Smart, flexibel, digital – lohnt sich ein Strom-Upgrade für mein Elektroauto?

Smart, flexibel, digital – lohnt sich ein Strom-Upgrade für mein Elektroauto?

Copyright Abbildung(en): Tibber

Flexibel, dynamisch und auf alle Fälle smart – das sind die Buzzwords der Stunde, wenn es um Zubehör jeder Art für Elektro-Autos geht. Aber wie schlau sollte meine Wallbox eigentlich sein? Muss mein Stromzähler kommunizieren können? Und welches Risiko habe ich, wenn mein Strompreis sich stündlich verändert? Marion Nöldgen, Deutschland-Chefin des digitalen Öko-Energieanbieters Tibber, erklärt die wichtigsten Fragen für E-Auto-Fahrer rund um innovative Stromprodukte mit allen Vorteilen und Kosten.

Der Stromzähler

Für E-Auto-Fahrer, die ihr Auto zu Hause laden, gibt es grundsätzlich drei Arten von Stromzählern, die genutzt werden können. Je nach Lade-Equipment, kwh-Verbrauch und Netzbetreiber ist die Wahl vorgeschrieben oder frei, förderbar oder nicht förderbar.

Der „dumme“ Standard-Haushaltsstromzähler: Die meisten Haushalten haben einen gewöhnlichen Stromzähler ohne smarte Funktionen eingebaut. Natürlich lässt sich auch damit ein E-Auto laden – allerdings ohne die Vorteile eines smarten Zählers. Das einzige Argument ihn nicht auszutauschen, ist die Vermeidung von Kosten und Aufwand.

Steuerbare Verbrauchseinrichtungen: So werden separate Zähler genannt, die nur für den Ladevorgang des Elektroautos eingebaut werden. Ein wichtiger Fakt, der zu beachten ist: diese Zähler sind immer vom Netzbetreiber steuerbar. Die Ladeleistung kann also zu bestimmten Zeiten unterbrochen werden. Dafür bieten Netzbetreiber für diese Einrichtung reduzierte Netzentgelte an, der sich dadurch je nach Netzbetreiber um im Schnitt ca. 2 bis 3 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde reduziert.

Intelligente Messeinrichtung (Smart Meter): Ein smarter Stromzähler sendet Informationen zu deinem Verbrauch in Echtzeit. Das ermöglicht es dem Stromanbieter entsprechend des gerade aktuellen Preises an der Strombörse abzurechnen. Damit lassen sich interessante Einblicke gewinnen und es gibt viel Sparpotential – beispielsweise, wenn das E-Auto dann geladen wird, wenn durch viel Wind und Sonne Strom im Überfluss im Netz ist.

Alle Verbraucher mit einem Jahresverbrauch von über 6.000 kWh, ganz gleich ob Haushalt oder Gewerbe, sind bis zum Jahr 2032 zum Einbau eines intelligenten Messsystems verpflichtet. Das trifft bei Privathaushalten meist nur auf Wärmepumpen- beziehungsweise E-Auto-Besitzer zu. Für diese gibt es in Deutschland derzeit nur vier zertifizierte Gateways für intelligente Messsysteme. Messstellenbetreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Verbraucher drei Monate im Voraus per Post über den Austausch zu informieren. Sollte der grundzuständige Messstellenbetreiber nicht vorhaben, demnächst den Zähler zu tauschen, kannst auch ein freier Messstellenbetreiber dafür beauftragt werden.

Die Wallbox

Eine Wallbox ist eine Ladeeinrichtung speziell für E-Autos und ist aktuell (Juni 2021) voll förderfähig. Neben der höheren Sicherheit haben Wallboxen den großen Vorteil, dass sie mit höheren Ladeleistungen operieren können. Statt 2,3 Kilowatt – wie bei der Haushaltssteckdose – sind sogar bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung möglich. Das bedeutet, dass das Auto bis zu zehnmal schneller geladen werden kann.

Wer eine Wallbox installieren lässt, kann 900 Euro von der staatlichen KfW-Bank für Kauf und Installation erhalten. Voraussetzung für die Förderung ist eine Versorgung mit Ökostrom zum Betrieb der Ladestation. Die Ladeleistung der Wallbox darf nicht über 11 Kilowatt liegen, damit sie förderfähig ist – oder sie muss entsprechend gedrosselt werden.

Der Stromtarif

Haushaltsstrom-Tarif: Es bedarf keinen gesonderten Tarif für das Laden eines E-Autos. Wer einen günstigen, grünen Tarif hat und diesen auch für sein Elektro-Auto nutzen möchte, dem steht also nichts im Weg. Es gilt aber das gleiche Prinzip wie bei den Stromzählern: Es macht keinen Aufwand, dafür gibt es aber eben auch keine weiteren Vorteile.

E-Auto-Tarife: Hier ist ein bisschen Vorsicht geboten, denn dahinter versteckt sich oft eher eine Marketing-Mogel-Packung als ein echter Tarif, der auf die Bedürfnisse von E-Auto-Fahrern zugeschnitten ist. In einem echten E-Auto-Tarif sollten mindestens reduzierte Netzentgelte und günstige Preisfenster über Tag angeboten werden. Generell lohnt es sich aber sicher, auch den E-Auto-Tarif mit günstigen Haushaltsstrom-Tarifen zu vergleichen.

Flexibler/dynamischer Stromtarif: Bei einem dynamischen Stromtarif, ändert sich der Preis pro Kilowattstunde stündlich abhängig vom aktuellen Preis an der Strombörse. Das gibt E-Auto-Fahrern die Möglichkeit, Niedrig-Preis-Stunden, die häufig nachts auftreten, für den Ladevorgang ausnutzen.

Beim Smart Charging schiebt der Stromanbieter das Laden des E-Autos vollautomatisch exakt auf die Stunden des Tages, in denen der Preis am niedrigsten ist. Im Schnitt sparen E-Auto-Fahrer mit flexiblem Tarif zum Einkaufspreis und Smart Charging etwa 200 Euro im Jahr.

Die Daten

Mit dem richtigen Equipment lassen sich also interessante Informationen wie zum Beispiel die monatlichen Kosten für das Laden, die Ladedauer zu Hause oder die verbrauchten Kilowattstunde einsehen. Dafür brauchen E-Auto-Fahrer mindestens eine smarte Wallbox, die sie mit der App ihres Stromanbieters verbinden können oder eine Verbindung von ihrem Auto mit ihrem Stromanbieter. Je smarter das Setup, desto mehr Daten, Analysen und Funktionen stehen zur Verfügung.

Das Fazit – smartes Strom-Upgrade für E-Autofahrer ein Muss

Wenn E-Auto-Fahrer ihr Elektroauto vor allem zu Hause laden und regelmäßig fahren, dann lohnt es sich sicher in ein smartes Strom-Upgrade zu investieren. So kann nicht nur bares Geld gespart, sondern auch von den Annehmlichkeiten innovativer Technologien profitiert werden. Flexible, an Börsenpreisen orientierte nachhaltige Stromtarife werden gerade für Ladevorgänge in den nächsten Jahren zum Standard werden.

Smarte und flexible Tarife helfen dabei nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch dem Strom-Netz und der Energiewende insgesamt. Denn mit dem zum Glück immer stärker steigendem Anteil erneuerbarer Energien im Strom-Mix wächst auch die Volatilität des Angebots an Strom durch das Wetter.


Über die Autorin: Marion Nöldgen ist Deutschlandchefin des digitalen Ökostromanbieters Tibber, der grünen Strom zum Einkaufspreis anbietet sich über eine Gebühr von 3,99 Euro pro Monat finanziert. Kunden mit Smart Meter profitieren von stündlich schwankenden Strompreisen.

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Anstrengendes IT-mäßiges Faktenheruntergeleiere. So nimmt man Menschen nicht mit. Ich bin allerdings bei Tibber, weil sie wirklich gut sind und ich zudem unbedingt nicht bei den etablierten Anbietern sein wollte.

Solarzellen mit zukünftiger Tandem-Technologie auf die Karosserien und den meisten Kurzstreckenfahrern kann man mit „Smart-Dingbums“ den Buckel runter rutschen.

Vorsicht!
Steuerbar Verbrauchszähler: hierüber können auch Daten über den Strom-Verbrauch eines E-Auto´s zu unerwünschten Steuernachzahlungen (in Zukunft, CO2 usw.) weiter gegeben werden.

Intelligente Messeinrichtung (Smart Meter): Vorher beim Versorger nachfragen, ob es tatsächlich günstige Tarife gibt, es ist nicht jedes Unternehmen in jedem Bundesland dazu bereit einem BEV einen NT zu ermöglichen. Ausserdem kosten Smartmeter eine höhere Miet- oder Benutzungsgebühr als die alten Zähler. Ein Smartmeter ist nur vorteilhaft für STROMEINSPEISER, die die Kosten absetzen, weil sie als Unternehmer oder Kleinumnternehmer ihre Steuern abführen.

Statt 2,3 Kilowatt – wie bei der Haushaltssteckdose – sind sogar bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung möglich. Das bedeutet, dass das Auto bis zu zehnmal schneller geladen werden kann.
Eine Ladeleistung von 22 Kw ist für die Lebensdauer der Lithium-Akkus (allgemein) Lebensdauer verkürzend. Die Reichweite des BEV´s wird schon zu Beginn der Akkupflege damit verringert. Unbedingt die Lademöglichkeit über eine 3,6 Kw-Ladesteckdose ausloten, diese muß auch nicht angemeldet werden.

PS. ich habe einen günstigen Spezial-Tarif „Erneuerbarer Energien“ für BEV-Fahrer gewählt:
28 ct/kwh 🙂

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