Mercedes EQS: Spannung in der Luxusklasse

Mercedes EQS: Spannung in der Luxusklasse

Copyright Abbildung(en): Mercedes-Benz

Mercedes-EQ bringt die ersten Modelle der Luxus-Baureihe EQS auf den Markt. Das hat das Unternehmen bekanntgegeben. Sie stehen auf der neuen modularen Architektur für E-Fahrzeuge der Luxus- und Oberklasse. Den Auftakt machen der EQS 450+ mit 245 kW sowie der EQS 580 4MATIC mit 385 kW. Mit einem neuen cw-Bestwert von 0,20 ist der EQS demnach das aerodynamischste Serienauto der Welt.

Nach eigenen Angaben will Mercedes-Benz in weniger als 20 Jahren eine CO2-neutrale Neuwagen-Flotte anbieten. Bereits bis 2030 sollen mehr als die Hälfte der Autos als E-Fahrzeuge oder Plug-in-Hybride verkauft werden. Die Fahrzeuge würden CO2-neutral produziert, heißt es. Zudem kämen ressourcenschonende Materialien wie Teppiche aus Recyclinggarn zum Einsatz.

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Mit Reichweiten bis 780 Kilometer (WLTP), einer Leistung von bis zu 385 kW und abgeriegelten 210 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit will Mercedes im S-Klasse-Segment Maßstäbe setzen. Eine Performance-Version mit bis zu 560 kW ist in Planung. Alle EQS besitzen einen elektrischen Antriebsstrang an der Hinterachse, die Versionen mit 4MATIC zusätzlich auch einen an der Vorderachse. Die maximale Rekuperationsleistung liegt bei 290 kW. Die Verzögerung erfolge auch auf erkannte vorausfahrende Fahrzeuge bis zu deren Stillstand, heißt es.

Mit dem EQS starte zudem eine neue Batterie-Generation mit deutlich höherer Energiedichte und einem auf zehn Prozent reduzierten Kobalt-Anteil, so Mercedes-Benz. Die Management-Software ermögliche Updates over the Air (OTA). Geladen werden kann der EQS mit bis zu 200 kW Gleichstrom. In nur 15 Minuten lasse sich damit Strom für bis zu 300 Kilometer (WLTP) nachladen. Zu Hause oder an öffentlichen Stationen kann der EQS mit Hilfe des Onboard-Laders bis zu 22 kW Wechselstrom ziehen. Nur in Japan soll auch bidirektionales Laden möglich sein.

Wie Mercedes mitteilt, plant das Navigationssystem die schnellste und komfortabelste Route inklusive Ladestopps und reagiert dynamisch auf Staus oder eine Änderung der Fahrweise. Manuell hinzugefügte Ladestationen entlang der Route werden bei der Routenberechnung präferiert. Zusätzlich werden vorab die voraussichtlichen Kosten pro Ladestopp berechnet.

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Serienmäßige verfügt der EQS über Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von bis zu 4,5°. Alternativ kann ein Einschlag von bis zu 10° bestellt oder bei den ab Anfang 2022 produzierten Fahrzeugen nachträglich durch ein Upgrade over the Air (OTA) freigeschaltet werden. Dadurch ist ein Wendekreis des über fünf Meter langen EQS von 10,9 Metern möglich.

Die Front ist zu einer Black-Panel-Einheit zusammengefasst. Über ein Leuchtband verbundene Scheinwerfer und die tiefschwarze Kühlerverkleidung (Black Panel) bilden das eigenständige Gesicht. Der EQS besitzt je nach Ausstattung bis zu 350 Sensoren. Diese erfassen Entfernungen, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen, Lichtverhältnisse, Niederschlag und Temperaturen, die Belegung von Sitzplätzen ebenso wie den Lidschlag des Fahrers oder die Sprache der Passagiere. Dank Künstlicher Intelligenz ist der EQS sogar lernfähig.

Auf Wunsch besitzt der EQS automatische Komforttüren vorne und hinten. Geht der Fahrer auf das Auto zu, fahren zunächst die Türgriffe aus. Bei weiterer Näherung öffnet sich die Fahrertür automatisch. Über MBUX hat der Fahrer außerdem die Möglichkeit, die hinteren Türen ferngesteuert zu öffnen und etwa Kinder an der Schule einsteigen zu lassen. Mit dem Remote Park-Assistenten lässt sich der EQS per Smartphone ein- und ausparken. Er ist zudem für automatisiertes Parken in entsprechend ausgerüsteten Parhäusern vorbereitet. Mit der Sonderausstattung „Drive Pilot“ kann der EQS auf geeigneten Autobahnabschnitten zunächst in Deutschland bis Tempo 60 hochautomatisiert fahren.

Die Scheinwerfertechnologie „Digital Light“ ermöglicht die Projektion von Markierungen oder Warnsymbolen auf die Fahrbahn. In jedem Scheinwerfer arbeitet ein Lichtmodul mit drei extrem lichtstarken LED, deren Licht mit Hilfe von 1,3 Millionen Mikrospiegeln gebrochen und gerichtet wird. Pro Fahrzeug beträgt die Auflösung demnach 2,6 Millionen Pixel.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 24. Juli 2021

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Zu dem ganzen Komfort-Schnickschnack kann man stehen wie man will – und ob ein PKW mit knapp 400kw zeitgemäss ist stelle auch in Frage, aber: Dafür, dass hier endlich mal bewusst vom Vorstadt-Schützenpanzerdesign abgewichen wird zolle ich Daimler Respekt.

Gut hinschauen, hier fährt gerade die Technik vor, die in 20 Jahren in der Kompaktklasse Serie sein wird. Eine verheißungsvolle Zukunft!

Bleibt zu hoffen, daß Daimler das Bedienkonzept der Türen bis in 20 Jahren in den Griff bekommen hat – siehe CarManiac Video vom Wochenende
😉

das lässt sich programmieren, oder abschalten.
solche Details weiß man natürlich nicht gleich beim ersten Test.

Cool – erst bezahle ich für ein „Luxusfeature“ und dann schalte ich es ab, wenn es nicht funktioniert. Hoffentlich muß niemand das „Luxusdisplay“ abschalten müssen 😉

Sehe ich genauso. Einen EQS kann ich mir nicht leisten aber in ein paar Jahren ist das halt Standard.

Kleine Anmerkung am Rande: Finde es schon interessant. Statt zu sagen „Tolles Auto“ und sich zu freuen, dass auch Mal die Deutschen Hersteller was Sinnvolles auf die Beine stellen, löst es gleich wieder Beißreflexe aus und man sucht das Haar in der Suppe 🙂

Last edited 1 Monat zuvor by Max

Warten wir doch erst einmal ab, was das Auto in der Topversion kosten wird und wie die Reichweite etc im wirklichen Leben aussieht.
Das hat nichts mit Beißreflex zu tun, aber die deutsche Automobilindustrie hat ihre Vorschuß- Lorbeeren schon lange verspielt.

Außer greengewashter PR kommt da leider nicht so viel

– aber klar die ganzen Plugins fahren ja auch angeblich mit 1,9 Liter 100 km weit und die Ad-blue Tanks gab es einfach nicht größer
😉

Das Ding fährt doch schon – oder willst du unterstellen, dass alle Pressevertreter gekauft wurden? Fü die Kiste ist der Verbrauch beachtlich niedrig.

Der Preis ist eine ganz andere Frage, aber darum geht es ja nicht. Natürlich kann ich sagen „bäh die Türen“. Ich kann aber auch sagen „bis auf die Türen alles richtig gemacht“ 🙂

Ja – der Preis ist eine andere Frage – für den ein oder anderen aber schon noch relevant für einen Vergleich – selbst in der „Luxusklasse“ 😉
Aber gut: einige Hausaufgaben gemacht 😉

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