Massachusetts beschließt Verbrennerverbot ab 2035

Massachusetts beschließt Verbrennerverbot ab 2035

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Der US-Bundesstaat Massachusetts will ab dem Jahr 2035 bei Neuwagen nur noch die Zulassung von Elektrofahrzeugen erlauben und auf diese Weise Fahrzeuge mit Verbrennungsantrieb mit der Zeit von den Straßen verbannen. Nach Kalifornien, welches ebenfalls ab 2035 keine neuen mit fossilen Treibstoffen angetriebenen Fahrzeugen mehr zulassen will, ist Massachusetts der zweite US-Bundesstaat, der ein konkretes Ausstiegsdatum aus der Verbrennertechnologie definiert hat.

Das Verbrennerverbot gehört zu einem größeren Klimaschutzplan, dem 2050 Decarbonization Roadmap, mit welchem Massachusetts seine CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 zunächst um 45 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 senken will. Bis 2050 schließlich will der Bundesstaat komplett Kohlendioxid-neutral sein.

Die Pkw-Flotte sei für etwa 27 Prozent der Kohlendioxidemissionen in Massachusetts verantwortlich. Um die Elektromobilität voranzubringen, will die Regierung unter anderem den Ausbau der Ladeinfrastruktur fördern. In Massachusetts sind derzeit etwa 30.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, darunter auch Hybridautos. Diese Zahl soll bis 2035 auf 750.000 steigen.

Allein mit der Umstellung auf E-Autos ist das Klimaziel allerdings nicht zu erreichen. Zu den weiteren Maßnahmen, mit welchen der gut sieben Millionen Einwohner zählende Bundesstaat an der Ostküste der USA klimafreundlicher werden will, gehört ein massiver Ausbau von Offshore-Windparks, die Verringerung der Fahrkilometer für Pendler um 15 Prozent sowie der Ersatz von Öl- und Gasheizungen in einer Million Haushalte durch elektrische Heizungen. Als positiver Nebeneffekt der Maßnahmen sollen sich bei den Gesundheitskosten durch die deutliche bessere Luftqualität Einsparungen von bis zu 100 Millionen US-Dollar pro Jahr ergeben, umgerechnet etwa 82 Millionen Euro.

Die Menschen in Massachusetts leiden unter Rekorddürren, sowie einem erhöhten Risiko für Waldbrände, Unwetter und Überschwemmungen in unseren Küstengemeinden“, begründet der Republikanische Gouverneur Charlie Baker die Klimaschutzmaßnahmen in einer Pressemitteilung. Es sei unabdingbar, jetzt Maßnahmen gegen die „kostspieligen Auswirkungen des Klimawandels“ zu ergreifen.

Quelle: Boston Globe – Massachusetts to require all new cars sold to be electric by 2035 as part of climate-change measures

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Als das iPhone eingeführt wurde, lachte der Microsoft-CEO (Ballmer): Das sei zu teuer und bräuchte keiner. Smartphones haben sich dann schnell durchgesetzt. Heute kauft kaum jemand mehr ein „normales“ Telefon. Entwicklungen werden meist drastisch unterschätzt. Der Beschluss Massachusetts‘ ist völlig irrelevant. Generell halte ich nichts von dieser Art Verbot. Besser wäre es z. B., eine z. B. bis 2035 beschränkte Betriebserlaubnis für ab 2022 neu zugelassene Verbrenner zu erteilen.

Wenn die Fortschritte bei BEV’s so weitergehen, sehe ich ein Verbot, ähnlich Jan, als irrelevant an.
Sobald die Batteriepreise mal bei 50€/kWh angekommen sind, besteht wohl Preisparität mit Verbrennern. Verbesserungen bei der Temperaturempfindlichkeit und Energiedichte führen dann auch wieder zu leichteren Fahrzeugen. (Der 1000 km-Akku wird der GTI der Zukunft sein. Teuer, aber prestigeträchtig) Bei Fahrleistungen, Geräuschniveau und Platzangebot wird das Verbrennerniveau locker überboten, wer will da nicht upgraden?

Auf der Verbrennerseite stehen Abgasvorschriften, die entsprechend aufwändige und teure Technik benötigen. (Und nicht jedes Bauteil ist für die Ewigkeit gebaut ;-) Eine steigende CO2-Abgabe sorgt für stetig steigende Betriebskosten, mit wachsender Anzahl leiser Fahrzeuge wird vielleicht in den Städten neben den Abgasen auch der Fahrzeuglärm diskutiert werden.

Den einzigen Sinn der Zulassungsverbote sehe ich darin, die Automobilindustrie zu schützen.
Schutz davor, die Zukunft weiter zu verschlafen und damit Arbeitsplätze von hart und motiviert arbeitenden Menschen zu gefährden.

Ich glaub‘ ich wandere nach Massachusetts aus

2035 ist ein bisschen spät. Aber immerhin. Mein persönlicher Wunschtermin wäre 2026. 2011 kam das erste massentaugliche Elektromobil auf den Markt – der Nissan Leaf. 15 Jahre danach – der typischen Nutzungsdauer eines PW – sollte Schluss sein.

Wo gibt es eine aktualisierte Übersicht zu den geplanten Verbrenner Verboten? Ich glaube mal sowas in der Wikipedia gesehen zu haben, finde das aber nicht wieder. Wer kann helfen?

Für mich ist das alles nur Symbolpolitik. 14-15 Jahre sind eine lange Zeit, da kann sich vieles ändern. Wahrscheinlich ist bald eine Gouverneurswahl. Mit dieser Entscheidung tut man niemandem weh. Die einkommensschwachen und normalverdienenden Menschen können sich noch lange einen günstigen Verbrenner kaufen, die anderen, die glauben, dass der Umstieg auf das E-Auto die Welt rettet, freuen sich über das Verbot.

Ein gutes Signal, was Massachusetts damit abgiebt. Hoffentlich folgen weitere Bundesstaaten und Länder. Nicht nur in Amerika. Was aber noch viel wichtiger ist, um den Planeten vorm Kollaps zu bewahren: Den Anstieg der Weltbevölkerung zu stoppen.

2035? Was sind wir doch fortschrittlich, gelle? Sinnfreie Ankündigung vermutlich.
Ich denke, dass schon viel früher niemand mehr einen Verbrenner kaufen wird. Wenn die Entwicklung so weiter geht, haben wir

  • akzeptable Reichweiten und das ewige Schielen auf die angezeigten Restkilometer ist Geschichte
  • Die zynische Ladeinfrastruktur wird kein Thema mehr sein und
  • Otto Normalo wird sich ein E-Auto leisten können.

Und, ganz ‚wichtig‘: Bis 2035 gibt es ganz sicher nicht einen Menschen mehr, der noch nicht in einem E-Auto gesessen hat. Wer danach noch den Wunsch verspürt, einen Verbrenner zu fahren, ist selbst schuld und wird dann halt ausgebremst .

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