ifo-Studie: „Verzicht auf Verbrenner kostet Jobs“

ifo-Studie: "Verzicht auf Verbrenner kostet Jobs"

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1781158241

Durch die schrumpfende Produktion von Verbrennungsmotoren werden in der deutschen Autobranche mehr Arbeitsplätze wegfallen als Beschäftigte in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts im Auftrag des Automobilverbandes VDA. „Wir sehen schon an der Entwicklung der Produktionswerte, dass für Elektroautos ganz andere Teile benötigt werden als für Verbrenner. Die Transformation ist noch nicht im gleichen Umfang bei der Beschäftigung angekommen„, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien.

Vor allem für die mittelständisch geprägte Zuliefererbranche ist der Übergang zur Elektromobilität eine große Herausforderung. Es ist wichtig, in der verbleibenden Verbrennerproduktion und bei Elektrofahrzeugen hoch qualifizierte Jobs zu erhalten, ohne den Strukturwandel aufzuhalten„, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest. „Die zu erwartende Transformation in der Beschäftigung wird nicht vollständig durch den Ruhestand der geburtenstarken Jahrgänge abgefedert werden können„, ergänzt Falck. Da die Lücke jetzt schon bekannt sei, hätten Unternehmen die Möglichkeit, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen – zum Beispiel Umschulungen und Weiterbildung.“

Das ifo Institut schätzt, dass in der deutschen Autoindustrie bis 2025 rund 75.000 Beschäftigte in der Produktion in den Ruhestand gehen werden – darunter rund 39.000 direkt im Fahrzeugbau, die übrigen in der Herstellung von Teilen. Doch im Jahre 2025 wären mindestens 178.000 Beschäftigte von der Transformation zum Elektromotor betroffen, heißt es. Sie seien in der Herstellung von Produktgruppen tätig, die direkt oder indirekt vom Verbrenner abhängen, davon 137.000 direkt in der Autoindustrie, falls die Produktion von Autos mit Verbrennern so stark zurückgeht, wie es die Abgasregulierung derzeit erfordert. Bis 2030 würden 147.000 Produktionsbeschäftigte in Rente gehen, davon rund 73.000 im Fahrzeugbau; aber mindestens 215.000, davon 165.000 direkt in der Automobilindustrie, arbeiteten in der Herstellung von Produkten mit Bezug zum Verbrennungsmotor, so das ifo-Institut

Der Produktionswert der direkt von der Transformation in die Elektromobilität betroffenen Produktgruppen sank laut Studie bereits zwischen 2015 und 2019 um mehr als 22 Milliarden Euro. Das entspreche einem Minus von rund 13 Prozent. Die Beschäftigung bei diesen Produkten ging dabei nur um rund zwei Prozent zurück oder 8.000 Beschäftigte. Falck: „Parallele Produktionsstrukturen erfordern noch viel Personal.“

Quelle: ifo-Institut – Studie vom 6. Mai 2021

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „ifo-Studie: „Verzicht auf Verbrenner kostet Jobs““ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
13 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

und hat das ifo institut auch berechnet wieviele neue Jobs enstehen für die E-mobilität?
Übrigens der Verzicht auf E-Autos kostet der deutschen Autoindustrie alle Arbeitsplätzedann doch lieber auf die neue Technik setzen (Kutschenbauer die sich nicht ändern wollten sind inzwischen auch verschwunden)

Man erzählt den Zuschauern, die Umschulung eines Technikers, vom Verbrenner-Monteur zum Elektromotor-Monteur würde 12 Monate dauern.
Warum werden den Deutschen immer solche Lügenmärchen aufgetischt?
Es wird alles gegen neue Technolgie argumentiert,
wie sagte Norbert Haug gestern Abend:
„Bis September müssen wir das Märchen vom saubersten Verbrenner aufrecht erhalten“.
Damit die momentane Regierung dann so weitermachen kann?
Und sich die Subventionen von den deutschen Steuergeldern selbst wünschen kann, wie bisher?
Viel Spass liebe Gesundheit, Nachkommen und Planet beim Ausbügeln dieser Lügen 😉

Das haben technologische Wandel so an sich. Da hätte ich jetzt nicht die IFO für gebraucht.
In der Informatik passiert das laufend und in wesentlich kürzeren Zyklen. Der Wechsel von traditionellen Rechenzentren zu Cloud Computing hat auch einige Jobs gekostet, aber auch vieles neu geschaffen. In der E-Mobilität ist das genau so.

„ifo Instituts im Auftrag des Automobilverbandes VDA“
Ist jetzt ad hominem, aber beide sind ja echte Glanzlichter in puncto struktureller Erneuerung. IFO ist der alte Arbeitgeber von Hans-Werner Sinn aka Mr. Zappelstrom. Und VDA. Nunja.
Also mit Vorsicht zu genießen

Man fragt sich was diese Argumentation soll, denn wenn die Marktlage schlecht ist, werden viele
Arbeitnehmer entlassen. Da geht es nicht um den Erhalt von Arbeitsplätzen, sondern um den Profit.
Dass ein Technologiewechsel immer Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringt, ist allgemein bekannt. Durch die bornierte Haltung der Autoindustrie in Sachen E-Mobilität, hat sich natürlich die Situation verschärft zum Nachteil der Belegschaften, die man hätte rechtzeitig umschulen können.

Wow. Werden Wissenschaftler in die Wildnis entlassen dann kommen solche Studien heraus. Jede Innovation geht einher mit Wandel. Dass keine Zylinderkopfdichtungen mehr benötigt werden dürfte allen klar sein. Aber im Wandel dürfen auch Menschen sich wandeln und anpassen. Neue Jobs werden entstehen. Nicht nur in der Autobranche. Auch Solardächer werden expandieren. Es wird eine spannende Umschichtung stattfinden. Dieser Text ist klar tendenziös und es dürfte auch klar sein, wer hier mitfinanziert hat.

Ich glaube auch die 12 Millionen Ladesäulen bauen sich von alleine…
Und die Millionen von Solarzellen und Tausende Windräder die wir für die Energiewende benötigen Wachsen von ganz alleine …
Mist doch keine 600000 Jobs die entstehen könnten wenn diese Pfeifen endlich die Klappe halten würden…
Ich wähl die grünen dieses Jahr , wenn es schief geht kann ich wenigstens behaupten ich hab es versucht…

Mangelnde Innovation und Beharren auf veralteter Technologie kostet Jobs.

Fixed that for you.

Da müsste die Politik nur die „Windkraftbremse“ abschaffen und die Hälfte der freiwerdenden Arbeitsplätze wäre gerettet – es könnte so einfach sein, wenn man wollte.

Aber lieber werden Milliarden von Euro ausgegeben, um einige wenige Arbeitsplätze für einige Jahre in den Kohlekraftwerken zu erhalten, damit sie die Umwelt noch etwas länger verschmutzen können.

Was wollen Politik und Wasserstoff-Lobby? – sie wollen Wasserstoff-Fahrzeuge mit 3-fach so hohem Stromverbrauch und den Wasserstoff dafür aus dem Ausland importieren, damit Investoren im Ausland fette Profite machen können – Arbeitsplätze schafft das nicht, liebe Wasserstoff-Freunde.

Batterie-elektrische Fahrzeuge sind wohl zu einfach, zu günstig und zu resourcenschonend im Vergleich zu Wasserstoff-Fahrzeugen, dass die H2-Lobby und die vielen Konzerne und Investoren dahinter sich zu wenig Gewinne und Dividenden versprechen.

Offenbar braucht die H2-Lobby teuere Technik und eine aufwändige H2-Versorgunginfrastruktur sowie internationale Wasserstoff-Transporte, damit alle H2-Beteiligten ein großes Stück vom Kuchen abbekommen und dies gegenüber der Bürgern und Steuerzahler mit hohen Investitionen rechtfertigen können.

Und zum „Verein deutscher Auspuffbastler“ (VdA) ich jetzt diesmal nichts.

ha ha Verein deutscher Auspuffbastler köstlich ich lach mich weg, wie wärs mit
Verein deutscher Analogtechniker

Als das der erste Bauer anfing, das Feld nicht mehr von der ganzen Familie von Hand umgraben zu lassen und stattdessen einen Ochsen vor den Pflug spannte hat das auch Jobs gekostet. Wer nicht mit der Zeit geht, geht halt mit der Zeit. So what?

Da hat die Automobilbranche ja endlich mal die Möglichkeit ihr Jobmodell zu bereinigen.
Tatsächlich sind nämlich in den südlichen und östlichen Bundesländern der größte Anteil der Job´s in der Automobilindustrie mit Arbeitern aus der europäischen Zeitarbeitsbranche besetzt, die keine oder nur minimale Sozialabgaben zahlen.
Ist doch logisch, dass unsere Kranken- und Rentenkassen hier nicht mehr lange den Sozialstaat bedienen können.
Mich wundert es nicht wenn die jungen Leute sagen: die Rente interessiert mich nicht, bis ich in Rente gehe, gibt es so etwas gar nicht mehr.
Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln.
Als die 38.000 Arbeitsplätze in der „Erneuerbaren Energiebranche“ wegen der Nichtförderung durch die deutsche Regierung wegfielen, da hat keiner gejammert.
Aber die Automobilbranche jammert immer, weil sie die neuen Technologien nicht selbst entwickelt hat und heute auf die Asiaten angewiesen ist.
Öffnen sie doch mal die Motorhaube eines BEV aus dem VW-Konzern:
Alles Made in China“
Hauptsache die Dividenden und Vorstandsboni sind gesichert.
Wir müssen weg von den dreckigen Verbrennern, von der Luftverschmutzung, die uns krank macht und den Planeten zerstört.
Die Politik muss schärfere Regeln vorgeben.

Zentrale wirtschaftswissenschaftliche und wirtschaftsgeografische Begriffe wie Kondratjev, Strukturwandel (lang und breit am Exempel Ruhrgebiet auf Schulen und in Unis gelehrt) und Produktlebenszyklus kennen die „Wirtschaftsexperten“ von Ifo nicht? Der VDA hat in dieser Sache eh‘ keinen Verstand. Beide liegen bald auf dem intellektuellen Level von EIKE.

Diese News könnten dich auch interessieren:

GM enthüllt neue E-Auto-Motoren für seine vollelektrische Zukunft
Rallye Dakar: Audi testet Rallyestromer RS Q e-tron in Marokko
MG MAZE Concept verspricht Spielen, Entdecken und Abenteuer
13
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).