Neue THG-Quote könnte der Elektromobilität einen weiteren Push bringen

Neue THG-Quote könnte der Elektromobilität einen weiteren Push bringen

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Die Treibhausgas-Minderungsquote, kurz THG-Quote, ist ein politisches Instrument, um die CO2-Emissionen des Verkehrssektors zu verringern. Sie schreibt den Mineralölunternehmen CO2-Einsparziele für ihre Kraftstoffe vor. Um die Treibhausgas-Bilanz von Diesel und Benzin entsprechend der Einsparziele verbessern zu können, werden den fossilen Kraftstoffen zusätzlich bestimmte Anteile an Biokraftstoffen beigemischt.

Seit 2015 gibt die THG-Quote vor, wie viel CO2-Emissionen durch den Einsatz von Biokraftstoffen vermieden werden müssen, wobei die Quote mit den Jahren stetig ansteigt. Seit Anfang 2020 sind es 6 Prozent. Das Bundesumweltministerium hat im Dezember 2020 eine Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (Red II) vorgelegt. Sie ist eine Vorgabe der EU-Kommission, die Deutschland bis Juni 2021 umsetzen muss.

Die Red II sieht nun vor, dass bis 2024 die THG-Quote auf 8 Prozent und bis 2030 auf 22 Prozent steigen soll. Außerdem soll der Strom für Elektromobilität dreifach angerechnet werden können, wie der Branchendienst Electrive in Erfahrung gebracht hat. Demnach bezeichnete das auf die THG-Quote spezialisierte Unternehmen GreenTrax die Mehrfachanrechnung von Fahrstrom für Elektroautos als einen „wichtigen Schritt für die Energiewende im Verkehr“, so Benedikt Kirpes, Geschäftsführer von GreenTrax.

„Eine Riesenchance für die Elektromobilität und damit einen sauberen Straßenverkehr“

Die neue THG-Quote biete „eine Riesenchance für die Elektromobilität und damit einen sauberen Straßenverkehr“, so Kirpes weiter. Hintergrund ist, dass durch einen Quotenhandel die Verkehrswende quersubventioniert werden könne, indem Geld von fossilen zu erneuerbaren Kraftstoffen fließt. Bisher seien zur Teilnahme am THG-Quotenhandel zwar nur jene Stromanbieter berechtigt, welche Strom direkt an Elektrofahrzeuge (privat oder gewerblich) und öffentlich zugängliche Ladestationen liefern. Es gebe aber bereits Stromanbieter, die ihre gewerblichen E-Mobilitäts-Kunden ebenfalls profitieren lassen. GreenTrax zufolge sind Privatpersonen noch selten am Quotenhandel beteiligt.

GreenTrax empfehle den Energieversorgern, „sich bereits jetzt mit dem Thema vertraut zu machen und Erfahrung zu sammeln, auch wenn die genauen Details der Verordnung ab 2022 noch nicht feststehen“, zitiert Electrive GreenTrax-Geschäftsführer Kirpes. Eine Registrierung beim Umweltbundesamt der im Jahr 2020 abgegebenen Strommengen für Elektroautos sei mit GreenTrax noch bis zum 15. Februar möglich.

Auch die Biokraftstoffbranche bezeichne den neuen Zielwert zwar als „Schritt in die richtige Richtung“ – allerdings auch als „noch nicht ausreichend“, wie der Energie Informationsdienst berichtet. Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), etwa störe sich daran, dass die THG-Quote bis 2026 „deutlich zu langsam“ ansteige. Nach dem Entwurf der Bundesregierung soll die THG-Quote von aktuell 6 Prozent im Jahr 2024 auf nur 8 Prozent und erst ab 2026 schließlich beschleunigt auf 22 Prozent im Jahr 2030 steigen.

Doch auch die nun geplante THG-Quote erfordere „Investitionen im Milliardenbereich“ und „erhebliche Investitionen in fortschrittliche Kraftstoffe“, so Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV). Erfreulich übrigens ist, dass Biodiesel aus Palmöl nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung ab 2026 im deutschen Markt nicht mehr eingesetzt werden darf.

Quelle: GreenTrax – So wird die THG-Quote 2.0 zum Erfolg für die Elektromobilität / Electrive – THG-Quote: Strom für E-Mobilität soll dreifach angerechnet werden / Energie Informationsdienst – Bundesregierung einigt sich – THG-Quote steigt auf 22 Prozent im Jahr 2030

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Um die Treibhausgas-Bilanz von Diesel und Benzin entsprechend der Einsparziele verbessern zu können, werden den fossilen Kraftstoffen zusätzlich bestimmte Anteile an Biokraftstoffen beigemischt.

sowas könnte man auch „Bilanzfälschung“ nennen.

Da werden Regenwälder abgeholzt, um große Palmölplantagen zu errichten. Mit dem Regenwald wird ein gigantischer CO2-Speicher vernichtet und gleichzeitig durch das Verbrennen der Äste eine riesige Menge CO2 und anderer Schadstoffe in die Luft geblasen.

Das Palmöl wird über weiten Strecken mit dreckigen Schiffsdieseln zu uns transportiert und wozu?

Nur damit man die dreckigen Verbrenner mit einem „grünen Mäntelchen“ versehen und noch jahrzehntelang weiter fahren kann. Ein Verbrennerverkaufsverbot dürfte wohl erst 2035 kommen und danach fahren die vorher gekauften Verbrenner noch weitere 15 Jahre in Massen durch die Gegend.

Jetzt müsste man die Verbrenner verbieten, dann hätten wir bis 2035 eine Verbrenneranteil bei Autos im einstelligen Bereich und wir könnten auf Biokraftstoffe verzichten und die Regenwälder stehen lassen.

Die Wissenschaftler sollten mal berechnen wieviele Jahrzehnte man bräuchte, um die Verluste der Regenwälder als CO2-Speicher und die CO2-Freisetzung beim Abbennen der Flächen durch die Einsparungen bei der Nutzung von Palmöl als Biokraftstoff auszugleichen.

Ich habe meine Zweifel, ob die Berufsanfänger von heute diesen Ausgleich vor dem Rentenalter noch erleben.

Besser man verzichtet auf die „Bilanzfälschung“ bzw. auf die „alternativen Fakten“ bei den Biokraftstoffen.

Wohlwahr.Und was auch bei den Otto Fahrzeugen unterschlagen wird: Feinstaub, Kohlenmonoxid und weitere Verbrennungsrückstande, auch vom Motoröl, was ja auch verbrannt aus dem Auspuff kommt.Besonders im Kaltstart, sind Ottos und Diesel übele Dreckschleudern. Und das , mitten in Wohngebieten.

》Die THG-Quote, ist ein politisches Instrument, um die CO2-Emissionen des Verkehrssektors zu verringern.《
Das ist – wie ich schon immer sage – eine glatte Lüge !!
Durch Bio-Kraftstoffe wird kein einziges Gramm CO2 eingespart !!
Wodurch unterscheidet sich denn der Kohlenstoff der im Rapsöl (um nicht immer nur Palmöi zu strapazieren) materiell gebundene Kohlenstoff von dem in Erdöl materiell gebundenen Kohlenstoff?? Richtig – gar nicht!! Es kommt erst zum Sündenfall, wenn in einem, wie auch immer gestalteten Verbrennungsvorgang dieser Kohlenstoff gasförmig an Sauerstoff gebunden wird. Woher der Kohlenstoff stammt, spielt nach der Verbrennung keine Rolle mehr.
Jetzt kann man nur noch hoffen, dass das soeben entstandende CO2-Molekül schnellstmöglich wieder in einem grünen Blatt photosynthetisch in materiell gebundenen Kohlenstoff umgewandelt wird.
Will sagen: nicht die Herkunft des Kohlenstoffs ist entscheidend – nein, die Verbrennung von Kohlenstoff gehört insgesamt verboten !!

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