Siliziumbatterie-Entwickler Enevate sammelt weitere 67 Mio. Euro für Vorserienproduktion ein

Siliziumbatterie-Entwickler Enevate sammelt weitere 67 Mio. Euro für Vorserienproduktion ein

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Enevate, ein Pionier in der Entwicklung neuartiger, Silizium-basierter Lithium-Ionen-Batterien, hat eine Finanzspritze in Höhe von 81 Millionen US-Dollar erhalten, umgerechnet etwa 67 Millionen Euro. Mit dem frischen Kapital soll nun das weitere Wachstum und die Entwicklung beschleunigt werden. Silizium-basierte Lithium-Ionen-Akkus sollen sehr schnell geladen werden können und eine besonders hohe Energiedichte aufweisen – zwei Merkmale, die sich vor allem in Elektroautos positiv bemerkbar machen.

Mit den zusätzlichen finanziellen Ressourcen soll nun die Vorproduktionslinie erheblich erweitert werden, teilt Enevate mit. Zudem sollen weitere Mitarbeiter angestellt werden, vor allem Wissenschaftler und Ingenieure. Mit Hilfe der Investition könne das Unternehmen nun skalieren und weiter wachsen. Inklusive der aktuellen Finanzierungsrunde hat Enevate bislang 191 Millionen US-Dollar (etwa 157 Millionen Euro) eingesammelt.

Diese jüngste Finanzierung spiegelt das Vertrauen unserer Investoren in unsere Fortschritte, unsere Technologie und unser Team wider“, sagt Robert A. Rango, CEO von Enevate. Mit der Implementierung seiner Schnellladetechnologie wolle das Unternehmen es schaffen, dass Elektroautos in gut fünf Minuten wieder aufgeladen werden können. In einer früheren Mitteilung teilte das Startup noch mit, seine Technologie in Elektroautos ab etwa 2024 / 2025 vermarkten zu wollen. In der aktuellen Aussendung nennt das Unternehmen jedoch keinen Zeithorizont mehr.

Unter den Investoren in den US-amerikanischen Batterieentwickler befinden sich bekannte Namen wie Alliance Ventures, eine Partnerschaft der Autohersteller Renault, Nissan und Mitsubishi, sowie LG Energy Solutions, das Batterie-Spinout von LG Chem. „Wir gratulieren Enevate zu dieser Finanzierungsrunde und freuen uns auf weitere Zusammenarbeit, während wir weiterhin wettbewerbsfähige und aufregende Produkte für unsere Kunden entwickeln“, sagt Hadi Zablit, Vorsitzender von Alliance Ventures. Sungrok Bang, Director Open Innovation von LG Energy Solutions, lässt wissen, dass er sich schon auf die Schnellladetechnologie freue mit mithelfen wolle, diese auf den Markt zu bringen.

Mit der Samsung Venture Investment Corporation ist ein weiterer Batteriehersteller indirekt an Enevate beteiligt. Der Investor geht davon aus, „dass die Technologie von Enevate eine Kombination von mehreren Vorteilen bietet, die sowohl in Beutel- als auch in zylindrischen Zellenformaten äußerst attraktiv“ sei. Das Geschäftsmodell von Enevate – Technologietransfer und Lizenzierung von geistigem Eigentum – sei für jedes Unternehmen interessant, das eine Batterieproduktion betreibt oder plant, so Enevate.

Enevate arbeite bereits mit mehreren Autoherstellern und Herstellern von Elektrofahrzeugbatterien zusammen und darauf hin, dass diese ihre vorhandene Fertigungsinfrastruktur mit minimalen zusätzlichen Investitionen auch auf Silizium-Batterien auslegen können, so das Unternehmen weiter.

Das Unternehmen hält nach eigener Aussage im Vergleich zu Start-ups weltweit das größte Patentportfolio in Bezug auf Silizium-Lithium-Ionen-Zelltechnologien, welches ein breites Spektrum fortschrittlicher Innovationen umfasse, einschließlich Anode, Kathode, Elektrolyt, Separator, Formation, Zelldesign und Zellarchitektur. Enevate verfüge aktuell über Patente in Ländern, die mehr als 95 Prozent des weltweiten Umsatzes mit Elektrofahrzeugen abdecken.

Quelle: Enevate – Pressemitteilung vom 10.02.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Auch wenn ich und andere auf neue günstige Batterien – mobil wie stationär – warten, so wird das doch noch einige Zeit dauern, obwohl viele Forscher an etlichen Alternativen zum Lithium-Ionen-Akku arbeiten.

Nach Einschätzungen von Batterieforschern könnten Akkus mit Natrium-, Silizium- oder Aluminium-Elektroden künftig am ehesten dort punkten, wo es nicht auf die Größe und Ladezeit der Batterien ankommt. Denkbare Anwendungen wären stationäre Akkus, die zu Spitzenzeiten überschüssigen Strom von Windkraft- oder Solaranlagen speichern. Für mobile Anwendungen wie die Elektromobilität sehen Wissenschaftler dagegen eher Chancen für Batterien auf Basis von Magnesium, wie beispielsweise Magnesium-Schwefel-Akkus. Denn sie könnten die nötige Energiedichte liefern, sofern ihre Lebensdauer gesteigert werden kann.

(Quelle: scinexx.de – September 2020)

Der Zeithorizont für die günstigen Batterien in größerem Maßstab dürfte wohl eher bei 2030 oder später liegen, vorher könnten kleinere Ausführungen der neuen Batterien etwa für Drohnen o.ä. kommen.

Solange muss mit weiter optimierten Lithum-Ionen-Batterien in Fahrzeugen (Pkw, Lkw, Busse u.ä.) und im stationären Bereich mit LiFePo4-Batterien bzw. im größeren Maßstab mit Redox-Flow-Batterien oder Wasserstoff plus Brennstoffzelle vorlieb genommen werden – Wasserstoff sozusagen als „Zwischenlösung“.

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