NIO bringt neue 75-kWh-Hybridzellen-Batterie auf den Markt

NIO bringt neue 75-kWh-Hybridzellen-Batterie auf den Markt

Copyright Abbildung(en): NIO

Ende September stellte das chinesische Auto-Start-up NIO offiziell seine Standard-Hybridzellenbatterie mit 75-kWh-Kapazität vor. Ein neues Software- und Hardwaremanagement steigere die Effizienz und senke den Reichweitenverlust bei niedrigen Temperaturen um bis zu 25 Prozent. Fahrzeugmodelle mit der neuen Batterie können bereits bestellt werden und sollen ab November an die Kunden ausgeliefert werden.

Die Standard-Reichweitenbatterie (75 kWh) ist ein Hybrid aus ternären Lithium- und Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), bei der die neue Generation der Cell-to-Pack (CTP)-Technologie zum Einsatz kommen soll. Ternäre Lithiumbatterie sind Akkus, die Lithium-Nickel-Kobalt-Manganat als positives Elektrodenmaterial und Graphit als negatives Elektrodenmaterial verwenden. Die LFP-Zelle nutzt hingegen – wie der Name schon sagt – Lithiumeisenphosphat als positives Elektrodenmaterial. Dank der patentierten Technologien von NIO verfüge die neue Hybrid-Batterie über eine größere Reichweite bei kaltem Wetter. Dafür hat das in Shanghai ansässige Unternehmen für die Batterie (75 kWh) ein komplett neues Software- und Hardwaresystem für das Wärmemanagement entwickelt, das den Reichweitenverlust bei niedrigen Temperaturen im Vergleich zu seinem LFP-Pendant um 25 Prozent reduzieren soll.

Verantwortlich hierfür sei vor allem eine effiziente Umgebungsabschirmung. Zum Einsatz kommen laut Unternehmen Materialien mit niedriger Wärmeleitfähigkeit und ein strukturelles Design, um Wärmeverluste in extrem kalten Umgebungen zu minimieren und die passive Wärmeisolierungsleistung zu verbessern. Das intelligente Thermik-System, das die Wärmeerzeugung der Batterie steuert, passe die thermischen Kontrollziele dynamisch an die Batteriewärme an, um das Fahrverhalten und den Energieverbrauch auszugleichen.

Die Wärmestrahlungs-Kompensationsheizung erwärme die Batteriezellen gleichmäßig, um die Betriebstemperatur unter Berücksichtigung des Energieverbrauchs aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus bringe die hybride Anordnung von ternären Lithiumzellen und LFP-Zellen Vorteile, um die Gesamtleistung zu verbessern. Nicht zu vergessen sei ein spezieller Algorithmus zur Steuerung des dualen Systems. Darüber hinaus sei die 75-kWh-Standardbatterie mit der CTP-Technologie der neuen Generation ausgestattet, die die Herstellung und Montage um zehn Prozent schneller mache, die Volumennutzung um 5 Prozent erhöhe und die Energiedichte um 14 Prozent auf 142 Wh/kg steigere.

Die Standard-Hybridzellenbatterie (75 kWh) und die ternäre Lithium-Langzeitbatterie (100 kWh) seien laut Unternehmen für Neubestellungen von NIO-Fahrzeugen bereits verfügbar. Die Preise der Modelle mit neuer 75-kWh-Batterie und ihrem „Batterie-as-a-Service (BaaS)“-Abonnement bleiben die gleichen wie bei der bisherigen 70-kWh-Batterie, verspricht das Unternehmen weiter.

Quelle: NIO – Pressemitteilung

Über den Autor

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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Die hybride Anordnung von ternären Lithiumzellen und LFP-Zellen in einem Batteriegehäuse – also mit hoher Sicherheit Zellchemie unterschiedlicher Lebensdauer – sehe ich für den Kunden (und zudem auch ökologisch und beim Recycling!) nicht als wirklichen Vorteil an.

Last edited 25 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Können Sie das präzisieren? Es würde mich wirklich sehr interessieren. Der Gedanke eines Hybrid Akkus ist neu, hört sich aber interessant an.

Ohne weitere, detaillierte Angaben von NIO kann ich nur ein wenig „Allgemeinplätzchen“ … äh, spekulieren 🙂

2 verschiedene Akku-Chemien für einen Antrieb

  • haben 2 verschiedene Lebensdauern
  • arbeiten in unterschiedlichen Thermofenstern
  • erfordern eine komplexe Steuerung bei Leistungs-Entladung
  • benötigen ein mehrschichtiges BMS zur Lade-Überwachung

Völlig abgesehen davon, dass sie auch einen erhöhten Aufwand beim späteren „2nd Life“ und Recycling benötigen, insbesondere wenn sie – wie ich bei der NIO-Abbildung im Artikel mal annehmen kann – sich innerhalb eines Gehäuses befinden.

Kurzfassung: Nicht interessant sondern unnötig kompliziert!

Last edited 22 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Vielen Dank für Ihre Mühe mir zu Antworten. Scheint sich echt um eine komplizierte Technik zu handeln. Der Vorteil scheint den Aufand kaum zu lohnen. Ich bin sehr neugierig, was in diesem Gebiet noch alles kommen mag. LFP Zellen sind zwar recht günstig aber offenbar auch nicht das gelbe vom Ei.

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