Alfred Vrieling, Compleo: In 40 Sekunden, 450 km laden ist kein Problem

Alfred Vrieling, Compleo: In 40 Sekunden 450 km laden ist kein Problem

Copyright Abbildung(en): Allego/ Compleo

„Laden ist nicht Tanken“ – für Alfred Vrieling, Vice President Sales Europe der Compleo Charging Solutions AG ist das klar. Warum er das Ganze so einordnet und ich ihm dabei nur zustimmen kann, dass erfährst du in dieser Podcast-Folge. Des Weiteren haben wir uns darüber unterhalten, warum sich die Ladeinfrastruktur augenscheinlich mehr nach Paragraphen ausrichtet, als nach den E-Auto-Fahrer selbst. Und warum sich Deutschland hierdurch selbst ein wenig im Weg steht.

Compleo ist schon über zehn Jahre in der Welt der E-Mobilität aktiv. Seit vergangenem Herbst als Aktiengesellschaft, welche ihren Fokus rein auf die E-Mobilität und somit keine anderen Geschäftsfelder ausrichtet. Man versteht sich als „Pure Play-Anbieter“, der durch die klare Fokussierung seine Ressourcen zielgerichtet einsetzen kann. 2009 wurde bereits innerhalb der EBG group mit der Konzeption und Entwicklung von AC-Ladesäulen für die Elektromobilität begonnen. Drei Jahre später folgte die Ausgliederung als Compleo und somit einem eigenständigen Unternehmen.

2015 bereits wurde das eigene Angebot um erste DC-Ladestationen erweitert. Einem Produktsegment, welchem man ebenso wie dem AC-Laden bis heute treu geblieben ist. Statt sich auf immer schnellere Ladelösungen auszurichten, wolle man sich mit dem beschäftigen, was tatsächlich in der Masse benötigt wird. Dies sind aus Sicht von Compleo AC-Lader bis 22 kW sowie DC-Ladestationen mit Leistung von 24 kW und 50 kW. Hintergedanke hierbei: Wie oft wird tatsächlich mit Leistungen von 125 kW und mehr geladen? Und wie viele E-Fahrzeuge sind aktuell überhaupt schon in der Lage eine Leistung von 125 KW aufrecht zu halten.

Im gemeinsamen Gespräch erörtern Alfred und ich genau diese Fragestellung und kommen zu dem Schluss, dass High-Power-Charging-Lader zwar benötigt werden, aber eher in Ausnahmefällen. Viel öfter wird doch beim Einkaufen, beim Arbeitgeber oder auf Dienstreisen geladen. Hier bieten sich entsprechende Ladestationen im Leistungsbereich wie von Compleo angeboten schon eher an.

Noch kurz zurück zum Eingangssatz des Artikels: „Laden ist nicht Tanken“ – Alfred gab hierzu im Gespräch zu verstehen, dass man Laden nicht so übersetzen dürfe, dass es die gleiche Bedeutung hat wie Tanken. Denn „Tanken wird immer Vorteile haben gegenüber Laden, wenn das Tankstellenmodel auf Laden übertragen wird. Deswegen verstehe ich nicht, warum wir das immer wieder in den Fokus stellen, weil das ist gar nicht das Einzigartige an der Elektromobilität ist“, so Alfred im Gespräch. Denn vielmehr sei es doch so, dass „schnellladen nur wirklich schnell ist, wenn ich dabei etwas anderes machen kann. Wer bleibt noch beim Auto stehen, wenn es überall Strom gibt! Ich lade in 40 Sekunden, 450 km, weil ich fürs Anstecken und Abstecken nur 20 Sekunden brauche.“

Aber hör doch am besten Mal rein und blicke mit uns, auf unsere Gedankengängen. Eventuell fällt dir auch der Verweis zu einer älteren Podcast-Folge mit Sebastian Fleischhacker auf…

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

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Ich lade in 40 Sekunden, 450 km, weil ich fürs Anstecken und Abstecken nur 20 Sekunden brauche.
So ein Schmarrn! Wenn ich unterwegs am Schnelllader bin, stecke ich an: 20 Sekunden. Dann stecke ich wieder ab: 20 Sekunden. Und dazwischen? Zählt die Zeit nicht, die das Laden dauert? Da wird die Zeit fürs An- und Abstecken mit der Ladezeit verwechselt. Das finde ich ziemlich dumm.

Hmja. Interessant.
40 sec sind 1/90 h.
Für 70 kWh brauche ich dann eine Anschlussleitung für etwa 630 kW plus Verlustleistung.
Wo gibt’s die?

Danke fürs Erwähnen.
In Spanien nennen wir was bergfex Schmarn nennt = #cargadesatendida

Tanken ist definitiv nicht gleich Laden.

Es wird immer lächerlicher…

Die Frage stellt sich doch: wird es genug Lade-Parkplätze für alle eAutos geben? Mit Sicherheit nicht immer und überall da, wo man sie gerade gern hätte. Das schwächt die Argumentation sehr.

Nein, tanken ist nicht gleich laden. Es gibt Nachteile aber auch Vorteile. Auf Langstrecke braucht es länger und im Alltag spare ich mir den Weg zur Tankstelle.
in jedem Fall wird es besser durch die eMobilität. Keine Abgase, weniger Lärm, komfortableres Fahren.
Wer gerne alles so haben möchte wie früher oder Anhänger ziehen muss oder auf der Autobahn lebt kann ja noch sehr lange bei seinem Verbrennungsmotor bleiben

Da bekommt der Begriff „Ladenhüter“ eine völlig neue Bedeutung.

Die Politik hat es versäumt die Hersteller zu einen standardisierten Wechsel-Akku System zu zwingen. Die Folgen wird der Verbraucher noch Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte ausbaden müssen.

Wenn es denn mal 450 km wären.

In der Realität sind es ja wohl eher zwischen 300 und 350 km, ähnlich wie bei den Lügenzahlen, die für die Verbrenner in den Hochglanzprospekten der Hersteller versprochen werden.

Hinzu kommt, dass man auf der Langstrecke 20% Reichweite weniger zur Verfügung hat, weil an Schnellladestationen ja nur bis 80% geladen wird.

Fucking Hell, von wem werden denn die Autoren, die so nen Mist schreiben geschmiert?
BEV taugen ausschließlich etwas im Nahbereichsverkehr. Alles andere kann allerhöchstens ein PHEV abdecken.
Ich amüsiere mich immer wieder, wenn die BEV auf der Autobahn mit 110 daherzuckeln um möglichst weit zu kommen.
Doch viel schlimmer ist das, dass immer öfter BEV‘s bei weit fortgeschrittener Dämmerung noch immer ohne Licht fahren um mehr Reichweite zu bekommen.

BEV für Reise-Langstreckenbetrieb sind und bleiben eine Totgeburt da hilft alles schönreden nicht. Außer man ist Rentner mit aller Zeit der Welt oder ist ein zwanghaft veranlagter Entschleuniger.

Den besten CO2 Umweltnutzen hat derzeit einzig und allein der CNG Gasantrieb!

Der Herr Vrielring hat für viele Usecases recht, bei denen es an normalen Tagen keine Langstrecken gibt.

Für berufliche Langstreckenfahrer fehlt es noch an preisgünstigen Schnellladern auf der Autobahn (nicht auf dem Autohof neben der Autobahn) und an Plug and Charge für alle PKW.
Und es fehlt noch an Autobahnreichweite in bezahlbaren Autos.
Dieses Jahr kommt der Mercedes EQS mit 770km WLTP Reichweite, bis es solche Reichweiten auch in der unteren Mittelklasse gibt wird es wohl noch 1-2 Batteriegenerationen dauern.

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