GM enthüllt neue E-Auto-Motoren für seine vollelektrische Zukunft

GM-UltiumDrive-Elektromotoren-Elektroauto

Copyright Abbildung(en): GM

Der US-Hersteller General Motors hat ein Trio an neuen Elektromotoren vorgestellt, welche die auf seiner Ultium genannten Plattform aufbauenden E-Autos antreiben sollen. Konkret handelt sich um: Einen 180 kW starken Frontantriebsmotor, einen 255 kW Motor, der an der Vorder- wie auch der Hinterachse verbaut werden kann, sowie einen 62 kW Motor, der als Assistenzmotor in Allradfahrzeugen dienen soll. Alle drei Motoren seien intern so kalibriert worden, um das höchste Leistungsniveau bei Ultium-basierten Elektroautos zu gewährleisten, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Die Motoren wurden als skalierbare Familie entwickelt, welche grundlegende Designprinzipien sowie ähnliche Werkzeug- und Fertigungsstrategien teilt.

Die 180- und 255-kW-Einheiten sind Permanentmagnetmotoren, die mit dem Ziel entwickelt wurden, die Abhängigkeit von Seltenerdmaterialien zu minimieren, während die 62-kW-Einheit ein Induktionsmotor ist. Die Auslegung der E-Motoren sei vielseitig genug, um den Leistungsbedarf für die komplette Fahrzeugpalette zu decken. GM nannte auch bereits ein konkretes Beispiel, in welcher Kombination die E-Motoren eingesetzt werden können: Demnach können in einem Fahrzeug bis zu drei Elektromotoren verwendet werden. Eine Modellvariante des 2022 erscheinenden GMC Hummer EV etwa soll gleich drei 255-kW-Motoren enthalten, was eine Gesamtleistung von gut 1000 PS ergibt.

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Zwanzig Jahre Entwicklung elektrischer Antriebssysteme und mehr als 100 Jahre Erfahrung in der Großserientechnik helfen GM, schnell von herkömmlichen Fahrzeugen zu Elektroautos überzugehen“, sagte GM-Präsident Mark Reuss bei der Vorstellung der neuen Motoren. Die vertikale Integration in diesem Bereich, die sowohl Hardware als auch Software umfasst, trage dazu bei, „uns die Kontrolle über unser eigenes Schicksal und einen erheblichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen“, so Reuss weiter.

Die GM-Ingenieure haben auch die Software für die Motorsteuerungen des Ultium Drive entwickelt, die der Schlüssel dafür sei, um die Antriebsbedürfnisse verschiedener Fahrzeugtypen mit einem minimalen Satz an Komponenten zu erfüllen. Diese Ingenieure sind Teil der fast 11.000 Mitarbeiter des GM-Produktentwicklungsteams, die derzeit allein in der Softwareentwicklung arbeiten. Diese Zahl werde voraussichtlich weiter wachsen, so GM, da die Software der kritische Punkt für die vollelektrische Zukunft des Autoherstellers sei.

Das Team nutzte computergestütztes und virtuelles Engineering, um schnell, sicher und kostengünstig agieren zu können und gleichzeitig die Fahrzeugsteuerung zu verbessern. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen halfen GM zufolge, die effizientesten Möglichkeiten zur Drehmomentverteilung in dreimotorigen Systemen zu finden, wie etwa im GMC Hummer EV, so dass das absolut geländetaugliche Fahrzeug auch auf herkömmlichen Straßen effizient unterwegs sein kann.

In Puncto Leistungselektronik will GM im Vergleich zur aktuellen Technologie deutliche Fortschritte erreicht haben: Einzelne Komponenten sollen bis zu 50 Prozent weniger Gewicht auf die Waage bringen und dennoch bis zu 25 Prozent leistungsfähiger sein. Das erste Modell, das mit den neuen Komponenten ausgestattet wird, wird der neue Hummer sein.

Quelle: General Motors – Pressemitteilung vom 21.09.2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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GM sollte man nicht unterschätzen. Die machen zwar nichts Spektakuläres, aber sie werden konsequent elektrisch und forschen bereits seit Jahren an der Ultium-Generation. Die werden ihre Marktanteile nicht aufgeben, wenn es elektrisch wird.

GM könnte seit über 20 Jahren einer der führende Hersteller von E-Autos sein, aber GM hat sich mit Ford und Chrysler zu einem „Batteriekartell“ zusammen geschlossen, um das E-Auto zu verhindern.

Jetzt mit Tesla und dem der Klimawandel -katastrophe im Rücken und ohne Trumps Unterstützung, muss sich GM ernsthaft mit den E-Autos beschäftigen – aber hoffentlich ohne Spenden an Trump.

„… GM hat sich mit Ford und Chrysler zu einem „Batteriekartell“ zusammengeschlossen, um das E-Auto zu verhindern.“

In der Vergangenheit oder noch aktuell wirksam?

Das „US Auto Battery Consortium (USABC)“ wurde anfangs der 1990er Jahre gegründet.

Ob es die „USABC“ nach etwa 30 Jahren noch gibt? – keine Ahnung, der Zweck wurde ja für viele Jahre erfüllt. Die Batterien von damals gab es im Prinzip nur noch im Kleinformat.

ChevronTexaco behielt ein Vetorecht über den Verkauf oder die Lizenzierung der NiMH-Technologie. Die allgemeine Verbreitung und Weiterentwicklung konzentrierte sich danach auf kleinformatige Konsumerzellen. Die patentrechtlich erlaubte Obergrenze für die Zellkapazität ist 10 Ah. Auch aus diesem Grund wurden von Toyota bei der ersten Generation des Toyota Prius 228 Stück in Reihe geschalteter 6,5-Ah-NiMH-Akkus verwendet.

(Quelle: Wikipedia – Artikel zu „General Motors EV1“)

Tesla hat aus der Not eine Tugend gemacht und zig kleine Batteriezellen zu einem großen Akkupack zusammengesetzt und in seine E-Autos eigesetzt.

Danke!

Ist laut Pressemitteilung der Lyric nicht sogar innerhalb von 10 Minuten ausverkauft gewesen?
Alle 1500 Stück, die 2023 auf den Markt kommen sollen?

Das bereitet mir Sorge!
Sorge um das Fortbestehen von GM

😉

GM kündigt an.
Andere liefern bereits.

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