Deutschlands Verkehrssektor „möglicherweise etwas schneller“ CO2-neutral

Future Mobility Summit: Deutschlands Verkehrssektor „möglicherweise etwas schneller“ CO2-neutral

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Auf dem vom Berliner Tagesspiegel zum mittlerweile elften Mal veranstalteten Future Mobility Summit warfen Politiker, Branchenvertreter und Aktivisten einen Blick in die Zukunft der Mobilität. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich optimistisch, dass Deutschlands Verkehrssektor sein Klimaziel – CO2-Neutralität bis zum Jahr 2045 – erreichen kann, sogar „möglicherweise etwas schneller“, wenn alternative Antriebe weiterhin gefördert werden. Die Kaufprämie für Elektroautos etwa gehe aktuell durch die Decke, und damit die Nachfrage auch weiterhin gedeckt werden kann, habe er „beim Finanzminister einen ordentlichen Nachschlag für den Umweltbonus“ beantragt.

Altmaier bekräftigte, dass Deutschland die Antriebswende technologieoffen bestreiten will. „Wir wollen, dass sich die technisch besten und günstigsten Lösungen durchsetzen – das überlassen wir dem Markt“, sagte er während der Veranstaltung. Deshalb werde nicht nur der Aufbau einer wettbewerbsfähigen Batteriezellproduktion in Europa unterstützt, sondern auch die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe: Mit E-Fuels können auch die Millionen noch zugelassenen Verbrenner klimaneutral unterwegs sein, sofern der Treibstoff allein mit erneuerbaren Energien hergestellt wird.

Dafür aber fehlen aktuell noch die Kapazitäten, wie Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) zu bedenken gab. Von E-Fuels sei im Pkw-Bereich „kein allzu großer Beitrag“ zur CO2-Minderung zu erwarten. Um die Bestandsflotte klimafreundlicher zu bekommen, seien zusätzlich Effizienzsteigerungen, die Digitalisierung sowie eine Verlagerung des Verkehrs auf Schiene und ÖPNV notwendig. Der Ausbau der Elektromobilität sollte u.a. durch eine „flächendeckende kundenfreundliche und intelligente Ladeinfrastruktur“ beschleunigt werden, sagte Kagermann. Er sieht zum Erreichen der Klimaziele bis 2030 die Zulassung von 14 Millionen Elektroautos als eine wichtige Maßnahme. Mit ihnen könnten bis zu 22 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Wolfgang Langhoff, Vorstandsvorsitzender von BP Europe, sagte, dass sein Unternehmen ein „Tempomacher“ der Kraftstoffwende werden wolle. BP strebe bis 2030 eine Verzehnfachung von erneuerbaren Energien und eine Reduzierung der Öl- und Gasförderung um 40 Prozent an. Die Klimaaktivistin von Fridays For Future (FFF) verwies auf der Veranstaltung auf eine Studie des Wuppertal-Instituts, welche wissenschaftlich gut begründet den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis 2025 empfehle, um die Klimaziele zu erreichen.

Quelle: Tagesspiegel – Das war der Future Mobility Summit 2021

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Der Umweltbonus für Elektroautos ist eine gute Sache, sofern damit keine Autos mit Auspuff finanziert werden. Dieser Bonus wird auch den Absatz von Teslas Y ankurbeln. Egal. Hauptsache elektrisch – voll elektrisch.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier – der Oberbremser – solange der Minister im Amt bleibt sehe ich schwarz für eine CO2-Neutralität bei den Autos bis 2045. Die Zahl der E-Auto dürfte zwar stark steigen, aber nicht der Ökostromausbau bei uns in gleichem oder verstärktem Maße, wie es erforderlich wäre.

Den Ökostromausbau bei uns wird der oberste H2- und E-Fuel-Lobby-Lauscher zu verhindern wissen, denn man braucht die „dreckige Kohle“ als Argument gegen das batterie-elektrische Auto, für das es ja im Lande nicht genug Ökostrom gibt – siehe auch den Artikel über die „170 Wissenschaftler aus aller Welt“.

Wir müssen weiter wachsam sein, dass uns Politik, Konzerne und Wissenschaftler „keinen Bären aufbinden“.

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