen, ist mehr als borniert. Dass durch die Transformation die Gewinne geringer ausfallen, wollen sie nicht akzeptieren.

VDA=die Quadratur des Kreises…pur…

Vielleicht sollte Frau Müller die Mitglieder ihres Verbands einmal dazu animieren, weniger Geld in Werbeverträge zu investieren und diese Gelder einfach zum Bau von Ladeinfrastruktur zu verwenden – ZACK, Problem gelöst 😉

Dazu erklärt die Präsidentin des Verbands der deutschen Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, dass Deutschland nun zeigen müsse, wie diese „außerordentlich ehrgeizigen Ziele auch umgesetzt werden können“.

Wieso muss Deutschland das zeigen?

Es ist die „Verschmutzungsindustrie“, die jahrzehntelang viel Geld mit „Dreck in die Luft blasen“ verdient hat, die nun zeigen muss, dass Fortbewegung im Interesse zukünftiger Generationen auch sauberer geht.

Wir brauchen einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und einen flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland und ganz Europa, ebenso wie eine schnellere Bereitstellung von Wasserstoff und E-Fuels. Und schließlich eine schnellere Digitalisierung und den Ausbau der 5G Netze.“ – Hildegard Müller, Präsidentin VDA

Wir brauchen keinen Wasserstoff und auch keine E-Fues – das braucht nur die Industrie, vor allem die großen Konzerne – wir sollen nur die Subventionen bezahlen, damit es für die Konzerne billiger wird.

Beim Strom ist es bereits so, wir zahlen die EEG-Umlage, um die Ernergiewende zu finanzieren und die großen Konzerne bekommen die billigen Strom, weil sie sich von der EEG-Umlage befreien ließen.

Wieso zeigt die Industrie nicht, dass sie für Umweltschutz ist?

Die Autoindustrie lässt sich von den Steuerzahlern ihre E-Auto bezahlen und dann sind das überwiegend auch noch große und schwere Plugin-Hybride, die mehr Dreck und Feinstaub (auch durch erhöhten Reifenabrieb) in die Luft blasen als normale Verbrenner – sozusagen subventionierte Dreckchleudern.

Und wozu? – für Gewinnmaximierung und CO2-Schönfärberei – also Frau Müller, mal ihre Verbandsmitglieder an den Klimawandel erinnern und deren Kaufleute, dass E-Autos auch ohne Subventionen Gewinn abwerfen, wenn alle Autofirmen nach den gleichen Gesetzen saubere Autos verkaufen müssen.

Alle paar Tage liest man „VDA fordert dies oder jenes…“
Würde gerne mal lesen, „Die Mitglieder des VDA machen/investieren/entwickeln …“!

Aber nein, andauernd dieses Kleinkindverhalten, „ich will aber…und ihr sollte euch gefälligst drum kümmern, dass wir das kriegen – rabähhh, rabähh!“

Es handelt sich dabei doch um Konzerne mit Umsätzen in Milliardenhöhe, oder? Wie wäre es einmal mit Investitionen in die Zukunft, Aufbau eines eigenen Schnellladenetzes, Aufbau von Forschung und Produktion bei Akkus, etc. Selbst mal etwas anpacken – kann das nur ein StartUp aus Kalifornien? Aber nein, das kleine Kind will Subventionen oder ähnliche staatliche Förderungen, alles andere ist anstrengend und dann kann man weniger Dividende ausschütten.

Der VDA ist einfach unerträglich geworden.

Na ja der Steuerzahler soll wieder einmal zahlen für das was von den überbezahlten Bevorteilten Manager verpennt oder verhindert wurde? Und was bekommt er dafür? Angstmacherei statt innerhalb der Rahmenbedingungen umzusetzen und weiterhin Gewinne Privat, Risiken & Verlust dem Staat denken?
Wo sind abgeschöpfte Gewinne und das Investitionskapital geblieben? Dies wird gerne mit dem Begriff „Deckung des Unternehmerrisiko begründet.
Dann trägt doch endlich das Risiko.
Das Risiko tragen aber die Mitarbeter Ü50 die einfach entlassen werden und die Mitarbeiter welche immer mehr leisten müssen.

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