Paragraf 14a: Spitzenglättung erst mit der nächsten Regierung

Paragraf 14a: Spitzenglättung erst mit der nächsten Regierung

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1506802694

Es war eines der kontroversesten Themen in Sachen Elektromobilität der vergangenen Monate, und eigentlich wollten CDU/CSU und SPD ein neues Gesetz zur Spitzenglättung wie im Koalitionsvertrag festgelegt noch vor der nächsten Wahl in trockene Tücher holen. Daraus wird nun nichts mehr. Wie das Portal Erneuerbare Energien berichtet, hat das Bundeswirtschaftsministerium Medienberichte bestätigt, wonach die Reform des Paragrafen 14a des Energiewirtschaftsgesetzes in die nächste Legislaturperiode verschoben wird. Es sei nicht gelungen, eine Einigung der Vertreter von Netzbetreibern, Industrie und Autoherstellern zu erzielen.

Die Interessenlage ist komplex. Die Autohersteller fürchten eine Abschwächung des E-Auto-Booms, sollte die Spitzenglättung eine vorübergehende Abschaltung von Ladevorgängen bedeuten. In einem früheren Entwurf, der im Januar wieder einkassiert wurde, war eine bis zu zweistündige Unterbrechung von Ladevorgängen (bzw. dem Betrieb von anderen Verbrauchern wie Wärmepumpen) vorgesehen, sollte das Stromnetz örtlich an seine Grenzen kommen. Dies ist auch das Argument der Netzbetreiber, warum diese Art der Spitzenglättung notwendig sein soll: um Blackouts zu verhindern.

Netzbetreiber sowie die für die Verteilnetze vielerorts zuständigen Kommunen fürchten zudem, dass ohne die Spitzenglättung der Ausbau der Ladeinfrastruktur ins Stocken geraten könnte. Dabei würden schon Kompromisse reichen, um die Komplettabschaltung von Ladevorgängen zu verhindern: Etwa indem Ladestationen zu Spitzenlastzeiten ihren Strombezug etwas drosseln, was technologisch relativ einfach umsetzbar wäre, sowohl über digitale Smart Meter als auch die seit langem bewährte Rundsteuerempfänger-Technologie.

Eine weitere Lösung für das Problem der Spitzenlasten wäre die Einführung von Vehicle-to-Grid. Bidirektionale Elektroautos könnten über spezielle Wallboxen Strom nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder abgeben, wenn er anderorts dringender benötigt wird. Die Technologie dafür gibt es bereits, auch einige Autohersteller wie etwa Volkswagen haben schon angekündigt, demnächst entsprechende Angebote auf den Markt zu bringen.

Den regulatorischen Rahmen dafür zu schaffen, wird in Sachen E-Mobility eine der dringendsten Aufgaben der nächsten Regierung werden.

Quelle: Erneuerbare Energien – Tanken nach Stromangebot verschoben

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Paragraf 14a: Spitzenglättung erst mit der nächsten Regierung“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
17 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Wenn man seinen ACCU für die Spitzenglättung frei gibt, verliert man auch den Überblick über den Ladezustand. Ob sich in Zukunft da jemand findet, möchte mal stark bezweifeln.
Selbst wenn man für die Energieabgabe was bekommt wird es die Nachteile im Bezug auf die Lebensdauer bzw. Leistungsabbau der Batterie nicht kompensieren.
Bis das zu Ende gedacht ist, wird es wo möglich andere Energieformen geben.

Ja. Vielleicht schaffen wir es irgendwann Knuddelenergie uns zu nutze zu machen. Man stelle sich nur mal vor, das Gerät was man nutzen möchte einfach kurz knuddeln und schon funktioniert es.

Lieber Geld mit dem Akku verdienen als ihn der kalendarischen Alterung preiszugeben. Wenn man zur Spitzenglättung den Bereich zwischen 40-70% freigibt, schadet das dem Akku überhaupt nicht. Zudem kann man jetzt schon konfigurieren, wann der Akku welchen Ladestand haben soll.
Das klappt sicher noch vor dem komerziellen Erfolg der Kernfusion. Ohne CDSU vielleicht etwas früher.

Niemals wird man mit einem Auto-ACCU Geld verdienen können. Dazu müßte die EEG-Umlage weitergeführt bzw. wieder erhöht werden. Alle Parteien auch die Grünen diskutieren über die Abschaffung dieser Zuwendungen. Man wird es erst zu hören bekommen wenn die anstehenden Wahlen vorüber sind, egal wie sie ausgehen.

Betreiber von Pumpspeichern erhalten ja auch keine EEG Zulage sondern verkaufen die Regelenergie (positiv und negativ) am Strommarkt. Das könnte jeder machen, wenn es nicht durch das EEG verhindert würde. Suche: „regelenergie elektroautos“

Genau das ist die Lösung ! Schwarm Speicher. Über all dort, an und in Immobilien, wo Platz ist. So wie auf einem Motherboard eines PCs. Auf dem sind auch gleichmäßig Elkos verteilt und stabilisieren die Spannung. Am besten auch über all dort, wo auch grüner Strom produziert wird. Diese Schwarm Speicher würden im Gegensatz zu Speicherseen auch keine neuen Flächen verbrauchen. Auch ist das BEV ein sinnvoller Speicher, um seinen Eigenverbrauch der Energie von der PV auf dem eigenen Dach zu steigern. Bidirektionales Ladegerät am BEV(wie bei Sion) und der Wallbox vorausgesetzt. Aber das wird einigen aus Wirtschaft und Politik nicht gefallen.

Meine Wallbox hat im schwachen Stromnetz automatisch die Ladung auf 12A gedrosselt, damit die Spannung nicht zusammenbricht.
Das E- Auto als Stromspeicher wird wohl jeder PV Besitzer gerne nutzen, um seinen Haushalt nachts mit Strom zu versorgen. Strom-Abgabe ans Netz wird der Autobesitzer nicht machen, er wird lieber seinen Akku schonen.

Auf die Idee mal einige Aluminium-Werke herunterzufahren, darauf ist von den Herren keiner gekommen.

Aluminium-Produktion in Deutschland

Schmutzig, teuer, überflüssig

Die Essener Alu-Hütte der Firma Trimet verbraucht so viel Strom wie die gesamte Stadt Essen – einschließlich aller anderen Industrie- und Gewerbebetriebe.

In den vier deutschen Aluminium-Hütten sind lediglich 2000 Arbeitnehmer beschäftigt.

Doch der Aufwand, der für die Alu-Produktion getrieben wird, ist enorm – finanziell und politisch. So erhält der größte deutsche Aluminium-Hersteller Trimet für die 4,2 Milliarden Kilowattstunden Strom, die er in diesem Jahr verbraucht, nach Recherchen des WDR Strompreis-Vergünstigungen in Höhe von rund 450 Millionen Euro.

Umgerechnet wird also im laufenden Jahr jeder der 1020 Arbeitsplätze in den beiden Trimet-Aluminium-Hütten mit rund 440.000 Euro subventioniert. Das ist fünfmal so viel, wie die Steinkohle-Kumpel zu ihren besten Zeiten aus den Fördertöpfen erhielten.

(Quelle: tagesschau.de – 2014)

Wenn schon Spitzenglättung, dann an den Stellen, die im Grunde „Schmutzig, teuer, überflüssig“ sind.

Subventionen von 440.000 Euro pro Arbeitsplatz, das sind über 36.600 Euro pro Monat. Bei den Steinkohle-Kumpel über 7.000 Euro pro Monat und dafür haben sich die Kumpels jahrzehnte lang abgeplagt. Man hätte ihnen den Lohn auch ohne Arbeit auszahlen können und hätte dabei viel Geld gespart.

Die Frage habe ich an die Redaktion vom WDR Radio geschickt. Am 30.ist im Radio ein Interview mit Armin Laschet und es wurden Fragen an ihn gesammelt. Subventionen und Umweltschäden machen Braunkohle, so teuer, das eine Abfindung für die 8000 Arbeitnehmer sinnvoller sind.

den Stuss, den Herr Döschner da vor vielen Jahren verzapft hat, sollten Sie nicht wiederholen, wenn Sie sich nicht genauso blamieren wollen wie dieser ‚Investigativ‘-Journalist !
Die angebliche Subvention rührt aus den Reduktion der EEG-Umlage für stromintensive Grundstoffhersteller (die die internationalen Wettbewerber gar nicht zahlen), ohne die diese Produzenten einfach den Laden dicht machen (müssten), mit der Folge, dass das Unternehmen gar keinen Strom mehr bezieht, somit gar keine EEG-Umlage mehr zahlt (heute ca. 3.000 €/Mitarbeiter und Jahr – das muss man erstmal verdienen !) und die Mitarbeiter entlassen muss, was wiederum dazu führt, dass der Bürger noch mehr EEG-Umlage zahlt, denn die umzulegenden EEG-Kosten verändern sich ja dadurch nicht, die Kosten der Sozialleistungen für die dann arbeitslosen Mitarbeiter (direkte und noch 2x so viele indirekt abhängige) und die finanziellen Folgen einer fatalen Schwächung der deutschen Wertschöpfungsketten – insbesondere im Bereich der Automobilindustrie, da die auf die speziellen Werkstoffe und Produkte der deutschen Aluminiumindustrie angewiesen sind.

Es ist also manchmal nicht so einfach, wie es uns sensationsgeile linksideologische Marktschreier über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (!) glauben machen wollen !

Wie viele Arbeitsplätze wurden vor ca 10 Jahren in der PV-Branche vernichtet ohne eine einzige Träne, waren das nur 100.000 oder doch etwas mehr.

den Stuss, den Herr Döschner da vor vielen Jahren verzapft hat, sollten Sie nicht wiederholen, wenn Sie sich nicht genauso blamieren wollen wie dieser ‚Investigativ‘-Journalist !
Die angebliche Subvention rührt aus den Reduktion der EEG-Umlage für stromintensive Grundstoffhersteller (die die internationalen Wettbewerber gar nicht zahlen), ohne die diese Produzenten einfach den Laden dicht machen (müssten), mit der Folge, dass das Unternehmen gar keinen Strom mehr bezieht, somit gar keine EEG-Umlage mehr zahlt (heute ca. 3.000 €/Mitarbeiter und Jahr – das muss man erstmal verdienen !) und die Mitarbeiter entlassen muss, was wiederum dazu führt, dass der Bürger noch mehr EEG-Umlage zahlt, denn die umzulegenden EEG-Kosten verändern sich ja dadurch nicht, die Kosten der Sozialleistungen für die dann arbeitslosen Mitarbeiter (direkte und noch 2x so viele indirekt abhängige) und die finanziellen Folgen einer fatalen Schwächung der deutschen Wertschöpfungsketten – insbesondere im Bereich der Automobilindustrie, da die auf die speziellen Werkstoffe und Produkte der deutschen Aluminiumindustrie angewiesen sind.
Es ist also manchmal nicht so einfach, wie es uns sensationsgeile linksideologische Marktschreier über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (!) glauben machen wollen !

… für die 4,2 Milliarden Kilowattstunden Strom, die er in diesem Jahr verbraucht, nach Recherchen des WDR Strompreis-Vergünstigungen in Höhe von rund 450 Millionen Euro.

450 Mio. Euro geteilt durch 4,2 Mrd kWh sind 0,107 Euro / kWh bzw. 10,7 Cent / kWh.

EEG-Umlage 2014 – 6,24 Cent / kWh

(Quelle: bmwi-energiewende.de)

Es gab größere Vergünstigungen als die EEG-Umlage ausmachte. Selbst wenn man bei 6,24 noch 19% MwSt draufschlägt sind es nur 7,43 – also über 3 Cent / kWh an Subventionen.

10,7 – 6,24 = 4,46 Cent / kWh – entspricht über 187 Mio. Euro zusätzlich zur EEG-Befreiung.

10,7 – 7,43 = 3,27 Cent / kWh – entspricht über 137 Mio. Euro zusätzlich zur EEG-Befreiung.

Bei 137 Mio. Euro geteilt durch 1.200 Mitarbeiter sind es gut 114.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr.

Mindestens 9.500 Euro im Monat pro Mitarbeiter an Subventionen, zusätzlich zur EEG-Befreiung.

Von wegen Stuss – mal besser recherchieren und ruhig selber nochmal nachrechnen.

Sorry – kleiner Rechenfehler.

Es waren ja nur 1.020 Mitarbeiter, also über 11.000 Euro pro Monat und Mitarbeiter.

  • Warum wird in Deutschland meistens alles unnötig kompliziert und teuer gemacht ? Wenn mehr Geld in Schwarmstrom PV, wie z.B. den Balkon Kraftwerken und Speicher an jeder PV Anlage installiert werden, ist sauberer Strom en Masse da und Lastpitzen können sehr simpel geglättet werden. Auch müsste das Niederspannungsnetz nicht großartig ausgebaut werden. Auch Bidirektionale Ladegeräte an BEV sind ein Baustein zur Energiewende.Die Niederlande machen es vor. Liebe tradierte Politik. Bitte werdet endlich kreativer und hört nicht immer Reflexartig auf Lobbyisten, die nur ihre Pfründe und Marktmacht sichern wollen. Beteiligt die Bürger stärker an der Wertschöpfung bei der. Energieerzeugung, Speicherung und nicht immer nur an den Kosten, das alles so bleibt, wie es ist. Das funktioniert nicht mehr. Vorbild auch: Schönau im Schwarzwald

Schön wäre es, wenn man Strom dann und dort, wo er im Überfluss vorhanden ist, ernten und konservieren könnte, um ihn dann wieder hervorzuholen, wenn man ihn (dringend) braucht.
Ah! Das gibt es ja schon! Es nennt sich Wasserstoffwirtschaft. Und die passenden Elektrofahrzeuge dazu nennen sich FCEV. Problem gelöst.
Wer nur ein BEV hat, muss halt zahlen, was der Strom gerade kostet und gefasst sein, dass es nicht immer in beliebigen Mengen davon gibt. Wer ein FCEV hat, dem kann das alles egal sein, er nimmt die Energie ab der Konserve.

Nur wer verschenkt den Strom und wer wandelt ihn in Wasserstoff, um diesen zu speichern?

Warum sollte der Eine den Strom verschenken, damit ihn der Andere teuer verkaufen kann?

Wer baut die 3-fache Menge an Windrädern und PV-Anlagen hier im Land, im Strom zu verschenken?

Ach, dafür soll Afrika und Südamerika Land zur Verfügung stellen, aber wer zahlt den Transport?

Wasserstoffwirtschaft setzt auf Schmarotzertum – die einen sollen die 3-fache Menge an Strom produzieren und möglichst umsonst oder zumindest billigst abgeben, damit es mit großem Gewinn an Besitzer von ineffizienten, teueren und wartungsintensiven H2-Fahrzeuge teuer verkauft werden kann.

Ein Verbrennungsmotor wiegt etwa 200-250 kg, soviel wie eine Brennstoffzellenanlage für H2-Auto – dafür gibt es eine leichte 40-kWh-Batterie, die z.B.einen VW e-up 200 bis 300 km (innerorts) weit bringt.

Das H2-Auto braucht noch einen H2-Tank und Batterie als Pufferspeicher, zusammen etwa 150 bis 200 kg, was in etwa einer Batterie von 25 bis 30 kWh bzw. 150 bis 200 km zusätzlicher Reichweite entspricht.

Zusammen genommen etwa 350 bis 450 kg für die erforderliche H2-Technik oder 350 bis 500 km Reichweite, wenn dieses Gewicht als Batterien zum Beispiel im VW e-up genutzt wird.

Nicht zu vergessen ist auch der hohe Preis für die H2-Technik in Fahrzeugen.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Werk Wörth von Mercedes-Benz wird Zentrum für emissionsfreie LKW
Fiat-500-Wettbewerb: Strom sparen lohnt sich
Neuer Plug-in-Hybrid der Mercedes S-Klasse ab sofort bestellbar
17
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).