Nachhaltigkeit: Microlino wiegt mit Fahrer & Gepäck weniger als Akku eines E-SUV

Nachhaltigkeit: Microlino wiegt mit Fahrer & Gepäck weniger als Akku eines E-SUV

Copyright Abbildung(en): Microlino

Der Microlino ist mittlerweile kein unbekanntes E-Fahrzeug mehr, zumindest hier bei Elektroauto-News.net. In einer Vielzahl von Artikel haben wir bereits über das Schweizer Elektrofahrzeug berichtet. Für Folge #143 unseres Podcasts habe ich mir Merlin Ouboter, einen der beiden Geschäftsführer hinter dem Microlino, zum Gespräch eingeladen. Noch vor der IAA 2021 in München tauschen wir uns über die Entwicklung der vergangenen Jahre aus und was uns künftig von Seiten Microlino erwartet.

Zuletzt konnten wir berichten, dass das Unternehmen hinter dem Schweizer Stromer Microlino 2.0., Micro Mobility, erneut Fortschritte bei der Entwicklung des Fahrzeugs verkünden konnte. Mittlerweile habe man den Aufbau des dritten Microlino 2.0 Prototypen abgeschlossen. Mit diesem hält neues Interieur, ein optionales Faltdach sowie ein noch minimalistischeres Design beim Stromer Einzug. Wie Merlin im Gespräch aufzeigen konnte sei eben dieser Prototyp auch die Vorlage für die aktuellen Serien-Stromer, welche nach der IAA 2021 in die Serienfertigung überführt werden sollen.

Geplant ist, dass das E-Fahrzeug aus der Schweiz mit drei Batteriegrößen daherkommt und damit mit entsprechend variabler Reichweite. Im Vergleich zur ersten Variante des Microlino aus 2018 hat das Familien-Unternehmen den Stromer stark weiterentwickelt. Mittlerweile greifen höhere Sicherheitsstandards, das Design im Exterieur, als auch im Interieur haben sich stark verändert. Geblieben ist die beliebte Tropfenform, welche in der Microlino-Community wahre Fans gefunden hat. Fans und Begleiter, welche das E-Fahrzeug maßgeblich prägen, wie Merlin aufzeigt. Alle Details zum Microlino 2.0 gibt es noch nicht; ein paar Schmankerl möchte man sich für die IAA aufbewahren.

Zumindest konnten wir erfahren, dass noch 2021 erste Exemplare in der Schweiz ausgeliefert werden sollen. Weitere Länder werden dann 2022 beliefert. Ab dann möchte man die Serienfertigung auch in Richtung Peak fahren. Dieser Fertigungspeak bewegt sich laut aktueller Planung um die 7.000 bis 8.000 Fahrzeuge pro Jahr. Gemeinsam mit dem Partner CECOMP habe man eine neue Firma, Microlino Italia, gegründet, die für die Produktion in Turin zuständig sein wird. Spannend ist hierbei die Tatsache, dass das Familienunternehmen zu Beginn des Microlino Projekts nie Hersteller werden wollte. Man habe aber erkannt, dass dies die einzige Möglichkeit ist, die Qualität zu kontrollieren und gleichzeitig die Produktionskosten zu senken. Die Montagelinie wird sich auf dem Gelände von CECOMP in La Loggia, Turin, befinden.

Dort spielt Nachhaltigkeit ebenso eine Rolle wie beim gesamten Entstehungs- und Fertigungsprozess des Microlino 2.0. Merlin konnte im Gespräch gekonnt vermitteln, dass der Stromer durchaus für den urbanen Alltag, aber auch darüber hinaus eine gute Wahl ist. Aber gerade in der Stadt spielt er seine Stärke aus. Dem Spielfeld der SUV. Auch hierzu hat er eine Meinung und lässt alleine durch die Aussage, dass der Microlino, mit Fahrer und Gepäck, weniger wiegt als die Batterie eines E-SUV, tief blicken. Als Vergleich dienen Fahrzeuge wie der Audi e-tron, das Tesla Model X oder der Mercedes EQC. Definitiv eine Ansage, denn dieses mehr an Gewicht und Rohstoffen, muss erst einmal geschultert werden.

Abschließend kann man festhalten, auch diese E-SUV haben ihren Einsatzzweck. Aber manchmal – und wahrscheinlich gar nicht so wenig – ist weniger eben doch manchmal mehr. Zumindest, wenn man sich bewusst mit dem eigenen Anforderungsprofil an ein E-Fahrzeug/ E-Auto auseinandersetzt. Genug der einleitenden Worte, hör dir am besten das Interview mit Merlin Ouboter im Elektroauto-News.net Podcast an und erfahre selbst, was das Schweizer Familienunternehmen für die Zukunft noch geplant hat.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Vermutlich spürt man nicht mehr als einem kleinen Ruck durch sein SUV gehen, wenn damit ein Fahranfänger ohne ESP bei glatter Fahrbahn in den Gegenverkehr schleudert.

Last edited 28 Tage zuvor by Dagobert

Am Ende wird das Szenario nicht oft eintreten. Nein, nicht etwa weil die Karren sicherer sind, als du darstellst, sondern weil nur wenige Darwin-Award-Kandidaten einen kaufen werden.

Ja, stimmt. Bei Fahrradfahrern und Fußgängern das Selbe. Ein kleiner Ruck, das war es. Und die Vollkasko zahlt die Lackierung von Haube und Stoßfänger und alle sind glücklich. Was sind sie denn auch im Weg und nehmen mir meinen Fahrbahn- und Parkplatz weg ? Wenn ich mit 2 Tonnen SUV 80 Kg Mensch transportiere !

-Zynismus Modus Ende-

SUV werden verpflichtend einen Kollisionsassistenten bekommen. Und in manche Innenstadt Bereiche nicht mehr reinkommen.

Last edited 28 Tage zuvor by Stefan

Und was ist mit den 2 Tonnen Kombis, Minivans, 7er BMWs, S-Klasse, etc. etc?
Werden die dann auch verboten?
Ich kann das Geseire über die bösen SUVs langsam nicht mehr hören.
Wenn jemand in einem Golf mit 30 kmh einen Fahrradfahrer oder Fußgänger ummäht, dann hat das denn gleichen Effekt wie auch bei einem SUV!

„Ich kann das Geseire […] langsam nicht mehr hören.“

Macht ja nichts, aber finde Dich trotzdem einfach mit dem Gedanken ab, dass es künftig Pkw-Zufahrtsbeschränkungen in manche Innenstadtbereiche geben wird, z.B. nach Antrieb, Länge, Breite, Gewicht, oder …, oder was auch immer! –> Aber geben wird es sie – zum Glück! 😛

Last edited 28 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Das Problem beim Zusammenstoß mit Fahrradfahrer oder Fußgänger ist die Höhe der Fahrzeuge.

Im Fußgänger-Crashtest wurde von der DEKRA ermittelt, welche Verletzungen bei einem Unfall für Fußgänger zu erwarten sind. • Aufprall bei 30 km/h: Es drohen Schürfverletzungen, auch Knochenbrüche. Besonders gefährdet sind Hände, Arme, Beine, Oberschenkel und Schlüsselbein. Kinder trifft es schon bei 30 km/h deutlich härter – sie sind zu klein, um über die Haube abzugleiten.

(Quelle: autobild.de)

Bei hohen SUVs haben auch Erwachsene ein Problem über die Motorhaube abzugleiten.

Das spricht auch gegen den Microlino. Ein Radfahrer rollt da mal gar nicht ab. Er ist also bei passiver und aktiver Sicherheit miserabel.

In den Städten mit Sicherheit.

Und warum haben so oft SUVs vorne einen zusätzlichen „Kindermörderbügel“? Diese Cow-Catcher sind in der Schweiz seit vielen Jahren aus sehr gutem Grund verpönt.

Das wird schwierig, weil es das SUV als homologierte Fahrzeugklasse gar nicht gibt. Aus dem Fahrzeugschein geht es jedenfalls nicht hervor. Ich habe mich schon immer gefragt was an einem T-Roc die Gemüter mehr erhitzt als an einer viel größeren E-Klasse? Aber Ideallisten sind eben politisch motiviert und nicht rational-denkend.

Nicht wirklich schwierig, das Gesamtgewicht ist im Fahrzeugbrief vermerkt. Wie bei Lastwagen ein Verbot für Fahrzeuge mit mehr als 2t Gesamtgewicht in Innenstädten und weg sind 90% der Panzer. Daneben ein Verbot für Verbrenner und weg sind nochmal 50% Stand heute. Schon ist die Stadt sauber und der Microlino braucht sich vor haushohen SUVs nicht mehr zu fürchten. Auch die Fussgänger und Radfahrer haben endlich Ruhe vor diesen stinkenden, lärmenden und drängelnden Egomanen. So einfach ist das.

Ich bin mir nicht sicher, ob Sie das lustig finden? Ich jedenfalls finde solche Bemerkungen äusserst unpassend.

Die Welt wäre mit mehr Microlinos und weniger SUV’s auf jeden Fall eine bessere.

Finde ich auch. Aber sagen Sie das mal der renitenten SUV Fraktion. Entweder werden Sie als Grüner Spinner verunglipft oder die wollen Sie gleich überfahren. Dabei leiden wir alle an den Folgen solchen Unsinns.

Ich hätte mir gerne den Podcast angehört, aber diesen gräßlichen Ton wollte ich mir dann doch nicht antun.

An den eingebauten Lautsprecher meines Notesbooks liegt es wohl nicht, da der Ton bei anderen Webseiten ausreichend gut ist. Wenn sich elektroauto-news.net keine bessere Hard- und Software für seine Podcasts leisten kann, dann lieber darauf verzichten und evtl. ein Textprotokoll verwenden.

Ich habe mich mal anderweitig informiert.

Im September soll das fertige Auto auf der IAA in München präsentiert werden, und kurz darauf wollen die Schweizer die ersten Exemplare zu Preisen ab 12.500 Euro ausliefern. Zunächst einige Hundert Exemplare in Eigenregie, bevor der italienische Entwicklungspartner und Karosseriebauer Cecomp ab 2022 bis zu 10.000 Autos im Jahr auf die winzigen Rädchen stellen soll.

Das Akku-Paket verbirgt sich im Boden des Fahrzeugs. … Angetrieben wird das Schweizer E-Auto von einem im Heck montierten Elektromotor mit 20 kW (27 PS), der maximal 90 km/h ermöglicht.

(Quelle: adac.de – 19.07.2021)

Microlino sollte mal die Daten auf seiner Webseite aktualisieren, dort steht z.B. noch „Motor 11kW„.

Habe jetzt mal per Zufall bei Minute 6 und Minute 11 reingehört, das ist doch eine gräßliche Tonqualität – scheppernd, hallend, quäkend oder wie immer man diese schlechte Tonqualität bezeichnen will.

Und das soll keinen stören oder vom Zuhören abhalten? – dann sind die Anderen wohl abgehärtet was schlechte Tonqualität anbetrifft. Ich möchte mir sowas nicht über eine längere Zeit anhören.

An sich eine interessante Idee dieser Microlino. Ich frage mich ob hier die Sicherheit der Insassen wirklich gewährleistet ist? Immerhin ist man damit mit max. 90kmh unterwegs. ABS ESP und Airbags halte ich für unabdingbar. Auch eine Auffahrwarnung ist heute kein Luxus mehr. Ohne diese Zusätze würde ich nicht damit fahren wollen. Aber wie gesagt, ich finde die Idee richtig, es braucht keine riesigen Luxusautos in den Städten. Dazu ist einfach kein Platz mehr. Die Städte gehören zukünftig in erster Linie dem Langsamverkehr und dem ÖV. Wenn die Menschen nicht vernünftig genug sind um das zu verstehen, muss man Massnahmen einführen damit sich das ändert. Auch wenn das einigen nicht einleuchten sollte.

Also einen Airbag hat mein Twizy. Den anderen Schnickschnack nicht. Trotzdem macht das Teil Spaß und braucht für ein vierrädriges Kfz nur eine minimale Stellfläche. Ich finde solche Konzepte als Zweitwagen toll.

Die sollten eine Förderung von 5.000€ für diese Klasse für elektrische Fahrzeuge auflegen, dann würden die auch deutlich häufiger verkauft werden. Wird aber nicht passieren, weil kein Deutscher Hersteller sowas anbietet. Daran erkennt man auch was die Förderung bewirken soll. Änderung des Verkehrsmix vs. Unterstützung für den Umbau der deutschen Industrie.

Farnsworth

In Paris wurde, bis auf wenige Ausnahmen (= Stadt Highways) flächendeckend Tempo 30 eingeführt. Wenn jetzt noch mehr Platz für Schutzbedürftige = Micro Cars, eBikes, Lastenräder, Ritschas etc. geschaffen wird, ist auch bei 30 das Risiko für diese Schutzbedürftigen reduziert. Und die Aufrüstungsspirale, die zu den SUV und sonstigen Stadtpanzern geführt hat, wird unterbrochen.

Natürlich wird das keine „Poser“ zur Vernunft bringen. Aber die machen nur einen kleinen Teil der „oversized Nerds“ aus und die fallen dann verstärkt auf. Mit 30 Km profitieren sie ja, weil sie länger wahrgenommen werden und bei zunehmend mehr kleineren Fahrzeugen auf wieder deutlicher auffallen.

Und alle sind Gewinner von dieser Entwicklung, weil die SUV ja trotzdem gekauft werden und weiterhin ihren Wert irgendwo abstehen. Das stört aber vor und nach Tempo 30 die Wohlhabenden nicht, weil es um Statussymbole geht. Wenn dann irgendwann Fahrverbote für SUV in Innenstädten kommen, werden die dann für das genutzt, wo es am ehesten Sinn macht. Für mittlere und lange Strecken.

Guter Beitrag, danke. Ich finde aber diese Monströsen Dinger gehören überhaupt nicht auf die Strasse. Zumal deren Nutzwert ziemlich bescheiden ausfällt. Kleinere SUV ähnliche Fahrzeuge wie den Ford Mustang Mach E oder VW ID.4 oder Model Y von Tesla etc. hingegen machen eher Sinn weil damit auch Anhänger gut zu ziehen sind und reichlich Platz im Innenraum ist. Zudem sind sie als reine Elektroautos von Grund auf konzipiert. Es bleibt eine spannende Zeit.

Passend zu diesem Thema die aktuelle Quarks und Co Sendung…

https://www.wdr.de/programmvorschau/wdrfernsehen/sendung/2021-08-26/50019303/quarks-suv-co-warum-werden-unsere-autos-immer-groesser-.html

Die einzige Funktion von so einem Ding ist protziges Aussehen. Ein Dacia Lodgy hat kleinere Maße (bis auf die Höhe) als ein BMW X5 aber deutlich mehr Nutzraum. Optional 7 vollwertige Sitze, taugt aber nicht als Statussymbol.

Farnsworth

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