Rock Tech plant Lithiumfabrik in Brandenburg

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1341096860

Das deutsch-kanadische Unternehmen Rock Tech Lithium plant im Brandenburgischen Guben den Bau seines ersten europäischen Lithiumkonverters – einer Produktionsanlage für batteriefähiges Lithiumhydroxid. Das Unternehmen will einer aktuellen Mitteilung zufolge dort alle Produktionsschritte der Lithiumveredelung in einer Gesamtanlage ansiedeln. Die Investitionsentscheidung für alle Produktionsschritte hänge unter anderem noch von laufenden Gesprächen bezüglich bereits beantragter beziehungsweise noch weiterer zu beantragender Fördergelder ab.

Die Region biete mit ihrer langen Industrietradition und der vorhandenen Infrastruktur beste Voraussetzungen, ein zentraler Baustein der Batteriewertschöpfungskette und damit Teil des brandenburgischen E-Mobilitätsclusters zu werden. In unmittelbarer Nähe liegen zum einen die demnächst startende Gigafactory von Tesla, wo neben Elektroautos auch Batteriezellen gebaut werden sollen, sowie eine Produktionsstätte des Chemieunternehmens BASF, wo ebenfalls Batteriematerialien hergestellt werden.

Das geplante Gesamtinvestitionsvolumen von Rock Tech am Standort in Guben betrage für alle Fabrik-Einheiten bis zu 470 Millionen Euro. Bei laufendem Betrieb der Gesamtanlage würden rund 160 Techniker:innen, Ingenieur:innen und in der Produktion tätige Mitarbeiter:innen vor Ort beschäftigt sein, so das Unternehmen. Gemeinsam würden sie pro Jahr rund 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren. Dies entspräche dem benötigten Volumen, um rund 500.000 Elektroautos mit Lithium-Ionen-Batterien auszustatten.

Mit dem Erwerb der Fläche im Industriegebiet Guben Süd hat Rock Tech Lithium jetzt die Grundlage für den geplanten Konverterbau geschaffen. Das insgesamt rund zwölf Hektar große Grundstück biete ausreichend Fläche für die Errichtung von Anlagen für alle einzelnen Produktionsschritte bei der Lithiumveredelung. Die ohnehin gute Verkehrsanbindung werde durch einen möglichen Bahnanschluss weiter optimiert. Rock Tech Lithium will für den Planungs- und Genehmigungsprozess einen engen Austausch mit Behörden, Experten und lokalen Anspruchsgruppen suchen. Der Konverter soll 2024 den Betrieb aufnehmen. Für die Produktion sollen lokal bezogene erneuerbare Energien verwendet werden.

Den Rohstoff für das Lithiumhydroxid bezieht Rock Tech Lithium zunächst vor allem aus seinem Minenprojekt in Georgia Lake im kanadischen Ontario. In der Fabrik in Brandenburg wird das Ausgangsmaterial für die Verwendung in Elektroauto-Akkus aufbereitet.

Wir werden der Lithium Partner der Automobilindustrie und bauen in Europa eine eigene, bisher nicht-existierende Infrastruktur für batteriefähiges Lithiumhydroxid auf. Unser Ziel ist, als erstes Unternehmen weltweit, einen geschlossenen Kreislauf für Lithium zu schaffen. Guben erscheint uns als der ideale Standort dafür, dabei spielen auch Fördermöglichkeiten eine maßgebliche Rolle“, erläutert Dirk Harbecke, Chief Executive Officer von Rock Tech Lithium. Bis 2030 plant das Cleantech-Unternehmen rund 50 Prozent der eingesetzten Rohstoffe aus dem Recycling von Altbatterien zu gewinnen.

Die EU-Kommission schätzt, dass der europäische Lithiumbedarf allein für E-Auto-Batterien bis 2030 um das 18-fache und bis 2050 sogar um das 60-fache steigen wird. Eine nachhaltige und resiliente Rohstoffversorgung wird damit zu einem strategisch entscheidenden Faktor für die Automobilindustrie.

Mit Rock Tech Lithium stärken wir unsere Position als zukünftiges Zentrum der europäischen E-Mobilität. In Brandenburg ist künftig die komplette Wertschöpfungskette zu Hause“, erklärt Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg. Von der Rohstoffaufbereitung, über die Batterie- und Zellfertigung, bis zum E-Autobau wie auch dem Batterierecycling seien mehrere Firmen der E-Mobility-Branche in Brandenburg vertreten. Steinbach zeigt sich auch erfreut darüber, „dass Rock Tech Lithium mit Guben einen Industriestandort in der Energieregion Lausitz gewählt hat“. Dies sei für die Menschen der Region ein wichtiges Zeichen. Der Strukturprozess Lausitz habe begonnen und zeige erste positive Ergebnisse.

Der Entscheidung für Guben ist eine europaweite Standortsuche vorausgegangen. Am Ende konnte sich die Stadt laut Rock Tech Lithium aufgrund ihrer hervorragenden Bedingungen durchsetzen.

Quelle: Rock Tech Lithium – Pressemitteilung vom 10.10.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Rock Tech plant Lithiumfabrik in Brandenburg“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
5 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Die Sogwirkung für Berlin-Brandenburg hat mit Tesla begonnen, nun folgen die Zulieferer.
Gut in jedem Fall für die Wirtschaft, die Umsetzung sollte aber ökologisch erfolgen, nicht damit es so aussieht wie rund um einige Wirtschaftregionen wie Wolfsburg, München und Stuttgart.
In Brandenburg gibt es noch unberührte Natur, welche erhaltenswert ist, und nicht durch Firmen zerstört werden sollte, welche keinen Umweltschutzgedanken pflegen und sich nur transformieren wollen.

“Unberührte Natur“ ist die Illusion von Menschen ohne Sachkenntnis. Europa ist eine Kulturlandschaft, keine Naturlandschaft. Kultur heißt nicht, dass da gesungen oder vorgetragen wird, sondern, dass die Landschaft durch den Menschen bewirtschaftet wird. Sie war also in den letzten 1000 Jahren nicht mehr natürlich. Wäre es noch Natur, wären es, wie alle flachen Gebiete in unseren Breiten, unwegbare reine Moorlandschaften gewesen.

Aber einen Unterschied zwischen „Wald und Wiese“ und bebauter Fläche würdest du schon einräumen?

… Unterschied zwischen „Wald und Wiese“ und bebauter Fläche …

Berücksichtige bitte, dass eben in Grünheide kein »Wald« stand, sondern nur eine künstlich angepflanzte Nadel-Monokultur zum Holzgewinnungszweck!

Last edited 1 Monat zuvor by KleinFritzchen

dann wünsche ich viel Erfolg.
Guben liegt ja südlich von Berlin und etwas mehr Grünes Land zu bieten.
Ob das besser ist diese Natur zu verbauen oder die abgefuckten Kiefernwälder die keiner will und brauch dort….

das wird spannend ob eine Deutsch-Kanadische Firma es da leichter haben wird bleibt abzuwarten.

In jedem Fall ist das ganze ein Farce und ein Schlag ins Gesicht für jeden Bürger der ein wenig Grips hat was da alles vor sich geht unter dem Deckmantel des NABU / angebl. Umweltschutzinteressen.

es bleibt spannend

Diese News könnten dich auch interessieren:

Skoda testet Elektro-Lkw in der internen Logistik
Mercedes-Benz: 60 Mrd. € Zukunftsplan stellt E-Mobilität in Fokus
Polestar 3: So sieht das Elektro-Performance-SUV aus
5
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).