Stella Vita: Erstes solarbetriebene Wohnmobil der Welt

Copyright Abbildung(en): Solar-Team Eindhoven / Bart van Overbeeke

Das Solar-Team Eindhoven ist dem ein oder anderen Leser sicherlich noch im Gedächtnis, stecken diese doch hinter dem E-Fahrzeug „Lucas“, aus recyceltem Abfall. Doch Mitte September 2021 wartet das Team Eindhoven mit einem weiteren Fahrzeug auf, dem ersten solarbetriebenen Wohnmobil weltweit. Das Fahrzeug erzeugt genug Solarenergie, um damit zu leben und zu fahren.

Wie das Solar-Team Eindhoven zu verstehen gibt, gehe man mit Stella Vita, so der Name des Wohnmobils, den nächsten Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft. Mitte September konnte Stella Vita erstmals auf der Straße gesehen werden. Denn zu diesem Zeitpunkt ist es auf eine europaweite Reise aufgebrochen. Die Studenten wissen zu vermitteln, dass es sich hierbei um ein autarkes Haus auf Rädern handelt. Sprich, das mobile Haus ist energieautark. Durch Solarzellen auf dem Dach ist es unabhängig von Ladestationen. Das Fahrzeug erzeugt genug Solarenergie, um zu fahren, zu duschen, fernzusehen, den Laptop aufzuladen und Kaffee zu kochen.

Solar-Team Eindhoven / Bart van Overbeeke

Bei der Vorstellung wurde aufgezeigt, dass das Solarhaus auf Rädern ein Dach besitzt, das sich im Stand hochschieben lässt. So kann man sich zum Kochen, Schlafen oder Arbeiten bequem hineinstellen. Außerdem lassen sich zusätzliche Solarmodule ausklappen, wenn das Dach hochgeklappt ist, wodurch sich die Solarfläche auf bis zu 17,5 Quadratmeter verdoppelt. Im Innenraum wurde dennoch darauf geachtet, dass dieser für den täglichen Gebrauch komfortabel genug ist. Dabei aber gleichzeitig so leicht und effizient wie möglich daherkommt. Durch die effiziente Nutzung der Energie kann Stella Vita an einem sonnigen Tag bis zu 730 km weit fahren.

„Sie sind die Zukunft, die nächste Generation und können den Übergang zu einer nachhaltigeren Zukunft fördern und beschleunigen. Um diesen Übergang zu beschleunigen, werden wir während unserer Reise so viele Menschen in Europa wie möglich für eine nachhaltige Zukunft inspirieren.“ – Kjell Revenberg, Teamleiter des Solar Team Eindhoven

Die Studenten werden mit Stella Vita in einem Monat von Eindhoven bis zur südlichsten Spitze Spaniens mit Energie aus der Sonne reisen. Zusammen mit ihren Partnern, darunter der Hauptsponsor Coolblue, werden die Studenten die Zukunft des nachhaltigen Reisens aufzeigen.

Noch ein paar Worte zum eingangs erwähnten Stromer aus recyceltem Abfall. Wir erinnern uns: Bereits im März 2018 haben wir Noah vorgestellt. Noah ist ein recyclebares Fahrzeug, entwickelt von Studenten der TU Eindhoven. Das Konzeptfahrzeug, welches sich in Form eines E-Kleinwagens präsentiert, setzt beim Chassis, den Karosserieteilen und dem Interieur auf Biokomposit mit der Hauptkomponente Flachs. Zwei Jahre später präsentiert das Ecomotive-Team der TU Eindhoven mit Luca im Januar 2020 ein weiteres Konzept. Mitte Oktober 2020 folgen nun weitere Informationen zum umweltfreundlichen Stromer.

Quelle: Solar Team Eindhoven – Pressemitteilung

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Schöner PoC, um zu zeigen, was möglich ist und um die Fantasie anzuregen.
Die ‚Zukunft des nachhaltigen Reisens‘ ist es aber wohl eher nicht.
Mobile PV werden immer viel teurer als stationäre sein, und es gibt ja die Batterie und ggf. Wasserstoff, um etwas Energie zu sammeln, bevor man abreist. Nur wenige haben einen Monat pro Wegstrecke Zeit. Die werden 2/3 der Zeit noch arbeiten müssen, die Energie sammeln und dann etwas schneller reisen.
Meine PV-Anlage ist mehr als doppelt so gross und braucht dann doch etwa 2 Wochen Sonne, um die – sagen wir mal – ca. 400 kWh zu ernten, die ich für die Fahrt nach Spanien brauche.

Ja, aber du hast eben zu Hause eine Solaranlage und entsprechend eine Ahnung. Das haben diese ganzen Traumtänzer, die z.B. den Sion verteidigen, nicht. Eine mobile Anlage ist weder optimal ausgerichtet, noch kann sie damit rechnen, stets unbeschattet zu arbeiten. Was nicht heißt, dass man nicht auf ebene, einigermaßen große Dachflächen von Fahrzeugen Solarpaneele verbauen sollte. Aber es wird sich viel weniger rechnen Und, vor allen Dingen, werden sie niemals einen signifikanten Beitrag zum Fahrstrom liefern.

+1

Eine mobile Anlage ist weder optimal ausgerichtet, noch kann sie damit rechnen, stets unbeschattet zu arbeiten.

Zumal ein Camper einem Zielkonflikt unterliegt. In südlicheren Gefilden möchte man eher einen schattigen Platz für sein Fahrzeug, denn das Innere heizt sich enorm auf. Dann gibt es aber kaum Strom …

@Jacob:
die Solartechnik ist eine harte Realität, der man nicht so einfach entkommen kann.

Während einer Fahrt wird wohl an Ladesäulen nachgeladen werden müssen. Aber im Stand ist nicht unbedingt ein Stromanschluss notwendig. Ich vermute eher, dass für viele Camper dieses Wohnmobil zu puristisch und knapp wäre.
Dauerhaft darin zu wohnen dürfte zu Beklemmungen führen. Mal abgesehen davon, das es für den Winter ungeeignet ist. Weder die Zeltplanen, noch die festen Wände sind isoliert, soweit ich das auf den Fotos erkennen kann.

730km Reichweite ist allerdings in vielen Fällen ausreichend. Nicht jeder Camper will ununterbrochen zum Nordkap oÄ.

Last edited 26 Tage zuvor by Silverbeard

Erstmal einige Infos zum Thema.

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg … Studien des Instituts zufolge könnten Pkw mit Photovoltaik auf dem Dach je nach Größe der nutzbaren Fläche und Sonneneinstrahlung so den Strom für zum Teil mehr als 2000 Kilometer Fahrstrecke gewinnen.

In München … sitzt das Start-up Sono Motors … kann der Sion laut Hersteller bei gutem Wetter den Strom für bis zu 35 Kilometer am Tag nachladen.

In den Niederlanden hat ein weiteres Start-up … Lightyear One vorgestellt. Das flache und strömungsgünstige Coupé trägt fünf Quadratmeter Solarzellen … bis zu 70 zusätzliche Kilometer am Tag

… beim Fraunhofer-Institut und verweisen stolz auf ein selbst entwickeltes Solardach. Es lässt in beliebigen Farben individuell lackieren und wird so nahezu unsichtbar. Dennoch soll es 210 Watt leisten … für bis zu zehn Kilometer pro Tag

((Quelle rp-online.de – 6. Februar 2021)

210 W geteilt durch 5m² (Auto) mal 17,5m² (Wohnmobil) ergibt 735 Watt, in 10 Stunden 7,35 kWh.

Die 210 W mal 10 Stunden sind immerhin 2,1 kWh, bei einem kleinen E-Auto innerorts rund 20 km.

Für die Umwelt sind Autosolardächer auf jeden Fall sinnvoll und wenn sie durch Großserienfertigung sowie moderate Aufpreise günstig sind, dann lohnt es sich für die E-Autofahrer auch finanziell.

Ich kann nur hoffen, dass du den Begriff „bis zu“ wirklich richtig einsortierst. Es kommt letztlich auf einen Durchschnitt an und dann noch einmal auf die konkrete geografische Lage und die täglichen Fahr- und Parkgewohnheiten. Die reine Fläche einer Solaranlage ist Makulatur, solange du nicht die realen Daten wie Sonnenscheindauer und evtl. Beschattung oder Teilbeschattung kennst.
Auch die Zusammenschaltung der Module ist ein Thema für sich, eine Teilbeschattung kann ganze Strings lahmlegen, was beim Haus vorab abgeschätzt werden kann, nicht aber bei einer so mobilen Anlage. Das kann ein Problem sein, muss es aber nicht. Da helfen nur Zahlen aus dem realen täglichen Fahrbetrieb vieler Fahrzeuge. Die es so nicht gibt.
Aus einem Kalenderblatt: „Der Deutsch fragt nicht, was es kostet, sondern was er sparen kann.“ Der Zugewinn an Fahrstrecke ist durchaus gegeben, aber um welche praxisrelevanten Größenordnungen es sich handelt, steht in den Sternen.Auf der anderen Seite der Bilanz muss man denkbare Mehr- oder Folgekosten einkalkulieren und vielleicht auch einen ökologischen Aspekt, denn auch Solarzellen wachsen nicht am Strauch.
Fazit: auf dem Hausdach ist Solartechnik eine sehr gute Sache, im Fahrzeug sehe ich sie nicht so euphorisch in einem kleinen PKW, zumindest nicht, solange es keine belastbaren Zahlen gibt. Und dann sind wir wieder bei der nicht existierenden Produktion.
Ich halte mehr davon, Dächer und Freiflächen, so machbar, mit solarer Technik auszurüsten und einen PKW als Pufferspeicher zu nutzen.

2 Panele eines Balkonkraftwerkes (PV-Anlage) sind 2 Stück mit je 1,70m x 1m = 3,4 m² und liefern 660 W Maximalleistung, Nenn-Strom 600 W / 2,73 A und kosten etwa 800 Euro.

Sowas ähnliches sollte die Autoindustrie wohl auch hinbekommen.

Rechnet man die halbe Leistung (300 W) und 700 Sonnenstunden im Jahr, wären es 210 kWh oder 1.000 bis 2.000 km im Jahr. Natürlich nicht in Häuserschluchten der Großstädte, sondern auf dem Lande (wie in meinem Wohnort) mit vielen Autos an der Straße, ein Großteil mit Sonne satt.

210 kWh mal 17 Jahre sind 3.570 kWh – bei 800 Euro Aufpreis wären das 22,4 Cent pro kWh.

Bei Ladepreisen von 39 Cent pro kWh aufwärts dürfte sich ein Solardach lohnen, vorausgesetzt man wohnt nicht in Dunkelhausen, parkt nicht in Betonhöhlen und bezahlt keinen Edelmarken-Aufpreis.

„Für die Umwelt sind Autosolardächer auf jeden Fall sinnvoll …“

+1
Ergänzed:

comment image

Beim Squad Solar-Car aus Breda/Niederlande (auch als L7e bis 65 km/h) liefert die Sonne genug Energie für den durchschnittlichen städtischen Gebrauch. Mit dem Dach-Solarmodul sollen in Europa bis zu 20 km pro Tag zurückgelegt werden können.
NB:
Drei der Fahrzeuge belegen ca. den Platz eines normalen Pkw!

Last edited 25 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

coole Teil…
bei gutem Preis-Leistungsverhältnis wäre das was für mich….

ich befürchte

  1. zu teuer
  2. zu schlecht gedämmt
  3. zu ineffektiv

ich lasse mich gerne eines Besseren belehren

es bleibt spannend

Welch eine Freude und ein ganz großes Lob an das Solar-Team Eindhoven! Übringens nicht in erster Linie für das Anheben des textilen Oberbaus mit ausfahrbaren Panels, sondern für das Grundsätzliche, das hier beachtet wurde: Eine physikalisch sinnvolle Grundform des Fahrzeugs. Es ist kein „Keil“, wie fast alle Pkw weltweit, es ist kein „Quader“, wie fast alle Wohnmobile weltweit. Nein, das Wohnmobil „Stella Vita“ ist tropfenförmig, wie wunderbar!

Dies werden die meisten Besucher der Elektroauto-News wahrscheinlich nicht erkennen, weil ein Foto des Fahrzeugs im Fahrzustand fehlt. Liebe Redaktion, bitte erweitert den Bericht um solche Bilder. Und berichtet einmal vom Formwiderstandsbeiwert sowie der Querschnittsfläche des Fahrzeugs. Sogar die hinteren Räder sind verkleidet. Unglaublich! Welche Daten entstehen bei Verbrauch und Höchstgeschwindigkeit?

Jahr für Jahr warten wir bei der internationalen Automobilindustrie auf Serienfahrzeuge, die die physikalischen Erkenntnisse der 7. Schulklasse auch anwenden. Und nichts geschieht. Nicht einmal, wenn deutliche weniger Energie im Akku vorhanden ist, als es im Tank früher der Fall war.

Herzlichen Dank nach Eindhoven. Ich drücke sehr fest die Daumen, dass Ihr nach Schlörwagen, VW L1 und XL1 nicht im Museum landet, sondern möglichst viele Wohnmobile produzieren und verkaufen könnt. Ihr habt es unbedingt verdient.

Viele Grüße nach Holland sendet von Herzen,
Oliver Rödder

„… Foto des Fahrzeugs im Fahrzustand …“
Das hier

comment image

konnte ich auffinden!

Noch ein Hinweis an die Redaktion:
Klärt Ihr kurz die Orthografie in der Überschrift?

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