Mercedes: „Uns sind die E-Autos aus der Hand gerissen worden“

Copyright Abbildung(en): Mercedes-Benz

Britta Seeger, Vertriebsvorständin von Mercedes-Benz, sprach in einem Interview mit der Zeit ausführlich über den aktuellen Elektroauto-Boom, was ihn befeuert, was ihn bremst, und welche Kunden der Luxusstromer EQS anzieht.

Bei Mercedes spüre man immer mehr die steigende Nachfrage nach Elektroautos, so Seeger. 2020 hat Mercedes weltweit mit 160.000 Fahrzeugen dreimal so viele elektrifizierte Autos verkauft wie im Vorjahr. „In Deutschland hat sich unser Absatz an elektrifizierten Autos fast vervierfacht. Jedes fünfte verkaufte Fahrzeug von Mercedes-Benz Cars war 2020 in Deutschland ein Plug-in-Hybrid oder vollelektrisch“, so Mercedes’ Vertriebsvorständin. Es sei aber eine große Herausforderung, weiterhin die richtigen Produkte auf den Markt zu bringen, weshalb der Autohersteller auch den Markt und seine Mitbewerber beobachte.

Seeger spricht von einem „Sog hin zu E-Mobilität“, der sich aus steigendem Umweltbewusstsein, attraktiven staatlichen Förderungen sowie „einem enormen Angebot, das gerade auf den Markt kommt“, speist. Auch „deutlich über Deutschland hinaus sieht man einen nachhaltigen Schwenk der Kunden in die neuen Antriebsformen.“ 2020 seien dem Hersteller „die E-Autos aus der Hand gerissen worden“, sagt Seeger. Mercedes gehe nun „in eine klare Richtung“ und wolle „als Konzern bis 2039 CO2-neutral sein“.

Den typischen Kunden der ersten vollelektrischen S-Klasse gebe es kaum, Seeger spricht von mehreren Kundengruppen: Beispielsweise gebe es „die Pioniere unter den Kunden, die einfach das modernste Auto fahren wollen“. Hier verspreche sich Mercedes, auch „einige Neukunden zu erobern“. Außerdem gebe es jene Autofahrer, „die sich für alternative Antriebe interessieren und gern den bewährten Luxus erleben möchten“, den der EQS mit bis zu 770 Kilometer Reichweite und der Möglichkeit, in 15 Minuten bis zu 300 Kilometer Reichweite nachzuladen, auch bieten könne.

„Nach wie vor gibt es Kunden mit Reichweitenangst“

Allerdings gebe es auch Kunden, die von der Elektromobilität noch nicht überzeugt sind: „Nach wie vor gibt es Kunden mit Reichweitenangst“, sagt Seeger, die auf das Henne-Ei-Problem verweist: „Wenn wir die Reichweite liefern und auch schnelles Laden, dann müssen wir wiederum eine gute Infrastruktur sicherstellen. Diese Kombination geht miteinander einher“, so die Vertriebsvorständin von Mercedes. Aktuell herrsche aber „ein enormer Bedarf für einen weiteren Ausbau. Das muss wie die Lego-Klötzchen ineinandergreifen. Eine Riesenanstrengung“, sagt Seeger, die nicht nur der Staat allein bewältigen müsse: „Energiekonzerne und unsere Industrie sind auch gefragt“.

Auf künftige Elektroautos angesprochen sagt Seeger, dass das Auto der Zukunft bei Mercedes „angemessen Raum für Passagiere und Gepäck“ bieten werde und „die technologische Innovation“ werde es zudem ermöglichen, „bei der Batterietechnologie leichter zu werden“. An der Aufbauform wie etwa den weiterhin beliebten SUV werde der Hersteller „sicherlich festhalten“. Die höhere Sitzposition sei für die Kunden „hochattraktiv“. Eine „entscheidende Rolle“ spiele dabei die Aerodynamik: „Die Effizienz des Autos hängt davon ganz erheblich ab und damit auch die Batteriegröße.“

Quelle: Zeit Online – Britta Seeger: „Die Formel 1 ist ein tolles Testlabor“

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ja, aber auch nur die Hybrids.

Bei Plug-Ins von einen E-Auto zu reden ist ein Widerspruch. Der Boom bei Plug-Ins geht ganz eindeutig auf die reduzierte Steuer zurück. Die meisten Mercedes sind Geschäftswagen. Ist doch logisch, dass man sich bei den Geschenken des Staates einen „Betrugselektriker“ kauft, den man wie gewohnt mit Sprit fahren kann.

Immer und überall das gleiche Bild. Die Eautos werden den Produzenten aus der Hand gerissen. Und jedesmal sind sie aufs Neue ganz erstaunt. Wie kann man nur so am Markt vorbeiproduzieren und keine Ahnung haben, was die Kunden wirklich wollen?
und dann kommt noch die tolle Erkenntnis, dass es auch die benötigte Infrastruktur dafür braucht und man sich vielleicht doch selbst darum Kammern müsse. Wie wenn der Staat früher die Tankstellen gebaut hätte und nicht die Industrie.
ein Jammer, wir könnten in der EMobilität längst viel weiter sein, wenn die Autohersteller sich nicht über Jahre so quergelegt hätten.
Positiv zu sehen ist aber, dass sie es jetzt, spät aber doch, erkannt haben.

Aus dem Artikel mit Britta Seeger, Vertriebsvorständin von Mercedes-Benz:
… wir [müssen] eine gute Infrastruktur sicherstellen […]. Eine Riesenanstrengung“ die nicht nur der Staat allein bewältigen müsse: „Energiekonzerne und unsere Industrie sind auch gefragt“.

Da sehe ich einen interessanten Gegensatz zur Präsidentin des
»Verbands der Abgasabhängigen«
Hildegard Müller, die ja immer wieder einen massiven Ausbau des Ladenetzes v.a. auf Kosten der Steuerzahler fordert!

Also wer bei einem Auto mit 770km WLTP Reichweite (erste Tests haben ja gezeigt, dass man 400-500km selbst bei Tempo 150km/h schafft) noch Reichweiten-Angst hat, der hat ehrlich gesagt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Da bin ich hier aus Südniedersachsen ja schon fast in München. München-Hamburg schafft man mit einem kurzem Ladestop… Also was will man denn noch?

Erbärmlicher, verlogener Jubel. Und der Staat lässt sich weiter verarschen und rabattiert weiter die Schwachsinns-Plugin-Hybride.
Die Dinger könnten für mich durchaus Sinn machen, wenn man mit ihnen tatsächlich, say, 100 km rein elektrisch fahren könnte und nicht nur 20 oder 25 km- die Reichweitenangaben sind bekanntlich alle totaler Unsinn. Aber auch das machte nur Sinn, solange die chaotische Ladeinfrastruktur und die zynischen Bezahlsysteme nicht korrigiert werden. Sobald eine neue Akkugeneration mit doppelter Energiedichte und/oder … (?) auf dem Markt ist, hat es sich allemal endgültig ‚ausverbrennert‘.

Nach dem Diesel Gate droht jetzt den Premium Herstellern ein „PHEV“ Gate, steuerlich gefördert durch den Staat.

Die Dienstwagen Rückläufer werden sich nicht gut verkaufen.

und bei fast jeden EV Test ist Tesla der Vergleichsmaßstab. Das drückt aufs Image

Ich bin bei alldenjenigen die das Problem mit der Besteuerung erkannt haben, aber das ließe sich ja ändern, z.B. durch auslesen des Rechners vom Fahrzeug. Diejenigen die dann ihr Fahrzeug nicht in der Summe mehr elektrisch gefahren sind, müssten dann Steuern nachzahlen.
Und nun ein Wehrmutstropfen: selbst wenn morgen alle rein elektrisch fahren (wir fahren in der Stadt reinelektrisch) ist unser Planet nicht mehr zu retten! Wir haben noch weitere große Probleme und da helfen auch keine Flug.- Kreuzfahrtverbote etc., selbst wenn wir nur noch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Die Erdbevölkerung wächst und wächst, und dafür wird in der Landwirtschaft immer mehr Land gebraucht damit wir „unser Steak“ auf den Tisch bekommen, die Schäden die dadurch entstehen sind bei weitem größer als man denkt. An diejenigen die jetzt wieder antworten, sage ich nur: erkundigt Euch erstmal was wir (auch ich) alles falsch machen bei der Ernährung! Ein Beispiel gefällig? 90% des Maisanbaus verschlingt die Tierhaltung, noch Fragen? Flächenrodungen / Trinkwasserverbrauch…..Ich bin kein Umweltaktivist und ich finde es gut das sich in der (E) -Mobilität was tut, aber es reicht nicht!!!!
Der E-Techniker (Elektrolurch)

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