LG Chem entscheidet US-Rechtsstreit gegen SK Innovation für sich

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LG Chem entscheidet US-Rechtsstreit gegen SK Innovation für sich

Die Batteriesparte von LG Chem, die mittlerweile unter dem Namen LG Energy Solutions firmiert, konnte den Rechtsstreit gegen SK Innovation in den USA für sich entscheiden. SK Innovation darf nun zehn Jahre lang bestimmte Batterien oder deren Komponenten nicht mehr in die USA importieren.

Der Rechtsstreit der beiden südkoreanischen Batteriehersteller – ausgetragen vor US-Gerichten – begann im Frühjahr 2019. LG Chem hatte damals Klage gegen SK Innovation eingereicht mit der Begründung, dass SK Innovation mit der Abwerbung von LG-Chem-Mitarbeitern auch geschütztes Wissen für die Entwicklung und Produktion von Batterien illegaler weise für seine Vorteile genutzt haben soll. Im Gegenzug klagte SK Innovation kurz darauf gegen LG Chem, ebenfalls wegen angeblicher Patentverletzungen.

Das Urteil hat nicht nur für SK Innovation Folgen, sondern auch für Autohersteller wie Ford und Volkswagen, welche für ihre Elektroauto-Werke in den USA Akkus von den Südkoreanern beziehen. Sie müssen sich nun nach Alternativen umsehen. Das Urteil erlaubt allerdings eine Übergangsfrist: SK Innovation darf Ford noch vier Jahre lang mit Batterien für die Elektro-Version des Pick-ups F-150 beliefern und Volkswagen noch zwei Jahre lang für die US-Produktion von MEB-Stromern. Die Fristen sollen den Autoherstellern Zeit geben, sich nach anderen Zulieferern umzusehen. Volkswagen hat zwischenzeitlich beantragt, die Ausnahmeregelung für sich ebenfalls auf mindestens vier Jahre zu verlängern.

SK Innovation stehen aber auch noch andere Möglichkeiten offen, das Importverbot zu verhindern oder zu umgehen. LG Energy Solution hat etwa bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert, um einen Vergleich auszuhandeln. Zudem hat die US-Regierung 60 Tage lang Zeit, um gegen das Urteil ein Veto einzulegen. VW hat bereits einen entsprechenden Appell formuliert: Der Hersteller habe gut 800 Millionen US-Dollar in sein Werk in Chattanooga (Tennessee) investiert und Hunderte Mitarbeiter eingestellt, um dort Elektroautos herzustellen. Diese Arbeitsplätze sowie die E-Auto-Produktion seien durch das Importverbot gegen SK Innovation gefährdet.

Außerdem könnte SK Innovation alle benötigten Materialien in den USA beschaffen, um das Importverbot zu umgehen, was Experten allerdings als „nicht durchführbar“ bezeichnen. Und wenn, dann zu kaum mehr wirtschaftlichen Kosten.

Quelle: Electrive – LG Chem gewinnt US-Rechtsstreit gegen SK Innovation

Über den Autor

Michael ist freier Journalist und schreibt seit 2012 fast ausschließlich über nachhaltige Mobilität, Elektro- und Hybridautos, Energiethemen sowie Umweltschutz.

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