VDA-Chefin: Verbrenner-Verbot vom Tisch

VDA-Chefin: Verbrenner-Verbot vom Tisch

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1601623003

Der Verband der Automobilindustrie sieht die Gefahr für ein faktisches Verbot für Verbrennungsmotoren in der EU gebannt. Das gehe aus den überarbeiteten Empfehlungen für die Abgasnorm Euro 7 hervor, heißt es in einer Mitteilung. Die heute vorgelegten Pläne zeigten, dass die EU-Kommission die Grenzen des technisch Machbaren akzeptiere und sich von unerreichbaren Zielen verabschiedet habe, sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Dies sei ein gutes Zeichen für die Bürger in Europa und auch für den Umweltschutz.

Die zuvor der EU-Kommission vorgelegten Pläne seien technisch nicht umsetzbar gewesen, so Müller. Das Anfahren am Berg mit Anhänger sei mit den gleichen niedrigen Abgaswerten, wie für normales Fahren auf der Landstraße nicht machbar. „Die geplante Umstellung des Messsystems auf ausnahmslos alle Zeitpunkte in der Nutzung hätte ein faktisches Verbot des Verbrennungsmotors bedeutet„, erklärte die VDA-Präsidentin. Damit wäre nach ihrer Ansicht verhindert worden, dass saubere Autos auf den Markt kommen, weil alte länger gefahren würden.

Müller bewertet den neuen Entwurf als anspruchsvollen Weg: Die neuen Vorschläge seien um den Faktor 5 bis 10 schärfer als bei Euro 6. Dies bewege sich an der Grenze dessen, was technologisch erreichbar sei. Man müsse weiterhin sehr achtsam sein, dass der Verbrennungsmotor nicht durch Euro 7 unmöglich gemacht werde. Dies sei aber offenbar auch nicht das Ziel der EU-Kommission.

Hervorzuheben ist aus Müllers Sicht die Feststellung des von der EU-Kommission beauftragten CLOVE Konsortiums von Experten aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Daraus gehe hervor, dass die aktuellen Euro-6d-Fahrzeuge sehr sauber seien. „Die modernsten Pkw unterschreiten bereits jetzt die aktuellen Grenzwerte der Euro-6d-Norm um ein Mehrfaches.“ Die Euro-7-Norm solle deshalb eine erreichbare Weiterentwicklung werden.

Die deutsche Automobilindustrie stehe für klimaneutrale Mobilität bis spätestens 2050, sagte die VDA-Präsidentin. In diesem Zusammenhang forderte sie den Ausbau der Versorgung mit E-Fuels – synthetischen Kraftstoffen aus erneuerbaren Energiequellen. Müller: „Nicht der Motor ist ein Problem für das Klima, sondern der fossile Kraftstoff.

Quelle: Verband der Automobilindustrie – Pressemitteilung vom 8. April 2021

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „VDA-Chefin: Verbrenner-Verbot vom Tisch“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
43 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

„Klimaneutrale Mobilität bis 2050“.
Bis dahin ist Frau Müller nicht mehr unter den Lebenden und das Klima unrettbar zerstört.
Sie macht alles richtig, wenn sie die Dinos weiter füttert, sie muss mit den Folgen nicht leben.

… unfassbar…

Ohne Règlements wird es nichts mit dem Umweltschutz.
Ohne Regeln hätten wir weder bleifreies Benzin, weder Katalysatoren und Abgasfilter, weder Umweltzonen, noch irgendeinen Umweltschutz, und die meisten Tiere und Pflanzen wären bereits ausgerottet.
Der VDA ist die Speerspitze der profitgierigen deutschen Automobiliste, welche am liebsten völlig auf Umweltschutz verzichten täte und noch den letzten Tropfen Öl in die Umwelt blasen würde.
Organisierte Umweltverschmutzung rettet keine Arbeitsplätze, sondern zerstört die Existenz einer intakten Umwelt, und somit aller die darin leben.
Keiner verdient es in Abgasen erstickt zu werden, wenn die Technik bereits viel weiter ist.

gutes Zeichen für den Umweltschutz ????????? so ein schmarrn es gibt keine saubere Verbrenner und wird es auch niemals geben das geht doch aus dem Artikel eindeutig hervor wenn die Abgaswerte nur bei warmen motor gemessen werden darf, also nur bei besten Bedingungen dann ist das eine verfälschung der tatsächlichen emissionen. Der Natur interessieren keine gefakten emmissionsangaben der Autoindustrie sondern nur die tatsächlichen

Mit der Physik kann man nicht verhandeln, mit dem Klima auch nicht – nicht einmal als Cheflobbyistin.
Wenn sich die deutschen OEMs jetzt entspannt zurücklehnen, haben sie den kommenden Niedergang nicht nur verschlafen und falsch eingeschätzt – dann haben sie diesen auch verdient.

Und Tschüss Klimaschutz 2030…

Haben sie gut gemacht Frau Müller,
seien sie stolz darauf, hochgradig mitverantwortlich, am viel zu frühen Hitzetod der Erde zu sein.
Aber sie sind auch mit schuld am Tode der gesamten Autoindustrie.
Wäre da ein alleiniger Tod des Verbrenners nicht das kleinere übel?
Aber weitreichendes denken war noch nie die stärke von Macht- und Geldgier.

Dass diese Auto-Lobbyisten derart penetrant auftreten, ist unglaublich. Diese EU-Kommission, mit
UvdL an der Spitze, hat nun auch schon mehrfach ihre Unfähigkeit und korrupte Einstellung bestätigt. In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Stchwort: too big to fail hat leider meistens Priorität über Alles Andere.

Es ist richtig, dass der Verbrenner auch noch in 20 Jahren eine mögliche Option bleiben muss. Ich finde es falsch den Menschen die Möglichkeiten für lange Reisen in zumutbarer Zeit und zu einem angemessenen Preis verbieten zu wollen. Aktuell ist es noch viel zu sehr vom Geldbeutel abhängig wie mobil ein BEV wirklich ist. Zwischen einem EQS und Dacia Spring liegen Welten beim Alltagsnutzen. Zwischen einer S-Klasse und einem Dacia Sandero liegen nur Welten beim Komfort, der Alltagsnutzen ist gleich. Es kann nicht sein, dass dann nur noch Reiche von Berlin nach Barcelona fahren können. Bis die Reichweite der heutigen Oberklasse BEVs in den Kleinwagen von Morgen verfügbar ist vergehen noch 15-25 Jahre.

Ich sehe schon lange als mögliche Option den CO2 Ausstoß für Fahrzeuge absolut zu deckeln und nicht die ganze Flotte eines Herstellers heran zu ziehen für eine Mischkalkulation. Damit wäre ab einem gewissen Fahrzeuggewicht und Leistung eine Elektrifizierung unumgänglich.

Die aufgeregte Diskussion beim deutschen liebsten Kind, dem Auto, ist immer wieder faszinierend.

Der Verkehr trägt zu ca 10% zum CO2 bei. Wenn wir zu 100% eAuto fahren würden und noch lange Zeit Teile der Energie auch noch Fossil erzeugt werden muss, dann sprechen wir evtl. von 5 bis 6 % CO2 Ersparnis (Die Fertigung der vielen Autos und Battieren ist noch lange nicht CO2 neutral). Das ist zwar nennenswert, aber nicht die Baustelle die dazu hilft das Klima zu verbessern.

Die Freunde der eAuto-Blase denken immer sie können mit dem eAuto die Welt retten…nein…nur einem kleinen Teil-Beitrag dazu leisten wäre die richtige Antwort.

Die Produktion von eAutos UND Verbrenner muss erst mal komplett CO2 neutral werden, dann ist schon eine Menge CO2 gespart.

Ich denke auch das eAutos sich durchsetzen werden, da nun wirklich Geld für die Entwicklung von Batterietechnologie in die Hand genommen wird…aber ob das in 10 oder 20 Jahren passiert ist relativ egal, da der Beitrag ohnehin nur gering ist und max 10% nach heutigem Stand (inkl LKW…der individual Verkehr hat noch weniger Bedeutung).

Die großen Baustellen, sind die Wohnungsheizungen (ohne Wärmetauscher wird das nichts), die Landwirtschaft (zu viel Fleisch etc.), die Schwerindustrie.

Diese Themen sind im Grunde viel wichtiger und wären nicht so emotional aufgeladen.
Bei einer Hausheizung fragt keiner, ob man ein schönes Gerät im Keller hat…warm machen muss es eben und mehr nicht. Statt Förderung von eAutos, würde ich mir eine massive Förderung von alternativen Heizungen für den Haushalt wünschen. Der Effekt wäre um Wesentliches größer.

Beim Auto ist es ein TamTam um relativ wenig potential die nächsten 10 Jahre…durchaus relevant, aber nicht wirklich sooo wichtig, wie die anderen Themen.

Das Thema nervt inzwischen jeden…die eAuto-Fans und die Verbrenner-Fans…und für was…eben, für vielleicht 5% bis max 10% potential bei 100% !!! eAutos, die wir evtl. in 20 Jahren erreichen könnten.

Unabhängig von dem CO2 Thema freue ich mich auf Ruhe im Straßenkaffee, selbst wenn man an einer Kreuzung sitzt. ;-) …da war was…der erzwungene Geräuschpegel bei eAutos bis 30km/h…doch wieder nichts mit Ruhe.

Last edited 1 Jahr zuvor by Josef

Wir müssen hier die Kirche im Dorf lassen. Jeder neue PKW ist die Entscheidung, die Umwelt zugunsten persönlicher Mobilität zu beeinträchtigen. Eine Elektroauto ist auch ein PKW. Er wird statistisch 5% der Zeit mit 30% seiner Kapazität benutzt. das ist sehr ineffektiv, es ist Bequemlichkeit zuungunsten der Umwelt. Ein Elektroauto frisst die Ressourcen von 50 Elektrorädern.

Ja, ein Verbrenner ist eine noch größere Umweltsau. Aber vielleicht im Lifecycle 110-200%, je nach Gesinnung des Statistikers. Insofern ist es nicht so schlimm, dass die Lobbyisten mal wieder die Norm aufgeweicht haben. Es werden 2028 schon nur noch überschaubar Leute Verbrenner kaufen. Als Firmenautos kann man bis dahin ganz sicher keinen neuen Verbrenner mehr einsetzen. Das macht was mit den Restwerten.

Ganz primitiv zu glauben, daß das Auto für den Klimawandel verantwortlich ist. Klimawandel gab es seit Bestehen der Erde. Und eine zeitliche Systematik gab es da nie. Im Mittelalter gab es Jahrzehnte Trockenheit und Menschen starben in Massen durch Hungersnöte. Und da gab es noch keine Verbrenner. Der Mensch muß sich anpassen. Nennt man Evolution. Besser in der Schule aufpassen, sonst wird das nix!

Vernunft und Realismus siegt. Das ändert nichts in der klaren Ausrichtung zu lokal emissionsfreien Fahrzeugen. Aber mein Tesla Model S mit meiner Fahrleistung von ca. 60 Tkm pro Jahr ist auch nicht emissionsfrei – das ist doch auch allen bekannt.

War doch klar, dass die Profiteure des Verbrennungsmotors massig Geld in die finale Propagandaschlacht stecken, um auch noch den letzten Euro aus ihrem antquierten Geschäftsmodell zu quetschen – natürlich zu Lasten der Allgemeinheit! Dasselbe werden wir übrigens in der Nach-Merkel-Zeit im Bereich der Atomindustrie erleben, die jetzt schon wieder in den Startlöchern steht, uns vor zu machen, sie sei im Blick auf den Klimaschutz „alternativlos“. Das Prinzip ist hier wie dort: Gewinne privatisieren und Kosten sowie Risiken der Allgemeinheit aufbürden! Diese Herrschaften wollen nichts anderes als in ihrer (verbleibenden) Lebensspanne in Saus und Braus leben – ganz nach dem Motto: Nach uns die Sintflut! Vergessen wir nie: dieses Verbrechen an nachfolgenden Generationen wird in vollem Bewusstsein begangen, denn wir haben heute keinerlei Erkenntnisprobleme mehr bei Thema Klimawandel, sondern ein gewaltiges Umsetzungsproblem durch Menschen, die zum Zwecke der eigenen Bereicherung gezielte Desinformation und Verdummung der Bevölkerung betreiben!

Diese News könnten dich auch interessieren:

So fährt sich der Brightdrop EV 600 – E-Transporter im Dienst von FedEx
Voller Umstieg auf 4680-Zellen beim Model Y verzögert sich
Wie Audi-Vorständin Wortmann „Vorsprung durch Technik“ neu definiert

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).