Microvast und Gaussin entwickeln modulare Skateboard-Plattform für Lkw

Gaussin-Microvast-Elektro-Wasserstoff-Lkw

Copyright Abbildung(en): Gaussin

Der amerikanisch-chinesische Batteriehersteller Microvast, der zu Jahresbeginn in Ludwigsfelde im Süden Berlins eine Batteriefabrik eröffnet hat, wird den Elektro-Nutzfahrzeughersteller Gaussin mit Stromspeichern beliefern. Die beiden Unternehmen planen einer aktuellen Mitteilung zufolge eine langfristige Zusammenarbeit mit einem voraussichtlichen Volumen von mehr als 1,5 GWh in den kommenden fünf Jahren und bis zu 29 GWh bis 2031.

Gaussin sieht sich als ein Pionierunternehmen in der Entwicklung und Montage von Elektro- und Brennstoffzellfahrzeugen für die Transport- und Logistikbranche. In der Entwicklung von Batterietechnologien und den Fahrzeugen wollen sich die beiden  Partner nun gegenseitig befruchten. Konkret arbeiten die beiden Unternehmen gemeinsam an einer Skateboard-Plattform für Lkw, die für vielfältige Zwecke in der Logistik und im Transport eingesetzt werden soll.

Ein modernes modulares Akkukonzept mit vielfältiger Zellchemie

Mit seinen vertikalen Integrationsfähigkeiten könne Microvast in seinen Akkupacks eine breit gefächerte Auswahl der Zellchemie bereitstellen, um vielfältige technische Anforderungen hinsichtlich Leistung, Energiedichte und Lebenszyklus zu erfüllen. Diese hohe Modularität der Akkus ermögliche wiederum Gaussin eine hohe Flexibilität im Fahrzeugbau, so die beiden Partner. Microvast ist davon überzeugt, dass seine Akkus dank laut eigener Aussage „ausgezeichneter Schnellladefähigkeit, hoher Energiedichte und überragender Sicherheitsmerkmale“ die hohe Nachfrage seitens bedeutender Logistikfirmen nach Lösungen, welche Ladezeiten verkürzen und Ladeintervalle verlängern, decken können.

Erst vor wenigen Wochen stellte Gaussin seine erste Skateboard-Architektur für leichte und schwere Lkw bis hoch zur Klasse von 18 t bis 44 t vor, welche mit Wasserstoff oder voll elektrisch betrieben werden kann. Dabei handelt es sich um eine vielseitige und modulare Fahrzeugplattform, die als 4×2, 6×2 oder 6×4 ausgelegt werden kann und die für verschiedenste Marktakteure geeignet sei.

Die Lösung richte sich an etablierte Lkw-Hersteller wie auch an Neuankömmlinge, an Karosseriehersteller und andere Marktakteure, wobei die Plattform auch auf autonomes Fahren getrimmt werden könne. Allgemein gesehen sei die Skateboard-Lkw-Plattform für alle diejenigen geeignet, die Wasserstoff und/ oder Strom für sauberen und intelligenten Transport einsetzen möchten.

Gaussin und Microvast gehen davon aus, dass bereits Mitte 2021 mit dem Bau der ersten Prototypen in vollelektrischer und Wasserstoffversion begonnen werden kann, um die Fahrzeugleistung zu testen. Die Wasserstoffversion des Lkw-Skateboards ist ein Hybridsystem, das Akkus in Kombination mit Brennstoffzellen einsetzt, um je nach Anforderungsprofil die notwendige Leistung zu erbringen. Die Motorleistung soll je nach Auslegung zwischen 150 kW und 480 kW liegen. Die angestrebte rein elektrische Reichweite gibt Mircovast mit 400 Kilometern an, das Brennstoffzellensystem soll bis zu 800 Kilometer weit kommen.

Gaussin hat zudem vor, ein System für schnelle Akkuwechsel zu entwickeln. Dieser soll mit drei Minuten deutlich schneller vonstatten gehen, als eine komplette Tankfüllung mit Wasserstoff, welche Gaussin mit gut 20 Minuten angibt.

Quelle: Microvast – Pressemitteilung vom 08.06.2021

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Microvast und Gaussin entwickeln modulare Skateboard-Plattform für Lkw“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
4 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Interessant ist diese Aussage …

…eine komplette Tankfüllung mit Wasserstoff, welche Gaussin mit gut 20 Minuten angibt.

… diese deckt sich auch mit der Aussage von Toyota bei seiner H2-Lkw-Studie in den USA.

Von wegen „H2 tanken geht so schnell wie Benzin oder Diesel tanken“ wie man uns weis machen will.

Oh Mann, ich kann mir den Kommentar leider nicht verkneifen. Lesen Sie einfach mal den Artikel richtig, bevor Sie wieder mal gegen H2 schießen. Es geht um H2-LKW mit 800km Reichweite.

Ein Diesel LKW tankt aber auch nur unwesentlich länger als ein Diesel PKW 😉
Die Frage wird wieder sein:
wie lange lädt der Tesla Semi für 500+ km Reichweite? 😉
Vor allem aber die Frage:
was kosten die beiden Fahrzeuge im Vergleich pro Kilometer in der „Total Cost of Ownership“
Time will tell 😉

Hier bei elektroauto-news.net gibt es auch diesen Artikel.

Enevate will Silizium-basierte Batterien bereits ab 2022 produzieren

Mi, 16. Jun 2021

Die Lithium-Ionen-Batterietechnologie von Enevate biete eine bis zu 10-mal schnellere Aufladung als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Oder anders ausgedrückt: Innerhalb von fünf Minuten soll eine Silizium-Batterie bis zu 400 Kilometer nachladen können.

2 x 5 Minuten für 400 km = 10 Minuten für 800 km Reichweite versus gut 20 Minuten bei H2.

Die Batterietechnik bleibt nicht stehen, so dass sich nach und nach alle H2-Vorteile in Luft auflösen, vom Gewicht und Platzbedarf über Ladezeit und Reichweite bis zu den Preisen.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Audi gibt ersten Ausblick auf Skysphere-Studie frei
BMW baut betriebliches Ladenetzwerk aus
Opel macht Campus in Rüsselsheim elektrisch
4
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).