Marktbetrachtung: Die E-Mobilität nimmt in der Slowakei Fahrt auf

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Im Jahr 2020 hat sich die Anzahl der in der Slowakei neu registrierten E-Autos verfünffacht. Während es noch 2019 gerade einmal 165 elektrische PKWs waren, stieg die Zahl im letzten Jahr auf 918 an. Der Verband der Automobilindustrie der Slowakischen Republik (ZAP SR) führt diesen Erfolg einerseits auf das großzügige Förderprogramm zurück, das eine Kaufprämie von bis zu 8000 Euro vorsieht, als auch auf die Markteinführung von beliebten E-Automodellen von Volkswagen und Skoda (Škoda Citigo-e iV).

Hervorzuheben an dem slowakischen Förderprogramm ist, dass die Kaufprämie, die bei Anschaffung von Neufahrzeugen fällig wird, bis zu einem Wert von 50 000 Euro möglich ist. Folgerichtig werden auch teure Fahrzeuge gefördert. Bei der Einführung des Programms im Dezember 2019 berichteten die Medien darüber, dass zu dieser Preisspanne sogar das günstigste Teslamodell Tesla 3 Standard Range Plus gehören könnte, sofern der Hersteller in der Slowakei eine Verkaufsniederlassung eröffnen würde. Das ist aber bis heute nicht der Fall.

Entsprechend der Statistiken des ZAP SK stammen die meistverkauften Elektroautos 2020 von Volkswagen (185), Škoda (165) und Kia (121). Problematisch für die statistische Erfassung bleiben die Zahlen von Tesla. Der Verband betont, dass es in der Slowakei einige Hunderte Teslas gibt, die aber zumeist im Ausland gekauft wurden und die Statistiken der Neuanmeldungen hier hinterherhinken.

Obwohl die Slowakei im letzten Jahr deutliche Fortschritte vermelden konnte, bleibt der Anteil der E-Autos im Gesamtverkehr ausgesprochen gering. Insbesondere im Personenverkehr sind Elektroautos nach wie vor nicht weit verbreitet, obwohl ihre Zahl auf den slowakischen Straßen allmählich zunimmt. Nach Angaben des slowakischen Wirtschaftsministeriums gab es bis Mitte 2020 insgesamt 1582 BEVs und 1021 PHVs. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 gab es 224 Elektroautos und 86 Hybride.

Bezüglich der Ladeinfrastruktur und ihrer ausreichenden Erreichbarkeit herrscht jedoch Uneinigkeit. Die öffentlichen Stellen sind der Meinung, dass die Entwicklung von Ladesäulen durch einen staatlichen Sanierungsplan und die Fördermittel der Europäischen Union unterstützt werden sollte. Allerdings finden sich in den slowakischen Medien unterschiedliche Einschätzungen in Bezug auf das Ladenetz in der Slowakei. Der Ausbau sollte sich demnach vor allem auf den Süden des Landes konzentrieren, da die anderen Regionen der Slowakei mit den größeren Anbietern, wie GreenWay und ZSE, sowie den Superchargern von Tesla nicht grundsätzlich schlecht ausgerüstet sind.

Im Zusammenhang mit der Förderung der Ladeinfrastruktur in der Slowakei wurde ein entsprechendes Infrastrukturausbauplan vom Wirtschaftsministerium Ende letzten Jahres eingeführt. Dazu sagte Wirtschaftsminister Richard Sulik:

„In der aktuellen Ausschreibung haben wir den Kreis der Bewerber sowie die Arten von Projekten erweitert, für die Unterstützung beantragt werden kann. Wir haben auch den Höchstbetrag der Subvention erhöht. Unser Ziel ist es, zu einem stärkeren Aufbau der Infrastruktur beizutragen, ohne den die Entwicklung der Elektromobilität nicht möglich ist.”

Insgesamt hat das Ministerium 650 000 Euro zur Verfügung gestellt. Um diese Zuschüsse können sich sowohl private Unternehmen als auch Initiativen der öffentlichen Hand bewerben. Gemeinden können mit bis zu 95 % der Investitionssumme, aber mit maximal umgerechnet 18 000 Euro gefördert werden. Der Rest muss dann als Eigenkapital bereitgestellt werden. Bei privaten Unternehmen beträgt die Förderung bis zu 50% der Investitionssumme, wobei hier die Höchstgrenze der Förderung bei maximal 36 000 Euro liegt.


Aleksandra Fedorska ist polnisch-deutsche Politologin und Publizistin. Sie arbeitet als Korrespondentin für polnische und deutsche Medien in den Fachbereichen Energiepolitik und E-Mobilität. Fedorska lebt und arbeitet im schleswig-holsteinischen Jagel und in der polnischen Stadt Poznań.

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