Ford produziert vollelektrische Transit Custom-Baureihe im türkischen Otosan

Ford-Otosan-Elektro-Transit

Copyright Abbildung(en): Ford

Ford treibt die Elektrifizierung seiner Nutzfahrzeugflotte voran: Der Autohersteller hat bestätigt, dass auch die nächste Generation der Ford Transit Custom-Baureihe ein vollelektrisches Modell umfassen wird, zusätzlich zu Plug-in-Hybrid-, Mild-Hybrid- und konventionell angetriebenen Varianten. Das neue Custom-Sortiment, zu dem der Ford Transit Custom-Kastenwagen und der Ford Tourneo Custom-Personentransporter gehören, geht demnach im ersten Halbjahr 2023 in Produktion.

Beide Modelle werden dann auch in der neuen vollelektrischen Variante vom Band laufen und Teil der umfangreichsten Transit Custom-Vielfalt sein, die Ford seinen europäischen Kunden jemals angeboten habe, so der Hersteller in einer aktuellen Mitteilung. Alle Versionen der nächsten Transit Custom-Generation fertigt Ford Otosan, das Joint Venture von Ford in der Türkei, am Standort in Kocaeli.

Als Teil der Allianz zwischen Ford und Volkswagen werde auch die nächste Generation des 1-Tonnen-Nutzfahrzeugs von Volkswagen in Kocaeli gebaut. Die Kooperation zielt unter anderem auf Skalierungseffekte, die die Partner durch gemeinsame Fahrzeugplattformen erreichen. Zudem können beide Unternehmen so gemeinsam mehr Technologien schneller auf den Markt bringen.

„Die nächste Generation der Transit Custom-Baureihe – einschließlich der vollelektrischen Varianten – wird die Position von Ford als Nutzfahrzeugmarke Nummer eins in Europa stärken. Der Transit Custom ist ein wertvoller Baustein in unserem Bestreben, das erfolgreiche Nutzfahrzeuggeschäft weiter auszubauen, speziell vor dem Hintergrund unseres Engagements für eine elektrifizierte Zukunft“. – Stuart Rowley, Präsident von Ford Europa

Bereits im Februar hatte Ford angekündigt, ab 2024 in jeder Baureihe seiner Nutzfahrzeugflotte emissionsfreies Fahren zu ermöglichen, mit vollelektrischem Antrieb oder als Plug-in-Hybrid. Ab 2030 sollen dann zwei Drittel der verkauften Ford-Nutzfahrzeuge batterieelektrisch oder Plug-in-Hybride sein.

Jedoch ist sich Ford bewusst, dass nicht alle Nutzfahrzeugbetreiber den Wechsel vom konventionellen Verbrennungsmotor zu vollelektrischen Fahrzeugen in einem Sprung vollziehen werden. Deshalb setzt der Hersteller auf ein breites Spektrum an Antriebstechnologien vom Mild-Hybrid bis Plug-in-Hybrid, was auch in der nächsten Generation des Transit Custom ein wesentlicher Bestandteil der Produktpalette sein wird.

Das anhaltende Wachstum im ohnehin starken Nutzfahrzeuggeschäft bezeichnet Ford als den Schlüssel zur Profitabilität des Unternehmens in Europa. Unterstützt werde dieser Erfolg durch neue Produkte und Dienstleistungen sowie die Zusammenarbeit mit einem umfangreichen Netzwerk von Aufbauherstellern und vielen weiteren Partnern. Das gelte vor allem auch für die strategische Allianz von Ford mit Volkswagen und dem Joint Venture Ford Otosan, die eine kostengünstigere Fahrzeugentwicklung und -beschaffung ermöglicht.

Positive Nachricht für Kölner Ford-Werke

Die Ankündigung ist auch für die Kölner Ford-Werke eine positive Nachricht. Denn die Getriebe für die Transit Custom Baureihe werden dort gefertigt. Damit stärke Ford das Kölner Getriebewerk sowie weitere beteiligte Bereiche wie Druckguss und Schmiede. Auch das Motorenwerk in Niehl profitiere davon. Ford plant hier, die Zylinderköpfe vor zu bearbeiten, bevor sie weiter ins Ford-Motorenwerk nach Dagenham/England geschickt werden, wo die Dieselmotoren moniert werden.

Im Jahr 2020 konnte Ford zum sechsten Mal in Folge seine europäische Marktführerschaft im Segment der leichten Nutzfahrzeuge behaupten. Dieser Trend setze sich 2021 fort, denn auch aktuell sei Ford die meistverkaufte Nutzfahrzeugmarke des Kontinents. Das weitere Wachstum des Nutzfahrzeuggeschäfts basiere auch auf einem Ökosystem aus vernetzten Diensten, die gemeinsam mit den Kunden entwickelt wurden, um das Kundenerlebnis zu verbessern und deren Unternehmen zum Erfolg zu verhelfen. Dazu gehören etwa vernetzte Betriebszeit- und Produktivitätsdienste wie FordPass Pro für Flotten mit bis zu fünf Fahrzeugen und Ford Fleet Management. Diesen Service entwickelte Ford im vergangenen Jahr mit ALD Automotive, um die Produktivität von Flottenkunden zu maximieren, die maßgeschneiderte Dienste suchen, um ihre Fahrzeuge auf der Straße zu halten.

Ford E-Transit: Transporter der
Ford

Ford Otosan ist dem Hersteller zufolge das führende Unternehmen der türkischen Automobilindustrie und eines der am längsten bestehenden und erfolgreichsten Joint Ventures in der globalen Automobilindustrie. Das Montagewerk im türkischen Kocaeli wurde im Jahr 2001 eröffnet. Seit 2004 produziert das Joint Venture dort die Ford Transit Custom-Baureihe und den Transit 2-Tonner. Ford Otosan fertigt auch die Transit Courier-Serie. Insgesamt machen die Nutzfahrzeuge, die Ford Otosan in der Türkei herstellt, rund 85 Prozent des Transit-Umsatzes aus.

Ford Otosan hat im vergangenen Dezember erklärt, mehr als zwei Milliarden Euro zu investieren, um die Produktionskapazität von Fahrzeugen und Batteriepacks in Kocaeli zu erhöhen. Überdies erwartet das Unternehmen eine Erhöhung der Belegschaft um rund 3000 Beschäftigte.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 16.03.2021

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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„Ford produziert BEV in Otosan“ 😉 Achtung. Satire Alarm !!! Da wird sich der Nicolaus Otto vor lachen im Sarg umdrehen….

Naja, hierzulande werden moderne Verbrennungsmotoren nur noch der Ehrung halber nach Nicolaus Otto benannt, erfunden haben den ersten Verbrennungsmotor eigentlich andere. Aber es ist auch eigentlich völlig egal, werden in diesem türkischen Werk doch fast ausnahmslos alle Antriebsarten des Transit gefertigt, wasserstoffbasierte mal ausgenommen. Daher gibt es eigentlich keinen Grund, weshalb Ottos sterbliche Überreste eine Kurbelwelle mimen sollten. Er kann auch weiterhin in Frieden ruhen, da ihn die Patentstreitigkeiten und das letztendlich erkaufte Patent schon zu Lebzeiten offenbar nicht aus der Ruhe gebracht haben.

und die Arbeiter alle in Diesel -Jeans

Falsche Überschrift?
Kann es sein, dass in der Überschrift ein Fehler unterlaufen ist? Sie suggeriert mit „im türkischen Otosan“, dass „Otosan“ ein Ort ist. Richtig wäre „im türkischen Kocaeli“. Im Artikel steht das dann richtig: Otosan Ford als Joint Venture der Ford Motor Company und Koç Holding, mit dem Produktionsstandort Kocaeli.

Ein paar BEV – aber der große Rest wird teilweise oder ganz mit einem Verbrenner ausgeliefert.

Überzeugt scheint Ford von rein batterie-elektrischen Fahrzeugen nicht zu sein und handelt nach dem Motto „wir nehmen einige BEV ins Programm für den Fall, dass Trump nicht wiedergewählt werden sollte“.

Ob Ford Ende des Jahrzehnt (ohne Trump und seine Verbrennerlobby) noch existieren wird?

Ford bedient nicht nur den Deutschen Markt. Es gibt noch genügend Länder ohne eine brauchbare Lade-Infrastruktur. Soll Ford diese Märkte alle sofort aufgeben?

Last edited 4 Monate zuvor by Guido

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