Studie: EU-Batterierecycling könnte bis 2025 profitabel sein

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Studie: EU-Batterierecycling könnte bis 2025 profitabel sein

Eine Kostenstudie des Nomura Research Institute (NRI) zeigt auf, dass das Batterierecycling in Europa bis 2025 weitgehend profitabel sein wird. Spätestens zu diesem Zeitpunkt soll es Europa gelungen sein zu China aufzuschließen, welche bereits heutzutage in der Lage sind von recyceltem Batteriematerial zu profitieren. Die Unterschiede werden deutlich, wenn man die Kosten auf US-Dollar-Basis betrachtet. In Europa fallen 62$/kWh und in China 32$/kWh fürs Recycling an. Die Einnahmen aus dem Verkauf von recyceltem Material wurden in Europa und China auf 42$/kWh geschätzt.

Ein einfacher Blick auf die Zahlen zeigt somit, dass die Kosten für das Recycling in Europa höher waren, als die daraus entstehenden Einnahmen. Sprich, pro recyceltem kWh fährt man derzeit in Europa ein Verlust von rund 20 US-Dollar ein. Dies wird auf höhere Kosten bei metallurgischen Prozessen geschoben, die in Europa 21$/kWh betragen, aufgrund geringerer Skaleneffekte als in China. Dort liegen die Kosten für den gleichen Prozess bei um die 13$/kWh. Die Transport- und Demontagekosten in Europa wurden mit 5$/kWh beziehungsweise 15$/kWh ebenfalls höher geschätzt. Die höheren Kosten sind wiederum auf geringere Skaleneffekte beim Transport aufgrund der geringen Mengen an Material, die derzeit recycelt werden, und auf hohe Arbeitskosten bei der Demontage von Batterien zurückzuführen.

China profitiert laut der Studie des NRI stark von den Skaleneffekten, welche bei den verschiedenen Prozessschritten zum Tragen kommen. Transport und Demontage kosten dort nur 3$/kWh und fallen somit deutlich geringer aus, als es in Europa der Fall ist. Bis 2025 schätzt das NRI, dass die Kosten für das Recycling von Batterien in Europa aufgrund der Vorteile, die ein Wachstum des Marktes mit sich bringt, auf etwa 40$/kWh sinken werden. Die sinkenden Kosten für den Transport (von 5$/kWh auf 3$/kWh ) und die metallurgischen Prozesse (von 25$/kWh auf 15$/kWh) sind größtenteils auf die Vorteile des Ausbaus von Recycling-Fabriken zurückzuführen.

Derzeit werden mehrere solcher Projekte in Europa von von Batterie- und Chemieproduzenten wie Northvolt, BASF und Umicore vorangetrieben. In ihrem Bericht hat das NRI zudem eine Senkung der Demontagekosten von 15$/kWh auf 8$/kWh angenommen, was auf Investitionen in die Demontagetechnologie zurückzuführen ist. Einen Ausblick, wie hoch die Menge an recycelten Batterien in 2025 ausfällt hat das NRI nicht getroffen. Wagt aber auf den Blick zurück, welcher aufzeigt, dass der Recyclingmarkt für Lithium-Ionen-Batterien im Jahr 2018 97.000 Tonnen erreichte. Davon entfallen entfielen 69.000 Tonnen auf China, 19.000 Tonnen auf Südkorea, und die restlichen 12.000 Tonen teilten sich die USA, die EU und Japan.

Quelle: Argus Media – Mitteilung vom 19. Januar 2021

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Bevor man ans große Recycling denkt, sollte erstmal das “Second Life” stärker in den Focus rücken, denn die große Masse an Batterien, die heute und in den nächsten Jahren produziert werden, dürfte erst in 20-25 Jahren beim Recycling landen – vorher fallen eher Batterien an, die wegen Produktionsfehlern, falscher Be- und Entladungen durch das Batteriemanagement u.ä. vorzeitig ausfallen.

Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Damit würde man ja auch die investierte Energie der Batterieproduktion zuerst mal länger nutzen bevor man dann wieder mit Energieaufwand das Recycling der nicht mehr nutzbaren Batterien macht.

Einverstanden. Ich warte für meine PV-Anlage schon lange auf günstige “Second-Life-Batterien” und habe genügend Platz im Keller (mehr als in einem Auto).
Wenn 10 kWh (ohne Wechselrichter) unter 2’500.- fallen, wird es für mich interessant.

Der Preis sollte eigentlich machbar sein – Wallboxen mit Elektronik gibt es für 500 Euro und Lithium-Ersatzbatterien für E-Autos für ca. 200 Euro pro kWh, also 10 kWh für ca. 2.000 Euro.

Wenn der Hausspeicher noch nicht so günstig angeboten wird, dann dürfte es am verhältnismässig kleinen Markt für Hausbatteriespeicher und den großen Margen der Verkäufer liegen.

Vielleicht kommt ein Startup, ähnlich wie bei Matratzen, und bietet einen “Testsieger” zum kleinen Preis an.

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