Opel soll Elektroauto-Restwertrisiko auf Händler abwälzen wollen

Opel soll Elektroauto-Restwertrisiko auf Händler abwälzen wollen

Copyright Abbildung(en): Opel

Einem Medienbericht zufolge will der Autohersteller Opel das Restwertrisiko für Elektroautos nicht mehr selber tragen, sondern künftig an seine Händler abgeben. Der Automobilwoche zufolge bestätigte der Händlerverband der Marke die Unstimmigkeiten, von welchen das Fachblatt über Händlerkreise erfahren habe. Die laut dem Blatt verärgerten Händler befürchten nun Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Marken. Der Opel-Händlerverband suche jetzt das Gespräch mit dem Hersteller. Opel selbst oder der PSA-Konzern hat sich zu der Sache bislang noch nicht geäußert.

Opel scheint nicht mehr an seine eigenen Produkte zu glauben“, sagte ein anonym bleiben wollender Opel-Händler der Automobilwoche. Mit der Übernahme durch den PSA-Konzern hätten Mehrmarkenhändler eigentlich gehofft, dass das bislang geltende Opel-Modell auch bei den französischen Marken Peugeot und Citroën eingeführt wird. Der Konzern allerdings wolle nun das Gegenteil durchsetzen. Die Händler rechnen nun auch damit, dass der Verkauf von Autos schwieriger werden dürfte, wenn sie ihre Angebote nicht mehr über die Opel-Bank abwickeln können – der Umweg über Dritte sei oft umständlicher und um einiges zeitaufwändiger.

Beim Verkauf vor allem von jungen Gebrauchtwagen befürchten die Opel-Händler, dass sie ohne die sonst üblichen Subventionen durch den Hersteller Probleme damit haben werden, die Fahrzeuge verkaufen zu können. Zumal der zuletzt deutlich gestiegene Umweltbonus die Restwerte von Elektroautos stark durcheinandergewirbelt hat. Außerdem setzt die technologische Entwicklung den Gebrauchtmarkt von Elektroautos unter Druck. Mit den Jahren werden E-Autos nicht nur immer günstiger, sondern kommen auch mit immer besseren und reichweitenstärkeren Batterien auf die Straße. Junge Gebrauchtwagen und Leasingrückläufer haben es schwer, sich gegen diese Neuwagen-Konkurrenz behaupten zu können.

Quelle: Automobilwoche – Elektroautos: Opel bürdet Händlern Restwertrisiko auf

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Leider werden das demnächst alle Hersteller machen denn genau wie Anfangs bei den Handys wird es bei den E-Autos in den nächsten 8 Jahren Gigantische Preisschwankungen geben.
Der Preiskampf hat erst begonnen und wer glaubt als Hersteller kann er sich ausruhen wie bisher bei den Verbrennern der täuscht sich.
Die Technologischen Sprünge die wir in den nächsten Jahren erleben werden gab es das letzte mal vor 110 Jahren als die Mobilität noch ganz am Anfang war.
Ich glaube die wenigsten können sich vorstellen was da jetzt auf uns alle zu kommt.

Ja, der Fluch der bösen Tat:
Jetzt (erst?) ist vermutlich auch diesem Konzern klar geworden, dass sich dieser ganze Stecker-/Hybrid-Verbrauchs- und CO2-Schwindel noch zum Nachfolger des Dieselbetrugs auswachsen könnte!

Meine Prognose: Zum „Schlachtefest“ – also einem gallopierenden Restwertverlust – kommt es, wenn nach Ende 2021/22 die Firmen-Leasingfahrzeuge in Stückzahlen auf den Gebrauchtmarkt zu den Privatkunden drängen und die dann schon bald mit den hohen Wartungs- resp. Reparaturkosten der extra-komplizierten Doppel-Technik konfrontiert werden.

Last edited 11 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Das Restwertrisiko ist bei Elektroautos einfach enorm.
Durch den Hochlauf in den nächsten Jahren werden die neuen Autos immer billiger und wer möchte schon einen Gebrauchtwagen mit weniger Features kaufen, wenn ein Neuwagen billiger ist?
Besonders extrem ist das grade bei Tesla. Man bekommt ein neues Model 3 SR+ bei Tesla für 35.000 € nach Umweltbonus, oder ein gebrauchtes Model 3 SR+ bei mobile.de für 39.000 €.
Da kann man die Hersteller und auch die Händler verstehen, dass alle den schwarzen Peter an andere weitergeben wollen.

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