Jona Christians über den Stand der Dinge bei Sono Motors und deren SION

Jona Christians über den Stand der Dinge bei Sono Motors und deren SION

Copyright Abbildung(en): Sono Motors

Jona Christians, Gründer und CEO von Sono Motors, war in der aktuellen Podcast-Folge zu Gast und gestattet Elektroauto-News.net einen Blick hinter die Kulissen des Start-Ups und auf die aktuelle Entwicklungsphase des Solar-Elektro-Fahrzeugs SION. Neben der Frage wo kommt ihr her, wo wollt ihr hin, haben wir uns mit den neuen Geschäftsfeldern Solar-Integration sowie CarSharing ausgetauscht. Jona ordnet diese als weitere Säulen im geschäftlichen Alltag ein, versteht es aber auch aufzuzeigen, dass der Fokus immer noch auf dem SION liegt.

Hier gibt er auch direkt in der ersten Phase des Gesprächs Entwarnung und vermittelt, dass NEVS – der schwedische Auftragsfertiger von Sono Motorszwar betroffen von den Finanzproblemen des Haupteigentümer Evergrande Restrukturierungen durchführt, dies aber nichts an den Plänen und der Zeitschiene für den SION ändert. Die Vorbereitungen der Produktionsanlagen für die Vorserienproduktion in 2022 und die Sion Serienproduktion im ersten Halbjahr 2023 laufen bereits planmäßig, so Jona. Des Weiteren stellt er in diesem Zusammenhang die nächste Prototypen-Generation im ersten Halbjahr 2022 in Aussicht, welche dann nicht mit zwei Prototypen – wie bisher, sondern direkt mit 40 E-Fahrzeugen auf die Straße kommt.

Diese werden dann wieder einen Schritt näher an der Serie sein, als es die aktuelle Prototypen-Generation ist. Dabei profitiert das Start-Up erneut von einer anderthalb monatigen Sommertour in 2021, bei der die treue Community wieder Verbesserungsvorschläge und Kritik einbringen konnte. Ein aus Sicht von Jona unheimlich wertvolles Mittel, um ein Fahrzeug zu entwickeln, welches zum Markt und dessen Anforderungen passt. Gerade die eigene Community habe schon einiges zum bisherigen Stand des SION beigetragen. Wobei das Unternehmen die Einbindung der eigenen Fans durch die Schaffung eines eigenen Community-Beirats nochmal auf die nächste Stufe gehoben hat, wie der Co-Gründer aufzuzeigen vermag.

Neben dem SION als eine der Säulen des Unternehmens setzt Sono Motors mittlerweile auf zwei weitere Säulen, welche künftig zu Einnahmen für das Start-Up führen solle. Beide finden ihren Ursprung im SION und wurden aus diesem heraus weiterentwickelt. So ist es das Ziel von Sono Motors, ein Auto zu entwickeln, das die Vorteile der Solarenergie nutzt und uneingeschränkt alltagstauglich ist. Um das zu erreichen, haben hat das Unternehmen eine eigene Technologie entwickelt, die sich vor allem durch die Integration der Zellen in die Karosserie unterscheidet. Der Münchner Anbieter für Solarmobilität plant die Übertragung seiner flexiblen Solarmodule auf eine Vielzahl von Plattformen, darunter auch auf Transporter von MAN Truck & Bus. Dies könnte eine neue Art von energieeffizienter Mobilität ermöglichen, die der immer noch schwachen Verbreitung von Ladestationen für E-Fahrzeuge entgegenwirken könnte.

Laut Jona soll es möglich sein, dass der SION seine Energie für die typische innerstädtische Pendler-Strecke (16 km) nur aus den verbauten Solarmodulen bezieht. In der Praxis wäre es nur einmal in acht Wochen notwendig den Stromer zu laden, um die typische Pendler-Strecke zurückzulegen. Ein vergleichbarer Stromer, mit gleich großer Batterie benötigt im gleichen Zeitraum vier Ladevorgänge. Durchaus eine Ansage.

Carsharing werde eine weitere wichtige Säule für Sono Motors werden. Nicht nur für den SION, sondern auch andere E-Autos, welche auf das Angebot des Münchner Start-Ups zurückgreifen. Gesteuert wird dies in der Praxis alles über deren App. In der App legt man eine Nutzergruppe fest, die Zugriff auf das Fahrzeug hat. Hier sieht man, wo der Wagen steht und wann er verfügbar ist. Die Gruppe legt einen Fahrpreis fest und die Abrechnung erfolgt für jeden Teilnehmer im Hintergrund. Sono Motors kümmert sich um die Versicherung.

Die Sharing-Funktion sei allerdings nicht auf bestimmte Hersteller oder Antriebsarten beschränkt. Theoretisch kann jedes Auto geteilt werden. Praktisch gibt es noch einige Einschränkungen, besonders dann, wenn kein Zugriff auf die Telemetrie-Funktion gegeben ist. Beim Renault Zoe sei die Integration einfach, bei etlichen VW-Modellen dagegen noch nicht möglich. Ein Dongle am OBD2-Anschluss sorgt für die Verbindung zur App. Dann kann über ein Smartphone das Fahrzeug geöffnet werden. Der Schlüssel kann für alle Teilnehmer im Fahrzeug bleiben. Ist die Schnittstelle für Sono Motors verschlossen, müssen sich die Gruppen mit einer physischen Schlüsselübergabe, beispielsweise einem Schlüsseltresor in der Nähe des Fahrzeugs behelfen.

Angeschnitten haben wir ebenfalls das Thema bidirektionales Laden, die Entwicklung einer eigenen Wallbox und auch hier wieder die Einbeziehung der Community. Am besten hörst du dir jedoch den Podcast selbst an und erfährst es von Jona aus erster Hand. Es lohnt sich.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Hallo. alle reden immer nur von der durchschnittlichen Pendlersterecke. Hier 16km. Das mag für eine Großstadt zutreffen aber bei uns auf dem Land sind es eher 50km einfach. Oder man parkt in einem überdachten Parkhaus oder Hinterhof ohne Sonne. 16km ist keine Pendlerstrecke sondern eher eine Strecke wo man Einkäufe erledigt. Ich weiß nicht wo diese Zahlen herkommen. Ich fahre seit 2017 einen BMW i3 mit Range extender. Für mich weiterhin das einzige Konzept das funktioniert. Gerne mit Bioethanol und gekoppelt mit der Heizung. Im Winter wäre das wirklich hilfreich. Oder für Fahrten mit Anhänger und für meine 215km einfache Fahrt zur Arbeit. Ich bin ein Pendler.- 26kw peak Photovoltaik Dachmodule. 48V 775ah Gabelstaplerbatterie als Stromspeicher. Damit lassen sich 100km über Nacht laden.

Das ist absolut unredlich, so etwas zu versprechen. Wer 16 km pro Werktag fährt, macht bei 220 Werktagen, die man üblicherweise arbeitet, 3500 km im Jahr. Unrealistisch und wenn es so ist, wäre ein eigenes Auto wohl für so eine geringe Kilometerleistung nicht sinnvoll. Da passt auch Carsharing nicht, weil morgens alle zur Arbeit fahren und nachmittags alle zurück.

In der Stadt dürfte Beschattung ein Thema sein, aber auch ohne ist die angebliche Ladeleistung nicht annähernd realistisch. Im Sommer dürfte die geteerte Karre mit Klimatisierung locker 20 kWh/100 km benötigen. Gerade auf Kurzstrecken. Und 3,2 kWh sollen die Zellen liefern? Da lachen Besitzer von Solardächern wissend. Völlig unrealistisch.

Und was soll der Carsharing-Einsatz? Da kommen viele Stadt-Kilometer zusammen und ein leichtes Auto mit guter Rekuperation wie ein e-up, wäre sinnvoll, nicht ein schwerer, plumper Van.

Aber, gut, es sind eh nur Luftschlösser für leichtgläubige Menschen….

Andere Hersteller werden aufgrund ihrer Ansprüche nicht gegen Sono Motors vorgehen. Es sind die Kunden, die eingreifen können, wenn das Produkt nicht wie beabsichtigt funktioniert. Sono Motors behauptet seit 2016 30-34 km Sonnenreichweite bei optimalen Bedingungen, zeigte dies aber bisher nicht in der Praxis.

Hallo , ich muss mich korrigieren – ein Schreibfehler- 115 Km einfach…

Ich kann dir nur empfehlen, nach einem anderen Job zu schauen. 3 Stunden täglich Arbeitsweg hinterm Steuer sind schlicht verlorene Lebenszeit. Und unserer Umwelt helfen Dauerpendler auch nicht.

NEVS selbst weiß nicht, was mit ihnen passieren wird. Ihre chinesische Niederlassung hat die Bezahlung von Mitarbeitern und Lieferanten eingestellt. Northvolt ist an der leeren Fabrik in Trollhättan interessiert, um Batterien zu produzieren.

Große Hoffnung in deutsche Startups war ein Mal.
Viel zu spät kommt ein Konzept auf den Markt, dass bereits überholt wurde.
Es gibt hier keine Lobby für E-Mobilität. Deshalb überholt uns eine Nation, die erst macht und dann schaut, war es gut.
Also eine Tugend der BRD aus den 60,70, 80er Jahren.
Leider alles vorbei, wegen weniger Nationalisten, mehr Globelplayer.
Kurz gesagt, ich gebe dem Sion vielleicht 10% Erfolgschancen.

+1
…ab ca.7 Minute…
https://youtu.be/A4OmtyaBHFE

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