TIER und Nunam: Versorgen Indien mit Strom aus alten E-Scooter-Akkus

TIER und Nunam: Versorgen Indien mit Strom aus alten E-Scooter-Akkus

Copyright Abbildung(en): TIER

Im Sommer vergangenen Jahres haben sich die führenden Anbieter des E-Scooter-Sektor in Europa – Dott, TIER und Voi – verständigt, dass man sich gemeinsam zu einem höheren Niveau an Nachhaltigkeitsstandards und -praktiken in allen Bereichen der E-Scooter-Branche beitragen werde. TIER setzt 2021 noch eins drauf und wird mit alten E-Scooter-Akkus die grüne Energieversorgung in ländlichen Gebieten Indiens sichern.

Hierzu habe man sich mit Nunam, einem deutsch-indischen Impact-Start-up zusammengeschlossen. Gemeinsam werde man gebrauchte E-Scooter-Batterien in neue Energiespeichersysteme umwandeln, um so ihre Lebensdauer zu verlängern, die Umweltverträglichkeit zu verbessern und lokale Organisationen in Indien mit nachhaltigen Second-Life-Batterielösungen zu unterstützen.

TIER verfolgt hierbei die Denkweise, dass Second-Life-Lösungen nachhaltiger als Recycling sind. Begründet wird dies damit, dass die Batterien auch nach mehreren hundert Ladezyklen noch über 80 % ihrer Kapazität besitzen. Zwar reicht ihre Höchstleistung nicht mehr für den Betrieb des E-Scooters aus, die einzelnen Zellen aber verfügen noch über die volle Kapazität, um eine Ladung zu halten. Um sie wiederzuverwenden, werden die Akkuzellen erneut gebündelt und in Powerbanks integriert, um beispielsweise Smartphones, Ventilatoren oder Lampen aufzuladen.

„Nachhaltigkeit ist eine unserer zentralen Werte und wir betrachten sie ganzheitlich. Neben dem offensichtlichen Umwelt Aspekt wollen wir uns auch auf die soziale Seite der Nachhaltigkeit konzentrieren und Gemeinden in Indien mit unseren Second-Life-Batterielösungen unterstützen.“ – Lawrence Leuschner, Mitgründer und CEO von TIER

Von Seiten wird Darshan Virupaksha, Mitbegründer von Nunam, die Zusammenarbeit ebenfalls lobenswert erwähnt: „Mit TIER wollen wir dazu beitragen, dass das exponentielle Wachstum von Batterien im E-Scooter-Sektor in jeder Phase des Lebenszyklus, insbesondere in der Zweiten, zu einem positiven Katalysator wird. Wir glauben, dass dies eine große Chance für die Gesellschaft und die Umwelt ist und dass das vorhandene Potential weiterentwickelt werden kann, wenn die Wiederverwendung in den Mittelpunkt des Prozesses rückt – angefangen bei der Designphilosophie von E-Mobilitätslösungen und den verwendeten Batterien.“

Das deutsch-indische Start-Up extrahiert die Zellen aus den gebrauchten E-Scooter-Batterien und testet jede Einzelne auf ihre Effizienz, indem sie aufgeladen werden und geprüft wird, ob sie einer Ladung stand halten können. Batteriezellen die diesen Test bestehen kommen zum Einsatz in Powerbanks, welche so Strom und Energie bereitstellen können. Vor allem in ländlichen Gebieten in Indien können diese zum Problemlöser vor Ort werden.

Die Partnerschaft ist der jüngste Schritt den TIER unternimmt, um sein Engagement für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft auszubauen. Im Februar dieses Jahres gab TIER seine Partnerschaft mit Northvolt, einem führenden Innovator und Lieferanten von nachhaltigen, hochwertigen Batteriezellen und -systemen, bekannt.

Quelle: TIER – Pressemitteilung vom 28. Juni 2021

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Eine Nachhaltigkeit ist erst dann gewährleistet, wenn die Akkus am Ende ihrer Lebenszyklus fachgerecht entsorgt und recycelt werden.
Dies kann ich mir in Indien nicht vorstellen, wo aller Abfall dieser Welt zur schnellen Entsorgung verschifft wird, und die Menschen dort auf erbärmlichste Weise Rohstoffe durch Verbrennung trennen.
Dann wäre noch die Frage

  • wie dort Akkus geladen werden sollen,
  • wer das ganze finanziert und
  • wo wird nachgeprüft, dass dieser Akku am Lebenzyklusende nicht in der Botanik landet

Warum werden die Akkupacks nicht bei uns zum Zwecke des Baus von Solarspeicher verwendet, warum muss dieser Akku ausgerechnet in Gegenden landen, wo nie wieder einer nachfragt?

Nun, werden nicht ausgelutschte Akkus in Afrika entsorgt? Das ist doch DIE Lösung für unser ÖKO-GEWISSEN oder etwa nicht. Bis so ein Akku aus unseren Augen verschwuden ust, hat man schon 4-6 R-Mobile gehabt. Blöd nur, diese Strompreise steiegn und steigen.. Jetzt muss man doch noch Wasserstoff selber machen??? > https://youtu.be/fMaQgcHvztQ . Oder wem es zu kalt ist, könnte vlt. so heizen? https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/tesla-s-plaid-brennt-1.5340361

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