Hyundai prüft weltweiten Vertrieb des Wasserstoff-LKW XCIENT

Hyundai-Wasserstoff-LKW-XCIENT

Copyright Abbildung(en): Hyundai

Der Auto- und Fahrzeughersteller Hyundai zeigt erste Bilder des überarbeiteten Brennstoffzellen-Lkw XCIENT Fuel Cell, der weltweit erste in Serie produzierte und mit Wasserstoff betriebene Schwerlastkraftwagen. Der südkoreanische Hersteller wird laut eigener Aussage im August 2021 die Produktion des aufgefrischten XCIENT Fuel Cell aufnehmen. Hyundai Motor nutzt dabei seine mehr als 20-jährige Erfahrung in der Brennstoffzellentechnologie, um seine Vision einer umweltfreundlichen Wasserstoffgesellschaft voranzutreiben. Mit dem überarbeiteten XCIENT Fuel Cell wollen die Südkoreaner zur breiten Einführung von Nutzfahrzeugen mit Wasserstoffantrieb beitragen.

Mit dem Brennstoffzellen-Lkw ist das Ziel verbunden, die weltweite Verbreitung des Modells zu beschleunigen. Hyundai Hydrogen Mobility, ein Joint Venture zwischen Hyundai Motor und H2 Energy, arbeitet dazu auch an Konzepten zur Einführung des XCIENT Fuel Cell in europäischen Märken. In der Schweiz sind bereits rund vier Dutzend der Wasserstoff-LKW im Praxiseinsatz unterwegs.

Das neue Modelljahr des Brennstoffzellen-Lkw ist mit einem 180-kW-Wasserstoff-Brennstoffzellensystem mit jeweils zwei 90-kW-Brennstoffzellenstapeln ausgestattet. Die Langlebigkeit des Brennstoffzellensystems sowie die Gesamtkraftstoffeffizienz des Fahrzeugs wurden verbessert, um den Anforderungen kommerzieller Flottenkunden besser gerecht zu werden. Der 350-kW-Elektromotor mit einem maximalen Drehmoment von 2237 Nm soll zudem kraftvolle Fahrleistungen auch an Steigungen und im Gefälle in Bergregionen ermöglichen.

Hyundai-Wasserstoff-LKW-XCIENT-Seite
Hyundai

Mit sieben Wasserstofftanks bietet der XCIENT Fuel Cell eine kombinierte Speicherkapazität von rund 31 Kilogramm Wasserstoff, daneben dienen drei 72-kWh-Batterien als zusätzliche Energiequelle. Die maximale Reichweite gibt der Hersteller mit rund 400 Kilometer an. Die sieben Wasserstofftanks lassen sich abhängig von der Umgebungstemperatur in etwa acht bis 20 Minuten wieder vollständig auffüllen.

Mit dieser Reichweite und der schnellen Betankung bietet sich die Brennstoffzellentechnologie als ideale Lösung für den Schwerverkehr auch auf längeren Strecken an. Der überarbeitete XCIENT Fuel Cell ist mit der Einführung des Modelljahrs 2021 neben der 4×2-Variante auch als 6×2 Fahrgestell mit doppelter Hinterachse verfügbar. Der neu gestaltete Kühlergrill kommt in „V“-Form und verchromter Waben-Optik daher. Die blauen Farbdetails sollen den umweltfreundlichen Antrieb mit Wasserstoff visualisieren und das Design des XCIENT Fuel Cell abrunden.

XCIENT Fuel Cell auf den Straßen Europas, Nordamerikas und Chinas

Bereits im Jahr 2020 lieferte Hyundai 46 Einheiten des XCIENT Fuel Cell in der Schweiz aus. Mit einer kumulierten Reichweite in Höhe von 750.000 Kilometern haben diese Lkw im Vergleich zu dieselbetriebenen Fahrzeugen geschätzt schon 585 Tonnen Kohlenstoffemissionen eingespart.

Als Teil des Plans, bis 2025 weitere 1600 Einheiten des Brennstoffzellen-Lkw nach Europa auszuliefern, will Hyundai bis Ende dieses Jahres erneut 140 Einheiten des XCIENT Fuel Cell in der Schweiz übergeben. Die Kunden dort seien sehr zufrieden mit der Qualität und dem Fahrkomfort des Lkw, sagt Mark Freymüller, CEO von Hyundai Hydrogen Mobility. „Auch außerhalb der Schweiz vernehmen wir ein großes Interesse daran. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir den XCIENT Fuel Cell-Lkw im nächsten Jahr auch in anderen Ländern auf der Straße sehen werden.

Der südkoreanische Hersteller plant demnach, den XCIENT Fuel Cell noch in diesem Jahr auf dem nordamerikanischen Markt vorzustellen. Hyundai befinde sich hierfür in Gesprächen mit mehreren lokalen Regierungen und Logistikunternehmen in den USA, um einen möglichen gemeinsamen Betrieb von wasserstoffbetriebenen Lkw zu etablieren. Mit China bekunde eine weitere Nation starkes Interesse an wasserstoffbetriebenen Schwerlastern. Auch hier prüfe Hyundai derzeit sorgfältig mehrere Optionen, um seine Brennstoffzellentechnologie bei Firmen- und Regierungskunden in China einzuführen.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 25.05.2021

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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„kombinierte Speicherkapazität von rund 31 Kilogramm Wasserstoff, daneben dienen drei 72-kWh-Batterien als zusätzliche Energiequelle“ wow das sind aber wirklich gigantische Batteriepufferspeicher
insgesamt also 216 kwh frage mich schon ob dann ein vollelektrischer LKW dann nicht besser wäre?

Das bräuchte dann noch einmal ca. 10 solche Batterien à ca. 500 kg.
Und für ein schnelles Nachladen unterwegs ein kleineres Kraftwerk.

Richtig erkannt, besser ein Sperling in der Hand als eine Taube auf…….

Die Langlebigkeit des Brennstoffzellensystems sowie die Gesamtkraftstoffeffizienz des Fahrzeugs wurden verbessert, um den Anforderungen kommerzieller Flottenkunden besser gerecht zu werden.

Mit sieben Wasserstofftanks bietet der XCIENT Fuel Cell eine kombinierte Speicherkapazität von rund 31 Kilogramm Wasserstoff, daneben dienen drei 72-kWh-Batterien als zusätzliche Energiequelle. Die maximale Reichweite gibt der Hersteller mit rund 400 Kilometer an. Die sieben Wasserstofftanks lassen sich abhängig von der Umgebungstemperatur in etwa acht bis 20 Minuten wieder vollständig auffüllen.

Die „Langlebigkeit des Brennstoffzellensystems verbessert“ – scheinbar war es damit nicht so weit her, deshalb auch die Aussage von Scania, dass der rein batterie-elektrische Antriebe „robuster“ sei.

Die „drei 72-kWh-Batterien“ zeigen, dass es bisher mit 1 Batterie vermutlich etwas knapp bemessen war, vor allem bei bergigem Gelände mit voller Zuladung wird wohl bergauf wie bergab mehr Kapazität gebraucht.

Die H2-Lkws müssen batterie-technisch „aufrüsten“ und werden damit schwerer, der so oft hervorgehobene Gewichtsvorteil sinkt. Batterie mit 216 kWh x 5,5 kg (leichte Batterie von Akasol) = ca.1.204 kg.

Mit bis zu „20 Minuten“ fürs H2-Betanken in heißen Sommern dürfte ein weiterer H2-Mythos schmelzen wie Schnee in der Sonne in Zeiten des Klimawandels.

Auch das Reichweiten-Mythos muss mit „rund 400 km“ Reichweite der Realität Platz machen, mehr ist bei den verwendeten Drucktanks wohl nicht drin, wenn es noch einigermaßen wirtschaftlich sein soll.

und auch nicht besonders billig 12,9kg auf 100km bei 9,50 pro kg sind dass 122,55 Euro für 100km verdammt teuer und das soll wirtschaftlich sein????

„Die »Langlebigkeit des Brennstoffzellensystems verbessert«

sollte wohl eher als „Die kurzen Wartungsintervalle des Brennstoffzellensystems konnen (etwas) verlängert werden“ verstanden werden!

„[anscheinend!] war es damit nicht so weit her, deshalb auch die Aussage von Scania, dass der rein batterie-elektrische Antrieb „robuster“ sei.“

Ja, die signifikante Komplexität und die hohen Sicherheitsanforderungen an mobile Wasserstoff-Verstromungsanlagen fordern ihren Tribut!

„[Der] Reichweiten-Mythos muss mit „rund 400 km“ Reichweite der Realität Platz machen,“

Ja, mit jedem realen Fortschritt der Akkutechnik – und da sind weitere ja schon absehbar! – bleibt wohl nicht mal mehr die vielstrapazierte »H2-Reichweite« als ein Vorteil erhalten.
Die möglichen Lücken des Straßen- bzw. auch Schienen-gebundenem Verkehrs mit H2-Vorteilen schließen sich zusehends!

Last edited 23 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Ich sehe die Trucks hier ab und zu auf der Autobahn beim Transportieren für Grossverteiler. Ich finde, das ist ein richtig schöner Anblick. Sonst haperts in der Schweiz ja mit der Reduktion des CO2-Ausstosses.

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