Hyundai: E-Auto-Akku-Tausch bestätigt; Kosten von 742 Mio. Euro

Hyundai: E-Auto-Akku-Tausch bestätigt; Kosten von 742 Mio. Euro

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Erst vor einigen Tagen haben wir berichtet, dass sich Hyundai mit einem möglichen Austausch aller Lithium-Ionen-Akkus seiner E-Modelle auseinandersetzt. Mittlerweile seien mehr als 15 Batteriebrände beim Kona Elektro gezählt worden. Wie Hyundai nun zu verstehen gibt werden bei 82.000 E-Fahrzeugen die Batteriesystem ersetzt.

Dies bedeutet für den südkoreanischen Autohersteller Kosten in Höhe von etwa 742 Millionen Euro. Betroffen sind außer etwa 76.000 SUVs des Modells Kona EV auch der Ioniq Elektro und einige hundert E-Stadtbusse. Die Entscheidung zum Austausch der Batteriesystems erfolgt nach einer Rückholaktion von Hyundai Motor im vergangenen Oktober. Als Grund wurde damals eine fehlerhafte Software bei Batteriesystemen des Kona EV genannt. Damals wurden die Verkäufe in Südkorea gestoppt.

Bereits im Januar 2021 sollen südkoreanischen Behörden eine Untersuchung zur Wirksamkeit der Aktion aufgenommen haben. Nachdem eines der zuvor in die Werkstatt gerufenen Autos in Brand geraten war. Seit der Einführung des Modells 2018 wurden nach Unternehmensangaben 14 Akkubrände weltweit gemeldet; in den Medien war von bisher 15 Bränden die Rede.

Aju.News geht davon aus, dass rund zwei Drittel der Kosten durch LG Chem geschultert werden würden (dem Hersteller der Batterie), der Rest durch Hyundai selbst. Zu beachten ist, dass nicht nur Hyundai vom Austausch der Akkus betroffen sein könnte. GM beschäftigt sich aktuell mit einem eigenen Rückruf von mehr als 68.000 Fahrzeugen in den USA. Bisher hat sich der Hersteller über die Situation weitgehend bedeckt gehalten.

Der Rückruf/ Austausch der Batteriesysteme, so nachvollziehbar er scheint, kommt wohl zum ungünstigsten Zeitpunkt. Denn man wolle wohl von LG Chem Akkus auf SK Innovation Akkus wechseln. Aber zumindest in den USA, wenn es dort zum Austausch kommen sollte, dürfte es ein wenig schwieriger werden. Denn in den Vereinigten Staaten hat die International Trade Commission gerade den Abschluss einer 20-monatigen Untersuchung bekannt gegeben. Sie entschied zu Gunsten der Klage von LG Chem gegen den Konkurrenten SK Innovation wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen. Dies wird SK für 10 Jahre daran hindern, Batterien in den Vereinigten Staaten zu verkaufen.

Quelle: Automobilwoche – Hyundai tauscht Batterien in 82.000 E-Autos

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Batteriebrände sind nicht nur eine Chinesenkrankheit.
Da ist auch nicht immer der Akkuhersteller schuld.
Den Fünfer und den Weggen kann man nicht haben…
Klevere Firmen regeln eben mit dem BMS so, dass die Batterien vor allem im letzten Viertel der Ladung geschont werden.
Dadurch resultieren in Gottes Namen etwas höhere Ladeverluste.

Machen wir einmal einen Vergleich. Wie gross ist die Gefahr, die jetzt offenbar besteht?
In der Presse kursiert die Zahl 15. 11 davon in Südkorea, zwei in Kanada sowie jeweils einer in Finnland und Österreich. Nehmen wir mal die 15. Auf 82’000 Fahrzeuge seit Auslieferung über mehrere Jahre also 15 Vorfälle. Also bei ca. jedem 5’400sten Fahrzeug gab es ein Problem – teilweise heftig. Das wäre eine Quote von 0.0183% (seit 2018 über mehrere Jahre verteilt).
Jetzt machen wir mal den Vergleich mit unserem geliebten nördlichen Nachbarland. Dort waren am 1.10.2020 genau 48’175’662 PKW zugelassen. Rechnen wir mal mit 48’000’000 – die Differenz sind die Elektrofahrzeuge (BEV). Gemäss Wiki kommt es pro Jahr (!) in Deutschland im Schnitt zu 15’000 Vollbränden (0.0313% oder jedes 3200ste Fahrzeug). Nimmt man noch die Schmorbrände hinzu landet man bei 40’000 Vorfällen (0.0833% oder jedes 1200ste Fahrzeug). 
Mein Fazit wäre jetzt zu den Verbrennern: „Sowas kommt mir weder ins noch vors Haus.“

Leider ist das trotzdem Futter für die Verbrennerlobby. Da wird eben argumentiert, dass Elektroautos sehr schwer zu löschen sind und ein Brand grosse Kosten verursacht. Damit gelingt es ihnen potenzielle Käufer abzuschrecken.

Ja, ich weiss. Da brennt in Kulmbach ein Verbrenner in einer Tiefgarage und dann dürfen Elektroautos nicht mehr einfahren. Die Brandlast ist identisch zum Verbrenner. Ergo müsste eigentlich die Garage wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit geschlossen werden. Diese Welt ist voller Wunder …

Batteriebrände sind in China bei den E Autos immer noch ein ganz grosses Problem.
Die Heimischgebauten brennen zum Teil schon beim Laden ab.
Die Feuerwehr steht dort Gewehr bei Fuss.
Schon vor einem Jahr sind ganz neue Bestimmungen darüber vom Staat verhängt worden.

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