Kia startet Pilotprojekt für Letzte-Meile-Lieferservice in Singapur

Copyright Abbildung(en): KIA

Der Südkoreanische Autohersteller Kia hat einen Grundstein für den Aufbau seines Geschäfts mit zweckgebundenen Spezialfahrzeugen (Purpose Built Vehicles, PBV) gelegt: Der Mobilitätsanbieter kooperiert mit dem auf Kühllieferungen spezialisierten Start-up S.lab Asia, um im „Letzte Meile“-Liefermarkt Singapurs Fuß zu fassen. Die beiden Unternehmen unterzeichneten dafür eine Absichtserklärung zum Start eines Pilotprojekts mit dem Kia e-Niro, mit dem das Potenzial für ein zukünftiges PBV-basiertes Geschäftsmodell ausgelotet werden soll.

Das modifizierte, für die Letzte-Meile-Logistik optimierte Elektrofahrzeug soll in Singapurs Stadtzentrum zum Einsatz kommen, womit auf die Bedürfnisse des schnell wachsenden E-Commerce-Marktes reagiert werde, so Kia in einer aktuellen Mitteilung. Das strategische Projekt soll den Partnern auch dabei helfen, ihre PBV-Kompetenzen zu stärken und Servicevorgänge zu optimieren.

„Mit dieser Vereinbarung unterstreicht Kia sein Selbstverständnis als ein Kooperationspartner, der globalen Mobilitätsserviceunternehmen neue Wertschöpfungsmöglichkeiten eröffnet. Kia strebt eine führende Rolle im weltweiten PBV-Markt an und setzt dabei auf Partnerschaften mit verschiedenen Betreibern, nicht nur im Bereich der Letzte-Meile-Liefer-services, sondern durch unterschiedliche ‚Open Innovation’-Kooperationen.“ – DongSoo Ahn, Vizepräsident und Leiter der PBV Business Group der Kia Corporation

Zweckgebundene Spezialfahrzeuge, deren Entwicklung ein Kernelement der mittel- bis langfristigen Kia-Strategie „Plan S“ bildet, sind auf spezielle Anwendungen zugeschnitten. Dazu gehören neben Letzte-Meile-Lieferungen auch autonome Shuttles oder Fahrten in Luxusfahrzeugen mit Chauffeur. Bei dem Pilotprojekt in Singapur geht es um die letzte Etappe der Auslieferung eines Produkts an den Kunden, wobei der Fokus auf einer Optimierung der Lieferqualität und der Service-Differenzierung liegen soll.

S.lab Asia ist ein Start-up, das Spezialbehälter für die Kühlketten-Lieferung frischer Produkte herstellt und moderne Lieferservices anbietet. Das Unternehmen baut zurzeit ein Logistiknetzwerk auf, über das frische Produkte nach Korea und Südostasien vertrieben werden sollen.

Die neue Generation der Kia-PBVs befindet sich noch in der finalen Entwicklungs- und Optimierungsphase. Daher setzt das Unternehmen bei dem Pilotprojekt in Singapur einen e-Niro ein, dessen veränderter Innenraum auf ein möglichst einfaches Be- und Entladen der S.lab-Asia-Boxen sowie ein maximales Fassungsvermögen zugeschnitten ist. Mit dem Projekt, das noch in der ersten Jahreshälfte starten soll, will Kia sein PBV-Geschäftsmodell einschließlich der Produkt- und Serviceaspekte überprüfen und weiterentwickeln.

Zu den Bereichen, in denen Kia durch das Pilotprojekt Erfahrungen sammeln und seine Kompetenzen ausbauen will, zählen die Entwicklung elektrisch angetriebener Spezialfahrzeuge für Letzte-Meile-Lieferdienste, die Optimierung der „Fahrzeug als Service“-Plattform (Car as a Service, CaaS) für den Flotten- und Leasingbedarf, der Aufbau eines Ökosystems zum Laden von Elektroautos sowie die Entwicklung einer Servicestruktur für das Flottenmanagement von E-Fahrzeugen.

Singapur als optimaler Standort

Kia hat Singapur für sein PBV-Projekt ausgewählt, weil der Stadtstaat mit seiner hervorragenden Infrastruktur, der dynamischen Wirtschaft und einem schnell voranschreitenden E-Commerce ein optimaler Standort dafür sei. Begünstigt hat die Entscheidung von Kia zudem, dass Singapur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2040 schrittweise aus der Stadt verbannen will und dabei auf zukunftsorientierte, umweltfreundliche Mobilitätsmaßnahmen setzt, einschließlich erhöhter Subventionen für Elektrofahrzeuge.

Zur erfolgreichen Realisierung des Projekts plant Kia, mit wichtigen Partnern in diesem Bereich einen Kooperationsrahmen zu schaffen. Dazu gehören das in Singapur ansässige Innovation Center der Hyundai Motor Group, die SP Group – Singapurs größter Anbieter von Ladeservices für Elektrofahrzeuge – und der regionale Kia-Händler Cycle & Carriage.

Kia will zudem zusammen mit S.lab Asia auch sein PBV-Geschäftsmodell für den koreanischen Markt weiterentwickeln und ähnliche Dienstleistungen wie in Singapur noch in der ersten Hälfte dieses Jahres in Korea anbieten.

Quelle: Kia – Pressemitteilung vom 02.02.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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