Olaf Scholz: „Wischiwaschi beim Klima hilft nicht mehr“

Copyright Abbildung(en): Olaf Scholz | Bundesministerium der Finanzen

Olaf Scholz hat klare Entscheidungen in der deutschen Klimapolitik angemahnt. Es gehe dabei nicht um Verzicht, sondern um die Modernisierung der Industrie, erklärte der SPD-Kanzlerkandidat in einem Interview mit dem ADAC. Im Falle eines Wahlsieges wolle er mehr elektrifizierte Autos und mehr öffentlichen Verkehr.

Wenn der Umbau gelinge, werde es einen riesigen Wachstums- und Investitionsschub geben, so Scholz. Deutschland stehe vor einer zweiten industriellen Revolution. Dafür brauche es aber klare Vorgaben. „Wenn BMW, Daimler und Volkswagen jetzt Milliarden in die E-Mobilität investieren, dann hat der Staat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es überall auch genug Ladestationen gibt. Das geht bislang viel zu langsam voran.“

Für all diese Pläne werde Deutschland noch viel mehr Strom brauchen als heute – bis 2030 zusätzlich fast 100 Terawattstunden. Das habe selbst der Wirtschaftsminister eingestanden, so Scholz. Dieser Wert bedeute jedes Jahr einen Zuwachs in der Größenordnung, wie eine Stadt wie Hamburg jährlich verbraucht. Deshalb müsse der Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen beschleunigt und das Stromnetz ertüchtigt werden.

Das aber sei mit aktuellem Planungsrecht kaum zu schaffen, so der SPD-Kanzlerkandidat weiter. Daeshalb müssten im ersten Jahr der neuen Regierung alle entscheidenden Weichen dafür gestellt werden. Scholz: „Die Planungsverfahren, die heute oft fünf bis zehn Jahre dauern, müssen wir auf sechs Monate bis drei Jahre verkürzen, sonst bekommen wir das nicht hin mit der Klimaneutralität und gefährden Millionen Arbeitsplätze in der Industrie – auch in der Automobilindustrie.“

Neben den erneuerbaren Energien will Scholz auch auf Wasserstoff setzen. Für viele industrielle Prozesse werde er eine große Rolle spielen – womöglich auch für die Luftfahrt und schwere Laster. „Wichtig ist: Die Aufgabe, die vor uns liegt, kann gar nicht überschätzt werden. Deshalb braucht man klare Entscheidungen und kein Wischiwaschi und Durchwursteln – sonst gefährdet man die Zukunft Deutschlands.“

Niemand dürfe allerdings finanziell überfordert werden, so Scholz. Klimaneutralität müsse eben auch bezahlbar bleiben. „Ich halte es für richtig, wenn wir auf dem verabredeten moderaten Pfad zur CO₂-Bepreisung bleiben.“ Bürgerinnen und Bürger könnten sich darauf einstellen, dass die Nutzung von Erdöl, Erdgas und Kohle schrittweise teurer wird – und sich bei der nächsten Anschaffung darauf einstellen. „Wer jetzt den CO₂-Preis schnell ganz kräftig erhöhen will, der sorgt nur für Ärger, weil die meisten sich so schnell gar nicht umstellen können und dann auf den höheren Kosten sitzen bleiben werden.“

Die Wenigsten könnten sich von heute auf morgen ein E-Auto leisten, so Scholz. Ganz zu schweigen von den Pendlern, die weite Strecken zurücklegen müssten. Für den Umstieg müsse daher der Strompreis deutlich sinken. „Mit der Abschaffung der EEG-Umlage, wie sie die SPD vorschlägt, spart eine Familie etwa 300 Euro im Jahr.“ Finanziert werden könne dies durch allmählich steigende Einnahmen aus der CO2-Bepreisung – und die Vermeidung klimaschädlicher Subventionen.

E-Fuels, wie etwa vom Automobilverband gefordert, hält Scholz nicht für den geeigneten Weg. Die Technik werde vor 2030 kaum massentauglich sein. Zu diesem Zeitpunkt werde es aber gar nicht mehr so viele Fahrzeuge geben, die solche Kraftstoffe noch bräuchten. „Interessant sind E-Fuels für die Luftfahrt oder für die Seeschifffahrt, vielleicht auch für die Formel 1. Für den Alltagsgebrauch sehe ich sie eher nicht.“

Ein klares Bekenntnis zum EU-Ziel, wonach ab 2035 quasi keine Pkw mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürfen, vermeidet Scholz. Er sei sicher, dass es darüber noch eine intensive Debatte in Europa geben werde. Er sei kein Freund von Verboten. Volkswagen, BMW und Daimler setzten bereits auf die E-Mobilität. Sobald E-Fahrzeuge das gleiche kosteten und genauso viel Komfort und Reichweite böten wie traditionelle Pkw, würden sich auch immer mehr Kunden dafür entscheiden.

Ein Tempolimit von 130 auf Autobahnen hält Scholz allerdings für sinnvoll. Das sei zwar kein riesiger Beitrag zur Senkung von Emissionen – aber eben doch ein wirksamer. Parallel dazu bleibe aber der Ausbau von Autobahnen wichtig. Auch für E-Autos brauche man schließlich gute Straßen.

Quelle: ADAC – Olaf Scholz: „Wer den CO₂-Preis schnell ganz kräftig erhöhen will, sorgt nur für Ärger“

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Für all diese Pläne werde Deutschland noch viel mehr Strom brauchen als heute – bis 2030 zusätzlich fast 100 Terawattstunden.

100 TWh wären 100.000 GWh bis 2030 oder rund 11.000 GWh Zuwachs pro Jahr bzw. über 1.000 neue Windräder pro Jahr. Bei 294 Landkreisen in Deutschland also 3 – 4 neue Windräder pro Kreis und Jahr.

Oder als PV-Anlagen ein Zuwachs von 82,5 km² PV-Fläche pro Jahr oder 0,28 km² (280.000 m²) pro Landkreis und Jahr. Als Quadrat rund 530 x 530 m pro Landkreis und Jahr verteilt auf Gebäuden oder Freiflächen.

Alles machbar, wenn es politisch gewollt ist.

Das ist wirklich übersichtlich. Man muss aber Windkraft und PV kombinieren. Die PV bringt ja nicht so viel im Winter.
Ein bisschen mehr sollte man auch schon installieren. Das ist ja nur der Zuwachs im Stromverbrauch. Wir müssen dazu ja noch versuchen die Kohle weiter zu verdrängen.

Eines möchte ich noch hinzufügen. Die Geothermischen Kraftwerke. Das ist eine Technologie die in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Neue Verfahren um das Gestein durchlässig zu machen ohne die gefährlichen Nebenwirkungen wie Erdbeben oder giftige chemische Stoffe sind in der Schweiz bereits erfolgreich getestet worden. Damit wäre auch das Problem des Flatterstroms entschärft. Und solche Kraftwerke sind auch in kleinerem Masstab vielerorts machbar. Es müssen nicht immer Kohlekraftwerke sein wie es die entsprechenden Lobbyisten immer und immer wieder betonen. Etwas mehr Innovation täte Deutschland und der Welt gut, statt immer wieder zu betonen was angeblich nicht machbar sei.

„Interessant sind E-Fuels für die Luftfahrt oder für die Seeschifffahrt, vielleicht auch für die Formel 1“ unfug die Formel1 muss auf E-Mobilität umgestellt oder abgeschhafft werden. Diese nutzlose und sinnlose co2 Erzeugung für diese Spassveranstaltung (2 Stunden im Kreis herumfahren) gehört nicht mehr in eine saubere Umwelt

Die Einstellung macht jetzt auch nicht den fetten Klimaunterschied. Alleine das hin und her gereise um die Welt des ganzen Zirkus verursacht wohl mehr CO2 wie die ganzen Rennen zusammen.
E-Fuels werden wohl für die Bestandsflotte an PKWs und Oldtimer noch ne Rolle spielen. So ganz schnell verschwinden die ja nun auch wieder nicht von der Straßen. Jeder heute verkaufte Verbrenner fährt locker noch 15 Jahre durch die Gegend, wenn man ihn nicht zu Schrott fährt. In Luft- und Schifffahrt allerdings werden die Kraftstoffe definitiv eine Rolle spielen. Das geht das nicht mit Akkus.

Schifffahrt ging vor Hunderten von Jahren aber auch schon mit erneuerbaren Energien (Windkraft). E-fuels könnte man dann für die Passagen verwenden wo kein Wind weht. Aber eigentlich ist dieser ganze Globalisierungswahnsinn das Problem. Wir transportieren zu viele Dinge auf zu lang Wegen. Mobilität muss reduziert werden. Und das geht mit 3 Wegen: Auf Selbstbeschränkung hoffen, über den Preis oder mit Verboten. Der letztere Weg wird zu starkem Widerstand führen, der erste führt zu nichts, also bleibt nur eine ordentliche CO2 Steuer. Und am besten auch auf Importe, wenn das Land selbst keine CO2 Steuer erhebt. Bei geringerer CO2 Steuer als hier müsste es weiterhin noch einen Aufpreis geben.

Farnsworth

Es gibt noch einen anderen Weg. Statt mit dem erhobenen Zeigefinger mit dem Daumen hoch überzeugen. Alternativen schaffen die einen Mehrwert statt Einschränkungen bringen.

Und vor allem nicht immer Gründe suchen warum etwas nicht geht. Auch mit Verboten sollte man vorsichtig umgehen.

Ein Elektroauto ist so eine Alternative. Nur sollte man auch die mit Vernunft einsetzen sonst erreicht man das Ziel nicht. Das geht nicht von jetzt auf heute. Erst müssen die Menschen vom Mehrwert überzeugt werden.

Mit schlechter Ladeinfrastruktur und undurchschaubarer Preispolitik geht das jedenfalls nicht. Die Autohersteller die meinen hier ihr Eldorado gefunden zu haben, müssen zurückgebunden werden.

Und die Erneuerbaren Energien müssen gefördert und nicht ausgebremst werden. Fördergelder mit falschen Anreizen müssen sofort gestoppt werden. Keine Subventionen für Dieselkraftstoff. Keine Fördergelder mehr für PHEV. Damit wäre bereits viel erreicht.

Last edited 17 Tage zuvor by Hiker

Die Formel 1 wird sich entweder anpassen müssen oder ganz verschwinden. Das Interesse der Fahrzeughersteller diese Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren auszustatten und zu finanzieren wird gegen null gehen. Was macht das noch für einen Sinn, mit Verbrennern im Kreis herum zu lärmen wenn das Zielpublikum mit leisen leistungsstarken BEVs unterwegs sein wird?

Ja klar….Wenn pro Tag in der TRA Lauter vom Militär (US-Airforce wie Bundesluftwaffe) CO2 in die Luft geblasen wird, der Zitat aus der BI gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung: „2 Stunden und 12 Minuten Kampfjetflüge zwischen 10:01 und 15:15 Uhr, ca. 121.100 Liter Treibstoff, ca. 334.236 kg CO2, ca. 969 kg NOx – entspricht 2.018.333 gefahrenen Autokilometern“ ausmacht, dann muss man sich fragen,was so ein Politiker hier sagt. Die Gelegenheit war günstig z.Zt., dem ganzen ein Ende spätestens in 2 Jahren zu machen, indem aufgrund des völkerrechtswidrigen Vertrages zwischen dem damaligen US-Präsident Trump und den Taliban, Deutschland aus der NATO austreten würde, alle US-Liegenschaften in D damit obsolet wären, keine Kampfjetflüge mehr stattfinden dürften und der CO2 Ausstoss damit signifikant gesenkt würde!

Olaf Scholz: „Wischiwaschi beim Klima hilft nicht mehr“

Schon klar, Olaf, aber (D)ein »Waschiwischi« hilft da auch nicht weiter!

Wenn ich kein deutliches und eher kurzfristiges Ende für die Zulassung aller Verbrenner in Deutschland setze, dann ist das wischiwaschi. Dann scheißt man sich in die Hose vor dem Petrolheads und vor denen, die sich nie ändern werden. Keine Neuzulassungen mehr ab 2025 und Fahrverbot ab 2030 wäre dagegen ein klares und in die Zeit passendes echtes Signal gewesen.

Ich glaube ehrlich gesagt er setzt darauf, dass die EU den schwarzen Peter dafür bekommt. Dann muss sich die deutsche Regierung das nicht selber ankreiden sondern sie folgen nur der EU. Ich denke sowieso, dass der Ausstieg aus technischen Gründen bis 2030 vollzogen wird bis auch einige Hardcore Gegner. Wenn das E-Auto das günstigste ist, was man fahren kann, dann steigen die Leute automatisch um. Aber man muss bis dahin glasklar zeigen, dass es funktioniert. Funktioniert ja schon heute, glaubt einem nur keiner. Wenn ich an jeder Ecke ne Ladesäule sehe und auf jeder Raststätte ein Ladehub ist, sieht das anders aus.

True. Aber du bist bei rationalem Verhalten. Ich meine ja auch die Halsstarrigen und die Unbelehrbaren. Das sind nicht wenige. Ein konsequentes Konzept hätte auch für die klare Botschaften.

Das Problem ist, dass sich sowas keiner traut. Ein Fahrverbot ab 2035 wäre gesellschaftlich tragfähiger. 2030 würde ja bedeuten, dass man seinen Verbrenner nur noch für neun Jahre fahren kann. Da könnten einige auf die Barrikaden gehen und „Enteignung“ schreien. 14 Jahre ist hingegen eine Perspektive mit der ich rechnen kann. Das Problem ist ja, dass aktuell immer noch grob 90% der Neuzulassungen keine Elektroautos sind. Man könnte aktuell nicht mal auf 100% Elektro gehen selbst wenn man wollte. Die Produktionskapazitäten sind noch nicht vorhanden. Die Lieferzeiten würden ins Unermessliche wachsen. Ein Fahrverbot ab 2035 würde bei vielen aber wahrscheinlich schon ein Umdenken bewegen. Der potentielle Wertverlust wäre gut kalkulierbar. Keine Neuzulassungen für Verbrenner mehr ab 2025 wäre aber auch ein klares Zeichen an die Industrie die Kapazitäten aufzubauen.

Ich musste neulich schmunzeln als ich gelesen habe, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung von einem Verbrenner(Neuzulassungs) Verbot ab 2035 nichts hält. Den größten Widerstand gab es in der Gruppe ab 65 Jahren. Da fragt man sich natürlich wieviel die Meinung von Leute zählt, die ab 2035 mindestens 80 Jahre alt sind.
In dem Alter wird man sich seltenst einen Neuwagen kaufen.

Farnsworth

Last edited 20 Tage zuvor by Farnsworth

Wenn es ein Verbot gibt, dann nur für die Neuzulassung.

Die zugelassenen Fahrzeuge werden vielleicht durch die CO2 Abgabe, Aufgabe des Dieselprivilegs und Fahrverbote in Innenstädten schneller verdrängt, aber nicht durch ein generelles Verbot.

Die neuen E-Autos müssen ja auch produziert werden. In Deutschland werden jährlich etwa 3,5 Mil. Autos neu zugelassen. Das kann man nicht mal eben so für 2-5 Jahre verdoppeln. Dafür gibt es keine Produktionskapazitäten und es lohnt auch nicht, die für eine so kurze Zeit aufzubauen.

leider nicht wählbar dieser Mann…
hab das Interview im Radio gehört.

Auf die Frage ob er an ein bedingungsloses Grundeinkommen glaub antwortete er mit „Nein“

Wer nicht die Vorstellungskraft hat was zu verändern, wird auch nichts verändern!!!!

Wäre damals nicht mal irgendjemand von einem Kirchturm gesprungen , gäbe es heute keine Flugzeuge.

Die Vision muss da sein, und diese hat der Mann beim Umweltschutz oder der E-Mobilität auch nicht.

Also…. wischiwaschi Typ

und in Mathe hat der auch gepennt….

wenn man nur ganz stumpf mal die knapp 65 Millionen zugelassenen Fahrzeuge in D annimmt:

die einen Energieverbrauch von knapp 40 kW/h pro 100 km
(Kraftstofferzeugung, Fahrbetrieb usw)
bei angenommen 15.000 km im Jahr haben
( Hochrechnung liegt zwischen 15.000 km und 20.000 km) überschlagen auf alle Fahrzeuge

dann ergibt sich draus 6000 kW/h für alle aktuell zugelassenen PKWs

wenn diese Stand heute nur 20 kW/h /100 km verbrauchen halbiert sich der Jahresenergiebedarf für alle PKWs.

bei 20.000 km – 8.000 kWh

Und das ist jetzt nur ganz grob überschlagen und wirklich schön gerechnet, der reale Wert des aktuellen Energieverbrauches für den PKW Verkehr ist weitaus höher.
Es darf gerne jemand eine detaillierte Auflistung und Berechnung machen.

Das Ergebnis wäre erschreckend!

ich tippe mal auf Reduzierung von mehr als 80 % bei Umstellung auf E-Autos.

Warum genau sollten wir also mehr Strom brauchen?
Weil unsere Industrie immer mehr Strom braucht, nämlich die Chemieindustrie.

Also sollte doch diese Industrie in die Pflicht genommen werden und nicht der Steuerzahler!!!

Denn der hat nichts von den enormen Gewinnen aus der Industrie!

es bleibt spannend

Experten rechnen bei der vollständigen Umstellung aller heute zugelassenen PKWs mit einer Erhöhung des aktuellen Stromverbrauchs um etwa 40%.

Mehr Strom werden wir auch durch die Umstellung von Öl- und Gasbrennern auf Wärmepumpen brauchen. Und wahrscheinlich auch für Klimaanlagen.

Selbstverständlich auch für Ökowasserstoff für die chemische Industrie, die Stahlerzeugung und die Zementherstellung.

43 Mio. E-Autos, bei großzügigen 25 kWh pro 100 km und durchschnittlich 12.000 km im Jahr.
43.000.000 x 3.000 kWh = 129.000.000.000 kWh (129.000 GWh bzw. 129 TWh).

Wärmepumpe (durchschnittliches 1-Familienhaus, Erdwärmepumpe 5.750 kWh (berechnet aus Gasheizung mit 4:1)) – davon die Hälfte mal 83 Mio. Einwohner in Deutschland dürfte grob gerechnet wohl in etwa beim Strombedarf hinkommen – sonst eigene Berechnungen durchführen.
83.000.000 x 2.875 kWh = 238.625.000.000 kWh (238.625 GWh bzw. aufgrundet 239 TWh).

E-Autos und Wärmepumpenheizung geschätzt 368.000 GWh bzw. 368 TWh Strombedarf.

368.000 GWh geteilt durch 10 GWh (Windradertrag/Jahr – NDR.de 2019) wären 36.800 Windräder.
357.386 km² Deutschland geteilt durch 36.800 wäre im Durchschnitt alle 3,11 km ein Windrad.

Wären je 5 bzw. 15 Windräder ein Windpark, dann würde alle 7 bzw. 12 km ein Windpark stehen.

Wenn die Speditionen ihre Lkws mit Wasserstoff aus Afrika betreiben wollen und auch die Industrie ebenfalls Wasserstoff aus Afrika nutzen will, dann brauche ich diese ja nicht mitrechnen oder?

Industrie und Speditionen können auch ihre Gebäude, Parkplätze und Freifächen mit PV-Anlagen zupflastern und mit Elektrolyse selber Wasserstoff erzeugen und diesen in H2-Tanks speichern.

Zumindest die Speditionen könnten batterie-elektrische Lkws nutzen und nur 1/3 an PV-Anlagen installieren, um die Batterien der E-Lkws zu laden – im Vergleich zu H2/BZ-Lkws 2/3 an PV gespart.

Noch einige kleine Zahlenspielereien:

1 E-Lkw mit 450 kWh (rund 300 km) am Tag x 300 Tage = 135.000 kWh im Jahr.
135.000 kWh im Jahr per PV-Anlage wären gut 1.000 m² PV-Fläche.
10 Meter breit an Autobahnen wären pro Kilometer Strom für 10 E-Lkws.

Ca. 13.000 km Autobahnen, davon 10.000 km mit PV x 10 E-Lkws = 100.000 E-Lkws.

Der Winter mit wenig PV-Strom ist da nicht berücksichtigt, könnte mit Windstrom ausgeglichen werden, wie im Sommer bei Überschuss abgegeben werden könnte.

Man muss einfach mal die vielen Möglichkeiten durchspielen und es muss auch nicht alles von heute auf morgen sein, sondern jedes Jahr ein bischen an Ökostrom dazu, dann ist es einfach.

So viel mehr Strombedarf ist es nicht.
Denn in Deutschland gibt es immer noch viele Nachtspeicherheizungen.
Durch den Ersatz von Nachtspeicherheizungen durch Wärmepumpen könnte man einiges sparen.
Dann sollten in Zukunft nur noch Passiv- oder Plusenergiehäuser gebaut werden.
Mit einer Wärmepumpe + Eisspeicher würde man dann ca. 5kWh/(a*m²) Strom ohne Warmwasser brauchen.

Ich kann Ihnen nur in einem Punkt mit Sicherheit wiedersprechen. Um ein Einfamilienhaus zu heizen braucht es im Durchschnitt 6kWh an Heizenergie. Soweit stimme ich mit Ihnen überein. Bloss haben Sie den grossen Vorteil einer Wärmepumpe nicht begriffen.

Mindestens zwei Drittel der Heizenergie bezieht die Wärmepumpe aus dem Primärkreis. Sei das Luft, Wasser oder Erdsonde. Sie muss also nur einen Drittel beisteuern dh. bei 6kWh Energiebedarf sind das 2kWh und eben nicht 6kWh.

Die Rechnung von 83 Mio Einwohner x 6kWh ist sowieso totaler Unsinn. Erstens wohnen von 83Mio wohl kaum jeder alleine in einem eigenen Einfamilienhaus. Ganz zu schweigen von denen die in Mehrfamilienhäusern leben.

Zeitens kann man den Bedarf doch nicht einfach Einwohner mal Verbrauch Einfamilienhaus pro kWh rechnen? Das macht überhaupt keinen Sinn
Korrekt wäre der Verbrauch pro Einwohner pro Jahr geteilt durch drei (Wirkungsgrad WP).

Diese Arbeit nehme ich Ihnen aber jetzt nicht auch noch ab. Ich fürchte auch die anderen Rechnungen die Sie hier aufgestellt haben, halten einer näheren Betrachtung nicht stand. Da bin ich hingegen kein Experte.

Was Ihnen wohl auch entgangen ist, ist die Tatsache das es nicht nur Windräder gibt die Grünstrom produzieren. Wo sind PV Anlagen, Gezeiten-, Geothermie-, Wasserkraftwerke? Ehrlich gesagt rechnen Sie hier ziemlich viel Nonsens zusammen.

Habe noch einmal recherchiert.

Durchschnittlicher Gasverbrauch in Deutschland

Wohnfläche 140 m²

Nur Heizen 19.600 kWh/Jahr

Heizen und Warmwasser 22.400 kWh/Jahr

(Quelle: eon.de)

Der esyoil Heizölverbrauchs-Rechner

Wohnfläche 140 m²

Gebäude bis 1977 – 2.800 Liter

Gebäude bis 2002 – 1.400 Liter

(Quelle: esyoil.com)

Heizöl im Mittel wären 2.100 Liter für 140 m² Wohnfläche.

140 m² Wohnfläche:

A) Gasheizung mit Warmwasser wären 22.400 kWh.
B) Heizöl 2.100 Liter (9,8 kWh/Liter) wären 20.580 kWh.
C) Erdwärmepumpe (JAZ 3,8/4,0) geschätzt mit 5.750 kWh.

Im Jahr 2020 betrug die durchschnittliche Pro-Kopf-Wohnfläche in Deutschland 47,4 Quadratmeter.

(Quelle: de.statista.com)

Nimmt man 5.750 kWh für 140 m², dann wären 47,4 m² rund 1.977 kWh.
83.000.000 Einwohner mal 1.977 kWh sind 164.091.000.000 kWh (164.091 GWh).
164.091 kWh sind rund 16.000 Windräder.

Sie dürfen gerne selber recherchieren, rechnen und die verwendeten Quellen nennen.

Korrektur:

164.091 GWh sind rund 16.000 Windräder.

„Wir brauchen viel mehr Strom als heute, das habe sogar der Wirtschaftsminister eingestanden“ – das ist als würde man sagen: Für mehr Hefekuchen brauchen wir mehr Hefe, das hat sogar der Bäckermeister eingestanden. Wie traurig ist es, das wir inzwischen schon ganz selbstverständlich davon ausgehen, dass als politische Entscheider bei uns grundsätzlich nur noch Deppen (oder Lobbyisten-Knechte) am Werk sind? Wir brauchen sooo dringend wieder Politiker, die etwas von ihrem Ressort verstehen! Nicht auszudenken, welcher Katastrophe wir entgegen gehen, wenn bsw die Klimakrise, aber auch Bildung, Verkehr, Gesundheit, Digitalisierung…weiter von solchem Personal gemanagt wird!!!

Last edited 17 Tage zuvor by Norbert Seebach

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