Jaguar und Land Rover testen weltweit erste digitale Leder-Lieferkette

Jaguar und Land Rover testen weltweit erste digitale Lieferkette für Leder

Copyright Abbildung(en): Jaguar | Land Rover

Jaguar und Land Rover Ltd., Tochter von Tata Motors, hat den Einsatz einer Blockchain-Technologie erprobt, um Transparenz in der Lieferkette von Leder zu gewährleisten. Mit der Forschung an der neuen Technologie verfolgt der Autohersteller nach eigenen Angaben gleich mehrere Ziele: Bis zum Jahr 2039 in der gesamten Lieferkette, bei den Produkten und an den Standorten keine Kohlenstoffemissionen mehr zu verursachen und zum anderen die ökologischen und ethischen Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus zu reduzieren.

Um den Einsatz dieses weltweit ersten digitalen Lieferketten-Managements für Leder zu testen und eine lückenlose Nachverfolgbarkeit zu sichern, hat sich das Unternehmen mit dem auf das Tracking von Rohstoffen spezialisierten Anbieter „Circulor“, dem britischen Lederhersteller „Bridge of Weir Leather Company“ und der Universität Nottingham zusammengetan. Der Prozess ermögliche es Jaguar und Land Rover nicht nur, die Einhaltung der Vorschriften zu verfolgen, sondern auch den CO2-Fußabdruck seines Lederlieferantennetzes zu bewerten. In Zusammenarbeit mit der „Bridge of Weir Leather Company“ lasse sich das Leder mit dem geringsten CO2-Fußabdruck vom Bauernhof bis zum fertigen Artikel zurückverfolgen. Der Autobauer sei bestrebt, seinen Kunden eine nachhaltigere und verantwortungsbewusstere Materialauswahl für die Innenausstattung seiner Fahrzeuge zu bieten. Beispiele dafür sind schon heute die im Range Rover Evoque erhältliche Textilinnenausstattung aus Eukalyptus-Naturfasern und Kvadrat – ein veredeltes Wollmischgewebe, das mit einem pro Fahrzeug aus 53 recycelten Plastikflaschen erzeugten Wildlederstoff gepaart ist – und neben dem Evoque und Range Rover Velar auch im vollelektrischen Jaguar I-PACE zum Einsatz kommt.

Das Ziel: Netto-Null-Emissionen bis zum Jahr 2039

Im Rahmen der von „Innovate UK“ finanzierten Forschung wurde ein digitaler Zwilling des Rohmaterials erstellt, so dass sein Weg durch die Leder-Lieferkette gleichzeitig in der realen Welt und auch digital verfolgt werden kann. Eine Kombination aus GPS-Daten, biometrischen Daten und QR-Codes wird verwendet, um den Status des Leders in jedem Schritt des Prozesses mithilfe der Blockchain-Technologie digital zu überprüfen. Durch die Definition des Verifizierungsprozesses wurde eine wiederholbare Blaupause für die Rückverfolgung eines einzelnen Lederstücks in jedem Stadium geschaffen, erklärt der Konzern. Dieses Verfahren kann in der gesamten globalen Lieferkette von Jaguar Land Rover, aber auch in anderen Branchen, die auf Leder angewiesen sind, wie zum Beispiel die Mode- und Schuhindustrie, eingesetzt werden. Das Projekt sei Teil der „Reimagine“-Strategie: „eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Kombination aus modernem Luxus, einzigartigen Kundenerlebnissen und positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft“, heißt es.
„Reimagine“ ziele darauf ab, Netto-Null-Emissionen für das gesamte Unternehmen bis zum Jahr 2039 zu erreichen.

Jaguar Land Rover werde mit Branchenexperten zusammenarbeiten, um die Nachhaltigkeit zu verbessern, die Emissionen weiter zu reduzieren und bei der Entwicklung von Technologien, Daten und Software der nächsten Generation führend mitzuwirken. „Im Rahmen von Reimagine strukturieren wir derzeit unsere Lieferkette um, wobei der Schwerpunkt auf Transparenz und Nachhaltigkeit liegt. Die Ergebnisse dieses weltweit ersten Versuchs werden es uns ermöglichen, die Nachhaltigkeit der Leder-Lieferktte rund um den Globus weiter zu verbessern und die vollständige Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe vom Ursprung bis zum Fahrzeug sicherzustellen. (…) Es ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, bis 2039 komplett ohne Kohlendioxidemissionen auszukommen“, so Dave Owen, Executive Direktor of Supply Chain.

Schon zuvor hatte Jaguar Land Rover über seinen Risikokapital- und Mobilitätsdienstleistungszweig namens „InMotion“ eine Investition in „Circulor“ angekündigt. Diese Beteiligung ermögliche es dem Unternehmen, in Bezug auf die Herkunft, das Wohlergehen der Beschäftigten und die Einhaltung der Vorschriften von Lieferanten Materialien mit größerer Transparenz in seinen Netzwerken zu beziehen. Die Technologie könnte übrigens auch für die Rückverfolgung anderer Rohstoffe eingesetzt werden. Circulor nutzt Blockchain bereits, um die Rückverfolgbarkeit von Mineralien zu verbessern, die für Batterien von Elektrofahrzeugen verwendet werden. Entscheidender Vorteil: Die Blockchain-Technologie kann nicht verändert oder manipuliert werden, sodass die Kunden darauf vertrauen können sollen, dass die Lieferkette authentisch ist und alle Materialien aus nachhaltiger Herkunft stammen. So werde die in diesem Versuch entwickelte Blockchain-Technologie es ermöglichen, jede Phase des Prozesses und die gesamte Lieferkette des Leders genau verfolgen und messen zu können.

Quelle: Jaguar Land Rover Ltd. 

Über den Autor

Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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