Grünheide: Neue Einwendungen gegen Tesla-Gigafactory

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Beim Bau der Fahrzeugfabrik von Tesla in Grünheide läuft es weiterhin nicht rund. Bei der nunmehr dritten Beteiligung der Öffentlichkeit im Genehmigungsverfahren haben 395 neue Personen Einsprüche zur geplanten Gigafactory erhoben. Das meldet „electrive.net“ unter Berufung auf verschiedene Quellen.

Das Brandenburger Landesamt für Umwelt hat demnach entschieden, einen weiteren Erörterungstermin anzusetzen, bei dem die Einwendungen diskutiert werden können. Der Termin wird  wegen der hohen Zahl an Einwendungen und der aktuellen Corona-Bestimmungen diesmal online stattfinden. Als möglicher Termin wird vom Rundfunk Berlin-Brandenburg der 13. September genannt. Allerdings könne die Erörterung auch früher starten – sich dann aber auch über einen längeren Zeitraum hinziehen – womöglich sogar mehrere Wochen.

Wie der RBB unter Berufung auf eine Sprecherin des brandenburgischen Umweltministeriums schreibt, sollen bei der „Online-Konsultation“ die Einwenderinnen und Einwender, Behörden und Tesla die jeweiligen Einwände diskutieren. „Personen, die Einwendungen erhoben haben, müssen Zugang zu einem Erörterungstermin erhalten, um sich aktiv beteiligen zu können“, wird die Sprecherin zitiert. Informationen zum genauen Ablauf sollen noch bekannt gegeben werden. Allerdings scheint diese „Online-Konsultation“ nicht als eine Art Video-Konferenz geplant zu sein. Wie der RBB unter Berufung auf eigene Informationen weiter schreibt, sei es geplant, „alle Einwendungen per E-Mail abzuhandeln“. Virtuelle Gespräche solle es nicht geben.

An diesen Plänen gibt es Kritik. Ein Vertreter der Bürgerinitiative Grünheide bezeichnete das Verfahren als „undemokratisch“, da eine echte Diskussion nicht stattfände. „Dadurch haben betroffene Bürger nicht die Möglichkeit, ihre Ängste direkt vorzubringen und womöglich auch aus dem Weg räumen zu lassen“, so der Vertreter. Zudem schließe die Online-Lösung möglicherweise ältere Menschen aus, die mit der Technik nicht klarkommen. Auch der Nabu kritisierte die Online-Konsultation.

Mit den 395 Einwendungen aus der dritten öffentlichen Auslegung steigt die Gesamtzahl der Einwendungen auf 809 – in den ersten beiden Öffentlichkeitsbeteiligungen hatten zusammen 414 Personen und Organisationen Einwendungen angemeldet.

Während die Model-Y-Produktion in Grünheide – auch wegen der fehlenden Genehmigung – noch auf sich warten lässt, hat Tesla demnach in China eine neue Variante des Model Y auf den Markt gebracht. Die Basisversion, die vermutlich bald auch nach Europa exportiert wird, verfügt laut „electrive.net“ über einen 60 kWh großen LFP-Akku mit Zellen von CATL. Der Preis startet demnach bei 276.000 Yuan – nach Abzug der Förderung  umgerechnet 36.180 Euro.

Quelle: electrive.net – 395 neue Einwendungen gegen Tesla-Fabrik in Grünheide

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Die Koreaner wussten warum sie lieber im benachbarten Osten ihre Werke errichteten.
Tesla hätte es besser wissen sollen, dass mit deutscher Konkurrenz, den Werkzeugen NABU und Grüne Liga keine Produktion für umweltfreundliche Technik in Deutschland zu eröffnen geht.
In Brandenburg gibt es nicht ohne Grund die meisten Arbeitssuchenden, von denen die nicht bereits vorher aus Perspektivlosigkeit ausgewandert sind.
Auf 70 Jahre DDR sollte kein Investor aufbauen, insbesondere keine amerikanische Zukunftsindustrie.

Ich bin für einen öffentlichen Erörterungstermin im Freien mit 1,5m Abstand. Das sollte doch möglich sein.

Tesla wollte und will gar nicht in diesem Jahr mit dem Model Y in Produktion gehen. Sie hätten gar keine Batterien dafür. Darum werden ja auch andere Ankündigungen wie der Cybertruck und der Semi Truck nicht produziert. Oder wo stapeln sich jetzt die Batterien? Da schiebt man dann gerne den Schwarzen Peter für die Fehlplanung jemand anderem zu.
Es ist relativ geschickt aber auch durchsichtig, das provisorisch bewilligte Bauvorhaben einfach so kurzfristig um eine Batteriefabrik zu erweitern und dann den deutschen Behörden die Schuld für die Verschiebung in die Schuhe zu schieben.

Mich würde mal interessieren ob das auch so ein Schmierentheater wäre wenn ein deutscher Hersteller egal welcher da ein Werk für E Autos bauen würde. Das wäre mit Sicherheit schon genehmigt. Meine Meinung.

Musk hat sich vom Spassfaktor verführen lassen, der Deutschen Dino Lobby so richtig ans Bein pinkeln zu können. Dass jetzt wegen ein paar Verhinderer tausende auf ein Elektroauto warten müssen ist einfach nur lächerlich. Aber die Deutschen Innovationsverhinderer in Wolfsburg, München und Stuttgard nutzen natürlich jede Möglichkeit, um zu verhindern, dass ein Tesla made in Germany das desolate Image der Ewiggestern noch stärker beschädigen könnte. Nur vergessen diese, dass Alan Musk die gesamte Welt der ewiggestrigen bereits auf den Kopf gestellt hat. Da werden die paar Verhinderer höchstens ein paar Cent Schaden in der Portokasse von Musk verursachen. Musk wird den Deutschen Markt jetzt erst Recht mit Autos made in China überschwemmen. Ob das gscheiter ist, wage ich zu bezweifeln. Egal woher die Autos kommen. Jeder Tesla bedeutet mehr Druck auf die Deutschen Verbrenner Produzenten – mit ihren schönen PR Abteilungen.

Ich habe mal „Bürgerinitiative Grünheide“ herausgegriffen und auf deren Webseite den Beitrag…

Leibniz-Institut für Gewässeröklogie und Binnenfischerei: “Wissenschaftliche Einschätzung zur Ansiedlung von industriellen Großprojekten in wasserarmen Gebieten”

Auf ihr Internetseite veröffentlicht das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei einen interessanten Artikel zu Industrieansiedlungen in wasserarmen Gebieten im Rahmen der geplanten Tesla Ansiedlung.

Quelle; bi-gruenheide.de – 22. August 2021)

… mit einem Link zum Beitrag des Leibniz-Instituts gefunden und dort steht auch dieser Text:

Obwohl in der Region historisch gesehen die Landschaftsentwässerung (Drainagen, Flussbegradigungen, Trockenlegung von Mooren) die landwirtschaftliche Nutzung von Flächen zunächst förderte [Nützmann et al. 2011], machen der Klimawandel sowie menschlicher und natürlicher Wasserbedarf ein Umdenken hin zu einem naturnahen Wasserhaushalt mit langen Verweilzeiten in der Region durch verstärkten Wasserrückhalt (Retention) erforderlich.

(Quelle: igb-berlin.de)

Früher wurde das Land trocken gelegt und nun jammert man über Wassermangel, da kommt Tesla als Sündenbock gerade recht, aber das Problem haben frühere Generationen verursacht.

Es gibt insgesamt drei große sogenannte Reviere mit mehreren Abbaugebieten für Braunkohle in Deutschland, in denen gerade gebaggert wird. Sie liegen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

(Quelle: zdf.de)

Nun will man dort E-Autos verhindern und weiterhin große Mengen Braunkohle abbauen und verfeuern, damit der CO2-Ausstoß hoch bleibt und es dort noch heißer wird und somit das Wasser noch knapper.

Offenbar denkt in Brandenburg kaum einer weiter in die Zukunft – wie damals bei der Landschaftsentwässerung.

Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland! Wie wäre es, wenn diese Fabrik von einem deutschen Autobauer errichtet werden würde?

Wir haben uns nach Besichtigung des Model Y (mir gefallen die Spaltmaße 😉 ) letzte Woche in Bern dazu entschlossen, nicht mehr länger warten zu wollen und den „# waiting for Berlin“ Status wieder zu canceln.
Bin mal gespannt mit welchem Schiff unser Fahrzeug denn künftig kommen wird 🙂

Wieviel verliert der Deutsche Staat eigentlich pro Tesla Model Y, wenn dieses statt aus Grünheide aus Shanghai kommt?
Könnte und da mal jemand erhellen?

Ich glaube ja,dass die deutsche Autolobby da ordentlich Geld fließen lässt,damit sich der Bau weiterverzögert.Könnte Tesla da Ende des Jahres Model Y bauen,wäre der deutsche Absatzmarkt für die heimischen Hersteller verloren.Die haben soviel Aufholbedarf(gerade softwaremäßig,dass ihnen die Felle ganz wegschwimmen könnten.Armes Deutschland

Schade das man in Deutschland und speziell in Grünheide nicht begriffen hat was Tesla will

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