Mercedes-EQ startet Produktion von Batteriesystemen für den EQS

Mercedes-EQ startet Produktion von Batteriesystemen für den EQS

Copyright Abbildung(en): Mercedes-Benz

Der EQS von Mercedes-Benz ist das vollelektrische Mitglied im neuen S-Klasse Programm und kommt noch im August 2021 auf den Markt. Die Weltpremiere des Stromers wurde für Mitte April 2021 bestätigt. Doch zuvor geben die Schwaben den Blick auf die Batterieproduktion im Werk Hedelfingen, Teil des Mercedes-Benz Standorts Stuttgart-Untertürkheim, frei. Dabei zeigt der Automobilhersteller auf, dass durch die nahtlose Integration der Batterieproduktion in die bestehende Getriebeproduktion das Werk Hedelfingen zu einem wichtigen Teil des weltweiten Batterieproduktionsnetzwerks wird.

Mercedes-Benz betont hierbei, dass der schnelle Ausbau der weltweiten Batterieproduktionskapazitäten und die gezielte Erweiterung der Batteriekompetenzen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg als tragende Säulen der Elektroinitiative von Mercedes-Benz gelten. Die Aktivitäten erstrecken sich von der Grundlagenforschung über die Zellproduktion bis hin zu 2nd Life Anwendungen von Batterien und deren Recycling.

Aus diesem Grund werde künftig, neben der Skalierung der EQS Batteriesysteme, auch der Mercedes-Benz Drive Systems Campus Untertürkheim seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Elektromobilität gezielt ausbauen – mit einem Campus für elektrische und elektrifizierte Antriebssysteme. Neben dem Batteriesystem des EQS soll im Werk Hedelfingen künftig auch das Batteriesystem des EQE entstehen. Platz hierfür scheint auf einer Produktions- und Logistikfläche von rund 16.500 m² vorhanden zu sein. Die Produktion der hochkomplexen Lithium-Ionen-Batterien erfolgt auf einer rund 300 Meter langen Produktionslinie mit mehr als 70 Produktionsstationen und einer hohen Anzahl automatisierter sowie manueller Produktionsschritte. Eine Vielzahl von Komponenten, darunter beispielsweise bis zu 12 Zellmodule und das sogenannte EE-Compartment zur intelligenten Integration der Leistungselektronik, das am Mercedes-Benz Standort Berlin montiert wird, werden in Hedelfingen zu einem Gesamtsystem verbunden.

„Unsere Elektrooffensive treiben wir mit vollem Tempo voran und untermauern dabei unser übergeordnetes Ziel der CO2-Neutralität. Unser nächstes vollelektrisches Modell – die Luxuslimousine EQS – basiert auf einer eigenen elektrischen Plattform und steht bereits in den Startlöchern. Der Produktionsstart seiner Hochleistungs-Batteriesysteme in unserem Traditionswerk in Hedelfingen ist daher ein wichtiger Meilenstein.“ – Markus Schäfer, Vorstandsmitglied der Daimler AG und der Mercedes-Benz AG; verantwortlich für Daimler Group Research und Mercedes-Benz Cars COO

Schäfer führt darüber hinaus aus: „Im Zuge der Transformation unseres Unternehmens und unserer Produkte bauen wir unsere Batteriekompetenzen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg deutlich aus und werden so der nächsten Batteriegeneration noch schneller zum Durchbruch verhelfen.“ Für den EQS setzt der Hersteller zunächst auf optionale, modulare Batterielayouts, welche unterschiedliche Reichweiten- und Leistungsspektren ermöglichen. Hierdurch wird es den Stuttgartern möglich sein den EQS mit einem nutzbaren Energieinhalt von bis zu 108 kWh auszustatten, was zu Reichweiten von mehr als 700 Kilometern (WLTP) führt. Die eigenentwickelte, innovative Software ermöglicht technologisch Over-the-Air Updates (OTA). Dadurch wird sichergestellt, dass das Energiemanagement des EQS über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden kann.

Mercedes-Benz

Zur Batteriezelle selbst gibt Mercedes-Benz zu verstehen, dass man auf den Verbund von Nickel, Kobalt und Mangan im Verhältnis 8:1:1 setzt. Dadurch reduziert sich der Kobaltgehalt auf rund zehn Prozent. Die Produktion der Batteriezellen erfolgt CO2-neutral. Um seine Kompetenz im Bereich der Batterietechnologie weiter zu stärken, plant der Hersteller darüber hinaus eine neue Fabrik zur Kleinserienfertigung von künftigen Lithium-Ionen-Batteriezellen, die 2023 ihren Betrieb aufnimmt. Dabei spielt der Nachhaltigkeitsfaktor, die transparente Zellentwicklung bis hin zur Recyclingfähigkeit eine große Rolle. Der Fokus auf in-house Know-how und hohe vertikale Integration ist der Schlüssel, um eine führende Rolle bei Elektrofahrzeugen einzunehmen. Mercedes-Benz plant, einen dreistelligen Millionenbetrag in die Transformation des Standortes zu investieren.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 23. März 2021

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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„Die Produktion der Batteriezellen erfolgt CO2-neutral.“ Das glaube ich nicht, das ist in Stuttgart gar nicht möglich.

„CO2-neutral“ bedeutet zumindest, dass man sich ernsthaft Mühe gibt. Das war bis vor ein paar Jahren nicht so.

CO2-neutral bedeutet ja nicht, dass bei der Fertigung/Produktion kein CO2 anfällt, sondern dass durch Ausgleichprojekte eine gewisse CO2-Parittät erreicht wird. Denn in vielen Bereichen ist eine CO2-freie Produktion noch unmöglich, wie z.B. auch in der Stahlindustrie. Trotz großer Anstrengungen der führenden Unternehmen dahingehend, ist eine 95%ige CO2-Reduktion dort erst 2030 in Aussicht gestellt worden. Daher sind Ausgleichsprojekte auch hier noch der einzige Weg eine gewisse Klimaneutralität zu erreichen. Dennoch ist das wichtig und richtig. Jedwede Anstrengung dahingehend muss entsprechend honoriert werden. Ein stures „weiter so!“ kann heutzutage nicht hingenommen werden.

Bezüglich der eingekauften Elektrizität ist das kein Problem. Für den Rest gibt es Ausgleichsprojekte.

Schauen wir mal, wieviele EQS denn da bis Ende des laufenden Jahres beim Endkunden ankommen und wie sich der EQS im Weltmarkt positionieren kann.
Schön wäre es, wenn künftig die deutsche Ministerriege statt Audi A8 und S Klasse Verbrenner wenigstens Elektromobilität vorleben würde – dann klappt auch mit der Aktie bei Mercedes wieder besser.

Der Aktie von Daimler geht es seit 1 Jahr traumhaft – ununterbrochen aufwärts.

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