Habeck: „Am Ende muss der Verkehr emissionsfrei werden“

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Copyright Abbildung(en): Bündnis 90 / Die Grünen

In einem Interview mit dem ADAC erklärt der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck, ab wann in Deutschland aus seiner Sicht keine Verbrenner mehr zugelassen werden sollten, was die Grünen gegen Staus und schlechte Luft machen wollen und warum Klimaschutz den Portemonnaies der Bürger nicht wehtun wird.

Mobilitätswende heißt nicht, den Stau elektrisch zu machen“, sagt Habeck zu Beginn des Gesprächs angesichts überfüllter Innenstadtrouten. Er selbst habe kein eigenes Auto mehr, allerdings erst, seitdem seine Kinder aus dem Haus sind. „Bis dahin war ich wie viele andere Menschen auch auf das Auto angewiesen“, so der Grünen-Politiker. Es sei wichtig, Alternativen zu Pkw und „bessere Verbundsysteme zu schaffen, damit die Verkehrsdichte abnimmt“.

Und zwar sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, wo sich z.B. mit Carsharing die Notwendigkeit eines eigenen Autos für viele Bewohner erübrigen könnte: „Ich kenne Gemeinden, die E-Mobile für die Dorfgemeinschaft zum Teilen anschaffen“, so Habeck. „Bei uns in Schleswig-Holstein nennen wir sie Dörpsmobile.“ Ein „zentraler Punkt“ der Grünen-Agenda sei auch, „den Schienen- und Busverkehr zu unterstützen“, wobei es nur mit dem Ausbau von Park&Ride-Anlagen nicht getan sei.

Wo eine Citymaut sinnvoll sein könnte

In „einzelnen Städten“ mit besonders hoher Staubelastung hält Habeck auch die Einführung einer Citymaut für sinnvoll, und dürfte dabei vor allem Metropolen wie Berlin, Hamburg und München im Blick haben. Wobei er aber betont, es sei „nicht Aufgabe des Bundes, das von oben zu verordnen“. Eine Gebühr für die Einfahrt in überfüllte Innenstädte könne aber „durchaus eine ökologische Lenkungswirkung erzielen“, was sich etwa in London gut beobachten lasse. Wichtig sei aber, „dass gleichzeitig der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird, damit die Menschen auch wirklich Alternativen haben.“

Zu seiner Vorstellung nach der Mobilitätswende gefragt sagt Habeck, dass der Verkehr in zehn Jahren ein ganz anderer sein werde als heute. Wie genau das aussieht, werde sich von Stadt zu Stadt unterscheiden. „Aber dass wir Staus und Blechlawinen wie im Moment haben, würde ich sehr stark bezweifeln“, meint der Grünen-Politiker, und bringt ein anschauliches Beispiel: „Denken Sie daran, wie schnell Handys oder Streamingdienste eingeführt wurden. Früher hatten wir Schallplatten und VHS-Kassetten, und heute haben wir ein wahnsinniges Unterhaltungsangebot, aber keine Dinge mehr, die wir in Regale stapeln müssen“, so Habeck. Dank Sharing-Angeboten etwa könne ein komplett neues Bild der Mobilität entstehen: „Wir erweitern das Angebot, man kann sich sehr schnell, sehr günstig, in einer großen Vielfalt an Angeboten von A nach B bewegen. Aber wir müssen nicht eine gefühlte Ewigkeit im Parkhaus durch fünf Etagen kurven und ein Ticket ziehen, um das Auto loszuwerden“. Das bedeute auch „mehr Freiheit“.

„Kein Klimaschutz wird wehtun“

Dabei stellt Habeck klar, dass Klimaschutz im Portemonnaie der Bürger nicht schmerzen werde: „Kein Klimaschutz wird wehtun“, sagt er. Es ist, so der Konsens in Wissenschaft und Forschung, das Gegenteil der Fall, Klimaschutz wird immer teurer, je länger man damit wartet. „Wir sind zu langsam und müssen Zeit gutmachen“, sagt Habeck. „Im Gegensatz zur Bundesregierung“ machen die Grünen auch Vorschläge, „wie Klimaschutz sozial gerecht gestaltet werden kann“, erklärt der Parteivorsitzende: Die Grünen wollen zum Beispiel die Einnahmen aus dem CO2-Preis, der ganz unabhängig von der nächsten Regierung bereits von der aktuellen Großen Koalition beschlossen wurde, „vollständig an die Menschen zurückgeben: Zum einen durch eine Senkung der EEG-Umlage, zum anderen über das Energiegeld, also eine pauschale Pro-Kopf-Rückerstattung, die jede Bürgerin und jeder Bürger zu Jahresbeginn ausbezahlt bekommt.

Damit erfolge eine „Umverteilung im System“, denn „Besserverdienende zahlen im Schnitt einen höheren CO2-Preis“, da sie in der Regel auch „einen größeren ökologischen Fußabdruck haben“, weil sie größere Autos fahren und in größeren Wohungen und Häusern leben. Stufenweise wollen die Grünen die Kfz-Steuer nur noch am CO2-Ausstoß ausrichten, womit der Betrieb von großen und schweren Verbrennern teurer werden dürfte. Es soll allerdings „Bestandsschutz gelten“ für bereits zugelassene Fahrzeug. Das Fernziel aber sei klar: „Am Ende muss der Verkehr emissionsfrei werden.“ Deshalb begrüßt er auch den Plan der EU, Verbrenner ab 2035 faktisch zu verbieten.Deutschland als Industrienation“ jedoch müsse „etwas schneller vorangehen“, findet Habeck, und sollte schon ab 2030 nur noch emissionsfreie Neuwagen zulassen.

„Wir müssen schneller werden, wir müssen Geld investieren“

Der Aufbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur für Elektroautos sei bis dahin auch erreichbar, so Habeck. „Aber es ist natürlich kein Selbstläufer, sondern geht nur, wenn es politisch vorangetrieben wird. Wir müssen schneller werden, wir müssen Geld investieren“, so der Grünen-Politiker. Und Deutschland habe die besten Voraussetzungen dafür, es sei „ein reiches Land, das sich das leisten kann“. Mehr Elektroautos allein allerdings „reichen aber nicht für mehr Klimaschutz, wir brauchen dafür auch mehr Ökostrom“, stellt Habeck klar: „Das heißt mehr erneuerbare Energie in Deutschland, wir müssen Wasserkraft aus Norwegen und Österreich importieren und Solarstrom aus Spanien oder Nordafrika.

Habeck sieht zwar auch die Chancen und Vorteile von anderen emissionsfreien Technologien wie etwa Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen. „Klar ist aber: Infrastrukturen sowohl für Strom und Wasserstoff als auch für E-Fuels mit Steuergeld aufzubauen, obwohl man weiß, dass Batteriefahrzeuge am effizientesten sind, ist haushalterisch keine gute Idee“.

Quelle: ADAC – „Mobilitätswende heißt nicht, den Stau elektrisch zu machen“

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Hört sich vieles vernünftig an, was der Mann sagt. Vielleicht wäre er der bessere Kanzlerkandidat gewesen. Seine Kollegin hatte ja schon Probleme Kobolde von Kobalt zu unterscheiden. Wir werden es dieses Jahr nicht mehr erfahren. Die Grünen haben es voraussichtlich schon verbockt ihre Chance zu nutzen.

Ob man das Carsharing in die aktuelle Generation noch rein bekommt, wage ich zu bezweifeln. Sehr sogar. Die Junge Generation kann das vielleicht umsetzen, die älteren, die ihr Leben lang ein eigenes Auto hatten, sicherlich nicht. Die aktuelle Situation mal wieder bei der Bahn hilft auch nicht gerade die Leute zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen.

Das heißt mehr erneuerbare Energie in Deutschland, wir müssen Wasserkraft aus Norwegen und Österreich importieren und Solarstrom aus Spanien oder Nordafrika.

Das halte ich mal für eine idealistische Fantasie. Solarstrom aus Nordafrika importieren wird wohl nichts werden, muss man sich nur mal die politische Lage in den Ländern dort ansehen. Davon ab, dass man erstmal eine fette Leitung nach Europa legen müsste. In Spanien hilft einem im Winter der Solarstrom auch nicht wirklich. Braucht man aber auch nicht. Sieht man sich mal auf deutschen Dächern um, sieht man wie viel mehr Potential an PV-Ausbau in Deutschland ist. Ich würde mal behaupten, dass sich Deutschland bei konsequenter Nutzung der Dachflächen von April bis Oktober 100% Autark mit Grünstrom versorgen könnte. Auch bei der Windkraft ist noch mehr als genug Potential. Man muss vielleicht nur Modelle finden, die die Bürger (irgendwer ist ja immer gegen den Bau von Windkraftanlagen oder erzählt einem PV würde sich nicht lohnen) mittragen. Zum Beispiel über Beteiligungen an den Anlagen und dann erzielen sie eine sichere Rendite. Irgendwie sowas wo am Ende finanziell was für den einzelnen abfällt. Man es drehen und wenden wie mal will: unterm Strich ist der Mehrheit der eigene Geldbeutel wichtiger wie der für viele etwas abstrakte Klimawandel (wenn auch er in manchen Regionen durchaus greifbarer geworden ist dieses Jahr).

Beim Ausbau der E-Mobilität bin ich mittlerweile sicher, dass die Autohersteller das hinbekommen BEVs zu bauen in ausreichender Zahl. Das wird funktionieren. Allerdings muss die Politik viel mehr tun um die Ladeinfrastruktur mitwachsen zu lassen. Da gilt nicht nur in Deutschland sondern Europaweit.

Warum habe die Grünen es verbockt ? Wegen der Schlammschlacht, welche gegen Analena Baerbock gemacht wurde ?

Meiner Meinung nach zählen Inhalte, also eine Parteil mit all ihren Menschen und Idealen mehr, als eine einzelne Person.

Und lange wurden Grüne wegen ihren Ideen und Vorschlägen schlecht gemacht, waren aber rückwirkend betrachtet im Recht.

Daher ist es schon fair, ihnen auch mal eine Chance zu geben, das sie selbst ihre Ideen umsetzten dürfen und nicht andere, die das unter Druck übernommen haben.

Und mal von Analena Baerbock abgesehen.

Sie bildet ja mit Robert Habeck das Spitzenduo der Grünen. Und vielleicht ist der Kanzlerjob, in der hektischen und komplizierten modernen Zeit langsam reif, das er von Zwei gemacht wird.

Bei den Familien ist es mittlerweile ja auch das Selbe.

Vieles, was in den letzen Jahren passiert ist, wurde reaktiv angegangen. Vielleicht müssen wir als Deutschland eher proaktiv werden, damit wir unsere Position halten können.

Last edited 1 Monat zuvor by Stefan

Man darf nicht vergessen, um die Schlammschlacht hat die törichte und eitle Kandidatin selber gebettelt. Mit einer völlig unprofessionellen Vorbereitung auf die Kandidatur und mit einem Team von Ja-Sagern, das sie nicht besser beraten konnte. Ebenso konnte sie Außenseiter wie Hofreiter nicht integrieren und war schlecht beraten, populäre Querulanten wie Palmer abzustrafen. Gegipfelt hat ihre Egomanie darin, dass sie nach den zahlreichen Pannen nicht die Größe hatte, zugunsten einer besseren Chance für grüne Bundespolitik den Staffelstab an Habeck zu übergeben.

1 -2 oder 3 Wir werden wohl am 26.09.21 erfahren, ob Du wirklich richtig stehst, oder ob bei Dir das Licht aus geht.
Ich denke wir brauchen einen echten Politikwechsel, und zwar mit Annalena an der Spitze der Grünen 😉
Time will tell

Ich habe gar nicht erklärt, wo ich stehe, sondern warum die Grünen bisher so ein schlechtes Bild abgeben.

Frau Baerbock (genauer: das Team um/von Frau Baerbock) hat (leider) an unnötigen Stellen unnötig Angriffsfläche für Schlagzeilen-orientierte Schlammschlacht geboten. Aber ich sehe es als Lehrgeld. Das sollte den Grünen nicht noch einmal passieren. Dummerweise war dieses Mal cie Chance extrem gut, weil der Bestandsbonus (Kanzlerbonus) wegfällt und Braunkohle-Armin eigentlich ein denkbar schlechter Kandidat für die anstehenden Herausforderungen ist. Kurz: die Chancen waren auch Dank dem „Fridays for Future“-Heimspiel extrem gut aber das Team der Kandidatin hat unnötig viele Punkte verschenkt.

Ich finde es auch erschreckend, das a) die konservative Ecke mit Trump-Methoden in den Wahlkampf zieht (von der AfD hatte ich nichts anderes erwartet) und b) dass der etablierten „seriösen“ Medienlandschaft nichts anderes einfällt, als im Angesicht der Klimakatastrophe und dem extremen Globalisierungs- und Anpassungsdruck der deutschen Wirtschaft (mit allen daraus folgenden Konsequenzen) drei Monate lang Nichtigkeiten zu dramatisieren und alles andere wegzuschieben („dafür [für relevante Inhalte] haben wir jetzt leider keine Zeit mehr“).
Die Dramatisierung um den Laschet-Lacher war genauso überflüssig, dieser Mann ist für eine gute Zukunft einfach inhaltlich ungeeignet, aber das mit den Inhalten ist ja offenbar zu kompliziert für unsere Volontär*innen, die lieber endlos repetierend nach der Schuld von irgendwas etwa um anno Schnuck fragen. Wenn das nach Gestern gewandte „Hätte man nicht….“ die einzig relevante Frage ist, zeigt es deutlich dass man sich nicht für das „wo wollen Sie denn hin“ interessiert. Dann kann man Sommerintervies und TalkShows einfach sein lassen.

Der/ die Lacher um Laschet geschehen glaube ich auch viel aus Schadenfreude. Den mag einfach mal niemand. Ich persönlich auch nicht. Alleine sein Corona-Zickzack im letzten Jahr (er war immer bei dem Standpunkt dabei, der gerade angesagt war) ist etwas wodurch er bei mir sowas von unten durch ist. Auch wer er ganz offenbar der Meinung die Wahl wird ein Selbstläufer. Kann ja garnicht schief gehen (was schon sehr Arrogant ist). Die Aktion mit Musk war so eine schöne Pointe in dem Irrlichter Kurs. Als PR-Coup gedacht und voll nach hinten losgegangen. Was mich persönlich von der CDU neben Laschet abhält das Kreuz zu setzen sind noch andere Sachen. Zum einen will ich Peter Altmaier unter gar keinen Umständen wieder in einem Amt sehen. Mehr die Energiewende verhindern wie der ging ja kaum noch. Absolute 6 für die Leistung als Wirtschaftsminister. Der zweite ist Andi Scheuer, der lange gegen E-Mobilität gekämpft hat wo es nur ging. Jetzt ist das Thema doch wichtiger und das E-Auto als Zukunftsantrieb festgenagelt geworden, es ist Wahlkampf und er macht eine 180° Wende vom feinsten. Aber nach dem Maut-Debakel hätte er trotzdem die politische Verantwortung übernehmen und seinen Hut nehmen müssen. Zumindest haben das Politiker früher mal getan.

Vollkommen richtig. Leider lassen sich zuviele Menschen durch diese ganzen Scheindebatten um Nichtigkeiten dermaßen verblenden, das sie dann doch wieder das altbekannte wählen. Wenn man sich nicht traut etwas zu verändern, kann man sich gleich den Strick nehmen. Wenn es in der Vergangenheit nicht immer wieder mutige Menschen gegeben hätte, würden wei vermutlich noch immer im Mittelalter leben.

„Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wär nur deine Schuld, wenn sie so bleibt“ – die Ärzte

Ich sage mal so: was hat man erwartet, wenn man als erste Grüne Kanzlerkandidatin antritt? Auf einmal steht man im Rampenlicht und dann wird natürlich gebuddelt. Sie hätte ja eigentlich nur aufpassen müssen, dass sie sich keinen Fauxpas irgendwo leistet. Die SPD war praktisch nur noch ein Schatten ihrer selbst und Laschet ist (zu Recht) dermaßen unbeliebt, wie kaum ein anderer. Aber dann kriegt man es nicht hin fristgerecht Nebeneinkünfte zu melden (haben auch andere verdaddelt, aber die Kanditieren nicht als Kanzlerin), Versaut die Anmeldung (oder wie das heißt) für die Wahl in einem ganzen Bundesland und was noch so alles war. Das ist natürlich willkommenes Futter für die anderen. Und das Medien nicht zwangsläufig neutral sind, dürfte auch heute jedem klar sein. Da wird gebuddelt und die nächste Sensationsmeldung gesucht und gepuscht. Und von Anfang waren bei ihr ja Fragezeichen bezüglich der Fähigkeit für das Kanzleramt (Habeck hatte nunmal mehr Erfahrung mit einem Amt). Und dann werden natürlich die Leichen ausgegraben. Das dürfte bei den anderen Kandidaten nicht anders sein. Wie es Peter unten schreibt: die Grünen haben unnötig viel Angriffsfläche geboten.

Daher ist es schon fair, ihnen auch mal eine Chance zu geben, das sie selbst ihre Ideen umsetzten dürfen und nicht andere, die das unter Druck übernommen haben.

An sich richtig. Am Ende muss man auch sehen, dass es hier um das Kanzleramt geht und nicht um ein Start-Up oder Familienunternehmen.

Ich habe auch nichts gegen ein Frau in der Position. Überhaupt nicht. Ich bin immer dafür dass am Ende Befähigung und Leistung entscheiden sollten. Wenn jetzt einer mit Gleichberechtigung usw kommt, der sei daran erinnert, dass wir jetzt fast 16 Jahren Merkel als Kanzlerin hatten.

War es damals bei Joschka Fischer nicht ähnlich. Keiner hat ihm das Amt des Außenministers zugetraut, dennoch war er einer der besten. Man muss sich auch mal was trauen. Klar ist Annalena Baerbock unerfahren, aber sie wird ja nicht einfach allein gelassen dabei. Laßt uns doch mal was trauen. Ich hätte keine Angst vor einer Grün geführten Regierung. Auch die haben die Arbeitsplätze im Hinterkopf und werden diese nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Sie fragen warum die GRÜNEN es IMMER verbockt haben? IMMER schon! Ganz einfach, weil es NICHT reicht dass einige Leute gute Ideen haben. – ABER die Masse ihrer Anhänger und Mitglieder die Realität nicht begreifen wollen. Aus hautnah gemachter Erfahrung mit der alten Oberliga dieser GRÜNEN + ROTEN + EU war mir schon um 2002 klar und sehr deutlich geworden, was dort in Berlin, München, Brüssel passiert, das wird nix. Zu viele Egozentriker, zu viele Leute die träumen und selbst das Gegenteil tun, das wird nix, Gar nix und immer wieder das gleiche „Spiel“. An Ende sind die Leute doch wie vorher. Sie wollen und wagen keine Veränderung und was dann? Das alte „SPIEL“. Man kennt es ja schon. Nur nix ändern. Genau wie hier in diesen „Diskussionen“. Man weiß vage, was mit dem Planeten los ist. Bleiben wir bei diesen Auto-Freaks. Natürlich wurde DAS AUTO verändert. Aber doch nicht freiwillig, sondern wegen Selbstbetrug. Alternativen bei UNS elektrisch, ein wenig elektrisch, aber doch wie gewohnt, Gross, teuer, schwer, schnell auf dem Papier. Protzig nicht schlecht. Masse für Massen die träumen… Endlich ein alter Traumwagen, bezahlbar wegen Billigkredit….. Was kostet der Sprit? Egal! Wird mit Plastilkarte bezahlt? …. Das Kreuzerl wird schwarz. die die Umwelt…. Wetten das?

Dörpsmobil find ich sehr gut für Leute die nicht täglich fahren müssen.z.B. Renter.

Wer schon mal in einer indischen Metropole war, der wird den „Stau“ hier als reine Entspannung empfinden 😀

Der ÖPNV müsste schon wirklich massiv ausgebaut werden um mich überzeugen zu können. Ich bin als Student jahrelang mit dem ÖPNV gependelt. Damals hatte ich aber auch keine Abhängigkeiten. Heute warten andere auf mich. Da finde ich eine schnelle Ankunft zu Hause viel wichtiger. Und so viel schlechter als ein Bus ist der Energiebedarf von meinem E-Up im Stadtverkehr pro Personen-km auch nicht. Ich fahre aktuell oftmals unter 8kWh/100km.

Viel sinnvoller fände ich mal den Ausbau von Fahrradschnellstraßen in der Stadt mit Vorrang vor dem Autoverkehr. Wenn man ohne Anzuhalten mit dem E-Bike von A nach B kommen könnte wäre man auch nicht mehr viel langsamer als mit dem Auto.

Farnsworth

Richtig. Ich fände vor allem den Umbau aller Straßen so, dass der Radfahrer bevorzugt wird, wichtig. Damit meine ich nicht nur überall breite Radwege, sondern besonders den Umbau sämtlicher Kreuzungen, wo man dem Radfahrer für ein einfaches linksabbiegen bisher gerne zwei Ampelphasen zumutet. Wenn hier der Radverkehr stets ohne Halt durchkäme und dafür die Autos warten müssten, wenn in allen engen Straßen der Autoverkehr Radfahrer nicht überholen darf, das würde sehr viele Menschen für den Arbeitsweg aufs Pedelec bringen.

Die Öffis sind keine Lösung, so wie sie jetzt strukturiert sind. Da wartet man auf autonome Systeme. Die würden übrigens auch als Nachfolger des Taxis viele private Fahrzeuge ersetzen. Allerdings muss man sich in diesen Zeiten bessere Hygienekonzepte für alle geteilten Verkehrsmittel überlegen.

Last edited 1 Monat zuvor by David

Ja, ÖPNV überzeugt mich auch nicht. Als Familienvater braucht man schon Flexibilität (siehe Aussage von Herrn Habeck). Bei mir sieht es so aus, dass ich aktuell zur Arbeit rund 20min für eine Strecke brauche mit dem Auto. Also 40min am Tag im Auto sitze zum Pendeln. Wenn ich versuche die ÖPNV zu nutzen, sitze bin ich locker mehr als 2 Stunden am Tag mit Bus und Bahn unterwegs. Das sind 1,5 Stunden täglich die ich mehr Zeit mit der Familie habe. Dazu die Flexibilität schnell nach Hause zu fahren oder zur Arbeit, wenn irgendwas außerplanmäßiges passiert. Das ist es mir definitiv Wert.

Mag schon sein, dass der aktuelle Zustand des ÖV nicht genügt. Kein Wunder, wenn sich Deutschland als Autoland Nummer 1 versteht. Ist ja bei den Amis noch viel deutlicher zu erkennen.

Ich dachte, man will doch eine Change! Es reicht halt eben nicht, den gesamten Wagenpark von 48 Mio. Autos einfach nur mit einem anderen Antrieb auszurüsten und den Rest auszuklammern.
Das ist nur alter Wein in neuen Schläuchen.

Vor 10 oder 20 Jahren wären die Kosten noch kleiner gewesen. Jetzt sind sie halt höher. Eine Gesellschaft die nicht auf das Klima hören will, muss halt fühlen.

Je näher der Zeitpunkt der Wahrheit uns bewusst wird, desto schneller werden wir kreativ werden, und das wird sich auch auf alle Lebensbereiche auswirken. Beruf und/oder Familie.

Ohne dass wir das Verursacherprinzip auch wirklich konsequent umsetzen, wird es immer Menschen geben, die denken „für mich gilt das Alles nicht“. Gross Schultern müssen mehr tragen.

Na dann fahr dochmal nach einer Nachtschicht, bei Wind und Wetter 30km mit dem Rad nach Hause, nur weil zu der Zeit noch keine Busse fahren. Viel Spaß dabei. Da wäre es mir hundertmal lieber ein Elektroauto zu nehmen.

Nirgendswo habe ich postuliert, dass es weder nur noch ÖV oder nur noch Elektroautos geben soll. Es soll kein e-Auto vs. ÖV geben, sondern ein ergänzendes Miteinander. Weil eben gerade Erfolg/Misserfolg der Autoindustrie inklusive einer Unmenge von Zulieferern, wie ein damokles Schwert über Allem steht, was dann auch politisch entschieden wird, hat der ÖV immer das nachsehen. Das ist kein nachhaltiger Zustand. Quasi ein To-Big-To-Fail. Haben oder hatten wir in der Schweiz ebenfalls mit den Banken und der Uhrenindustrie. Ich behaupte, dass gerade dieser Umstand in der Vergangenhieit wesentlich dazu beigetragen hat, dass kein Wechsel hin zu einer ausgewogenen Transportinfrastruktur stattfinden konnte. Das ist eine exzentrische Ausrichtung auf nur eine Verkehrsart.

Genau das, was Du beklagst, könnte vielleicht schon lange kein Problem mehr für Dich sein, wenn der ÖV in der Vergangenheit als gleichberechtigter Partner gesehen worden wäre.

Die Macht der OEM’s und des internationalen H2-Öl-Kartells ist viel zu gross, so dass auch die Politik immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner aushandeln kann. Und das ist und war eben viel zu wenig, so dass diese Situation in der wir uns alle befinden, hätte vermieden werden können.

Und niemand wollte sich vor 10, 20, 30 oder auch 40 Jahren unbeliebt machen. Und heute sind wir in einer Situation, wo es bald einmal keinen Weg mehr an der Unbeliebtheit vorbei geben wird. Und das ist ein Dilemma. Irgendwann muss es eine Regierung geben, die nicht mehr anders kann.

Ich frage mich immer nur, wieso braucht die Menschheit immer diese eigentlich sinnlose Herausforderung? Seit Jahren wissen wir das und doktern immer wieder an denselben kleinen Rädchen, so dass es ja niemandem weh tut. Und wir wissen aber auch, dass der Zeitpunkt kommen wird, wo es immer öfter und immer mehr weh tut. Gleichwohl haben wir alle immer noch das Gefühl, wir können uns so irgendwie durchmogeln. Bei Corona genau dasselbe Bild. Wir tun immer nur so viel wie unbedingt notwendig.

Ich finde schon, und das würde ich an alle Länder richten, dass es wirklich Zeit ist uns Gedanken zu machen, ob unser Kompass noch stimmt, oder ob wir nicht viel mehr der aktuell voranschreitenden Dissruption eine grössere Chance geben sollten.

Alle hier wissen wen ich dabei anspreche. Unser Kopf muss das zulassen. Die Technologie ist grösstenteils bekannt. Und dann müssen wir Leute haben, die das tatkräftig umsetzen und zwar mit der Bevölkerung und nicht gegen sie.

Das ist das Hamsterrad aus dem keiner rausspringen will. „Ich brauche aber das Auto um zur Arbeit zu kommen!“ „… weil Du dank des Autos einen Job angenommen hast, den Du ohne Auto nicht angenommen hättest“ oder eben näher an die Arbeit gezogen wärst. Ich bin jahrelang 100km am Tag gependelt, heute frage ich mich, warum ich das so lange gemacht habe.

Wir haben früher 200m neben der Arbeitsstelle meines Vaters gewohnt. Wir hatten zwar ein Auto, aber eher als Luxusgegenstand, nicht als Notwendigkeit. Was der in der ganzen Zeit an Sprit und Fahrzeit gespart hat. Und ich war auch immer glücklich, wenn mein Papa mit uns zusammen Mittag gegessen hat.

Zum Glück hat Corona Home-Office im großen Stil durchgedrückt und pendeln im großen Stil überflüssig gemacht. Hoffen wir, dass diese Errungenschaft nachhaltig bleiben wird.

Farnsworth

Es ist ja nicht nur das. Versuch doch mal mit den Öffis bei Wechselschicht aus dem ländlichen Raum pünklich zru Arbeit zu kommen. Ist in vielen Fällen überhaupt garnicht möglich.

Heute morgen gab es einen Artikel in der Zeitung der von einer Studie des Mobility Institute Berlin berichtete, dass in deutschen Städten der ÖPNV um Faktor 2 langsamer ist als das Auto. Und das trifft auch auf meine Erfahrung zu. Mit dem ÖPNV bin ich doppelt so lang unterwegs wie mit dem Auto und das nur die reine Fahrzeit, nicht die Zeitverluste durch den Takt. An unserem Bahnhof fahren die Züge zweimal die Stunde. Das heißt aber lange noch nicht dass sie halbstündlich fahren. Zwei Züge im Abstand von 10 Minuten dann 50 Minuten Pause. Klar während der Fahrt mit dem ÖPNV kann ich währenddessen was anderes tun, wie z.B. ein Buch lesen. Beim Autofahren muss ich auf den Verkehr konzentriert sein. Das ändert aber nichts an der Tatsache dass ich doppelt so lange für den Weg brauche.

Für mich wäre der einzige Ausweg aus dem Dilemma das Robotaxi. Da es auf dem Automobil passiert hat es auch eine ähnliche Fahrzeit wie ein Auto. Durch Cab-Sharing in der Rush-Hour würde der Bestand an Fahrzeugen enorm reduziert werden. Und es würde sich alles über den Preis regeln. Zum Beispiel wäre ein einzelnes Fahrzeug für sich während der Rush Hour viel teurer als würde man Cab-Sharing nutzen. Ebenso müsste Cab-Sharing nur funktionieren wenn man an Hauptverkehrsstraßen zu steigt und nicht in Wohngebieten. Durch diese Randbedingungen könnte die Effizienz des Systems in Stoßzeiten deutlich erhöht werden. Da so viel mehr Menschen mit ähnlicher Fahrtrichtung effizient zusammengefasst werden können, ohne dass es für die anderen Mitfahrer zu großen Zeitverzögerungen durch Umwege kommen würde. Lediglich die ein und Ausstiegszeiten würden dazu kommen. Klar muss man dann vielleicht am Ziel noch 200 m laufen aber das muss man im Zweifelsfall am Firmenparkplatz ja auch.

Farnsworth

Hallo BEV Freunde,

ein interessantes Treffen wurde heute angekündigt.

Langjähriger BEV Förderer und Ladepark Betreiber (Seed & Greet) Roland Schüren bekommt am Mittwochvormittag, 25. August 10:00 Uhr Besuch von Robert Habeck am Ladepark Seed& Greet am Autobahn Kreuz Hilden(A3/A46).

Wer Zeit hat…wird eine spannende Diskussion an einem sehr interessanten Ort.

Last edited 1 Monat zuvor by Stefan

Können Sie sich Frau Baerbock auf der intenationalen Bühne vorstellen ?
Zwischen all den anderen Spitzenpolitikern ? Die lachen sich kaputt, wenn Frau Baerbock Deutschland vertreten möchte.

Naja ein Laschet gibt ja auch keine bessere Figur ab. Siehe Treffen mit Elon Musk, siehe Politik in NRW,…

Farnsworth

Hätte sich jemals jemand Frau Merkel als Kanzlerin vorstellen können? Die Leute wachsen an ihrer Aufgabe. Viel wichtiger sind doch die Leute, welche hinter der Chefin.

Ich frage mal einfach so in die Runde: Was interessiert das Klima die Dissertation von Frau Bearbock? Ich bin echt fassungslos, was Leuten alles einfällt, nur um den wirklich notwendigen Change in ihrem Kopf nicht vollziehen zu müssen.

Ich stelle mir jetzt vor, wenn Frau Bearbock den dementen Papa Joe mit ein paar Fragen konfrontieren würde, und dieser händeringend nach Beratern umschauen muss. Und das ist nicht der Einzige.

Ein frisches Gesicht neben einem Typen, der aber auch wirklich niemals etwas mit dem Klima, das Hauptthema nicht nur in diesem Jahrzehnt, am Hut hatte. Sind wir doch ehrlich, alle anderen Figuren haben dieses Hauptthema, wenn auch, nur so am Rande touchiert.

Als Schweizer bin ich da natürlich nur Beobachter am Zaunpfahl. Aber so eine Art Kennedy, Mann oder Frau, wäre schon echt ermutigend. Das gäbe auch solchen Kräften bei uns in der kleinen Schweiz Auftrieb.

Last edited 1 Monat zuvor by Markus Doessegger

1+++

Dann sollten sich diese sogenannten Spitzenpolitiker mal auf ihren Geisteszustand hin untersuch lassen. Das was da heute alles als Spitze verkauft wird kann doch nur ein Witz sein.

Ich empfehle allen Kommentatoren das aktuelle Video von Rezo
Danach ist die CDU/CSU eigentlich unwählbar 😉

1++

Wenn ich auch nicht in allen Punkten mit Herrn Habeck und seiner Partei übereinstimme, werde ich doch vorsichtshalber einen grünen Stift mit zur Wahl nehmen!

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