Kraftfahrt-Bundesamt: E-Mobilität in Deutschland auf der Überholspur

Kraftfahrt-Bundesamt: E-Mobilität in Deutschland auf der Überholspur

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 628876592

Die Daten von Automobil-Analyst Matthias Schmidt haben es bereits im Dezember bewiesen: Zwölf Monate nachdem Deutschland Norwegen als Marktführer an Europas Elektroautomarkt überholt hat, ist Deutschlands Anteil am Markt nun mehr als doppelt so groß wie der norwegische Markt. Nun steuert auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) Daten aus dem vergangenen Jahr zur E-Mobilität bei. Es zeigt sich, die E-Mobilität hat sich in Deutschland im Jahr 2020 trotz eines rund zwanzig prozentigen Rückgangs der Zulassungszahlen im Jahr der COVID 19-Pandemie stärker durchgesetzt als jemals zuvor.

Wie das KBA zu verstehen gibt beanspruchten Alternative Antriebe (batterieelektrisch, Hybrid, Plug-In, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff) rund ein Viertel aller Neuzulassungen im vergangenen Jahr für sich. Die Anzahl der neu zugelassenen Personenkraftwagen (Pkw) mit reinem Elektroantrieb legte mit +206 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu. 13,5 Prozent aller in Deutschland neu zugelassenen Pkw haben einen elektrischen Antrieb. Besonders hohe Anteile wiesen hierbei die Bundesländer Schleswig-Holstein, Berlin und Baden-Württemberg mit über 16 Prozent auf.

„Die E-Mobilität ist in der Mitte der mobilen Gesellschaft angekommen. Positive Nutzererfahrungen verlässliche Technologien und ein wachsendes Angebot erleichtern den Umstieg in die E-Mobilität. Bei einem anhaltenden Zulassungstrend der Fahrzeuge mit elektrischen Antrieben von rund 22 Prozent wie im letzten Quartal 2020, kann das von der Bundesregierung formulierte Ziel von 7 bis 10 Millionen zugelassenen Elektrofahrzeugen in Deutschland bis zum Jahr 2030 erreicht werden.“ – Richard Damm, KBA-Präsident

Im Gegensatz zum europäischen Gesamtmarkt dominierten in Deutschland die Kleinwagen die E-Mobilität. So brachten es diese mit 29,9 Prozent zum stärksten Segment bei den Neuzulassungen des Jahres 2020. Auf das Segment der SUV mit batterieelektrischem Antrieb entfiel knapp ein Fünftel (19,9 %) des Neuzulassungsvolumens. Die Kompaktklasse erreichte mit 19,6 Prozent bei dieser Antriebsart einen ähnlich hohen Anteil.

In absoluten Zahlen betrachtet wurden 2020 394.940 Neuwagen mit einem E-Antrieb zugelassen. Hierbei entfiel der höchste Anteil auf VW mit 17,4 Prozent Marktanteil. Was seinerseits einem Wachstum von +608,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht, gefolgt von Mercedes (14,9 % / +499,8 %) und Audi (9,0 % / +607,9 %). Bei den insgesamt 194.163 batterieelektrisch angetriebenen Pkw entfiel der größte Neuzulassungsanteil mit 23,8 Prozent ebenfalls auf die Marke VW, gefolgt von Renault (16,2 % / +233,8 %) und Tesla (8,6 % / +55,9 %).

Analog den gestellten Anträgen für den Umweltbonus liegt die Anzahl der reinen E-Autos in Hand von Privatpersonen mit 48,8 Prozent leicht unter denen die bspw. als Dienstwagen zum Einsatz kommen. Bei den alternativen Antrieben lag das Verhältnis bei rund zwei Drittel gewerblich (63,5 %) zu einem Drittel (36,4 %) privater Halterinnen und Halter. Insgesamt wurde rund 63 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen, einschließlich Benzin und Diesel, im Jahr 2020 für gewerbliche Halter registriert.

Gemessen am deutschen Gesamtabsatz von PKW stieg der Anteil der Pkw mit alternativen Antrieben im Laufe des zurückliegenden Jahres von 2,4 Prozent auf einen Anteil von 3,6 Prozent (+54,0 %). Bei den Pkw mit elektrischem Antrieb fiel diese positive Entwicklung mit +147,1 Prozent noch deutlicher aus – hier stieg der Anteil am Gesamtbestand von 0,5 Prozent auf 1,2 Prozent. Rund 70 Prozent des Bestandes der batterieelektrischen Pkw waren den Segmenten Kleinwagen (33 %), Kompaktklasse (19,6 %) und Mini (17,3 %) zuzuordnen. Der Bestand der batterieelektrischen Pkw im zulassungsstarken Segment der SUVs erreichte einen Anteil von 14,4 Prozent.

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt – Pressemitteilung vom 06. Januar 2021

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Kraftfahrt-Bundesamt: E-Mobilität in Deutschland auf der Überholspur“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
4 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Für die rund 3 Millionen pro Jahr neu zugelassenen Pkws in Deutschland bei einem voraussichtlichen Bedarf von 15 bis 20% reiner Elektrofahrzeuge davon, müssten bis zu 600.000 eMobile nur allein für Deutschland produziert werden. Wenn ich mir die jetzigen Produktionszahlen unserer hiesigen Hersteller betrachte sind diese damit völlig überfordert. Somit wird Elon vollkommen recht behalten diese Lücke mit in Deutschland produzierten eMobilen aufzufüllen.

Ich frage mich, welchen Artikel Sie gelesen haben – falls überhaupt.
In diesem Artikel steht zu den reinen BEV, dass nur schon der grösste deutsche Hersteller 24% davon geliefert hat, mit einer Steigerung von 600% gegenüber dem Vorjahr, dann komm der grösste Franzose mit 16% und dann Tesla mit 6.8% und einer Steigerung von 55% gegenüber dem Vorjahr.
Wie kommen Sie bei diesen Zahlen darauf, dass ‚Elon‘ den grossen Beitrag zur Schliessung der Lücke leisten wird? Wenn die Entwicklung nur noch kurze Zeit so weiter geht, wie sie aktuell läuft, wird der Beitrag von ‚Elon‘ nur noch homöopatisch sein.

Tesla macht nur BEV, die Anderen wollen alle 3 Arten von Fahrzeugen (Verbrenner, Plugin-Hybrid und BEV) produzieren und die BEV eher notgedrungen.

Ich bin mir ziemlich sicher, würden Politker vom Schlage eines Donald Trump in Deutschland oder der EU an die Macht kommen, viele Hersteller würden E-Autos wie heisse Kartoffeln sofort fallen lassen.

Die USA dürften, was E-Autos betrifft, vom Trumps Abgang profitieren. Noch weitere 4 Jahre unter Trump und GM, Ford und Chrysler (jetzt Stellantis) hätte ihre E-Auto-Pläne wohl gänzlich begraben.

Es ist gut dass Tesla in Deutschland ist, egal was man von Elon Musk als Person halten will, denn Tesla sorgt in den nächsten Jahren für E-Autos und Arbeitsplätze. Und Tesla wird auch dafür sorgen, dass die Batterien billiger werden, so dass E-Autos nicht dauernd am Steuerzahler-Tropf hängen.

Freuen wir uns auf 4 Jahre ohne Trump und auf viele E-Autos, hoffentlich auch bei den Kleinwagen.

Ich freue mich auch, das Trump weg ist und das Elon den deutschen Autobauern den Weg gezeigt hat, sonst wäre der id3 und co noch in der Schublade. Wenn Grünheide läuft werden sich die Zahlen wieder Richtung Elon verschieben.
und wenn es den T mal nicht mehr gibt, Danke für die Initialzündung, Robert G.

Diese News könnten dich auch interessieren:

E-Plattform-Spezialist REE plant US-Hauptsitz und Montagewerk in Austin, Texas
BMW zeigt Visionen für E-Lastenrad und E-Scooter
Tesla Q2 2021: 12 Milliarden Dollar Umsatz und 1,14 Milliarden Dollar Gewinn
4
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).