VDA-Chefin: „Ohne E-Fuels schaffen wir die Klimaziele nicht“

VDA-Chefin: "Ohne E-Fuels schaffen wir die Klimaziele nicht"

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Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat heftige Kritik an der Richtlinie für erneuerbare Energien geübt. Leider fehle weiterhin eine Mindestquote für Wasserstoff und Kraftstoffe, die mit Hilfe von Strom gewonnen werden. Der Bundestag hatte am Freitag die nationale Umsetzung der EU-Vorgaben beschlossen – und damit die Förderung von Energie aus erneuerbaren Quellen im Kraftstoffbereich.

„Gerade im PKW-Bereich hat der schnelle Hochlauf der Elektromobilität für uns klare Priorität“, erklärte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Für das Ziel eines klimaneutralen Straßenverkehrs würden aber alle Technologien gebraucht. Dazu gehörten auch Wasserstoff und E-Fuels. Bei rund 1,5 Milliarden Fahrzeugen weltweit werde es in vielen Regionen noch für einige Zeit nicht ausreichend Strom für E-Autos und Lademöglichkeiten geben. Deshalb seien E-Fuels aus nachhaltigen Quellen wie Sonne und Wind eine gute Möglichkeit.

Auch wenn es positiv zu bewerten sei, dass der Gesetzgeber mit einer Minderungsquote von 25 Prozent bei Treibhausgasen über die EU-Vorgaben hinausgeht, hält Müller den Beschluss vom Freitag für unzureichend. „Es ist eine verpasste Chance für den Klimaschutz, dass eine eigene Unterquote für Wasserstoff und E-Fuels von fünf Prozent im Jahr 2030 weiterhin fehlt – und damit ein wichtiger Anreiz für diese Technologie.“

Die VDA-Präsidentin fordert daher eine Debatte auf EU-Ebene. Ihr Verband setze sich im Rahmen des „fit for 55 – Pakets“ dafür ein, neben klaren unterstützenden Maßnahmen zum Hochlauf der Elektromobilität, eine Quote von 30 Prozent erneuerbarer Kraftstoffe im Jahr 2030 vorzusehen. Damit, so Müller, würde ein internationaler Markt entstehen, der die erneuerbaren Energien aus anderen Regionen der Welt für die Mobilität in Europa verfügbar macht. „Auf diese Weise ist es möglich, dass auch die auf dem Markt befindlichen Fahrzeuge ihren Beitrag zur Klimaneutralität leisten.“

Die Erreichung der neuen Europäischen Klimaschutzziele kann nach den Worten von Müller nur gelingen, wenn E-Mobilität und regenerative Kraftstoffe sich ergänzen. „Mit der Beschränkung auf nur eine der beiden Säulen lässt sich das Klimaziel 2030 nicht erreichen.“

Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 21. Mai 2021

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Ich denke wir können es ohne E-Fuels schaffen aber nur ohne die VDA Chefin! Wir hatten die letzten Jahrzehnte genug Bremser, Bedenkenträger und Menschen die uns erklären wollten warum die Energie- und Mobilitätswende nicht funktionieren könne.

„… weltweit werde es in vielen Regionen noch für einige Zeit nicht ausreichend Strom für E-Autos und Lademöglichkeiten geben. Deshalb seien E-Fuels aus nachhaltigen Quellen wie Sonne und Wind eine gute Möglichkeit.“

»Herr, wirf HIRN vom Himmel!«

Wenn es denn (angeblich!) schon nicht genug Strom für BEVs gibt, wie soll es dann für die 3-fachen oder gar 5-fachen Bedarfe von H2 bzw. eFuels genug nachhaltig erzeugten Strom geben?

Wer will denn ernsthaft Geld in eine Technologie investieren, die eine sehr absehbare Lebensdauer hat? Das ist doch absurd. Okay, Der einzige Nutzen wäre nachher die übrigbleibende überdimensionierte EE-Erzeugerleistung.

Farnsworth

Frau Müller ist im Automobilbereich, was Frau Klöckner als Landwirtschaftsministerin – Eine von Lobbyisten gelenkte Marionette zur Verbreitung von Fear, Uncertainty and Doubt (FUD)
Was beide außerdem gemeinsam haben:
Sie gehören durch Menschen ersetzt, die es mit Umwelt- und Klimaschutz wirklich ernst meinen.
Und da alle guten Dinge bekanntlich drei sind – ersetzt Armin Scheuer doch bitte gleich mit!

Hoffnung macht ja immerhin, daß 2 von 3 „Klimazielen“ bei der kommenden Bundestagswahl bereits erreicht werden können 😉

Die VDA Chefin sollte sofort zurücktreten das was sie schwafelt ist ja nicht zum Ansehen. Hallo VDA
Chefin gehts noch wir WOLLEN KEINE VERBRENNER MEHR UND SCHON GAR NICHT EFUELS . Kappiert es endlich. Und wenn die Regierung noch mitspielt ist der Regierung nicht mehr zu helfen.

Irgendwie fehlt mir bei den Technologieoffenheit-Apologeten immer eines: Die BEGRÜNDUNG, warum man die uneffizientere Technologie benötigt.

Last edited 7 Monate zuvor by Jens

Mit dieser VDA Chefin wird’s eng mit der Zielerreichung ;-)))

eFull wird es geben, sind aber genau so wenig DIE Lösung wie ein BEV, sondern ein Teil der Lösung. Mit eFull bekommt man den Bestand schon mal CO2 neutral. Dann gibt es Einsatzzwecke die mit einen Akku nie funktionieren werden, fliegen, Fernverkehr und Schifffahrt. Selbst in großen Stiel kosteten eFull in der Herstellung deutlich mehr als Benzin/Diesel. Daher werden dieser Kraftstoff 2-3 fache an der Tankstelle kosten. 5€ ist sehr realistisch.
Somit wird er dort eingesetzt werden wo ein Akku nicht geht. Beim PKW geht Akku problemlos und ist auch die effizientere Weg.

Es ist geradezu peinlich, dass Fr. Müller immer noch alte „Downloads“ fortführende möchte. Hier wird nach wie vor die Verbrennerausrüstung verfolgt. Dabei ist doch schon lange bekannt, dass der Verbrenner auf einem toten Gleis steht.

Wegen E-Fuels schaffen wir die Klimaziele nicht !!!! Für 1 kWh ins BEV benötige ich 6-7kWh für E-Fuels. Schafft endlich diese Müller ab, es gibt schon zuviel Schwachsinn auf dieser Erde.
Warum nur verspielen wir auch unsere technologisch-wirtschaftliche Zukunft und predigen immer und immer wieder diese Fabeln von Wasserstoff und E-Fuels, warum ?!?! Die Kommunisten haben das früher als reaktionäre Krafte bezeichnet, diese Bezeichnung würde heute nicht mehr ausreichen für die Müller, das Zipse usw. Ansonsten wurde das hier schon richtig erkannt.

Die Lösung ist: wir bauen weitere Kohlekraftwerke und Atomreaktoren – dann haben wir endlich
genug Strom für alle unsere Vorhaben und sind weitaus umweltfreundlicher als mit unseren Verbrennerautos …!
..das muß wohl jedem klar sein…die Chinesen planen das ja ohnehin schon somit kann das ja
gar nicht so falsch sein !

Ein ebenso durchschaubarer wie volksverdummender Versuch, den Verbrennungsmotor so lange wie irgend möglich am Leben zu erhalten. Der VDA-Chefin dürfte sehr wohl bewusst sei, dass die Herstellung von E-Fuels ein Vielfaches der elektrischen Energie erfordert, die ein BEV für die gleiche Fahrleistung benötigt. Ebenso abgeschlagen ist übrigens im PKW-Bereich die Brennstoffzelle. KEIN Wort dazu, woher der benötigte Grünstrom kommen soll, ebenso kein Wort dazu, dass auch synthetische Kraftstoffe vor Ort die Luft verpesten (und ggf. von Fahrverboten betroffen sein werden) – und schließlich auch kein Wort zu den horrenden Kosten synthetischer Kraftstoffe. Die Propaganda des VDA hat mitnichten die Bewältigung der Klimakrise zum Ziel, sondern zuvorderst die eigenen Profitinteressen!

Also wenn ich diese Quatschkommentare hier alles lese, wird mir schlecht. Kein Wunder das wir in Zukunft von den Asiaten eingesackt werden und momentan solche Dumpfbacken von Volksvertreter haben. Dumm wählt Dumm. Euch sollte man alle zum Abbau der Rohstoffe für die Akkuproduktion in eurem nächsten Leben schicken. Mehr will ich gar nicht mehr schreiben dazu.

Synhelion geht davon aus, bis 2030 solarfuels zu einem Preis von unter einem Euro pro Liter anbieten zu können. Die CO2-Steuer dürfte entfallen.
Auch bei der Produktion von efuels fallen verschiedene Fraktionen an. Kerosin ist nur eine davon und deren Anteil laut Unternehmensangabe nicht weit über 10% steigerbar. Daher ist die Annahme Unsinn, efuels seien nur für die Luft- oder Schiffahrt nutzbar.

Laut ADAC emittiert der VW ID.4 beim Fahren 114 Gramm CO2 pro Kilometer aus dem deutschen Strommix und damit etwa so viel wie ein vergleichbares Dieselauto. Nicht auszudenken, dem fossilen Diesel würde etwas efuel beigemischt…wie jetzt an ersten Tankstellen in Deutschland.
Während der deutsche Strommix laut Prof. Quaschning nach dem glücklichen(!) Atomaustieg 2022 erst einmal klimaschädlicher wird.

Anschaulich liefert eine Porsche-Grafik, dass E-Mobilität in Deutschland kaum weniger Windanlagen benötigt als Import-E-fuel für Verbrenner-Mobilität. Hinzu kommt, dass im dicht besiedelten Deutschland Windstandorte immer knapper werden, nicht aber im unbesiedelten Süden Argentiniens.
https://www.focus.de/auto/ratgeber/kosten/efuels-und-euro-7-klima-sprit-soll-kommen-tanken-wir-bald-alle-co2-neutral_id_13016662.html

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