Plug-In-Hybriden: Nicht mehr als ein trojanisches Pferd für Verbrenner

Plug-In-Hybride: Nicht mehr als ein trojanisches Pferd für Verbrenner

Copyright Abbildung(en): Daniliuc Victor / Shutterstock.com

Betrachtet man die kumulierten Absatzzahlen von Plug-In-Hybriden, zeigt sich, dass diese in den ersten acht Monaten 2021 den reinen Elektroautos den Rang ablaufen konnten. In dieser Zeit legten E-Autos einen langsameren Start hin. Was unter anderem mit geringen Lagerbeständen zusammenhing, die aufgekommen sind, da 2020 im Jahresendspurt so viele E-Autos wie noch möglich zugelassen wurden. Bis zu Beginn des Jahres war es dann nicht so einfach die Lager zu füllen.

Im Laufe des Jahres 2021 wurden jedoch immer mehr reine Stromer gefertigt, was sich in den vergangenen Monaten auch beim Absatz dieser am europäischen Pkw-Markt bemerkbar macht. Hatten zu Beginn des Jahres noch die PHEV die Oberhand beim Absatz, wurden diese immer schneller von den reinen E-Autos eingeholt. Mittlerweile geht man davon aus, dass Elektroautos mit über 100.000 Einheiten mehr als Plug-In-Hybride das Jahr 2021 beschließen werden. Von der Absatzseite betrachtet.

Hier zeigt sich, dass PHEV immer nur als Übergangstechnologie gedacht waren und durch strengere Gesetzgebungen an Bedeutung verlieren sollen. Zumindest, wenn Sie den Anforderungen des Marktes nicht gerecht werden. In Deutschland ist es beispielsweise so, dass PHEV ab 2023 mindestes 80 km rein elektrisch fahren müssen. Bisher müssen sie es „nur“ auf 60 km rein elektrische Reichweite bringen.

Spannender wird aber sicherlich die Herausforderung, dass diese mindestens die Hälfte der Zeit rein elektrisch gefahren werden müssen. Wobei erwartet wird, dass man sich auf reale Daten stützt, um in den Genuss des entscheidenden niedrigeren monatlichen Steuersatzes für Sachleistungen zu kommen, der eines der wichtigsten Argumente für die Einführung von PHEV ist. Es verwundert daher nicht, dass Plug-In-Hybride aktuell noch als trojanische Pferde betrachtet werden, welche den Verbrenner mit niedrigeren Leasingraten und einem niedrigeren Steuersatz zurück in den Fuhrpark bringen. Zumindest so lange, bis die Politik mehr Fokus auf die reine elektrische Betriebsdauer legt.

Selbst Flottenbetreiber gaben Automobil-Analyst Matthias Schmidt zu verstehen, dass man sich für Teilzeitstromer entschieden habe, da die Leasingrate und die monatliche Steuerrate für die Mitarbeiter niedriger sei und mehr Parkplätze zur Verfügung stehen, weil man weil sie über Nacht auf Plätzen parken und aufladen können, die für Plug-ins reserviert sind. Zudem sei es dem Fahrer eines solchen Fahrzeugs möglich für einen geringeren Geldwert das größere, meist besser ausgestattete Auto zu fahren. Es verwundert daher nicht, dass die Politik steuernd eingreifen möchte.

Quelle: Matthias Schmidt – European Electric Car Market Intelligence Study November 2021

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Im Artikel eher etwas verharmlosend mit: »PHEV [waren] immer nur als Übergangstechnologie gedacht« umschrieben, so ist in Wahrheit die aktuelle „Umwelt“-Förderung der Hybride in der Summe nichts als

1) unsägliche Verschwendung öffentlicher Steuermittel:
   Förderungsbetrag (max. 6.750 Euro)

2) Beihilfe zur (formal legalen) Steuerhinterziehung:
   private Nutzung nur mit 0,5 statt 1 % besteuert

3) sinnloser Betrugsversuch am Weltklima:

https://theicct.org/publications/phev-real-world-usage-sept2020

Artikel: „Real-world usage of plug-in hybrid electric vehicles – Fuel concumption, electric driving and CO2 emissions“

Last edited 9 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Das Problem sind die Verbrenner-Hybride, die klar in der Mehrzahl sind.
Das sind Fahrzeuge, die einen Verbrenner um eine Hybridisierung ergänzen.
Es gibt auch Elektrohybride mit über 100km elektrischer Reichweite + kleinem Verbrennungsmotor, wie zeitweise beim BMW I3.

Ein gutes neues Beispiel für zukunftsträchtige Hybridisierung:
Rosenbauer bietet ein Feuerwehrauto mit einer 100kWh Batterie, elektrischem Allrad und einem PKW Diesel von BMW an.
Der Diesel wird nur bei seltenen, längeren Pumpeneinsätzen benötigt.

Kein Mensch kauft einen PHEV wenn er mit einen BEV auch alle Anforderungen an den Fahrzeug erledigen kann. Je besser die BEV werden, desto mehr setzen sie sich durch, vielleicht dann ohne Förderung und nicht nur in 16 Länder sondern auch in Afrika usw.

Ich habe ein PHEV mit gerade mal 25km elektrischer Reichweite und fahre jetzt schon deutlich über 80% elektrisch. Meine Arbeitsstelle ist 5km weit weg, der Edeka 3km, die Innenstadt 7km. Wenn ich 60km elektrische Reichweite zur Verfügung habe werden da sicherlich ganz einfach über 90% draus. Ich fahre doch nicht die meiste Zeit über 700kg Akku spazieren, die ich dann 2-3 mal im Jahr brauche. Vom Preis für langstreckentaugliche BEVs ganz zu schweigen…

Schwachsinn….bin nun mit meinem Hybrid 4500 km gefahren, davon 3100 rein elektrisch.
1300 km mit Wohnwagen. Wäre elektrisch nicht möglich gewesen.
Wenn voll elektrisch mit Anhänger in akzeptabler Reichweite möglich ist dann gerne.
Derzeit geht nur zur Arbeit mit Strom.

Hybrid ist für mich perfekt.

Die PHEVs sind nicht per se schlecht. Was sie in Verruf bringt, sind die 500-PS-Kisten, bei denen der Elektromotor das Feigenblatt darstellt. Diese Kisten werden von den Steuern abgesetzt und der Fahrer lacht mich auch noch aus dafür, dass ich ihm das indirekt bezahle.
Ich denke, die Karten werden in der Tat neu gemischt, wenn die Fahrer bei der Steuererklärung nachweisen müssen, dass sie mindestens 50% elektrisch gefahren sind…
Aber auch dafür werden sich sicherlich Betrüger finden, die die Fahrzeug-Elektronik entsprechend „korrigieren“, wie beim Tachostand oder AdBlue…

Dieser Artikel von einem“Fachmann“ ist wieder sowas von einseitig und voreingenommen. Alle Nutzer eines PHEV werden über einen Kamm geschoren und unisono beleidigt.
Ich fahre ganz einfach einen PHEV, weil es zu meinem Nutzungsprofil passt und ich damit immerhin zu 85% elektronisch unterwegs bin. Für einen BEV bräuchte es eine eigene Wallbox. Wie nachhaltig ist es bitteschön, wenn jeder für sein BEV eine eigene Wallbox installieren lässt, nur um im Alltag eine riesen Batterie spatzieren zu fahren, deren Reichweite vielleicht zur 2x im Monat benötigt wird?.
Schnellladesäulen fehlen leider im ländlichen Raum noch beinahe gänzlich, damit könnte ich den elektronischen Anteil bestimmt auf über 90% steigern.
Dieses ewige PHEV-Bushing ist so intelligent wie Rassismus. Und begründet wird es damit, dass es dumme Fuhrparkmanager gibt, die falsche Entscheidungen treffen.
Tzz.

Ich bin noch nicht ganz überzeugt, rein elektrisch zu fahren, daher finde ich im Moment, Pluginhybrid Fahrzeuge besser, und zwar ausschließlich Langstrecken über 300 km.
Alles was darunter liegt ist für reine Elektrofahrzeuge in Ordnung, auch wenn es bei den Schnellladestationen zu massenhaften Staus kommt.
Toll wäre es, wenn sich die Automobilindustrie einigen könnten, Tausch Batterien anzubieten.
Ein Autohersteller aus China bietet das bereits an, leider nur für seine Modellpalette.

Man muss die Kirche mal im Dorf lassen.
mir als Radfahrer ist jeder PHEV oder auch HEV deutlich lieber als die noch immer in der überwiegenden Mehrzahl verkauften reinen Diesel und Benziner.

PHEVS und HEVS stinken einfach viel weniger im Stadtverkehr und machen auch weniger Krach.

am schlimmsten sind Diesel nach dem Kaltstart und Diesel Lieferfahrzeuge. Die machen einem als Radfahrer besonders im Winter echt zu schaffen ☹️

Ich sehe in der reinen E-mobilität eine große Verantwortungslosigkeit. Rücksichtslose Ausbeutung des Planeten für Lithium und Kobalt.
Jetzt kommt die Fraktion der E Fahrer und erzählt einen von völlig neuen Akkus. Jo. Weniger Reichweite. Mal ehrlich. Jeder der etwas ans pkw hängt, kommt nicht mit reiner E Mobilität hin.

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