USA: Bald 1 Megawatt induktive Ladeleistung für Lkw?

USA: Bald 1 Megawatt induktive Ladeleistung für Lkw?

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockillustrations-Nummer: 404514916

Das US-Unternehmen Wave (Wireless Advanced Vehicle Electrification), eine Tochter von Ideanomics, plant bei seinen induktiven Ladesystemen für elektrische Nutzfahrzeuge offenbar mit 500 und 1000 kW Ladeleistung. Das berichtet „electrive.net“ unter Berufung auf verschiedene Quellen. Explizit Bezug genommen werde dabei auf den Tesla Semi.

Das System von Wave werde schon von mehreren Elektrobus-Betrieben in den USA genutzt, heißt es, und biete derzeit eine Ladeleistung von bis zu 250 kW. Nach Angaben aus einem kürzlich veröffentlichten Dokument sollen daraus künftig 500 kW und dann 1000 kW werden. Das Dokument einer Ausschreibung des US-Energieministeriums wurde bei Twitter veröffentlicht. Ein Zeitrahmen, bis wann die 500 kW oder die 1000 kW Ladeleistung erreicht werden sollen, ist nicht bekannt.

Damit entsprechen die von Wave geplanten Ausbaustufen relativ genau der Größenordnung, die Tesla für die Megacharger anpeilt. Viel mehr als die maximale Ladeleistung von 1 MW ist für die geplanten Tesla-Ladestationen für den Semi aber nicht bekannt – sie werden aber wohl kabelgebunden sein.

Wave will die Erhöhung der Ladeleistung seines 250-kW-Systems durch eine neue Elektronik und ein neues Design der Spule erreichen. Infrastrukturseitig soll eine große Primärspule in den Boden eingelassen werden, die Empfänger-Platte am Unterboden des Fahrzeugs soll bis zu 25 Zentimeter entfernt sein. Angaben zum Wirkungsgrad bei diesem Luftspalt sind nicht bekannt.

Dass die Ladeleistungen für Langstrecken-E-Lkw in diese Größenordnung vorstoßen werden, ist laut Wave klar. Dazu beruft sich das Unternehmen auf Angaben, die Tesla zu dem Semi gemacht hat. „Das Tesla Semi-Konzeptdesign hat die größte angekündigte Reichweite von 500 Meilen (805 Kilometer) mit einer Zielladung von 80 Prozent in 30 Minuten“, wird Wave zitiert:  Das Batteriepaket werde auf mindestens 800 kWh geschätzt (wahrscheinlich höher) und müsse eine Zielladerate von etwa 1,5 MW haben.

In der Mobilitätsbranche arbeiten einige Unternehmen an induktiven Ladelösungen, heißt es. Meist lägen die Ladeleistungen aber eher im Bereich eines AC-Ladevorgangs – in der Masse durchgesetzt hat sich die induktive Ladetechnik noch nicht. Tesvolt hatte Anfang Juli nach dem Einstieg bei dem Spezialisten Stercom angekündigt, mittelfristig „induktives Supercharging mit bis zu 200 Kilowatt Ladeleistung“ ermöglichen zu wollen.

Quelle: electrive.net – Wave plant induktives Ladesystem im Megawatt-Bereich

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „USA: Bald 1 Megawatt induktive Ladeleistung für Lkw?“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
7 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Mit dem Semi hat das alles nichts zu tun. Den gibt es weiterhin nicht auf dem Markt während alle Mitbewerber präsent sind. Vielmehr ist offiziell geworden, dass er auch dieses Jahr nicht kommt.

Es gibt weltweite Standards für das induktive Laden. Das bedeutet, die rechtlichen und technischen Grundlagen sind lange geschaffen. Rein theoretisch sind auch höhere Ladeleistungen kein Problem. Die Schwierigkeit scheint zu sein, das in der Praxis zuverlässig und mit akzeptabler Performance einsetzbar zu machen. Mercedes hatte ja schon eine Ladestation für zu Hause nach diesem Prinzip fast serienreif, hat sie dann aber zurückgezogen:
https://mbpassion.de/2018/09/daimler-verzichtet-vorerst-auf-induktive-ladenfunktion/

Das wird aber in wenigen Jahren kommen, weil das Hantieren mit Kabeln lästig ist. Bei den Ladeleistungen für Lkw dürfte es so sein, dass es sinnvoller ist, den Akku in mehrere Segmente zu teilen, die separat schnellgeladen werden. Denn ansonsten ist das Bottleneck der eine Stecker. Da wäre Induktion mit z.B. sechs Flächen statt sechs Kabeln eine deutliche Erleichterung für den Benutzer. Ich glaube also schon an die Induktion.

ich finde das Induktive Laden schon spannend…

bin da leider zu wenig im Thema…
Das läuft doch über ein Magnetfeld, oder?
Hat das nicht Auswirkungen auf Alle Materialien die in diesem Magnetfeld sind…

also Wärme, Magnetfeldstrahlung usw

nicht dass einem während der Fahrt die Reifen schmelzen wenn man da drüber fährt oder der Laptop gelöscht wird ;-)

Für mich ist die Fahrzeugzukunft batterie-elektrisch und wenn der Stecker wegfällt, dann umso besser.

Beispiel Ladestation in Zukunft:

Kein Einstecken, nur über der Primärspule im Boden parken. Das Auto oder der Lkw erkennt die Lademöglichkeit und gibt sich zu erkennen, dann werden die Zahlungsmodalitäten geprüft und mit dem Laden begonnen.

Da können Benzin, Diesel, Wasserstoff und E-Fuels nicht mithalten, bei denen geht „induktiv“ tanken eben nicht und man braucht dort große Tanks sowie bei H2 aufwändige Kompressoren und Kühlung.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Geely stellt Lifestyle-Marke Radar mit RD6 Pick-Up vor
Retro-Flitzer Renault 5 Turbo 3E: Zum Driften geboren
BMW könnte, will aber keine E-Autos mit mehr als 1000 km Reichweite bauen

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).