In Fuhrparks holen E-Autos nur langsam auf

In Fuhrparks holen E-Autos nur langsam auf

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Ist das schon der Anfang vom Selbstzünder-Ende? Zum ersten und bislang einzigen Mal sind im September in Fuhrparks mehr Benziner als Diesel zugelassen worden. Das meldet das Fachmagazin Logistra unter Berufung auf Ergebnisse des Flottenstatistik-Spezialisten Dataforce. Steil nach oben sei es hingegen für Elektrofahrzeuge und Plug-In Hybride gegangen, auf die in Summe bereits 30 Prozent der Pkw-Neuzulassungen entfallen. Weil viele Fuhrparks allerdings verstärkt oder ausschließlich Transporter nutzen, führten alternative Antriebe noch immer ein Nischendasein, heißt es. Zwischen 2010 und 2020 habe der Diesel-Anteil nie unter 90 Prozent gelegen.

Wie es in dem Bericht heißt, lagen die Zulassungszahlen von Transportern mit E-Antrieb aber kontinuierlich höher als die der Benziner. Im Oktober hätten E-Transporter mit 9,4 Prozent ihren bislang höchsten Marktanteil erzielt. Kumuliert belaufe sich die Elektroquote in diesem Jahr auf 5,2 Prozent gegenüber 3,8 Prozent für die Modelle mit Benzinmotor.

Als Treiber für Stromer-Trend sieht man bei Logistra in erster Linie einen Hersteller, der eigentlich gar keiner sein wolle: StreetScooter. Für die einst aus Mangel an E-Lieferfahrzeugen gegründete Marke hat die Deutsche Post mit Odin Automotive dem Vernehmen nach einen Käufer gefunden. Fest steht, dass die Marke in diesem Jahr mit den Baureihen Work, Work L und Work XL 44 Prozent aller Elektro-Neuzulassungen stellt. Mit einem Anteil von 19 Prozent folgt demnach Mercedes auf Rang zwei. Die Stuttgarter bieten mit Sprinter, Vito und EQV inzwischen drei reine E-Modelle an. Die weiteren Plätze im Marken-Ranking belegen Renault, Opel, VW und Nissan.

Wie aus der Dataforce E-Mobility Studie 2021 hervorgeht, kann sich mehr als jeder Dritte der gut 400 befragten Fuhrpark-Verantwortlichen durchaus vorstellen, zukünftig E-Transporter in ihren Flotten einzusetzen. Es fehle lediglich das entsprechende Angebot. Erste Erfolge könnte die Stellantis-Offensive bringen, die mit Opel, Citroen und Peugeot gleich drei parallele E-Baureihen aufweist. Auch Ford will nach den Plug-In-Modellen von Transit und Tourne bald den E-Transit auf den Markt bringen.

Quelle: Logistra – Elektrifizierung von Transporter-Flotten kommt langsam voran

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Gerade im Zustellergewerbe dürfte der Verschleiß wegen Motor an, 100m fahren, Motor aus, ziemlich hoch sein. Die Betriebsmittelkosten von einem Elektrotransporter dürften auch deutlich günstiger sein. Der niederländische Liefer-Supermarkt PicNic setzt z.B. auf sehr schmal gebaute 45km/h Liefer-LKWs. Perfekt für das urbane Umfeld. Aber auch Amazon setzt auf E-Lieferwagen.

Farnsworth

Die Fuhrparklage ist eine ganz spezielle – obwohl sie technisch vom Kleinstwagen für die Pflegedienste bis zur Luxuskarosse mit höchster Schutzklasse für die Bundesregierung geht.

Es wird immer geleast, Kundendienst ist extrem wichtig, es wird mit Rabatten und Konditionen bis zu letzen Cent gefeilscht.
Und es wird öfter mal der Hersteller gewechselt um dem anderen zu zeigen, wo der Hammer hängt.
Emotionale Kundenbindung ist zweitrangig – im oberen Preissegement ist Markenimage aber sehr wichtig.

Tesla? Können sie sich keinen Taycan leisten?

Da tun sich Newcomer in der Regel sehr schwer. Die großen Traditionskonzerne haben eigene Banken mit 1a-Refinanzierungskonditionen. Da kommen Neueinsteiger nicht ran.

Als Beispiel (vereinfacht): Vw kann sich zu 1% am Kapitalmarkt refinanzieren kann und bietet 3-4 % Finanzierungen an – und kann dann über die eigenen Strukturen die Leasing-Rückläufer sehr günstig vermarken – ist das für sich schon ein Geschäft, und man hat richtig Luft in der Kalkulation.

Tesla hat am Kapitalmarkt Jnk-Status und müsste daher Eigenkapital für die Finanzierungen nehmen. Dann hat man die Aktionäre aber lebenslang an der Backe ….
Oder man macht die Leasinggeschäfte mit einem Partner – einer Leasing-Gesellschaft. Die will aber Rabatte und Rücknahmeganrantien usw usw usw haben – und sich trotzdem die Marge in die Tasche stecken.
Teuer ..

Also .. schwierig ..

Kleines Beispiel am Rande: Pflegedienste fahren fast alle up! und co aus dem VW-Konzern oder smart aus dem Mercedes-Regal – keine Kia picanto/toyota Aygo, Renault Twingo ….

Bis jetzt merkt man wenig von reinen BEVs in Fuhrparks lt dieser Umfrage:
https://www.autobild.de/artikel/die-besten-firmenwagen-2021-20994687.html

Viel Hype um Nichts, auch nicht was die Umwelt betrifft, denn fast keine Spur von sauberen „Öko“-Strom.

So lange die Massentransporte ohnehin mit Diesel-LKWs erledigt werden müssen geht es nur um die Schadstoffe im urbanen Umfeld.
Offenbar sind viele Leute auch nicht an einer Dekarbonisierung wirklich interessiert. Viel Geschwafel von eine Reduktion von CO2 nur schafft die Pandemie dort offenbar auch mehr, als die BEV-Offensive.

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