THG-Quote verspricht E-Auto-Haltern jährliche Barprämie

THG-Quote verspricht E-Auto-Haltern jährliche Barprämie

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Die Abkürzung THG-Quote steht für Treibhausgasminderungsquote. Ein bürokratisches Wortungetüm, doch für Besitzer von Elektroautos bedeutet es bares Geld. Jedes Jahr, zunächst bis 2030, können Privatleute aber auch Flottenbetreiber Geld fürs Elektroauto bekommen. Die Summe wird jedes Jahr etwas höher ausfallen. Los geht es 2022 mit Prämien zwischen 250 und 365 Euro pro Auto.

Hier ist eine Übersicht der Ambieter, die nach Anmeldung erstmalig eine Barprämie im Februar 2022 auszahlen werden:

Anbieter Prämie
für 2022
Zielgruppen Anmerkung
Carbonify 341 €

Privatpersonen,
Flottenbetreiber

82,5 % der tatsächlichen
THG-Quote
co2.Auto* 275 €

Privatpersonen,
Flottenbetreiber

Garantiert
Elektrovorteil* 354 €

Privatpersonen,
Flottenbetreiber

85 % von 416 € THG-Quote
plus 30 € Treuebonus für 3 Jahre
Emobia* 345 € Privatpersonen  80% der THG-Quote, Wahlweise
steueroptimierter Festpreis von 255 €
Emovy 330 € Flottenbetreiber Garantiert
E-Quota* bis zu 400 € Flottenbetreiber  Garantiert
Fairnergy* 300 € Privatpersonen Garantiert
Geld für E-Auto*

275 €

Privatpersonen,
Flottenbetreiber
Garantiert
M3E 305 € Privatpersonen,
Flottenbetreiber
Garantiert
Maingau Energie 260 € Privatpersonen Nur für Stromkunden
Polarstern* 250 € Privatpersonen Garantiert
Quotlix* 300 € Privatpersonen,
Flottenbetreiber
Garantiert
Smartificate* 300 € Privatpersonen Neujahrsaktion, Garantiert
The Mobility House* 250 / 300 € Privatpersonen Garantiert, Nur THG-Quote /
mit Kauf einer Wallbox
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Sofortauszahlung

Was muss man für die Barprämie tun?

Unter die THG-Quote fallen nur reine E-Autos, also keine Plug-in-Hybride. Die Halter der Fahrzeuge können ihren Anspruch bei einem der oben genannten Anbieter anmelden. Dazu genügen die persönlichen Kontaktdaten sowie ein Foto vom Fahrzeugschein. Die Anbieter registrieren das Fahrzeug beim Umweltbundesamt. Ist das Fahrzeug berechtigt, können die Anbieter, die CO2-Einsparung durch das emissionsfreie Fahren bündeln und in größeren Mengen an Mineralölunternehmen verkaufen, da diese die THG-Quote erfüllen müssen.

Wie funktioniert die THG-Quote?

Der Verkehrssektor ist für ein Fünftel der CO2-Emmissionen verantwortlich. Bis 2030 soll dieser Bereich nur noch 85 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen. Das wäre eine Halbierung im Vergleich zum Niveau von 1990. Die Politik will das mit dem Umweltbonus, Kfz-Steuern nach CO2-Ausstoß und CO2-Limits für die Neuwagenflotte der Hersteller erreichen. Ein weiterer Baustein bildet die Treibhausgasminderungsquote.

Die THG-Quote gibt es schon mehrere Jahre. Unternehmen, die Mineralöl in den Handel bringen, müssen jährlich die Menge an Kraftstoffen, die CO2 bei der Verbrennung erzeugen, reduzieren. Aktuell liegt diese Quote bei 6 Prozent und steigt bis 2030 auf 25 Prozent. Verkauft ein Anbieter in diesem Jahr beispielsweise Kraftstoffe, die 100.000 Tonnen CO2 verursachen, darf er im kommenden Jahr nur noch 94.000 Tonnen CO2 verursachenden Kraftstoff absetzen. Verstößt er dagegen, werden Strafzahlen fällig. Die Rede ist von 600 Euro pro Tonne.

Ein Mineralölunternehmen kann seine THG-Quote erfüllen, in dem es Biodiesel und Benzin mit Bioethanol (E5, E10) verkauft. Aber auch der Verkauf von Ladestrom für E-Autos zählt – aktuell sogar mit dem Faktor drei. 

Wie kommen private E-Autos ins Spiel?

Für das Jahr 2022 wurde der Kreis der Antragsberechtigten bei der THG-Quote erweitert. Nun können auch die Halter von E-Autos beim Umweltbundesamt ihr Fahrzeug registrieren und die eingesparte Menge CO2 am Markt anbieten. Das ist für private Fahrzeughalter allerdings zu aufwändig. Wer will schon mit BP, Aral und Jet verhandeln? Auf der anderen Seite haben die Mineralölunternehmen kein Interesse, mit der knapp einer halben Million E-Auto-Haltern zu verhandeln. Zumal diese Zahl in den kommenden Jahren spürbar ansteigen wird.

Darum haben sich die oben genannten Vermittlungsplattformen gebildet. Sie aggregieren die THG-Quote von vielen Autobesitzern und bieten sie als große CO2-Einsparungen am Markt an. Dabei wird für jedes E-Auto die CO2-Einsparung in der Größenordnung von knapp 2.000 kWh pro Jahr angerechnet. Dabei ist es unerheblich, wo geladen wird und ob reiner Ökostrom ins E-Auto fließt. Die THG-Quote soll für Tankstellenbetreiber Anreize liefern, mehr Ladesäulen aufzustellen. Kritiker bemängeln, das bei der Anrechnung die Art der Stromerzeugung noch keine Rolle spielt. Wäre Ökostrom Pflicht, wäre der Anreiz zum Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung größer.

THG-Quote vs. CO2-Zertifikate-Handel

Der Handel mit THG-Quoten ist vollkommen unabhängig vom CO2-Zertifikate-Handel. Während die Verschmutzungsrechte für CO2 an der Börse mit 50 bis 60 Euro pro Tonne gehandelt werden, liegen die Preise bei der THG-Quote deutlich höher. Hier werden bis zu 400 Euro pro Tonne gezahlt. Wobei der Preis während der Corona-Lockdowns auf bis zu 250 Euro sank. Die Preise für die THG-Quote werden nicht an einer Börse ermitteln, sondern werden von Brokern bzw. Händlern aufgrund von Angebot und Nachfrage festgelegt.

Was bewirkt die THG-Quote?

Die THG-Quote ist ein Anreiz für Tankstellenbetreiber verstärkt in umweltfreundlichere Kraftstoffe bzw. Antriebsarten (Ladesäulen) zu investieren. Vermutlich werden auch die großen Anbieter von Ladepunkten auf den Zug aufspringen. Auch sie können die THG-Quoten ihrer Kunden bündeln und vermarkten. Ladestrom aus dem öffentlichen Stromnetz wird in der Quotenberechnung aktuell mit dem dreifachen Faktor angerechnet. Wer seine Ladesäulen mit erneuerbarer Energie (direkte physische Verbindung zum Ladepunkt) betreibt, kann die Energiemenge nochmals mit dem Faktor 2,5 multiplizieren.


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Über den Autor

Dirk Kunde beschäftigt sich mit dem Wandel der Mobilitäts- und Energiebranche. Neben neuer Antriebstechnik und Vernetzung im Fahrzeug, bringt die Verknüpfung mit dem Energiesektor große Umbrüche. Bei seinen Praxistests hat der Diplom-Volkswirt stets ein Auge auf die wirtschaftlichen Aspekte. Ein Lächeln ins Gesicht zaubert dem technikverliebten Journalisten jede vernetzte Anwendung im Auto oder als App, die Mobilität komfortabler macht.

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Eigentlich sollten e-Auto Fahrer auf diese „neue Masche des Ablasshandels“ verzichten, um so den Druck auf CO2 Emittenten zu erhöhen schneller CO2 neutral zu werden.
Veränderung funktioniert nur über den Geldbeutel, sonst „regelt der Markt“ das wie hier wieder über ein Hintertürchen !!!

Das ist der erste Artikel/Beitrag zum Thema, wo ich glaube das „Konzept“ verstanden zu haben. Vorallem liegt das daran, dass konkrete Zahlen gezeigt werden.

Das ist zwar jetzt ein etwas seltsames Konzept, dass ich als E-Autofahrer Geld von den Ölkonzernen bekommen damit die ihre CO2 Emissionen freikaufen aber naja…
Wenn man an die Umwelt denkt sollte man das vielleicht nicht machen, aber auf der anderen Seite zieht man den Ölkonzernen das Geld aus der Tasche sodass das irgendwann weh tut, wenn sie weiterhin so viel von den THG Kram kaufen müssen….
Für den eigenen Geldbeutel ist es natürlich nicht schlecht. 160€ entsprechen bei 30ct/kWh (sehr bald Geschichte) und einem Verbrauch von 15kWh/100km rund 3500km die sich das E-Auto seinen Fahrstrom selber bezahlt jedes Jahr. Nicht schlecht. Sind rund 25% meiner jährlichen Fahrleistung.

Bei Maingau gibt es jetzt garantiert 150 € für Stromkunden und das Geld wird noch dieses Jahr ausgezahlt…

Moin in die Runde,

finde ich richtig voll gut. E Auto fahren ist genial. Ich habe zwar selbst „nur“ einen 2017er Yaris Hybrid, aber es folgt sehr bald ein E Auto. E Autos sind einfach besser. Finde ich gut, dass man jetzt auch noch belohnt wird. Siehste, der Deutsche Staat ist gar nicht so schlecht 🙂

Schönes Wochenende wünsche ich allen hier.

Jürgen

Ich habe mich jetzt bei Smartificate angemeldet, bekomme aktuell pro Jahr 250,- € für meine THQ-Quote plus einmalig 30,-€ Bonus.
Es ist klar, daß sich die Umweltverschmutzende Industrie mit diesen Zertifikaten „freikauft“. Andererseits würde aber das Bundesamt diese Zertifikate verkaufen. Dann stecke ich doch lieber selbst die „Kohle:-)“ ein. Mit diesem Geld kann ich dann meine Vegane Ernährung finanzieren die ja teurer ist als tierisches Fleisch und Wurst. So habe ich einen Beitrag für die Umwelt und das Tierwohl geleistet, bezahlt von Firmen mit fossiler Umweltverschmutzung…

Last edited 2 Monate zuvor by Alo

Fairnerergy hat auf 275 € erhöht. Heute Morgen kam eine E-Mail.

Wie lässt sich das mit der Beantragung der Umweltprämie vereinbaren? Schließlich hat man doch folgendes unterschrieben: „…ebenso habe ich für das zu fördernde Fahrzeug keinen Förderantrag auf Gewährung anderer öffentlicher Mittel gestellt und werde für dieses Fahrzeug einen solchen Antrag auch künftig nicht stellen…“ Quelle Bafa Antrag.

Auch LOWAGO bietet jetzt eine Prämie an: 280€ pro E-Auto.

Ich habe mich bei emobia.de registriert und den Flex Tarif gewählt, da ich davon ausgehen dass die Preise für die Zertifikate steigen werden……

Vielen Dank für den Beitrag! Könnten Sie bitte ausführen, wie oder wo man an den am Ende kurz genannten Zuschlag für die Versorgung der Ladestation mit eigener PV kommt?

Aber nicht vergessen, ab 256 € ist das Geld zu versteuern.
Von der Seite “ geld-für-eAuto.de“ gesehen:
Unseres Wissens nach zählen „Prämien“ zu den sonstigen Einkünften aus § 22 Nr. 3 EStG, für die es eine jährliche Freigrenze (nicht Freibetrag!) von 256 Euro gibt. Da wir aber keine steuerliche Beratung machen dürfen und können, empfehlen wir dir deinen Steuerberater zu fragen.

Freigrenze heißt: Ab 256€ wird die Steuer auf die gesamte Summe fällig.

Bei Elektrovorteil.de gibt es sogar über 400€ Prämie. Dort werden nur 15% Provision kassiert und man muss sich nicht über mehrere Jahre wie bei den anderen Anbietern binden.

E-Autos sind aktuell nicht die Zukunft.. aber das verstehen nur die allerwenigsten. Das Thema E- Mobilität steht und fällt mit dem Akku. Solange man die Rohstoffe dafür auf die Art gewinnen muss, die aktuell üblich ist und die Produktion von Batterien solche Ressourcen verschlingt, wird sich das in der Masse nicht durchsetzen.
 
Ich denke eher, dass man mit dem Ökostrom E- Fuels machen wird, da man dafür „nur“ eine Produktion bauen aber keine komplett neue Infrastruktur schaffen muss.
 
Das Thema E- Auto habe ich mal durchgespielt – will das nur jeder 5te machen, dann geht hierzulande das Licht aus im Winter, wenn die PV-Anlagen, privat oder öffentlich, nur schwache Erträge liefern.
Denn das ist es im Ergebnis, wenn die Sonne nicht scheint, läuft irgendwo ein Kohlekraftwerk, AKW oder eine Gasturbine. Die paar Windräder schaffen da auch keinen Ausgleich und dann gibt es da ja auch noch die Gegner von neuen Elektrotrassen, denn der Strom kommt ja aus der Steckdose.
 
Sie werden ewig brauchen, um unseren Bedarf komplett „grün“ zu decken. Also wird das Ende von Leid sein – Preis rauf und damit die Nachfrage drosseln.
 
Ich, 33 Jahre jung, werde als aktiv arbeitender Mensch vermutlich nicht mehr erleben, dass viele elektrisch fahren… Alles nur schönrechnerei und der Natur hilft es bis dato einen Scheißdreck, wenn man sich mal die Landstriche anschaut, in denen Lithium abgebaut wurde.

Hier beruhigt man sein gutes Gewissen und anderen Orts zerstört man damit Natur und anderer Leute Lebensgrundlage. Super Idee.

Hat jemand mal den Diskurs um die Tesla Fabrik im Osten mitbekommen? Und von welchen Wasserverbräuchen da die Rede ist? Wir brauchen eine neue Technologie… fragt mich nicht welche… aber das was aktuell läuft ist einfach nur Mist.

Diese Prämie ist genial 😉
Nicht nur dass die dreckigen Plug-in-Verbrenner draussen bleiben müssen, auch die Höhe variiert sehr.
Ich bezahle beim Laden max. 49€cent pro kw/h „Grünen Strom“ und bekomme jetzt auch noch 360 €.
Super, so macht BEV fahren noch mehr Spaß.

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