Schnellladenetzwerk Ionity auf der Suche nach weiteren Investoren

Schnellladenetzwerk Ionity auf der Suche nach weiteren Investoren

Copyright Abbildung(en): IONITY

Es verdichten sich die Hinweise darauf, dass das Schnellladenetzwerk Ionity auf der Suche nach neuen Investoren ist. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, beabsichtigt Ionity eine Minderheitsbeteiligung, um frisches Kapital in Höhe von 400 bis 500 Millionen Euro einzusammeln. Das von den Autoherstellern VW, Audi, Porsche, BMW, Daimler, Ford, Hyundai und Kia gestützte Joint-Venture, das europaweit Ultrahochgeschwindigkeits-Ladestationen aufbaut und betreibt, habe die französische Großbank BNP Paribas damit beauftragt, den Prozess zu unterstützen. Nach Ostern sollen unverbindliche Angebote fällig sein, so Reuters.

Bei den Interessenten soll es sich um Finanzdienstleister und Investmentunternehmen wie Macquarie, EQT, Meridiam, OMERS und IFM handeln. Mit einigen von ihnen seien bereits Vorgespräche geführt worden. Einem Insider zufolge entsprechen die 400 bis 500 Millionen Euro einem Anteil von 20 bis 25 Prozent an Ionity. In einer Erklärung teilte Ionity mit, „in ständigem Dialog mit seinen Joint-Venture-Partnern“ zu stehen und „weitere Investitionsmöglichkeiten für den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur“ zu prüfen. Weitere Aktionäre für das Joint Venture seien „grundsätzlich willkommen.“

BNP wie auch die potenziellen Bieter lehnten Reuters zufolge eine Stellungnahme ab oder standen dafür nicht sofort zur Verfügung. Ionity wurde 2017 gegründet und hatte ursprünglich zum Ziel, bis 2020 europaweit 400 Ladeparks mit jeweils durchschnittlich sechs Ladepunkten aufzubauen, um den Vorsprung von Teslas Schnellladenetzwerk Supercharger zu verringern. Ionity hat aktuell gut 340 Standorte in Betrieb, weitere 39 befinden sich im Bau.

Welche Strategie Ionity nach der ersten Phase des Aufbaus von Schnellladern und den weiteren 400 bis 500 Millionen Euro verfolgt, ist noch unklar. Früheren Gerüchten zufolge plant Ionity, auch Schnelllader in Städten sowie an weniger frequentierten Fernstraßen zu schaffen. Gut möglich, dass wir hierzu schon nach Ostern mehr wissen.

Quelle: Reuters – VW-backed EV charging firm Ionity to sell minority stake

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Wie süß – erst ein super Konsortium aus (VW, Audi, Daimler, BMW) bauen – dann als Quotenausländer noch Südkorea mit ins Boot nehmen, dann selber kein Geld in die Hand nehmen wollen, sondern nach der Politik und unseren Steuergeldern schreien.

Dann so dreist sein und für ad hoc Laden 0,79€ abgreifen und sich wundern, wenn EnBW einem den Mittelfinger zeigt – sich dann noch mehr wundern, daß die Säulen gemieden werden – und jetzt nach neuen Investoren suchen?
Wie bescheuert kann man eigentlich sein – fragt doch mal bei Andreas Scheuer nach – vielleicht möchte der noch ein paar Milliarden versenken – am besten, solange der noch im Amt ist!

Lustig wird es dann, wenn man Tesla mangelnden Profit vorwirft, obwohl Tesla parallel zur Fahrzeugproduktion ein wirklich sehr gut funktionierendes Super Charger Netzwerk aufgebaut hat – und vor allem schnell weiter ausbaut – ganz ohne Steuergelder.
Das kostet halt!!!

Absurd wird es dann, wenn VW beim „Power Day“ dann die Wahrheit ein wenig zurechtbiegt und sich mal eben mit „Electrify America” als Landesäulenpionier der USA darstellt (Gähn!!!), der Zig-Millionen in die Ladeinfrastruktur Amerikas „investiert“ hat.

Falsch:
Das war Teil einer Milliardenstrafe für einen gewissen Diesel-Skandal!

Aber in Deutschland ist man ja Meister, wenn es darum geht unangenehme Episoden der Geschichte zu vergessen oder zu verleugnen.

Super – weiter so – das schafft Vertrauen beim Kunden

1+

sehr sehr gut

Könnte es vielleicht sein, dass Ionity neues Geld braucht, weil die Säulen gemieden werden wegen zu teuer? Nur Audi oder VW Neuwagen Käufer dürften die Säulen noch anfahren, weil sie im ersten Jahr eine kostenlose Ladekarten dazu bekommen und dann nur 33ct/kWh bezahlen. Ansonsten werden die Dinger sicherlich gemieden. Die Säulen können sich doch nur über die Auslastung rechnen und wenn ich Mondpreise verlange, dann fehlt die wohl oder übel.

Kleiner Tipp: es gibt so einen Unterschied zwischen Verbrenner und Elektroauto. Der Verbrenner muss im Alltag irgendwann an die Tanke auch wenn der Spritpreis hoch ist. Der Elektroauto stecke ich zu Hause an die Steckdose.

Aber nur mit dem „richtigen“ VW. Beim E-Up gibt es keine Premiumladekarte. Zum Glück fahre ich nur selten an einen CCS Lader und würde es mit meinem Auto auch vermeiden eine >50kW Säule zu blockieren(außer im Notfall).

Der Laden darf gerne mitbekommen, was der freie Markt bedeutet. Mit meiner ENBW Karte kann ich für 49ct an einen Schnelllader.

Farnsworth

Wenn Du im ADAC bist sogar für 0,39€, oder gilt das schon nicht mehr?

Ihr bringt es alle auf den Punkt. Und es sollten auch weiter alle ionity Lader gemieden werden. Stattdessen sollte EnBw so gut es geht unterstützt werden, damit diese den Preis dauerhaft halten können. Nur so kann das Elektroauto Langstrecken tauglich werden.

Ionity meiden? Nicht Euer ernst. Ihr habt glaube ich immer noch nicht verstanden, dass Ionity (wie Tesla SuC) ein Premium Ladenetz ist, dass sich an die Fahrer von Premium Fshrzeugen richtet und die spezielle Ladetarife mit ihrem Fahrzeug mitkaufen. Alle anderen können Ionity auch nutzen (anders als die SuC), wenn auch zu einem unattraktivem Preis von 79ct/ kWh

Last edited 4 Monate zuvor by Niko

Hi Niko, du sagst es, Premium Ladenetz ! Mit dieser Preispolitik würgt IONITY die jetzt richtig fahrt aufnehmende E-Mobilität ab. Schade übrigens, das die auch Vorreiter für andere Betreiber geworden sind, die nunmehr selber an der Preisschraube drehen. Als ich begann E-Mobilist zu werden (bald 4 Jahre her) hatte ich die Hoffnung, das insbesondere kleine Fahrzeuge die neue E-Mobilität ausmachen würden, aber bei der Preispolitik können wir das schon vergessen. Was für ein Nachhaltigkeitsgefassel …

Das ist einfach nicht richtig. Ionity ist – genau wie Tesla – nie angetreten um eine öffentliche Ladeinfrastruktur voranzubringen. Sonder hier investieren massiv Autohersteller, die ein Premium Ladenetz als Voraussetzung brauchen, um ihre Premium Fahrzeuge verkaufen zu können. Und das letzte was Audi & Co brauchen kann ist, dass der Kunde eines Premium Fahrzeuges in der Warteschlange steht. Glaubt jemand ernsthaft, dass Tesla ein Interesse daran hat seine SuC für jedermann für 39 oder 49 ct kWh zu öffnen? Never ever.

für Fahrer von bezahlbaren Autos < 30 T€ mag das ärgerlich sein, aber Tesla und Ionity daraus einen Vorwurf zu machen ist kindisch

man könnte den Einwand bringen, dass Ionity Förderung erhalten hat. Aber wie hoch ist diese Förderung einzuschätzen im Verhältnis zu den horrenden Betriebskosten und den hohen Anfangsverlusten für die Betreiber? Und immerhin kann Ionity jeder nutzen. Ist zwar teuer, aber wenn keine anderer HPC in Reichweite ist nehme ich das Angebot dennoch mit meinem Ioniq VFL gerne war – habe nämlich nur eine geringe Reichweite und ein gut ausgebautes netzt ist für mich daher deutlich wichtiger, als paar Euro zu sparen

für Audi & Co geht es und überleben – und dafür brauche sie ein mit Tesla konkurrenzgfähiges Schnellladenetz.

Tesla hat ohne Zweifel große Verdienste bzgl Push der eMobiliät. Aber ich persönlich wünsche mir, dass es Konkurrenz gibt und auch die Deutschen Premiumhersteller überleben

Last edited 4 Monate zuvor by Niko

Danke Niko, das du das noch einmal deutlich klar gestellt hast. Wenn dem so ist, dann sollten die „Premiumhersteller“ aber bitte die Investitionen auch selbst stemmen. Die Bilanzen von VW, BMW, Daimler und co sehen für mich nicht so aus, als müßten sie zwingend öffentliche Fördermittel erhalten. Das bekommt Ionity bekanntlich. Für eine wirklich ernstgemeinte Co2-Minderungsbilanz müssen wir beginnen umzudenken. Und das jetzt, viel Zeit bleibt uns und unseren Kindern nicht mehr !

Das ist mein voller Ernst. Zumal ionity nichts besser kann als EnBw. EnBw macht es sogar deutlich besser da sie eine ladekarte für über 100.000 Ladesäulen hat und das zu einem Preis für ac und einen Preis für dc. So und nicht anders funktioniert es. Ansonsten wird sich die E-Mobilität mit bev nie durchsetzen. Tesla hat den Vorteil das die für 36 Cent schnellladen ermöglichen. Wo ist also der Mehrwert von ionity? Es gibt keinen. Bei premium muss man auch einen Mehrwert haben. Sonst ist es einfach nur Standard der völlig überzogene Preise hat.

Ionity ist exklusiv für Premium Fahrzeuge gedacht mit einem ganz entscheidenden Vorteil: zuverlässige Verfügbarkeit zu kleinen Preis pro kWh (zusammen mit einem Premium Fahrzeug)

das ist das exakt gleiche Modell wie bei Tesla, nur das Tesla exklusiv nur die eigen Clientel laden lässt.

EnBW ist top, da gebe ich Dir recht. Wo ich kann nutze ich EnBW
aber 39 ct kWh, da wird es schon bald in peak Zeiten sehr voll werden. Und warten will nun wirklich niemand, schon garnicht wenn er ein Premim Auto gekauft hat. Das wäre ein no Go und würde Kunden massiv abschrecken

der Unterschide von Ionity & Tesla ist daß Tesla ihr weltweites lade netzwerk selbst bezahlt hat bzw. die Kunden über höhere Preise der Fahrzeuge während Ionity massive fördergelder Deutschland und EU erhalten haben „soll ein 3 stelliger Millionenbetrag sein “ für Fördergelder nur für Premiunkunden halte ich für verwerflich das Millionen amer Schlucker dafür Steuergelder bezahlen damit die wohlhabenden ein exclusives Ladenetz werhalten

Das „Premium-Laden“ von Ionity wird nicht aufgehen. Egal wieviel Investoren einsteigen.
EnBW macht es vor wie es geht. Der Minister Scheuer ist die letzte Hoffnung, um hier Steuergelder aus dem Fenster zu werfen. Nach der Maskenaffäre wird selbst Er vorsichtiger sein.

Wieso nicht ?
bei Tesla geht es doch auch auf

oder anders gesagt: ich würde mir niemals einen Audi eTron oder Ioniq 5 kaufen für 60+ T€, und dann bei EnBW in der Schlange stehen.

Als Käufer eine Premium Autos würde ich definitiv zu Tesla greifen, wenn es Ionity nicht gäbe

daher fängt ja Porsche jetzt auch an, ihren verwöhnten Kunden an ausgewählten Knotenpunkten eigene Lader bereitzustellen

Klar, das wird gut, wenn jetzt auch noch viele Köche den Brei rühren.
Du suggerierst immer, daß man bei EnBW Ladesäulen warten muß?
Ich mußte noch nie warten – an den Premium Säulen von Ionity hingegen habe ich schon wartende Porsche stehen sehen, weil jemand mit einem anderen i3 schneller war – in den Ferien nützt dann der ganze Premium-Schnickschnack nichts – da will nämlich jeder weiter kommen – und koste es auch 0,79€

Irgendwann wird auch der letzte merken, daß man als Tesla Kunde da 100% mehr Optionen hat – und ein Tesla Model 3 Standard Range ist wahrlich kein „Premium“ Fahrzeug – kann aber trotzdem überall laden

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