Tesla: Batteriewechsel keine Option; Gerüchte aus China dementiert

Tesla: Batteriewechsel keine Option; Gerüchte aus China dementiert

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Ein Thema, welches vor allem den chinesischen Elektroauto-Markt beeinflusst, ist der Akku-Wechsel/ -Tausch bei Elektroautos. Bekanntermaßen soll der weltweit größte Automobilmarkt das Konzept des Akkutauschs forcieren. Daher verwundert es auch nicht, dass Tesla mit einem entsprechenden Batterietausch-Angebot in Verbindung gebracht wurde. Wieso auch nicht, schließlich gelingt es auch Chinas Tesla-Widersacher NIO den Akku seiner E-Autos zu tauschen. Dennoch dementiert Tesla entsprechende Gerüchte und distanziert sich vom Batteriewechsel seiner E-Autos.

Hierzu gab Tesla zu verstehen, dass das Konzept „mit Problemen behaftet (riddled with problems) und nicht für den großflächigen Einsatz geeignet ist.“ Statt dem Tausch von Akkus konzentriere sich Tesla eher auf überzeugende Gesamtkonzepte. Welche sich durch große Batterien, mit hoher Reichweite und hoher Schnellladefähigkeit am Markt präsentieren. Entsprechende chinesische Medien sind mittlerweile auch zu der Überzeugung gelangt, dass das Schnellladen der Fahrzeuge der bessere Weg sei. Vor allem mit einem immer stärker wachsenden Supercharger-Netzwerk.

Teslarati zufolge hat der amerikanische Automobilhersteller in den Jahren 2014 und 2015 den Batterietausch im kalifornischen Coalinga erprobt. Die Station war daraufhin für mehrere Wochen ausgebucht, wie Tesla-Besitzer berichteten. Tesla stellte entsprechende Versuche zeitnah wieder ein und konzentrierte sich auf den Aufbau des Supercharger-Netzes.

NIO seinerseits hat mittlerweile die zweite Generation von Batteriewechselstationen – Power Swap Station 2.0 – angekündigt, die bereit sind, frisch geladene Batterien für sämtliche NIO-Modelle bereitzustellen. Laut Kurzbeschreibung werden die neuen Stationen mit 14 Batterieschächten ausgestattet sein – diese enthalten 13 Batteriepacks und einen leeren Schacht, um eine entladene Batterie aufzunehmen. Die Station ist vollautomatisch – einschließlich automatischem Parken – und kann bis zu 312 Batteriewechsel pro Tag durchführen – dreimal mehr als die vorherige Generation.

Anfang Oktober 2020 hatte das Unternehmen rund 155 Batteriestationen in Betrieb. Im Januar 2021 sind es mehr als 170. Der aktualisierte Plan sieht vor, in China bis Ende 2021 ein Netz von 500 Stationen zu installieren. Man kann somit festhalten, dass für NIO Batteriewechsel-Stationen das sind, was das Supercharger-Netzwerk für Tesla ist. Beides kann funktionieren, insofern es konsequent durchdacht und dann auch gelebt wird.

Quelle: InsideEVs – Tesla dementiert Bericht über Battery-Swapping-Pläne in China

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Ich denke nicht, dass sich der Batterie-Wechsel global durchsetzen wird. Dazu gäbe es ja nur zwei Möglichkeiten:

  1. jeder Konzern müsste seine eigenen Wechselstationen weltweit aufbauen –> unwahrscheinlich
  2. Alle Hersteller müssten sich auf ein Akku-Wechselsystem einigen um das Markenübergreifend zu bewerkstelligen. –> auch eher unwarscheinlich

Außerdem hat die Ladeinfrastruktur dann doch recht viel Vorsprung beim Ausbau und ein Schritt zurück wird hier zu lande wohl eher mal nicht passieren. Beim Laden hat man sich ja zumindest auf den CCS Standard geeinigt. Für den Akku-Wechsel müssten die Hersteller ja ihre ganzen neuen Elektro-Plattformen wieder über den Haufen werfen. Das wird nicht passieren.

Henne-Ei-Prinzip. Wenn es die Henne gibt, dann kommen die Eier von ganz allein. Sieht man sehr schön in China, wo NIO scheinbar Erfolg damit hat. Wenn es genügend NIO-Stationen gibt, kaufen die Leute auch die Autos und das Konzept geht auf.

Reicht ja schon als Differenzierung für Nio, wenn Batterie SWAP ein Premium Features in der Business Class ist und bleibt.

warum ein Tesla Model S kaufen, denn ich mit einem Nio bei Bedarf in unter 5 Minuten wieder
einen 100% vollen Akku haben kann?

und wenn keine Wechselstation frei ist gehe ich halt an den HPC. Insb für Großstädte kann dieses Konzept einen großen Mehrwert bringen.

für das Vollumensegment und für Flächenländer mit geringer Bevölkerungsdichte vermutlich eher nicht.

Für Laternenparker und Leute mit Zeitdruck wäre es ideal auf die Schnelle das Akkuset zu tauschen.
Andererseits hat man steigende Reichweiten und sinkende Ladezeiten bei den Akkus.
Vermutlich geht es auf dem Weg weiter.
Für ein Akku switch System müsste man erst mal einheitlich Standards machen.
Daran allein würde es vermutlich schon scheitern bzw. zumindest Verwerfungen geben.

NIO bietet fünf wichtige Vorteile:

  1. Die Batterie gehört nicht mehr fest zum Auto und kann dieses damit wertmäßig nicht verschlechtern oder nach unten entwickeln. Was nutzt mir ein gutes Auto, wenn nach einigen Jahren die Batterie veraltet ist. NIO bietet mir ständig neue Batterien in der passenden bzw. gleichen Geometrie. Mit dem NIO-Konzept entwickelt sich die Reichweite meines Autos nach oben, ganz ohne Neukauf.
  2. NIO braucht keine Hochvoltversorgung für Schnelllade-Stationen. Eine solche flächendeckende Hochvoltversorgung ist in unserem Stromnetz heute nicht möglich und wäre mit enormen Inventionen verbunden.
  3. Die Wiederaufbereitung bzw. das Receiycling der Batterien ist in einer zentralen Hand.
  4. NIO bietet den Tankstellen von morgen eine neue Zukunftsperspektive bzw. Daseinsberechtigung.
  5. Die Wechselzeit für die Batterie ist einer Schnellladung überlegen. 3 bis 5 Minuten ist einfach sehr schnell.

Mein Fazit:
Es ist schade, dass sich die deutsche Autoindustrie nicht mit den Tankstellenbetreibern zusammentut. Leider steht man sich da wohl selber im Weg.

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