Lion Electric baut 5-GWh-Batteriewerk für Elektro-Lkw und -Busse in Kanada

Lion-Electric-Kanada-Batteriefabrik

Copyright Abbildung(en): Lion Electric

Lion Electric, ein kanadischer Hersteller von vollelektrischen Lastkraftwagen und Bussen, baut in Quebec eine neue Batterieproduktion sowie ein Innovationszentrum auf. Die Fabrik soll mit modernster Technologie ausgestattet werden, Anfang 2023 ihren Betrieb aufnehmen und Batteriepacks und Module aus Lithium-Ionen-Zellen herstellen, so das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung. Die Bauarbeiten sollen in den nächsten Monaten beginnen, den genauen Ort hat Lion Electric allerdings noch nicht verraten.

Insgesamt investiert Lion Electric laut eigener Aussage umgerechnet gut 125 Millionen Euro in das Projekt, und könne dabei staatliche Förderungen in Höhe von umgerechnet etwa 67 Millionen nutzen. Mit dem neuen Werk rechnet Lion damit, die Kosten für die Fahrzeugherstellung deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Kontrolle und Optimierung einer Schlüsselkomponente der Fahrzeuglieferkette zu gewährleisten. Da die Batterie die mit Abstand teuerste Komponente eines Elektrofahrzeugs ist, werde die neue Fertigungskapazität einen direkten Einfluss auf die Entwicklung des Schwerlasttransports haben und gleichzeitig wichtige ökologische und wirtschaftliche Vorteile bieten, teilt Lion Electric mit.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der Premierminister von Quebec, François Legault, der Minister für Innovation, Wissenschaft und Industrie, François-Philippe Champagne und der Minister für Wirtschaft und Innovation, Pierre Fitzgibbon gaben den Startschuss des Projekts in Begleitung von Marc Bédard, CEO und Gründer von Lion Electric, bekannt.

Ein Meilenstein für Lion

Mit einer geplanten jährlichen Batterie-Produktionskapazität von 5 Gigawattstunden könne Lion pro Jahr gut 14.000 mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge wie Elektro-Lkw und Elektrobusse elektrifizieren. Die Produktionsstätte und das Innovationszentrum bieten Lion mehrere strategische Vorteile, darunter eine Reduzierung der Produktionskosten für Batteriesysteme sowie eine stabile Beschaffung von Batteriepacks. Die geplante, hochautomatisierte Fabrik von Lion könne voraussichtlich alle elf Sekunden ein Batteriemodul und alle fünf Minuten einen kompletten Akku produzieren. Lion Electric will der erste kanadische Hersteller von mittelschweren und schweren Nutzfahrzeugen sein, der sich selbst mit modernster Technologie zur Herstellung von Akkus ausrüstet.

Das Innovationszentrum von Lion soll sich auf Forschung und Entwicklung von neuen Batterietechnologien konzentrieren, mit dem Ziel, deutliche Fortschritte in Bezug auf Leistung, Reichweite und Energiekapazität zu erreichen. Außerdem will Lion Electric dort weitere innovative Produkte entwickeln. Das Innovationszentrum ermögliche dem Unternehmen auch die erforderliche Flexibilität, um sich schnell an neue Technologien anzupassen.

Neben der Schaffung zahlreicher Arbeitsplätze in Quebec – einschließlich der geplanten 135 direkten Arbeitsplätze sowie Hunderten weiterer indirekter regionaler Arbeitsplätze – sollen die beiden neuen Einrichtungen einen wesentlichen Bestandteil in einer ganzen Reihe spezialisierter Unternehmen darstellen, die für die Elektrifizierung des Verkehrs von wesentlicher Bedeutung seien.

Quelle: Lion Electric – Pressemitteilung vom 15.03.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Gute Nachricht – nach und nach werden auch die anderen Lkw-Hersteller einsehen, dass auch der Güterverkehr, sofern nicht auf die Schiene verlagerbar, rein elektrisch fährt.

Was nützen dem Diesel-Lkw die bis zu 2.400 km Reichweite, wenn der Fahrer nach 4,5 bzw. 9 Stunden eh eine Pause bzw. Feierabend machen muss – also reichlich Zeit zum Nachladen der Batterie.

Und die H2-Lkws? – das was Hyundai anbietet, das braucht reichlich Platz für H2-Tanks, ähnlich wie der Platz für Batterien, und zudem einen aufwendigen Leichtbau, sonst gäbe es kaum Gewichtsvorteile gegenüber herkömmlichen Lkw mit Elektroumbau.

Wenn die zukünftigen E-Lkws auch auf Leichtbau setzen und die leichteren Batterien von Tesla verwenden, dann bleiben kaum Gewichtsvorteile für die H2-Lkw übrig – und mit künftigen Batteriegenerationen hat der H2-Lkw nur noch Nachteile, z.B. den 3-fachen Stromverbrauch.

Daniel , dem E Fernfahrer sein Hobbby muss Feierabend sein.
Den kann er dann mehrmals geniessen auf den Höfen da wo es solche Ladesäulen gibt.
Aber Du hast richtig erkannt, der Wille ist da, auch im Fernverkehr vom Diesel weg zu kommen.Sogar in Kanada wo riesige Strecken zu bewältigen sind.

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