Opel Manta GSe: Vom Teileträger zum Kult-Mobil

Opel Manta GSe: Vom Teileträger zum Kult-Mobil

Copyright Abbildung(en): Opel

Erst war es nur ein Einzelstück – doch längst wird von einer Kleinserie gemunkelt. In jedem Fall sorgt der elektrifizierte Opel Manta GSe ElektroMOD für Emotionen. Wie Opel bekanntgab, stand am Anfang des Experiments ein orangeroter Manta mit schwarzem Vinyldach in der Sammlung von Opel Classic. Der Wagen – 14 Jahre im Erstbesitz einer Dame aus Wiesbaden – sei zwar ordentlich in Schuss gewesen, aber  eben doch eher ein Teileträger. Doch dann wurde daraus eine Idee…

Der GSe ist eine Hommage an den Manta von früher und zugleich ein Brand Statement für die Gegenwart.“ sagt Quentin Huber, Leiter Markenstrategie und Social Media bei Opel. „Opel ist mutig und klar – aufregend anders. Vielleicht anders als man es von uns erwartet.“ Soviel Enthusiasmus begeisterte auch die Geschäftsführung und so gab es grünes Licht von ganz oben. Ein wenig erinnert das schillernde Projekt an die Zeit, als eine Gruppe von Enthusiasten um Chefdesigner Erhard Schnell in Eigeninitiative erst den Experimental GT und schließlich den Opel GT entwarf.

Im Fall des Manta GSe ElektroMOD sollte der Wagen seine ursprüngliche Faszination erhalten und zugleich Top-Innovationen ins Spiel bringen: den Pixel-Vizor mit neuester LED-Technologie etwa, das digitale Cockpit – und eben den Elektroantrieb. „Mit dem ElektroMOD schlagen wir eine Brücke von der großartigen Opel-Tradition hin zu einer erstrebenswert nachhaltigen Zukunft„, sagt Design-Manager Pierre-Olivier Garcia . „Diese Mischung aus Zeitgeist von damals und heute ist absolut faszinierend.“

Viel technischer Aufwand war nötig. Das eher seltene Automatik-Getriebe des Manta war zwar noch in Ordnung, aber das Opel-Team wollte für den ElektroMOD dann doch lieber das millionenfach verbaute klassische Viergang-Getriebe. Also konstruierten die Techniker eine Adapterplatte für eine größere Kupplung, zusätzlich bedurfte es noch einer längeren Kardanwelle aus dem Teileregal von Opel Classic, und an der Hinterachse wurde von Trommel- auf Scheibenbremsen umgerüstet.

Weil die Originalsitze von damals keine Kopfstützen hatten, verbauten die Techniker Recaro-Schalen aus dem Adam S. Die passten allerdings nicht so ohne weiteres hinein und mussten in der Konzept-Werkstatt – wie viele der neuen Komponenten – für das Projekt Manta maßangefertigt werden.

Das Fahrwerk stimmten die Ingenieure vorne straff ab und – der besseren Traktion wegen – hinten etwas weicher. Immerhin ist der ElektroMOD der stärkste Manta aller Zeiten – von Tuning- und Rennsport-Versionen abgesehen. Die Kraft des 147-PS-Synchronmotors muss also vom klassischen Hinterradantrieb auf die Straße gebracht werden. Dafür wurde die 31 kWh-Lithium-Ionen-Batterie im Kofferraum so weit vorne wie möglich eingebaut. Im Manta GSe können weiterhin vier Erwachsene reisen und der Gepäckraum reicht immer noch für einen zweiwöchigen Italienurlaub, heißt es bei Opel.

Unterm Strich wiegt der Manta nach dem Umbau zum ElektroMOD 1137 Kilo – das sind dreieinhalb Zentner mehr als das Original, aber immer noch deutlich weniger als viele moderne Autos mit Verbrennungsmotor. Bei normaler Fahrweise kommt der GSe auf 200 Kilometer Reichweite, bei etwas zurückhaltendem Fahrstil auch darüber hinaus. Und wie es sich für einen Opel-Stromer gehört, kann auch der E-Manta rekuperieren. Das aber funktioniert nicht automatisch. Um die Rückgewinnung zu aktivieren, muss der Fahrer einen im Handschuhfach montierten Schalter betätigen.

Gestertet wird der Motor stilsicher über den Zündschlüssel. Danach hat der Fahrer die Wahl, ob er den vierten Gang einlegt und einfach losfährt. Das Drehmoment des E-Motors ist hoch genug, um alles in einer Übersetzung zu schaffen. Stilsicher bleibt aber auch die Option, die vier Gänge durchzusortieren. Die Beschleunigung ist in jedem Fall herzerfrischend. Bei Tempo 150 ist allerdings Schluss.

Apropos Schluss: Ganz am Ende stand dann noch ein Farbtupfer. Den neuen neongelben Lack bekam das Coupé nämlich erst, als der Wagen bereits elektrifiziert und vom TÜV abgenommen war.

Quelle: Opel – Pressemitteilung vom 24. August 202

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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ei schönes Auto, aber Getriebe, Zündschlüssel und Schalter für Reku. braucht kein Mensch.

Gerne in Kleinserie genau so bauen, der würde genug Abnehmer finden.
Alleine schon das Schaltgetriebe in Kombination mit dem Elektromotor, traumhaft.

Aufklärung für mich. Was ist an dieser Kombination Traumhaft?
Gut sinnlos ist diese Kombination, aber was macht dies für dich Traumhaft?
Ist jetzt ernst gemeint. Möchten sicher mehrere wissen.
Das wäre doch wie Dampflok mit Getriebe. Machbar, aber sonnst?

Hast du Spaß an einer Handschaltung? Wenn ja, dann würdest du es verstehen.
Du kannst das eh schon hohe Drehmoment halt noch besser ausnutzen.

Nein ich bin froh das ich keine Handschaltung mehr habe. Bei meinem ehemaligen Honda CRV 2,2 Diesel mit 350Nm hatte ich dies noch. Da hätte ich mir schon ein Automatikgetriebe gewünscht.
Bei meinem Kia E-Soul gibt es dies nun sowieso nicht mehr.
Ich fand dieses geeiere am Stock immer sinnlos. Sind wir Köche am Herd?
Drehmoment muss da sein und gut ist.
Das Drehmoment liegt beim Stromer fasst konstant an. Gut, nicht linear, aber da gibt es nichts zu regeln oder zu schalten.
Das Optimum wird über die Software 1000mal besser geregelt als du es je könntest.
Bitte sag jetzt nicht du kannst schnell schalten. Kannst du nicht. Elektro mit Einganggetriebe lacht dich aus. Glaub es.
Wozu Gänge reisen im öffentlichen Straßenverkehr? Schalten ist Zeitverschwendung im Leben und auf der Rennstrecke 🙂
Es gibt nur Sonderfälle bei CNC-Maschienen. Diese schalten aber eher selten im Betrieb. Eher im Stillstand als Vorwahloption.

Ich fahre jetzt seit ca. 6 Jahren Automatik im Alltagswagen. Ich vermisse das Schalten immer öfter. Es macht einfach Spaß. Man fühlt sich stärker mit dem Fahrzeug verbunden.

Für Kurzstrecke nehme ich immer öfters den alten E46 meines Vaters, das macht ungemein viel Spaß.
In einem Sonntagswagen, wie diesem Manta, kann also von mir aus gerne weiterhin eine Handschaltung vorhanden sein. Da geht es nicht um Schnelligkeit oder Effizienz.

Last edited 21 Tage zuvor by Mike

Zum Glück sind wir Menschen meist unterschiedlich. Die einen, so wie Du, wollen aufs Strompedal treten, und ab geht’s. Andere wollen auch E fahren, finden es aber nostalgisch wenn sie schalten können. Vielleicht Kuppeln diese dann auch noch im Geiste 🙂 Übrigens, ich fahre auch einen E-Soul und bin absolut happy. Trotzdem, ein bisschen mehr Toleranz und gut ist…

Hilf mir einer, ist das jetzt ein Benziner mit zusätzlichem E-Motor? Oder was? Lacht mich nicht aus.

Bin über diese Idee des emanta begeistert. Besitze noch einen unrestaurierten Manta A 1.6 N. würde meine Karosserie für einen Umbau zur Verfügung stellen. Der e Manta der 2025 kommen soll,wird wohl kein Renner. Sieht ja krausig aus, aber bei dem Gse ElektroMOD wäre ich sofort dabei.Wirklich traumhaft. Bitte genau so in Serie bauen.

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