Microlino 2.0: Drei Editionen, drei Batteriegrößen – Produktionsstart 2021

Copyright Abbildung(en): Micro Mobility Systems AG

Der Microlino ist mittlerweile kein unbekanntes E-Fahrzeug mehr, zumindest hier bei Elektroauto-News.net. In einer Vielzahl von Artikel haben wir bereits über das Schweizer Elektrofahrzeug berichtet. Kurz vor der IAA konnten wir Merlin Ouboter, einen der beiden Geschäftsführer hinter dem Microlino, erste Informationen zum Stromer entlocken, die erst bei der Weltpremiere bekannt wurden. Nun gibt’s alle Fakten.

Im Rahmen der Weltpremiere geht der Hersteller kurz auf die Historie ein und gibt zu verstehen, dass man sich nach der Trennung von seinem ehemaligen Produktionspartner dazu entschieden hat den Microlino von Grund auf zu überarbeiten und als Microlino 2.0 auf den Markt zu bringen. Eingebunden wurde hierbei auch wieder die bereits zuvor sehr starke Community, welche so Einfluss auf wichtige Entscheidungen wie Farbe, Optionen und Designrichtungen ausüben konnte. Wie der Hersteller zu verstehen gibt seien bereits über 24.000 Reservierungen für den Stromer vorhanden.

Micro Mobility Systems AG

Bereits vor der IAA 2021 hat Merlin uns erklärt, dass noch 2021 erste Exemplare in der Schweiz ausgeliefert werden sollen. Weitere Länder werden dann 2022 beliefert. Ab dann möchte man die Serienfertigung auch in Richtung Peak fahren. Dieser Fertigungspeak bewegt sich laut aktueller Planung um die 7.000 bis 8.000 Fahrzeuge pro Jahr. Gemeinsam mit dem Partner CECOMP habe man eine neue Firma, Microlino Italia, gegründet, die für die Produktion in Turin zuständig sein wird. Spannend ist hierbei die Tatsache, dass das Familienunternehmen zu Beginn des Microlino Projekts nie Hersteller werden wollte.

Man habe aber erkannt, dass dies die einzige Möglichkeit ist, die Qualität zu kontrollieren und gleichzeitig die Produktionskosten zu senken. Die Montagelinie wird sich auf dem Gelände von CECOMP in La Loggia, Turin, befinden. Micro bestätigt, dass der Grundpreis bei rund 12.500 Euro bleiben wird, obwohl die Kosten für Rohmaterialien, elektronische Komponenten und Batteriezellen aufgrund von Engpässen deutlich gestiegen sind.

Micro Mobility Systems AG

In puncto Design hat sich seit der ersten Version einiges getan. Das Exterieur wurde neu gestaltet und modernisiert, ohne dabei den retro Charme zu verlieren. Der vordere Türgriff ist komplett verschwunden, um das Design noch weiter zu vereinfachen. Stattdessen kann die Tür mit einem Knopfdruck geöffnet werden, auf der Seite geöffnet werden. Ein weiteres neues Designmerkmal sind die vorderen und hinteren Infinity-LED-Lichtleisten, die sich nahtlos in die Gesamtform des Fahrzeugs einfügen und gleichzeitig die Sichtbarkeit auf der Straße erhöhen.

Ebenfalls präsentiert sich der Innenraum komplett überarbeitet und bietet in der Serienversion noch mehr Platz. Die Lenksäule ist jetzt fest und nicht mehr mit der Tür verbunden, was die Lenkkräfte verringert. Die Sitze wurden komplett überarbeitet und sind jetzt noch bequemer und ergonomischer. Des Weiteren hat man sich am Dashboard zu schaffen gemacht, welches ebenfalls neu designt wurde und durch ein digitales Touchdisplay in der Mitte ergänzt wurde.

Micro Mobility Systems AG

Aufgrund des Feedbacks der Reservierungsinhaber hat Micro beschlossen, den Microlino in drei verschiedenen Editionen auf den Markt zu bringen. „Wir sind unserer Community dankbar, dass sie den Microlino 2.0 mit uns entwickelt hat. Ihre Anregungen haben uns auf die Idee gebracht, den Microlino in drei Editionen anzubieten, um noch besser auf die Kundenwünsche einzugehen“, sagt Merlin Ouboter.

  • Urban: Verkörpert die Essenz des Microlino als einfaches, aber stylisches Fahrzeug. Sie folgt der Philosophie „weniger ist mehr“ und richtet sich insbesondere an Kunden, die ein umweltfreundliches und praktisches Fahrzeug für ihre täglichen Fahrten suchen.
  • Dolce: Die ideale Wahl für Microlino-Fahrer, welche einen Retro-Touch und auffälligere Farben mögen. Sie soll den italienischen „Dolce Vita“-Lifestyle der 50er und 60er Jahre verkörpern und in die Gegenwart transportieren.
  • Competizione: Konzipiert für die mutigen und innovativen Futuristen, präsentiert sich diese Edition mit modernem und futuristischem Styling. Ergänzt mit dezenten Chromdetails und matten Karosseriefarben, die einen Kontrast zum glänzenden schwarzen Dach bilden.

Technische Verbesserungen, welche an der zweiten Version des Microlino eingeflossen sind waren auch Thema. So gab Technikvorstand Peter Müller zu verstehen: „Ich bin stolz darauf, dass wir unsere Versprechen einhalten konnten. Das Fahrzeug hat ein deutlich besseres Fahrverhalten und mehr Komfort als der Microlino 1.0. Der Microlino wird das erste Fahrzeug seiner Klasse mit einer selbsttragenden Karosserie sein. Dies verbessert die Steifigkeit, das Fahrverhalten und die Sicherheit im Vergleich zu den in dieser Klasse üblichen Gitterrohrahmen erheblich.“

Micro Mobility Systems AG

Zur Wahl stehen drei Batteriegrößen, welche eine Reichweite von mit 95 (6 kWh), 175 (10,5 kWh) und 230 km (14 kWh) ermöglichen sollen. Wie die unterschiedlichen Batteriegrößen und Editionen eingepreist werden, wurde noch nicht kommuniziert.

Micro Mobility Systems AG

Quelle: Micro Mobility Systems – Pressemitteilung

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Microlino 2.0: Drei Editionen, drei Batteriegrößen – Produktionsstart 2021“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
16 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Ist der Microlino dann auch mit 6000€ Förderung?? Dann wäre es ja eine echt Alternative.

Zur Förderung.

Gibt es bald Subventionen?

Und genau das könnte sich für Micro als Problem erweisen. Denn anders als „vollwertige“ Elektroautos werden Fahrzeuge der L7E-Klasse, in der der Microlino antritt, bislang nicht staatlich gefördert.

Zumindest im Gewerbe-Geschäft zeichne sich eine derartige Lösung zunehmend ab. Bis zu 4.000 Euro Förderung sind wohl denkbar. Sollte es so kommen, dürfte das den Schweizern weiteren Auftrieb verleihen.

(Quelle: next-mobility.de – 06.09.2021)

Wenn es die neue Regierung in Deutschland mit dem Umweltschutz ernst nimmt, dann müssten zumindest alle autobahntauglichen rein batterie-elektrischen E-Autos eine Förderung erhälten und stattdessen alles was zusätzlichen noch einen Verbrenner an Bord hat von der Förderliste gestrichen werden.

Für kleine rein batterie-elektrische Stadtautos der 45-km/h-Klasse sollte es eine Teilförderung geben, damit verdeutlicht wird, dass die Zukunft des Individualverkehrs keine 2-Tonnen-SUVs für 1-2 Personen sein können, auch wenn diese einen E-Motor haben – da reichen auch etwa 1 Tonne (z.B. Dacia Spring Electric für bis zu 4 Personen) oder etwa 500 kg wie beim Microlino für 1-2 Personen plus kleinem Gepäck.

„Wenn es die neue Regierung in Deutschland mit dem Umweltschutz ernst nimmt, dann müssten zumindest alle autobahntauglichen rein batterie-elektrischen E-Autos eine Förderung erhalten und stattdessen alles was zusätzlichen noch einen Verbrenner an Bord hat von der Förderliste gestrichen werden.“

+1 (Hervorhebungen von mir)

Ich befürchte mit einer Förderung wären die Städte nicht nur mit elektrischen Tretrollern vollgestellt, sondern auch mit diesen Fahrzeugen.

Last edited 15 Tage zuvor by Silverbeard

Der Microlino sollte besser nicht als „Carsharing to go“ am Straßenrand angeboten werden, wenn man die Autos nachher nicht aus den Flüssen der Städte ziehen will. Ich bin übrigens kein Carsharing-Fan.

Wenns dafür ein paar “normale“ Autos weniger gibt ist das doch ok

Für mich wäre es perfekt (5 km Arbeitsweg und ab und zu Freunden und Bekannten im Umkreis von 20 km). Dafür reicht er.

Wenn jetzt noch die gesetzliche Förderung gefördert wird, wäre das super. Dann würde ich mich sofort entscheiden. Und ich fände die Förderung größtenteils viel gerechtfertigter als für größerer Autos/SUVs. Dennoch, ca. 2.500 Euro Förderung für solche Kleinstfahrzeuge fände ich gerechtfertigt. Das wäre ein echter Gamechanger und mehr Leute würden sich Gedanken machen wie viel Auto wirklich notwendig ist und Sinn macht… (den Elektrogedanken mal hinten angestellt).

12.500€ ist der Grundpreis. Mit 6 kWh Akku, wo ein Nio Roller für ein Drittel des Preises schon 4,2 kWh hat. 95 km glaube ich auch nicht, eher im Sommer 75 und im Winter 50 km. Mit Klimaanlage, ner gescheiten Farbe, Faltdach und 14 kWh Akku sind wir bei über 20.000€, vermute ich ohne einen Preis zu kennen. Und von Airbag bis ESP gibt’s wahrscheinlich auch optional nichts….

Mit Klimaanlage, ner gescheiten Farbe, Faltdach und 14 kWh Akku sind wir bei über 20.000€ …

Jaja … während andere für irgendeine Prollkarre mal locker ein Mehrfaches ausgeben, gell?!

Unser Twizy hat einen 9kWh Akku und kommt damit im Sommer 80km weit. Der Microlino ist aber geschlossen und wirkt Windschnittinger. Es könnte also sein, dass der weniger verbraucht. Ob so viel, wird die Praxis zeigen. Ich glaube nicht, dass es eine Klimaanlage dafür geben wird.

Für den Zweck eines Zweitwagens würde es die Grundversion aber völlig tun. Die Reichweite ist für den Zweck völlig ausreichend.

Das Problem ist in Deutschland eher die Wettbewerbs verzerrende Förderung. Würde man dafür 6.000€ vom Staat bekommen, würde Microlino sich vor Aufträgen nicht retten können. Ohne Forderung für L7e sieht es so aus, dass mein E-Up 500€ mehr gekostet hat. Und das nicht in der Minimalausstattung, sondern fast vollausgestattet.

So cool ich das Fahrzeug finde, ohne Förderung wird es schwierig nennenswerte Stückzahlen zu verkaufen. Aber ich denke, dass es einige geben wir, die die kleinen Abmessungen zu schätzen werden wissen. Das ist der klare Vorteil: Weniger Parkfläche und schnellere Kurvengeschwindigkeiten in der Stadt. Mit dem Twizy fahre ich durch viele Kreisverkehre quasi gerade durch und Kurven können sie Standardautos auch nicht so schnell fahren, da ich aufgrund der geringen Breite einen viel größeren Radius fahren kann. Die Klasse macht schon ziemlich Spaß. 🙂

Farnsworth

Ihr Deutschen mit Eurer Förderung. Nichts für ungut, aber das ist eine Wettbewerbs verzerrende Massnahme die nur oberflächlich der Elektromobilität und dem Umweltgedanken dient.

Im wesentlichen dient es der Förderung von PHEV die zumindest äusserst fraglich in Sachen Umwelt sind. Und solche Monster baut oh Wunder fast ausschliesslich die Deutsche Autoindustrie.

Im Endeffekt ist es eine Förderung für die Deutsche Autoindustrie welche ohne diese Zückerchen wohl noch mehr im Schilf stehen würde.

In Sachen Microlino glaube ich, der wird sich ausserhalb dem Subventions- geschützten Deutschen Markt sehr gut verkaufen.

Übrigens, am Beispiel des e-up, der nur 500€ mehr kosten würde, zeigt sich deutlich wie sehr der deutsche Markt durch diese unglückliche Förderung verzerrt wird. Das ist doch einfach ein Witz.

Naja, der E-Up hat mich jetzt nicht mehr gekostet als ein Verbrenner Up. Sollte das nicht der Sinn der Förderung sein? Ich selber fänd eine Förderung des Ausbau der Infrastruktur viel sinnvoller. Bestellt habe ich den E-Up übrigens, als er noch 5.500€ teurer war. Danach wurde die Förderung erhöht.

Dass Plugin Hybride gefördert werden, die immer noch einen Verbrenner haben finde ich auch ein Unding. Fossile Technologien sollten keine Förderung erhalten.

Farnsworth

Hallo! Ich sehe da folgendes Problem; wenn ich einer kranken oder gehbehinderten Person beim Einsteigen helfe und dann selbst einsteigen will bzw muss, wie komme ich dann hinter die Lenksäule? Der erste Entwurf mit der ausschwenkbaren Lenksäule war da um Welten besser!

„… wenn ich einer kranken oder gehbehinderten Person beim Einsteigen helfe […] wie komme ich dann [selbst] hinter die Lenksäule?“

Ja, aber 🙂 … Der Microlino 2.0 hat weit mehr Platz auf der vorderen Bank als die alte, Isetta-ähnliche 1.0-Version, daher: Auf der IAA ausprobiert oder nur rein theoretische Überlegung?

Last edited 15 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

den würde ich mir ins Wohnzimmer stellen. Damit fahren? Eher nicht.

Wer sich mit dem Fahrrad oder Motorrad in den Straßenverkehr wagt, der kann mit dem Microlino nur an Sicherheit gewinnen und gäbe es nicht so viele schwere SUVs, dann wäre es mit ihm auch sicherer.

Diese News könnten dich auch interessieren:

Iveco und Nikola eröffnen Werk für H2- und E-Lkw in Ulm
Lucid Air: 837 km praxisnahe Reichweite mit einer Akku-Ladung
VW-Partner Gotion erhöht Kapazitätsziel für Batterieproduktion auf 300 GWh
16
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).