Softwarefehler: Audi muss gut 1700 e-tron GT zurückrufen

Audi-e-tron-GT-Elektroauto-Heck

Copyright Abbildung(en): Audi

Audi hat eine Rückrufaktion für die Elektro-Sportlimousine e-tron GT gestartet. Bei den zwischen dem 20. November 2020 bis 20. April 2021 gebauten frühen Modellen könnte ein Softwarefehler zum Ausfall des Antriebs führen. Die Stückzahlen sind überschaubar: In Deutschland sind gut 550 Fahrzeuge betroffen, weltweit sind es etwa 1730 Stück. Zur Behebung des Problems erfolge in der Werkstatt unter dem internen Code ‚93L3’ ein Software-Update des Antriebssteuergeräts.

Eine ähnliche Aktion musste Porsche ab vergangenem April bei seinem Elektro-Sportwagen Taycan durchführen und insgesamt gut 43.000 Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. Dass nun auch Audi betroffen ist, verwundert kaum, schließlich teilen sich die beiden Konzernschwestern bei ihren Elektro-Flaggschiffen die J1 genannte E-Auto-Plattform. Der Porsche Taycan und dessen Kombi-Variante Taycan Cross Turismo werden seit Ende 2019 bzw. Frühjahr 2021 ausgeliefert. Audi liefert den e-tron GT seit Mai in Deutschland aus.

Tritt der Softwarefehler auf, schaltet das Fahrzeug unvermittelt und ohne konkreten Anlass oder Vorwarnung in den Notmodus, berichten Betroffene. Der Elektro-Porsche bleibt dann zwar lenk- und bremsbar, beschleunigt jedoch nicht mehr und rollt einfach aus. Dieses Problem sei bei 0,3 Prozent aller Exemplare des Taycan sowie dessen Kombi-Variante Taycan Cross Turismo aufgetreten, also bei etwa 130 Fahrzeugen. Zu Unfällen oder Verletzungen ist in diesem Zusammenhang nichts bekannt.

Dem Portal Ecomento zufolge habe bei Audi noch kein Kunde einen ähnlichen Vorfall reklamiert, der Rückruf erfolge rein „prophylaktisch“ für die früh gebauten Modelle des e-tron GT. Alle nach dem 20. April gebauten Modelle haben demnach den aktuellen Softwarestand „in der Mehrzahl bereits ab Werk“ aufgespielt.

Zwar können der Porsche Taycan und der Audi e-tron GT ihre Updates auch „Over-the-Air“ erhalten, also per Mobilfunkverbindung. In diesem Fall allerdings sei dies nicht möglich. Für den Taycan sprach Porsche von etwa einer Stunde Aufwand, bis das Softwareupdate in der Werkstatt auf beide Hauptsteuergeräte für die E-Motoren vorne und hinten abgeschlossen werden kann. Der Bild-Zeitung zufolge stammen die als recht teures Bauteil geltenden Steuergeräte von einem Zulieferer.

Quelle: Auto Service Praxis – Audi-Rückrufe: Fehlerhafte Airbagauslösung und möglicher Antriebsausfall / Ecomento – Rückruf für Audi e-tron GT wegen Softwarefehler

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Softwarefehler: Audi muss gut 1700 e-tron GT zurückrufen“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
14 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Aus dem Artikel:

„Zur Behebung des Problems erfolge in der [AUDI-]Werkstatt […] ein Software-Update des Antriebssteuergeräts.“

Soweit zum Vorsprung durch (OTA-)Technik …

Kurzer NACHTRAG zur Frage, „Tesla-Hardware- oder Software-Fehler“, also
wer mit seinen Falsch-Behauptungen in einem mehrstufigen Unterthread hier (Zitat:) „krachend gescheitert“ ist, ein sinngemäßer Auschnitt aus:

https://www.computerbase.de/2021-01/tesla-kraftfahrt-bundesamt-ausfall-mcu/

Betroffen seien die Media Control Unit (MCU) der ersten Generation aus dem Tesla Model S und Model X. Konkret ist nicht die MCU selbst defekt, sondern ihr auf eMMC basierender Flash-Speicher mit 8 GB. Dieser wird so häufig überschrieben, dass er nach etwa sechs Jahren Betrieb defekt wird und die MCU daraufhin eine Fehlermeldung anzeigt oder ausfällt.

Last edited 5 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Audi macht doch in dem Fall alles richtig.
Die Autos zurückrufen bevor was schlimmeres passiert.

@ David:
Schade dass du mit schlecht recherchierten Infos deine Glaubwürdigkeit runterschraubst.

David, versuche dich nicht hinterm ersten Busch fangen zu lassen und versuche nicht die anderen hinterm ersten Busch zu fangen 🙂

Den David finde ich trotzdem ganz sympathisch, weil er die Flagge der deutschen Luxusmarken hochhält.

es bleibt spannend

Last edited 5 Monate zuvor by neumes

Diese News könnten dich auch interessieren:

WWU: Gute Chancen für emissionsfreien Lkw-Verkehr
China-Premium-E-Auto Zeekr 001 soll 2023 in Europa debütieren
Toyota Festkörperbatterie zunächst in Hybriden ab 2025

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).