Ford-Chef schwört Mitarbeiter auf harte Konkurrenz-Situation ein

Ford-Chef schwört Mitarbeiter auf harte Konkurrenz-Situation ein

Copyright Abbildung(en): Ford

Ford-CEO Jim Farley hat Ende Oktober während eines internen Treffens mit Mitarbeitern einem Medienbericht zufolge einen ernsten Ton angeschlagen, während er den harten Wettbewerb der Automobilhersteller diskutierte, gerade im Hinblick auf den Wandel zur Elektromobilität. Dem US-Blatt Detroit Free Press skizzierte er ausführlich, wer von einer Position der Stärke aus tätig ist, was andere Hersteller richtig machen und was Ford ändern muss, um nicht nur konkurrieren, sondern auch die Finanzen des Unternehmens stärken und den Marktwert verbessern zu können.

Farley machte einige Vergleiche zwischen Ford und anderen Herstellern wie Tesla, Rivian und Volkswagen, welche bei Elektroautos schon einen großen Schritt weiter sind als der Traditionshersteller aus Detroit. Farley, seit etwas mehr als einem Jahr neuer Ford-CEO, sagte, dass die kommenden fünf Jahre entscheidend seien, ob ein Hersteller die Transformation überlebt oder nicht.

Vor allem am Branchenprimus Tesla müsse Ford sich abarbeiten. Tesla habe umfassende Ressourcen, kluge Mitarbeiter, und mit dem Model 3 das meistverkaufte Fahrzeug in Europa, in Großbritannien sowie in Kalifornien, und zwar nicht nur rein elektrisch betrachtet, sondern über alle Antriebsarten hinweg. „Wenn wir erfolgreich sein wollen, können wir diesen Wettbewerb nicht mehr ignorieren“, sagte Farley den gut 20.000 an dem Videocall teilnehmenden Mitarbeitern.

Farley verwies darauf, was Tesla seiner Meinung nach alles richtig macht, zum Beispiel den Direktverkauf und die Einfachheit des Bestellvorgangs: „Drei, vier Klicks konfigurieren das Fahrzeug. Zudem gibt es einfache und nicht verhandelbare Preise“. Auch in Sachen Fahrzeugtechnologie sei Tesla der Benchmark: „Niemand macht es besser. Tesla-Kunden zahlen weniger für eine bessere Batterie“. Im Hintergrund unterscheide sich Tesla ebenfalls massiv von klassischen Autoherstellern: Tesla kann aufgrund der geringen Komplexität seiner Produkte und Prozesse schnell skalieren und die Kosten senken.

Farley forderte die Ford-Mitarbeiter auf, ebenfalls anders zu denken, kreativ zu sein und nach Möglichkeiten zu suchen, den Hersteller effizienter, wendiger und kostengünstiger zu machen. Und er stellte klar, dass Selbstgefälligkeit in der aktuellen Situation nicht gerne gesehen ist. Farley und sein Führungsteam wiederholten immer wieder, dass es jetzt an der Zeit sei, das Unternehmen neu zu positionieren.

Direkt hinter Tesla stellte Farley Volkswagen als weltweit zweitgrößten Hersteller von Elektroautos ins Rampenlicht. Ford mache zwar langsam Fortschritte, um aufzuholen und den Anschluss nicht zu verlieren, habe aber noch viel zu tun. Weil die Konkurrenz nicht schläft: „Unsere Konkurrenten sind in diesem Bereich unglaublich, so etwas haben wir noch nie gesehen.

Auch auf die Rolle von Rivian verwies Farley. Ford ist zwar an dem E-Auto-Start-up beteiligt. Trotzdem sei Rivian auch ein Konkurrent. Der in genau dem Bereich wildert, in dem Ford in seinem Heimatland traditionell stark vertreten ist: Bei Pick-ups, SUV und Transportern. Allesamt Fahrzeuge, bei denen man vollelektrische Varianten bei Ford bislang noch vermisste. Das ändert sich zwar langsam. Geht Farley allerdings nicht schnell genug.

Quelle: Detroit Free Press – Ford CEO gives employees sobering data about Tesla, challenges ahead

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Nanu? Wo haben wir das denn schon einmal gehört? Herbert Diess scheint Role Model für den Weg der etablierten Hersteller in die Transformation des Antriebs zu werden. Denn natürlich werden bei jedem etablierten Unternehmen so einige Leute aufwachen müssen.

Dabei ist Ford ähnlich gut aufgestellt, denn ihr Millionenseller F-150 hat mit dem Lightning eine grandiose elektrische Variante bekommen, die nicht durch moderne Verrücktheiten auffällt, sondern die erzkonservative Kundschaft kennt und Ihnen einen Mehrwert durch ortsunabhängiges Arbeiten aus dem Frunk anbietet.

Zumal Ford auch in Rivian investiert ist und offenbar Chassisteile zuliefert.

Last edited 24 Tage zuvor by David

Und was hat Ford sonst im Angebot? Nichts. Die hatten mal den Focus. Ansonsten fällt Ford auch nicht wirklich durch Qualität auf. Heraushängende Türdichtungen scheinen ja auch in relativ neuen Fahrzeugen noch vorzukommen.

Ford muss echt aufpassen, dass sie den Anschluss nicht verlieren. Der F150 ist natürlich das meistverkaufte Modell und damit haben sie sich auch gut positioniert, da es in dem Segment noch nicht viel gibt. Ob Teslas abgefahrenes Cybertruckdesign ankommt oder nicht auf sich zeigen. Man kann es mögen oder hassen, aber es ist auf jeden Fall etwas, was so noch nicht da war. Ein Pickup im Tarnkappenbomberdesign.

Farnsworth

Nur mal so am Rande bemerkt: Der Mustang MachE ist auch noch in der Produktpalette.
Und was die Türdichtungen angeht: Wo zum Henker haben sie das denn aufgeschnappt? Im Paulanergarten?

Mit dem Mustang allein werden sie es nicht schaffen. Beispiel: Wir haben ein paar Geschäfts Fords (BMax und Grand CMax) die in den nächsten 24, resp. 10 Monaten ersetzt werden müssen. Hier hat unser zuverlässiger Ford Händler leider nullkommanichts zu bieten – und es sind die Volumenmodelle (Focus, Fiesta, Kuga, Modeo), welche Ford wohl an die Konkurrenz verlieren wird – das wird richtig weh tun!

Andererseits muss Ford die MEB-Plattform von VW einkaufen, um abseits des Lightnung was ins Portfolio stellen zu können. So gut scheinen die also nicht in allen Marktsegmenten aufgestellt zu sein.

huch…
da brennt der Baum ^^

da habe ich gar kein Mitleid, die haben vor knapp 2 Jahren noch rumerzählt dass E-Mobilität mit Hybriden zu lösen sein….

es bleibt spannend

Spannend ist es, korrekt. Und nicht alle Marken werden überleben. Das ist gut so.

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