Neue Studie: E-Autos sind günstiger als viele denken

Neue Studie: E-Autos sind günstiger als viele denken

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Das Fuhrpark- und Leasingunternehmen LeasePlan hat die internationale Studie „Elektrofahrzeuge und Nachhaltigkeit“ veröffentlicht. Sie zeigt, dass die hohen Kosten für ein Elektroauto und die Reichweitenangst viele deutsche Autofahrer noch vom Kauf abhalten – auch wenn sich ihre generelle Einstellung verbessert hat. LeasePlan rechnet zudem vor, dass sich E-Autos entgegen der leider immer noch recht weitläufigen Meinung sogar finanziell lohnen können.

42 Prozent der deutschen Teilnehmer (alle teilnehmenden Länder: 61 Prozent) gaben an, dass ein Elektroauto für sie infrage komme. Im Vergleich zu den anderen Ländern antworteten die insgesamt 250 deutschen Teilnehmer an dieser Stelle eher zurückhaltend. Gefragt nach den Hinderungsgründen, ein Elektroauto zu kaufen oder zu leasen, stand mit über 53 Prozent der Preis an erster Stelle.

Ist ein Elektroauto wirklich zu teuer?

LeasePlan hat zum Vergleich zwei aktuelle Flottenfahrzeuge gerechnet – das eine ist ein Audi A4 Avant TDI Quattro S, ein Dieselkombi mit einer Leistung von 150 kW und einer Reichweite von etwa 1000 Kilometern; das andere ein Ford Mustang Mach-E, ein elektrisches SUV mit einem 99 kWh fassenden Akku und einer Reichweite von 540 Kilometern. Dabei kommt heraus: Durch die attraktiven Förderungen in Deutschland hat das Elektroauto im typischen Mittelklassesegment bei vergleichbarer Ausstattung in der Anschaffung die Nase vorn. Bei einer Laufzeit von drei Jahren ist das E-Auto insgesamt 1300 Euro günstiger.

Die Kalkulation basiert auf einer Laufzeit von 36 Monaten und einer Fahrleistung von 20.000 km pro Jahr. Verglichen wurden Wertverlust – beim Elektroauto wurde der Umweltbonus bei den Anschaffungskosten berücksichtigt –, Instandhaltung, Reifen, Kfz-Steuer, Versicherung und Verbrauchskosten für den Sprit bzw. den Strom.

Bei den monatlichen Kosten sind E-Autos erheblich günstiger als Verbrenner, weil die Instandhaltungskosten aufgrund geringerer Verschleißteile deutlich niedriger sind, die Reifenkosten wegen geringerer Abnutzung durch Rekuperation niedriger sind und die Kfz-Steuer für E-Autos staatlich subventioniert wird. Lediglich die Versicherung für Elektroautos ist mitunter teurer als die eines vergleichbaren Verbrenners. Insgesamt spart der E-Autofahrer hier knapp 400 Euro im Jahr.

Diese Einsparungen gleichen sogar die unter Umständen höheren Verbrauchskosten des E-Autos aus, falls dieses oft an eher teuren öffentlichen Ladestationen geladen wird. Aber auch hier kann ein Fahrer durch die Nutzung einer Lademöglichkeit zu Hause nochmal richtig Geld sparen. Bei der überwiegenden Nutzung einer Wallbox daheim, das heißt 90 Prozent zuhause und 10 Prozent an öffentlichen Ladesäulen, kann er die Ladekosten um ein Drittel reduzieren. So wird das Elektroauto in den Gesamtkosten damit knapp 500 Euro im Jahr günstiger als ein Dieselfahrzeug.

Elektroauto-Kosten-Vergleich-Diesel
LeasePlan

Vielfahrer und Fahrer, die nur begrenzte Möglichkeiten haben, ihr E-Auto zuhause zu laden und 50 Prozent öffentliche Ladesäulen nutzen, müssen dagegen bis zu 80 Euro im Monat mehr an die Betreiber zahlen. Zur Wahrheit gehört auch, dass die staatlich mit 900 Euro subventionierte Anschaffung und Installation einer Wallbox für Immobilieneigentümer oder Mieter zunächst einmal eine Investition darstellt, die sich aber in der Zukunft amortisiert.

„Die Reichweitenangst ist unbegründet“

Die Hälfte der Befragten in Deutschland (50,2 Prozent) nannte die mangelnde Reichweite als Argument gegen ein Elektroauto. Das zeigt, dass die Reichweitenangst in Deutschland ein viel größeres Thema ist als in anderen Ländern (alle teilnehmenden Länder: 34 Prozent).

Dabei ist Reichweite gar kein Hinderungsgrund mehr“, sagt Roland Meyer, Geschäftsführer von LeasePlan Deutschland, der selbst seit 2019 nur noch elektrisch unterwegs sei und vor keiner Fahrt zurückschrecke. Dies sei nicht nur sein persönlicher Eindruck, sondern mit Zahlen belegbar. In der neuen Studie sagten 83 Prozent der Teilnehmer, dass sie weniger als 20.000 Kilometer im Jahr fahren; fast 40 Prozent davon sogar unter 10.000 Kilometer. Betrachten wir diese Fahrten genauer, sind es 96 Prozent, die auf Fahrten zur Arbeit und zu Freizeitaktivitäten entfallen. Nur 4 Prozent der Fahrten entfallen auf Urlaubsfahrten, die in der Regel eine große Reichweite erfordern.

Die Reichweitenangst ist unbegründet, es handelt sich oft nur um eine Blockade im Kopf. Mittlerweile sind ausreichend Modelle auf dem Markt, die den täglichen Anforderungen gerecht werden. Und das zu vergleichbaren Kosten – wie unsere Rechnung zeigt“, so Meyer abschließend.

Quelle: LeasePlan – Pressemitteilung vom 16.03.2021

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Da komme ich ganz ohne Studie zu völlig anderen Zahlen

Diesel realistisch 6 Lieter 100 km:

Tankstelle 1,40 / l
20.000 km = 1680€ Jahr

BMW i3 16 KW 100km:

DC 0,39€ KW/h = 1248 €
AC 0,29€ KW/h = 928 €
Grünstrom Tag (0.29€) = 929€
Grünstrom Nacht (0.19€) 608€
PV 0,11€ KW/h 352 € !!!!

ich spare irgendwie mehr – oder rechne ich falsch?

Tesla Model 3 SR+ 14kw/100 km, Yello Ökostrom zu 24 ct = 3,50 € pro 100 km

Diesel 6 Liter = 8 Euro

Auf 10 Jahre bei 15k/a = 7000 € Ersparnis Sprit, + 3800 Ersparnis Steuer, + 5500 Ersparnis Wartung/Reparatur

Trotzdem sind die presie für E-Autos Mondpreise sie könnten deutlich billiger sein ist von autoindustrie aber nicht gewollt man will ja schließlich noch so lange es geht Autos mit Dinosaurier Verbrennertechnik verkaufen. Es glaubt doch wohl hoffentlich keiner das die Herstellerprämie uns geschenkt wird oder gar die 6000 euro Förderung ist auf den Kaufpreis doch alles auf den Preis aufgeschlagen konnte man doch damals bei Abwrackprämie auch beobachten wa waren die Neufahrzeuge plöztlich alle um 2500 Euro teurer als vorher und nach dem Ende Prämie kam es dann wieder zu Preissenkungen von 2500 Euro deshalb meine Forderung weg mit der E-Autoprämie, erst durch den wegfall der Prämie werden die Oreise auch sinken. Ich sehe diese Förerprämie als versteckte Subvention der Autoindustrie auf kosten der Steuerzahler an

Leaseplan sollte mal eine Umfrage machen, wie viele Arbeitgeber das Heimladen anbieten und welche Steine den Mitarbeitern in den Weg gelegt werden. „Haben Sie einen Beleg?“ ist die erste Frage der Abrechnungsteams. Also muss ein teurer Zähler her, der möglichst die Daten direkt an das Unternehmen liefert. Ich denke, die meisten Unternehmen sagen ihren Mitarbeitern „tankt lieber öffentlich, dann habt ihr einen Beleg“.

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